Yoga für rastlose Beine

In einem meiner letzten Blogartikel hab ich darüber geschrieben, dass mich meine rastlosen Beine oft in den Wahnsinn treiben.
Vor allem spätnachts kann das Restless-Legs-Syndrom furchtbar lästig sein –
doch ein paar entspannte Minuten auf der Yogamatte wirken manchmal wahre Wunder, entweder vor dem Schlafengehen oder in schlimmeren Fällen auch mitten in der Nacht.

Achtung!
In schweren Fällen von Restless-Legs-Syndrom ist es wichtig, ärztlichen Rat einzuholen und nicht eigenmächtig Medikamente einzunehmen oder sich rein auf Yoga zu verlassen! Primäres RLS ist eine zwar ungefährliche Krankheit, dennoch ist ärztlicher Rat immer besser als Internetrecherche oder Selbstmedikation!

Wer wie ich unter einer einigermaßen erträglichen Form von RLS leidet, könnte es mal mit diesen Asanas probieren –
ganz sanft, entspannt und ohne Druck.

Also rein in den Pyjama und ab auf die Matte!

Und nicht vergessen:
Es handelt sich hier um abendliches Yoga in Schlafklamotten!
Du musst weder so korrekt wie im Lehrbuch auf der Matte stehen noch jemandem etwas beweisen –
du willst nur deine Beine und deinen Geist beruhigen.
Also lass es ruhig angehen!

Setz dich auf deine Matte, nimm dir ein Kissen und vielleicht auch eine Decke mit, und lass uns anfangen:

Komm in die Kindeshaltung und lass dich tief sinken. Wenn sich die Haltung anfangs unangenehm anfühlt, leg eine Decke unter deine Waden. Dein Kopf ruht auf der Matte, die Hände sind entspannt, auch die Arme liegen locker auf der Matte.
Schließ deine Augen und atme tief und ruhig durch die Nase –
sooft du möchtest.
Komm dann wieder nach oben, in die Tischhaltung, und von hier aus beginn mit einer ausgiebigen Runde Katze/Kuh:
Mit einer langen Ausatmung beug deine Wirbelsäule nach oben, bring das Kinn zum Brustbein und fließe dann mit einer Einatmung zurück, die Wirbelsäule dehnt sich nach unten, der Kopf kommt nach oben.
Wiederhole das einige Male, angepasst an deinen Atem, und komm dann zurück in die Tischhaltung.

Strecke nun das rechte Bein nach hinten und dehne es – und zwar genauso sanft oder fest, wie es sich am besten für dich anfühlt. Wechsle dann und streck das linke Bein nach hinten und dehne wieder. Wiederhole das Dehnen und komm denn langsam in deinen Hund, sanft, mit gebeugten Beinen. Strecke und beuge abwechselnd deine Beine, vergiss nicht auf den Atem und achte auch bei sanftem Abend-Yoga darauf, dass deine Hände auf der Matte festen Halt finden.
Streck dann beide Beine und dehne sie –
und verändere vielleicht den Abstand zwischen Händen und Füßen oder beug wieder die Knie, wenn dir das Strecken zu viel ist.

Finde vom Hund deinen Weg in eine Variation der Königstaube –
ich bevorzuge abends die Version mit gestrecktem hinteren Bein, mein Kopf ruht auf meinen Fäusten.
Finde deine Variante: Vielleicht möchtest du den Oberkörper aufgerichtet lassen oder dich mit den Unterarmen auf der Matte abstützen, probier es einfach aus.
Atme tief und ruhig weiter –
und vergiss nicht, die Seite zu wechseln!
Danach kommst du wieder in deinen abendlichen Hund und steigst nach vorne ins Sitzen, zu Dandasana.

Sitz mit geradem Rücken auf der Matte, leg dir vielleicht eine Decke oder ein Kissen unter den Po, damit es bequemer wird. Beug dich dann mit geradem Rücken nach vorne und lass dort die Schultern und den Kopf schwer werden.
Probier mal, ein Kissen auf die Oberschenkel zu legen und den Oberkörper so zu stützen –
aber lass die Füße geflext, mit den Zehen Richtung Decke gerichtet, damit die Beine gedehnt und die Knie geschützt werden.

Schließ deine Augen und atme tief und ruhig, bleib in der Haltung, so lange es sich gut anfühlt –
und komm dann zurück zu Dandasana.

Von hier finde deinen Weg zu Janu Sirsasana, und vergiss nicht: Sei sanft zu dir!
Leg auch hier wieder das Kissen auf dein Bein, um die Haltung bequemer zu machen –
und atme tief und ruhig durch die Nase.
Wechsle dann die Seite, achtsam und langsam –
und komm danach zurück zu Dandasana.
Greif dir dein Kissen und entspann noch mal in Paschimottanasana, so lange es dir gut tut.

Zuletzt rutsche mit dem Po so nahe an die Wand, wie es geht, und dreh dich über eine Seite so, dass die Beine an der Wand liegen und nach oben zeigen. Leg dir eine gefaltete Decke oder ein Kissen unter den Po, breite die Arme neben dir auf der Matte aus, und schließ die Augen.
So entlastest du deine Venen und deine Lendenwirbelsäule und fühlst dich komplett entspannt.
(Vorsicht bei hohem Blutdruck oder in der Schwangerschaft!)

Atme tief und ruhig durch die Nase und bleib in dieser Haltung bis zu 25 Atemzüge lang.
Danach fühlst du ein leichtes Kribbeln in den Beinen –
ich mag das sehr, weil sich meine Beine nach diesem Kribbeln viel leichter anfühlen und ich besser einschlafen kann.

Leg dich danach gleich ins Bett, schlüpf unter deine Decke, streck die Beine auf der Matratze aus und freu dich auf eine erholsame Nacht.

Schlaf gut!

***

Achtung!
Wenn du Fragen zu bestimmten Asanas hast oder nicht weißt, wie du von einer Übung in die nächste übergehen sollst, hinterlass doch einen Kommentar!
Die Sequenz zeigt nur die Endhaltung und ist somit eher für erfahrene Yogi/nis ausgelegt –
aber ich helf dir gern weiter!

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Warum Kinderyoga so wichtig ist

Die heutige Kinder-Yogastunde in einem meiner Kindergärten war hart, muss ich gestehen:
In der Gruppe waren zwei Kinder, die keine Sekunde stillsitzen können, die jeden Gedanken, der in ihrem Kopf auftaucht, sofort lautstark der Gruppe mitteilen müssen, und für die es offenbar Neuland ist, dass ihnen jemand kleine Aufgaben stellt, wie etwa:
Setz dich auf deinen Platz und pass auf, dass du die Memory-Karten in der Mitte nicht durcheinander bringst.
oder
Achte darauf, dass du deinem Sitznachbarn nicht mit dem Ellenbogen ins Gesicht stichst.

Im Kinder-Yoga ist das natürlich normal –
kein Kind tut immer genau das, was man ihm sagt, die Fantasie und der Bewegungsdrang sind meistens stärker …
und das Schöne ist:
Kinder-Yoga ist perfekt dafür.
Bewegung und Stillsitzen wechseln sich ab, die Kinder können ihre Gedanken und Ideen einbringen, niemand wird zu etwas gezwungen, in den allermeisten Fällen sind die Kleinen aber begeistert bei der Sache und genießen jede Sekunde.

Da heute die Abschiedsstunde war, hatte ich geplant, mit den älteren Kindern Yoga-Memory zu spielen –
eine geniale Kombination aus Achtsamkeits-Schulung und Yoga-Übungen, die den Kindern großen Spaß macht. Meistens sind sie traurig, wenn wir alle Karten aufgedeckt haben und sie fertig sind mit der Yoga-Stunde und eine andere Gruppe dran ist.

Yoga als Spiel: Yoga-Memory

Heute aber kam bei den Kindern keine echte Spielfreude auf –
es ist einfach nicht lustig, wenn zwei Kinder absichtlich alle Karten durcheinander bringen, sich keine Sekunde auf das Spiel konzentrieren können, dann aber beleidigt sind, wenn sie keine Paare finden und lautstark beginnen zu schreien.

Nach mehrmaliger Aufforderung, Platz zu nehmen, dem Spiel zu folgen und die anderen nicht zu stören, hab ich dann beschlossen, nicht die Geduld zu verlieren, sondern meinen Trumpf zu präsentieren: die eine Memory-Karte, vor der die Kleinen fast ein bisserl Respekt haben, die sie aber dennoch genießen:
die Karte mit dem Wecker.

© Sibl and the Wheel
Zeit, innezuhalten

Wenn dieses Karten-Paar aufgedeckt wird, setzen sich alle hin, schließen die Augen und den Mund – und halten einfach inne.
Wer es am längsten schafft, darf sich Stillhalte-König oder -Königin nennen und den anderen erklären, wie er oder sie es so lang geschafft hat …
die Kinder haben nämlich die tollsten Ideen, wie man es schafft, innezuhalten und Ruhe zu bewahren!

Also hab ich die beiden Wecker-Karten aufgedeckt und das Stillhalten ausgerufen –
mit Erfolg:
Sogar die Beiden, die sich bisher schwer taten, wollten zeigen, wie gut sie das können …
und als wir alle dann wieder die Augen öffneten, sagte eines der Kinder:
Das war so angenehm, können wir das nachher nochmal machen?

Kinder brauchen Ruhephasen, genauso wie die Erwachsenen, und genauso wie wir müssen sie lernen, sich diese zu gönnen und zu erkennen, wie wertvoll sie sind.
Sich auf ein Memory-Spiel konzentrieren zu können, tief einzuatmen oder kurz mal im Krieger zu stehen –
all das sind Fähigkeiten, die Kindern im Leben wirklich helfen …
nicht, weil ihnen jemand sagt, dass sie es müssen, sondern weil es ihnen guttut –
und weil sie selbst spüren, wie gut es ihnen tut.

Und das ist etwas, das ich gerne fördern möchte –
wer das nämlich schon als Kind lernt, der kann es auch, wenn er erwachsen ist …
und das ist ein wunderbarer Gedanke!

#Namaste!

***

Kleiner Nachtrag:
Die Welt, in der wir leben, ist schnell und oft rastlos. Viele Eltern müssen früh in die Arbeit und kommen erst spät wieder nach Hause. Da bleibt wenig Zeit, sich den Kindern zu widmen und sie zu fördern – vor allem, weil uns die Welt suggeriert, dass fördern bedeutet, die Kinder von einem Kurs in den nächsten zu kutschieren, keine Leerzeiten hinzunehmen und jede Minute des Tages genau zu planen.
Und auch wenn bekannte Erziehungswissenschaftler/innen mittlerweile wieder dazu raten, den Kindern Langeweile zu gönnen, weil das Pause fürs kindliche Gehirn und Raum für die eigene Fantasie bedeutet, scheinen manche Eltern direkt Angst davor zu haben, als Rabeneltern zu gelten, wenn das eigene Kind weniger Kurse besucht als das Nachbarskind.

Als Mutter von drei Kindern und mittlerweile Kinder-Yogalehrerin möchte ich aber allen Eltern ans Herz legen:
Lasst eure Kinder atmen!
Gönnt ihnen die Zeit, die sie brauchen, um zur Ruhe zu kommen – und helft ihnen dabei, sich zu entfalten.
Anstatt sie von einem Kurs in den anderen zu hetzen, setzt euch mit ihnen hin und spielt ein Brettspiel –
weil man dabei ganz wunderbar lernt, sich zu konzentrieren, achtsam zu sein und trotzdem Spaß zu haben.
Und weil man dabei Zeit miteinander verbringt.

Kinder wissen selbst recht genau, was sie interessiert und was sie gut können, sie brauchen nur jemanden, der sie an der Hand nimmt und mit ihnen den manchmal steinigen Weg zu sich selbst beschreitet –
ohne allerdings die Richtung vorzugeben.
Und sie brauchen manchmal jemanden, der ihnen zeigt, wie schön es sein kann, Ruhe in sich selbst zu spüren –
die Welt ist stressig genug.

 

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Endlich Frühling!

Ihr wundert euch vielleicht, wieso es jetzt längere Zeit so still war hier, das ist ja sonst nicht so meine Art –
aber die Grippe hatte mich zwei Wochen lang voll im Griff, mit allem drum und dran:
Fieber, Halsweh, Husten, Schnupfen, Kopf- und Gliederschmerzen, das volle Programm. Manchmal hab ich mich auf meine Matte geschleppt und bin dort gesessen, aber mehr als tief durchatmen hab ich nicht geschafft.
Jetzt endlich bin ich wieder gesund, muss nur mehr leicht husten, kann aber endlich wieder yogieren und das Haus verlassen …
großartig!

Und genau in dieser Zeit, in diesen zwei Wochen, in denen ich rein gar nichts tun konnte, hab ich mich dazu entschlossen, ein CoWorking-Studio in Salzburg zu eröffnen –
ein Studio, in dem ich wieder Erwachsene unterrichten kann, in dem aber auch andere ihre Stunden abhalten können, egal ob es sich um Yogastunden, Tanzeinheiten, Pilates oder Beratung/Therapie handelt.
Weil es gemeinsam viel schöner ist, weil es mehr Spaß macht und bestimmt auch leichter ist, als einsam für den eigenen Traum zu kämpfen – ich freu mich jedenfalls sehr drauf und arbeite in jeder freien Sekunde daran, dass die Website fertig und die Facebook-Seite voller wird, dass meine Give-aways ankommen und ich den ersten Kennenlern-Abend organisieren kann.
Und dass ich das Studio so adaptiere, dass man sich darin wohlfühlt und tolle Stunden erleben kann.
Denn noch ist es ein bissl leer:
https://www.instagram.com/p/BQxVtrhDf5N/?taken-by=sibl_and_the_wheel
Heute war auch endlich wieder eine Kinderyoga-Stunde, ich hab die Kleinen wirklich vermisst –
und weil die Sonne so schön gescheint hat, haben wir die Yoga-Einheit kurzerhand in den Garten verlegt.
https://www.instagram.com/p/BRnRvBLjicr/?taken-by=sibl_and_the_wheel
Die Kleinen waren begeistert, denn aus der geplanten Yogastunde wurde durch die Eindrücke aus der Natur eine Achtsamkeits-Stunde –
was hörst du, was siehst du, wie fühlt sich der Boden an, das Gras, und wer kann beschreiben, wie der Frühling riecht?

Wir haben Kirschkerne entdeckt, die frühlingshaft austreiben, konnten sechs verschiedene Arten von Vögeln singen hören und einige der Kleinen haben das erste Mal am frischen Gras und der feuchten Erde gerochen –
ein echtes Yoga-Garten-Abenteuer!

Beim Ausziehen fragte dann eine Betreuerin die Kinder, wie das Yoga im Garten denn gewesen sei –
und ein Chor glücklicher Kinderstimmen hat laut geschrien: Es war toll!

Was gibt es schöneres?

#Namaste!

 

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