#MeToo im #Yoga? (Ein #Aufschrei)

In den letzten Wochen hörte man in den Medien immer wieder von einem Missbrauchs-Skandal bei Agama Yoga
Frauen und Männer berichten von sexuellen Übergriffen, von sektenähnlichen Machtstrukturen und heilenden Therapien, die sich in Wahrheit als Sex mit dem Guru haben müssen entpuppten.

Wer sich jetzt fragt, wie etwas so Schreckliches gerade in einem vermeintlich so achtsamen Umfeld wie der Yogaszene passieren kann, dem möchte ich gerne eine Antwort darauf geben:
Das unerträgliche Schweigen macht’s möglich.

Denn:
Niemand aus meinem engeren Yoga-Umfeld –
ich wiederhole: niemand! –
hat auch nur ein Sterbenswörtchen dazu gesagt.
Und auch sonst kaum jemand.

Und ich meine damit nicht die Opfer, deren Schweigen nur allzu verständlich ist, nein:

Ich meine alle, die davon wissen und nichts dazu sagen, keinen Einspruch erheben.

Die vorwiegend weiblichen Yogalehrenden, die merken, was in manchen Yogastudios abgeht.
Die Yogalehrenden, die in den thailändischen Ashrams arbeiten und absichtlich wegsehen.
Jene, denen kein Es tut mir leid oder Kann ich dir helfen? über die Lippen kommt.
Nicht einmal ein Wir müssen mal darüber reden.
Und auch jene, die im Nachhinein sagen: Ja, davon hab ich gewusst.

Warum habt ihr dann nichts gesagt?!

Im Yoga reden wir immer davon, dass wir nur uns selbst ändern können, dass wir die Welt um uns deshalb akzeptieren müssen, weil uns ja gar nichts anderes übrig bleibt, wir fokussieren auf das, was in uns selbst stattfindet.
An sich ein gutes Konzept …
ändern können wir ja wirklich nur uns selbst.
In meiner Ausbildung aber sagte der Mann, der uns yogische Philosophie lehren sollte, dass wir uns emotional abkoppeln müssen von dem, was im Außen passiert, weil wir ja nur das Innen beeinflussen können –
und ich fand den Gedanken so unfassbar schlimm.
Warum?

Genau wegen Vorfällen wie jenen im Agama Yoga.

Vielleicht kann ich nur mich selbst ändern, mag sein, und ja, daran arbeite ich auch jeden Tag –
aber ich kann sehr wohl auch beeinflussen, wie es den Menschen rund um mich geht. Ich kann beeinflussen, was Menschen erleben, was sie wissen, ich kann ein Vorbild sein und anderen den Rücken stärken.
Und ich kann helfen.
Denn ich bin zwar Yogalehrerin, vor allem aber bin ich Frau, Mutter, Freundin und Kämpferin –
und ich finde, wie dürfen uns nicht vor der Verantwortung drücken und auf uralte yogische Philosophien verweisen, auch wenn wir Angst haben, wenn es schwierig ist, wenn wir nicht mehr weiter wissen.

Denn dieses Schweigen ist einfach nur feige –
und es hilft den Tätern in ihrem Tun.
Das kann ja wirklich niemand wollen, oder?

#Namaste.

* * *

Die Presse hat über Agama Yoga geschrieben, im Speziellen auch über das Studio in Linz. Und ja, ich hab was dazu gesagt, denn ich hatte etwas zu sagen.
Ich bin knapp 40 Jahre alt und habe mehr als einmal (auch sexuelle) Übergriffe erlebt, wie vermutlich die Mehrheit aller Frauen –
nichts zu sagen ist in diesem Fall einfach keine Option.

Vielleicht ist Reden silber und Schweigen gold, auf viele Situationen im Leben mag das zutreffen –
im Fall von sexuellem Missbrauch aber gilt diese Regel nicht, da gibt’s nur eins, was hilft:

Drüber reden!

Ich muss beweisen, dass ich stricken kann? oder: Warum sich #YTTs ändern müssen.

Seit einigen Wochen häufen sich wieder die Einladungen zu Yoga Teacher Trainings, die jetzt im Herbst oder kommenden Frühling losgehen.
Ich könnte, wenn ich wollte, aus einer breiten Palette von meist recht teuren Ausbildungen wählen, viele davon klingen so toll, dass man sich fragt, warum sie nur ein paar Tage dauern, manchmal sogar nur ein Wochenende lang.
Mittlerweile bieten auch Institutionen Yogaausbildungen an, die eigentlich wenig bis gar nichts mit Yoga am Hut haben –
Tanzstudios, das WIFI, sogar Privatpersonen, von denen ich nicht einmal wusste, dass sie überhaupt Yoga machen.

Ein meiner Meinung nach grundlegendes Problem an all diesen Ausbildungen hab ich hier schon genauer beschrieben, seit ich aber vor allem ältere Menschen unterrichte, hab ich erkannt, dass es eigentlich ein viel größeres, weil gefährliches Problem gibt:
Es fehlen wirklich wichtige Inhalte.

Etwa die genaue Anatomie des Menschen, der Umgang mit physischen Krankheiten, und natürlich auch der mit psychischen Problemen.
Vor allem aber fehlt mir die Abkehr von althergebrachten Traditionen, die zwar interessant zu wissen, für den Unterrichtsalltag aber keine Hilfe sind –
irreführende Ausdrücke, Anweisungen, die nicht mehr zeitgemäß sind, Haltungen und Bewegungen, die früher als heilsam galten, von denen man heute aber weiß, dass sie eigentlich schaden, und die unsägliche Annahme, dass Yoga alles heilen kann.

Ich verbringe viel Zeit damit, Yoga-Magazine und -Bücher zu lesen, analog und digital, ich speichere jeden Artikel, der mit uralten Mythen aufräumt, und alles, was mit der körperlichen Gesundheit von Menschen zu tun hat, kommt überhaupt in einen eigenen Ordner, damit ich es sofort abrufen kann, wenn ich es brauche –
und ich brauche es ziemlich oft.
Das Unterrichten hat nämlich gezeigt, dass die Mehrzahl der Yogi/nis mit Problemen zu kämpfen hat und genau deswegen zum Yoga kommt. Egal, wie alt die Menschen sind, jede/r von ihnen hat ein Thema, das belastet, ein Thema, das ich als Yogalehrerin kennen sollte, gar nicht so sehr, um den Menschen zu helfen, sondern vor allem, um das Thema nicht zu verschlechtern. Die wenigsten meiner Kolleg/innen sind ausgebildetete Physio- oder Psychotherapeut/innen, ich leider auch nicht, obwohl das sicher kein Fehler wäre, denn (ich wiederhole mich):
Die wenigsten Menschen kommen zum Yoga, weil es ihnen so gut geht.

In meinen bisherigen Stunden hab ich schon eine Menge Themen gesehen:
angefangen von den klassischen Rückenproblemen über Bandscheibenvorfälle, Gelenksbeschwerden und Migräne, bis hin zu Osteochondrose und anderen Krankheitsbildern, von denen ich bisher noch nie gehört habe.
Außerdem treff ich häufig auf Verdauungsstörungen, hatte schon mehr als ein/en Yogi/ni mit Depressionen und Burn Out, jemand mit Borderline-Persönlichkeitsstörung besuchte einen Kurs, ich habe zwei Mal eine Panikattacke während des Unterrichts miterlebt, und auch Magersucht ist ein allgegenwärtiges Thema.
(Ich möchte hier aber darauf hinweisen, dass ich nicht übermäßig viel unterrichte und vermutlich auch nicht alle immer erzählen, woran sie wirklich leiden.)
Davon abgesehen hat jede/r von uns einen ganz eigenen Körperbau, was also auch bedeutet, dass manche Asanas rein anatomisch gar nicht machbar sind –
auch das ist etwas, was noch nicht zu vielen Yogalehrenden durchgedrungen ist.
(Mit ein Grund, warum ich nicht mehr allzu oft Yogakurse besuche.)

Mittlerweile hab ich es mir angewohnt, sehr genau nachzufragen, welche Themen es gibt, und da ich das Glück habe, Gruppen von höchstens 12 Menschen unterrichten zu dürfen, klappt das auch sehr gut –
die Menschen kennen sich untereinander und haben auch zu mir Vertrauen gefasst, am Anfang der Stunde erzählen wir uns immer, wie es uns gerade geht und welches vielleicht neue Thema sich ergeben hat. Stunden mit bis zu 30 (oder sogar mehr) Menschen möchte ich gar nicht mehr halten, einfach weil ich mittlerweile weiß, wie wichtig es ist, die Menschen und ihre persönlichen Bedürfnisse zu kennen.

Wenn jemand von einem Problem berichtet, dem ich noch nicht begegnet bin, ist meine Vorgehensweise immer dieselbe:
Ich schlage in Fachbüchern nach, ich befrage das Internet, ich kontaktiere die Ärztin meines Vertrauens, und manchmal frag ich auch einen Physiotherapeuten, der mir gern weiterhilft, denn die Menschen in den Yogastunden erwarten, dass ich weiß, was ich da tu, dass es ihnen gut geht, wenn sie nach Hause gehen, und dass die Beschwerden eher besser als schlechter werden.
Und jedes Mal, wenn ich dann zu Hause sitze und nachlese und lerne, wundert es mich ein wenig, dass diese Probleme in Yogaausbildungen so wenig Platz bekommen, dass der Fokus viel zu sehr auf der eigenen Yogapraxis liegt, und dass wir Mythen weitergeben und Praktiken beibehalten, die rein fachlich gesehen einfach falsch sind und Menschen schaden können –
etwas das unleidige Aufrollen der Wirbelsäule nach einer Vorbeuge.
Hätte ich den verlinkten Artikel nicht gelesen, ich würde diese Übung noch immer selbst so machen und natürlich auch weitergeben, und vermutlich hätten die Yogi/nis mit Rückenleiden wenig Freude daran, vor allem an den Folgen.
Oder auch das Öffnen der Hüften, ein Ausdruck, der in Yogastunden gern verwendet wird, der aber irreführend ist, weil ein Öffnen der Hüfte bei vielen Menschen rein anatomisch gar nicht möglich ist.
Ach, und die Mär, dass wir Frauen während unserer Periode keine Umkehrhaltungen machen dürfen, weil das Blut sonst in den Bauchraum zurückfließt (wo es eigentlich nie war und was anatomisch nicht möglich ist), sollten wir endlich aus unseren Yogastunden verbannen – jede/r Gynäkolog/in wird bestätigen, dass das Quatsch ist. Solange sich eine Haltung gut anfühlt, darf sie auch gemacht werden …
bei Bauchschmerzen während der Periode fühlen sich Umkehrhaltungen aber oft nicht so klasse an, dann meidet frau sie eben, ganz einfach.
(Und sollte unerwarteterweise wirklich mal irgendwas an eine Stelle fließen, wo es nicht hingehört, dann kann unser Körper das schnell und einfach von dort entfernen. Meine Gynäkologin hat das bestätigt – und nicht nur sie.)

Mir ist natürlich klar, dass nicht jedes Krankheitsbild in einem Teacher Training angesprochen werden kann, aber ich finde es trotzdem sehr schade, wie wenig sich die Ausbildungen an neuen Erkenntnissen orientieren.
Stattdessen werden Mythen gelehrt, die mit den realen Gegebenheiten nichts zu tun haben, und damit meine ich gar nicht Dinge wie die Vorstellung von Chakras oder Prana, die zwar keine wissenschaftliche Basis haben, die aber eng mit der Yogatradition verbunden sind und recht einfach auf die Realität übertragen werden können, nein, ich meine faktisch falsche Dinge wie das Aufrollen der Wirbelsäule, mit denen ich meinen Yogi/nis wirklichen Schaden zufüge, selbst denen, die einen gesunden Rücken haben.

Wir sollten langsam darüber nachdenken, Teacher Trainings anders anzulegen –
und zum Beispiel nur Menschen zulassen, die auch wirklich selbst Yoga praktizieren, oder vielleicht ganz einfach eine Trennlinie ziehen zwischen Ich mache das YTT nur für mich und Ich möchte gerne unterrichten.
In meinem YTT wurde sehr viel Zeit damit verbracht, einzelne Asanas zu lernen – nicht, wie man sie lehrt, sondern wie man sie macht, einfach weil es einige gab, deren eigene Yogapraxis aus den Wochenenden des Teacher Trainings bestand. Die Anatomieeinheiten fanden dafür nur an wenigen Tagen statt, da musste ich sehr viel selber nachlernen.

Das ist natürlich ok so, ich lerne ja gerne selber nach und mache Workshops, aber manchmal, wenn ich im Unterricht stehe und jedem Anwesenden eine eigene Variation einer Haltung anbiete, weil es die körperlichen Gegebenheiten eben so erfordern, da wäre ich froh um eine genauere Grundausbildung. Einfach, weil nicht alle solche Streberinnen sind wie ich, weil wir uns endlich klar machen müssen, dass wir mit der Gesundheit von Menschen arbeiten, und dass diese eng verbunden ist mit dem Wissen, das wir haben –
oder eben nicht.
Ein Wochenend-Teacher Training kann vermutlich nicht einmal die Grundbegriffe vermitteln, geschweige denn eine fundierte Ausbildung bieten, und dennoch darf in Österreich jede/r Yoga unterrichten, ganz egal, was er oder sie gelernt hat.

#Funfact:
Wenn ich am Christkindlmarkt selbst gestrickte Hauben verkaufen möchte, brauche ich einen Gewerbeschein und muss bei der Wirtschaftskammer beweisen, dass ich stricken kann.
Wenn ich aber Yoga unterrichten möchte, brauche ich weder einen Gewerbeschein noch kontrolliert jemand, ob ich eigentlich weiß, was ich da tue – obwohl es um die Gesundheit der Menschen geht.

So richtig logisch ist das nicht, finde ich.

#Namaste!

 

Übrigens: #Selfcare soll keine Ausrede sein!

Vor ein paar Tagen hab ich über mein persönliches Feiertags-Selfcare-Programm geschrieben –
und warum das so wichtig ist.

Seitdem spülen mir die Algorithmen der sozialen Medien immer wieder Beiträge über Selfcare in meine Timesline, und ich muss mit Erstaunen feststellen:
Selfcare scheint für viele eine Art Ausrede zu sein.

Eine Ausrede dafür, Dinge nicht tun zu müssen …
eine Ausrede dafür, öfter mal faul zu sein …
eine Ausrede für alles, was einem gerade nicht so in den Kram passt.
Ich kann das jetzt gerade nicht, ich brauch eine Pause.

Doch das ist wahrlich nicht der Sinn von Selfcare, ganz im Gegenteil:
Selfcare gibt mir die Kraft, die ich im Alltag brauche.

(Denn wenn ich faul sein will, dann sag ich: Ich will jetzt faul sein.)

Als Working Mom von drei Kindern muss ich (wie viele andere Eltern auch) sehr oft Dinge tun, die mir nicht immer wahnsinnig viel Freude bereiten –
dauernd Wäsche waschen, täglich mehrmals kochen, aufräumen, putzen, verrückte Spiele spielen, hunderte Male den Zoo besuchen, die immer gleichen Bücher vorlesen, Wäsche verräumen, Hausaufgaben beaufsichtigen, oder wie aktuell gerade in aller Munde:
abends auf Halloween-Spaziergang gehen.
Dazwischen muss ich außerdem arbeiten, und dann ist da auch noch der Gatte, mit dem ich Zeit verbringen möchte.
Und ich hab Hobbies, und zwar einige.
(Manchmal frag ich mich eh, wie das alles klappt.)

Würde ich nicht täglich Wert darauf legen, Zeit für mich zu haben, ich würde durchdrehen.
Und ich gestehe:
Ich formuliere diesen Wunsch nach kinderfreier Mamazeit auch ganz offen und ehrlich:
Liebe Kinder, ich geh jetzt auf die Matte. Bitte gönnt mir eine halbe Stunde Yoga.
Werter Gatte, ich versinke jetzt eine Stunde in der Badewanne.
Ich möchte jetzt gern ein bisschen lesen, ja?

Der Vorteil dieser Art von Selfcare liegt klar auf der Hand:
Wenn’s drauf ankommt, bin ich zur Stelle, kann stundenlang im Zoo bleiben, kann wilde Kostüme schneidern, laufe mit Freude abends durch die Kälte und sammle Halloween-Süßigkeiten, oder widme mich intensiv der Aufzucht diverser Tierchen, die das Töchterlein zum Geburtstag bekommen hat (auch wenn ich sie nur halb so spannend finde wie sie selbst).

Selfcare ist nichts, was ich genau dann ins Spiel bringe, wenn mich etwas nicht freut, wenn ich schon kurz vorm Durchdrehen bin, nein, Selfcare hält mich davon ab, durchzudrehen –
so einfach ist das eigentlich.

Du findest das schwer?
Ich hab da ein paar Tipps für dich!

Meine Tipps für dich:

  •  Praktiziere Selfcare, bevor du das Gefühl hast, durchzudrehen!
  •  Versuche, System in deine Selfcare-Praxis zu bringen –
    übe etwa jeden Morgen, wenn die Kinder aus dem Haus sind, oder immer abends vor dem Schlafengehen.
  • Bau kleine achtsame Momente in deinen Alltag ein –
    genieße eine Tasse Kaffee mit allen Sinnen, geh für zwei Minuten vor die Tür und atme durch, oder halte einfach für ein paar Sekunden ganz aktiv inne.
    Kleine Dinge können so viel bewirken!
  • Und vor allem:
    Formuliere deine Wünsche!
    Du wirst sehen: Das klappt!

Gerade Kinder verstehen es, wenn Mama klar formuliert, dass sie Zeit für sich braucht, damit sie dann wieder voll da sein kann –
und wenn nicht?
Nun, dann sollten die lieben Kleinen das ganz dringend lernen.
(Es ist für Kinder nämlich viel angenehmer, wenn Mama oder Papa ihnen sagen, dass sie kurz eine Auszeit nehmen, als wenn Dinge, auf die sie sich freuen, nicht passieren, weil Mama oder Papa es jetzt gerade nicht schaffen.)

* * *

Nachtrag:
Ich weiß leider, wovon ich rede –
meine Mutter war nämlich so:
nie Lust auf irgendwas, immer eine Ausrede auf den Lippen, meist Ich bin müde oder Mich freut es jetzt nicht oder Das Wetter ist so schlecht.

Selfcare hat meine Mutter übrigens nie praktiziert –
im Nachhinein versteh ich also, warum ihr dauernd alles zu viel war:
Sie hatte praktisch keinen Ausgleich.
Ohne meinen Papa hätt ich wohl kaum was erlebt …
danke Papa!

Wenn du dich also das nächste Mal beschwerst, dass etwas, was dein Kind, dein Partner oder deine Partnerin sich wünscht, so anstrengend ist, dann versuch doch, dir deine Zeit besser einzuteilen. Das erfordert ein bisschen Übung und manchmal Kraft, denn ja, Zeit für sich selbst muss man sich nehmen …
aber ich verspreche dir:

Es lohnt sich!

*
Und noch ein Nachtrag:
Wenn du immer müde bist, immer antriebslos, immer irgendwie bedrückt, dann scheu dich nicht und such deinen Arzt oder deine Ärztin auf.
So toll Yoga und Achtsamkeitsübungen auch sind –
manchmal hilft das nicht mehr, manchmal bedarf es professioneller Hilfe.

Und vergiss nicht:
Dafür musst du dich nicht schämen!
<3

#namaste!

 

 

Mein Feiertagsprogramm oder: #Selfcare ist wichtig!

Viel zu selten nehmen wir uns die Zeit, auf uns selbst zu achen, uns zu hegen und zu pflegen, auf die Signale unseres Körpers zu achten und diese auch ernst zu nehmen.

Am heutigen Nationalfeiertag hab ich mir also für etwas sehr Wichtiges Zeit genommen:
für mich.

Die Kinder sind unterwegs, das Wetter ist traumhaft, und ich kann genau das machen, was ich gern mache.

Zuerst wurde der Garten auf den Winter vorbereitet, die letzten Kräuter wurden geerntet, und die verbleibenden Kapuzinerkresseknospen werden in Essig eingelegt –
eine Köstlichkeit!

Dann hab ich etwas übers Fermentieren gelernt, weil fermentieren eine meiner Leidenschaften ist –
Kombucha, Kefir und Co. sind aus meinem täglichen Speiseplan nicht mehr wegzudenken.
Übrigens:
Ein Mix aus Grüntee und Zitronenverbenentee, fermentiert zu Kombucha und dann kombiniert mit Zitrone und Basilikum, ist wirklich unglaublich lecker.

Danach war ich auf der Matte –
Yoga darf an meinem Tag auf keinen Fall fehlen.

Und heute Abend, wenn die lieben Kleinen dann im Bett sind, werd ich wieder an einem süßen Amigurumitier weiterhäkeln oder ein wenig stricken.

What a perfect day!

***

Was hast du heute für dich getan?

Vergiss nicht:
Etwas für dich selbst zu tun, hat nichts mit Egoismus zu tun, sondern streichelt die Seele und hilft dir im Alltag.
Denn:

You can’t pour from an empty cup!

#Namaste!

Es herbstlt! oder: Warum ich nicht perfekt sein muss.

Der Wind, der uns die Haare ins Gesicht weht, fühlt sich kühler an –
und auch, wenn wir noch mutig barfuß durchs Gras laufen, merken wir doch, dass der Boden nicht mehr so warm ist wie noch vor einem Monat.
Rotgoldene Blätter fallen von den Bäumen –
und die Laubhaufen am Boden verleiten uns dazu, lustige Fotos zu machen und herumzualbern.

Dieses Foto hab ich übrigens gestern im Hellbrunner Park gemacht –
und gerade weil die Asana (Tittibhasana, das Glühwürmchen) nicht perfekt ist, auf Instagram gepostet:
So sieht es aus, wenn ich ohne aufwärmen auf unebenem Boden und noch dazu in Jeans eine Arm Balance-Haltung einnehme.

Ich bin ein Fan von Ehrlichkeit, von Authentizität, und ich finde, das darf man auch auf Instagram sehen –
perfekt dürfen gern die anderen sein, ich mach lieber Quatsch mit meinen Kindern:

Habt eine feine Woche!
#Namaste!

Es muss nicht immer Zirkus sein. #KeepItSimple

Wenn ich morgens Kaffee trinke oder abends im Bett liege, scroll ich manchmal durch diverse Social Media Kanäle und schau mir Yogabilder und – videos an.

Vor allem Beiträge von Menschen, die mit dem Yogawheel arbeiten, haben es mir angetan –
doch in letzter Zeit finde ich verstärkt Beiträge, die zwar bewundernswert und wirklich toll sind, die mit Yoga aber nur mehr am Rande zu tun haben.
Hier ist etwa so ein Beispiel –
die Bilder und Videos sind ein Traum, kaum zu glauben, dass jemand wirklich sowas draufhat!

Ich merke aber verstärkt, dass die Menschen abwehrend reagieren, wenn ich das Yogawheel erwähne, und Dinge sagen wie:
Oh, das hab ich letztens auf Instagram gesehen, das ist viel zu arg, das kann ich sicher nicht.

Stimmt wahrscheinlich, ich kann das auch alles nicht. Und das, obwohl ich täglich auf meinem Wheel liege und damit yogiere.
Aber unter uns gesagt:
Das ist halt auch nicht das Yoga, das unsereins zu Hause macht.

Denn das ist High Level-Yoga, Profi-Yoga, vielleicht sogar eher Kunstturnen oder Akrobatik.
Bewundernswert, keine Frage –
aber sicher nicht das, was wir in Kursen oder daheim mit dem Wheel machen. Oder machen sollten –
immerhin kann man sich bei einigen dieser Kunststücke wirklich verletzen, wenn man sie einfach so zu Hause nachübt.

Die Yogapraxis auf dem heimischen Wheel sieht bei mir (und vermutlich den meisten anderen) eher so aus:

Ganz unspektakulär, dafür umso entspannender und eine große Unterstützung für viele Asanas. Und genau darum geht’s für mich, daheim und in den Kursen.
Yoga muss nämlich nicht spektakulär sein, Yoga steckt auch in den kleinen Dingen …
lasst uns diese Botschaft doch wieder in die Welt hinausschreien:

Keep it simple!

#Namaste!

Ich bin wieder da! <3

Was mich in den letzten Wochen und Monaten so abgelenkt hat vom Schreiben?
Der Alltag –
und dieser Alltag hatte mich wahrlich fest im Griff.
Arbeiten, Kinder betreuen, den Urlaub planen und dann genießen, Yoga am Strand genießen, eine kleine Ausbildung einbauen, wieder arbeiten …
und zwischendrin immer denken:

Wann ist denn endlich wieder September?
Denn:
Yoga zu unterrichten ist etwas besonderes –
die Stimmung, die Menschen, die Stille, das Atmen, und am Ende die lächelnden Gesichter und die Freude in mir, die wahrlich unübertroffen schön ist.

Und jetzt, Anfang Oktober, bin ich wieder drin im Unterrichten, im Ansagen, im Stunden erdenken und Flows aufschreiben, und ich muss gestehen:
Ich hab das wirklich vermisst!

Genießt die wunderbaren Sonnenstrahlen –
genau das werd ich jetzt auch machen!

#Namaste!

Auf zu neuen Ufern … denn das ist nicht mein Yoga!

Viele Jahre meines Lebens hab ich in den so genannten ‚Medien‘ gearbeitet –
zuerst beim Radio, dann beim Fernsehen, dann im Verlagswesen und wieder beim Fernsehen, und schließlich im Bereich ‚Content‘ im Internet.
In all diesen Jahren war ich es gewohnt, in einer von Männern dominierten Welt zu arbeiten, ich hab mir ein dickes Fell zugelegt, hab blöde Macho-Sprüche mit noch blöderen Emanzen-Sprüchen gekontert und mit der Zeit zu schätzen gelernt, wie die meisten Männer arbeiten:
offen und gerade heraus, was zählt, ist die Leistung, und nicht, ob und wie frau geschminkt ist, und wenn es ein Problem gibt, klärt man das, ohne monatelang nachtragend zu sein.
Eigentlich klasse.
Mit einem großen Aber –
denn die Medien haben auch Schattenseiten:
hoher Druck, familienunfreundliche Arbeitszeiten, übergroße Egos, mehr Sein als Schein, Intrigen und dummes Gerede.
Schwierig, auf Dauer, vor allem als Mutter.

Irgendwann hat das Schicksal dann für mich beschlossen:
Das war’s jetzt mit den Medien, darf ich vorstellen: Das ist Yoga.

Von wöchtentlichen Yogakursen zum YTT und weiter zum ersten Unterrichten war es nur ein kleiner Schritt –
hätte mir jemand vorher gesagt, wie das laufen wird, ich hätt denjenigen ausgelacht.
Vielleicht wär ein bisserl langsamer aber eh gscheit gewesen, irgendwann war’s dann nämlich doch zu viel. Yoga zu unterrichten hat für Mamas (und natürlich Papas) nämlich einen entscheidenden Nachteil:
Der Unterricht findet immer dann statt, wenn eigentlich gerade die eigenen Kinder versorgt werden müssten …
frühmorgens oder abends, wenn die Familie gerade isst und die Kleinen ins Bett müssen, oder am Wochenende, wenn eigentlich Familienzeit angesagt wäre.

Weil Arbeit für mich aber nicht unbedingt Selbstverwirklichung ist, bei der mir alle andren rundherum egal sind, hab ich beschlossen:
Das geht so nicht weiter.

Ich kann nicht jedes Mal die ganze Familie in Bereitschaft versetzen, nur weil ich zu unmöglichen Zeiten Yoga unterrichten will –
vor allem, wenn man dabei so wenig verdient.

Die Kinder-Yogastunden kamen da gerade richtig –
einerseits weil es wenig gibt, was so erfüllend ist, wie mit Kindern zu arbeiten, andererseits weil sie zu familienfreundlichen Zeiten stattfinden.

Doch trotz all der Freude am Yogaunterricht trübte schon von Anfang an ein großer Schatten meine Begeisterung:
die Stimmung in der Yoga-Community.
Gerade in dieser vermeintlich in sich gekehrten, urteilsfreien und spirituellen Welt begegnen mir mehr Verurteilungen, Intrigen und Scheinheiligkeit als in all den Jahren beim Fernsehen.

Das ist aber nicht yogisch ist ein Satz, der nicht nur mir unzählige Male begegnet ist –
nur sehr selten als Scherz, meist begleitet von selbstgefälligem Kopfschütteln und hochgezogenen Augenbrauen.
Die gegnerischen Yogi/nis werden beurteilt aufgrund ihrer Klamotten oder der Yogamatten, die sie benutzen, man definiert sich über den Ernährungsstil und verbreitet Dogmen ebenso wie esoterische Wundermittel, wer anders (sprich kritisch) denkt, wird sofort blockiert (sowohl analog als auch digital), es werden Lügen verbreitet, es wird gemobbt –
und über all dem steht die eigene (Schein-)Heiligkeit, das Ich bin erleuchtet, du nicht.

Vermutlich ist das überall so, wo Menschen und Egos aufeinander treffen, aber gerade im Yoga fällt es auf –
man spricht salbungsvoll von Yamas und Niyamas, von Kleshas und dem Pfad der Erleuchtung …
und hintenrum ist alles komplett anders.

Was, die postet keinen Kopfstand auf Instagram? Und das soll yogisch sein?

Natürlich ist es verdammt schwer, als selbständige/r Yogalehrer/in von diesem Job leben zu können, und klar gibt es Konkurrenzkampf …
immerhin gehört es heutzutage fast schon zum guten Ton, Yogalehrer/in zu sein.
Doch es wird mit unmöglichen Mitteln um Kund/innen gebuhlt und vollkommen vergessen, dass wahre Zufriendenheit wirklich aus dem Inneren kommt, dass all das Predigen nichts bringt, wenn man nicht lebt, was man predigt, egal wie aggressiv man sich selbst bewirbt.
Dabei ginge das doch auch anders, man könnte zusammenarbeiten, respektvoll miteinander umgehen, sich helfen und gemeinsam erfolgreicher werden.
Mitnichten.
Unzählige Male hab ich versucht, Yoga-Menschen in meinem Umkreis zum Kommunizieren zu bewegen, zu gemeinsamen Aktionen oder gemütlichen Treffen, um wenigstens mal miteinander zu plaudern …
erfolglos.

Solche Verhaltensweisen halt ich an sich schon nur schwer aus –
in yogischen Kreisen macht es mich aber wirklich fertig, muss ich zugeben.
Da ich aber niemanden außer mir selbst ändern kann, hab ich beschlossen, genau das zu tun, diesem Wahnsinn zu entfliehen …
und Yoga zum Nebenjob werden zu lassen.

Ich hab bei einigen Kolleg/innen gesehen, wie sehr der Druck innerhalb der Community sie belastet, wie sie mit allen Mitteln versuchen, dem gerecht zu werden und manchmal auch daran zerbrechen …
aber das ist nicht mein Yoga.

Mein Yoga ist liebevoll, immer für mich da, es beschützt mich und fängt mich auf, es beurteilt mich nicht und klebt mir kein Etikett auf die Stirn –
es begleitet mich einfach.

Und auch, wenn das Unterrichten momentan weniger wird, weiß ich ganz genau:
Yoga wird immer ein Teil von mir sein …
denn Yoga macht mich ganz.#Namaste.

Jahresrückblick? Braucht doch niemand – aber Hilfe, vielleicht. #Bitte

Schon seit Wochen ist sowohl die analoge als auch die digitale Welt erfüllt von Jahresrückblicken.

Menschen rechnen mit der Vergangenheit ab, als könnten sie diese noch verändern, schauen mit salbungsvollem Blick zurück auf ihre eigenen Taten, anstatt mit einem Lächeln in die Zukunft zu blicken und sich auf das zu freuen, was kommt …
und während die einen mit kleinen Feuerwerken und gutem Essen das neue Jahr begrüßen, verabschieden die andren das alte mit einer wehmütigen Träne und lesen sich selbst ihre eigenen Jahresrückblicke vor.

Für mich ist das nichts –
weder les ich gern, was andre an den vergangenen 365 Tagen getan haben, noch hab ich Lust darauf, mein eigenes Jahr öffentlich zu rekapitulieren.
Mit Neujahrsvorsätzen halt ich es übrigens ähnlich:
Mir selbst kichernd, weil damenbespitzt, irgendetwas versprechen, an das ich mich zwei Stunden später nicht mehr erinnern kann?
Hm.
Ich rauch nicht, ess nicht zu viel, beweg mich genug, hab Familie und Freund/innen und bin wirklich glücklich –
die Klassiker der Neujahrsvorsätze fallen also weg.

Dafür hab ich heuer beschlossen, mir einen langjährigen Lebenstraum zu erfüllen, bevor der 40er vor der Tür steht.
Und zwar nicht, weil sich das Datum ändert, sondern weil ich diesen Wunsch schon seit meinem 15. Lebensjahr hege.
Und 2018 ist genau das richtige Jahr dafür, da bin ich sicher.
Wofür?
Dafür:

Ich hätt wirklich gern dünne Dreads, lang und voller Firlefanz.
Als junges Mädel durfte ich nicht, dann hatte ich Jobs, bei denen das nicht so passend war, später waren die Haare zu kurz, und irgendwann hab ich’s dann einfach vergessen.
Vielleicht ist genau jetzt der richtige Zeitpunkt –
und irgendwie ist es Lebensrückblick und Neujahrsvorsatz gleichzeitig.

Perfekt.

Ich werd mich jetzt auf meine Yogamatte setzen und mich trotz gebrochenem Zeh ein wenig bewegen …
und mich auf das Jahr 2018 freuen –
weil es großartig werden wird!

Ganz bestimmt!
#Namaste …
and a happy new year!

***

Du hast Tipps, wer im Raum Salzburg schöne Dreads machen kann, oder kannst es vielleicht sogar selbst?
Dann schreib mir doch, ich würd mich freuen!
Bitte danke!

<3

Die Stille in uns selbst – oder: Lasst euch bloß keinen Stress einreden!

Gestern war ich unerhört mutig:
Ich war in einem Einkaufszentrum! So kurz vor Weihnachten! Und das auch noch freiwillig!
In diversen sozialen Medien hab ich auch heuer wieder recht oft gelesen, wie schrecklich das angeblich ist –
die vielen Menschen, die Hektik, alle stressen und kaufen und keiner ist besinnlich, es geht allen nur um den Konsum! Wer weiß denn schon, was Weihnachten wirklich bedeutet? Nur wer Weihnachten fernab von all dem Konsumwahn und Lichterketten feiert, begreift den eigentlichen Sinn davon.

Da ich heuer aber beschlossen hab, Geschenke nicht im Internet zu besorgen, und mir noch ein, zwei Kleinigkeiten gefehlt haben, bin ich also morgens früh um neun losgefahren, um der allzu großen Hektik zu entgehen.
Das haben sich außer mir aber noch ein paar andre Leute gedacht, schon der Parkplatz war brechend voll, ich hab mich also für das Schlimmste gewappnet, tief durchgeatmet …
und meine erste Überraschung erlebt:
Eine ältere Dame hat in der Hektik ein Schild übersehen und ist versehentlich einige Meter gegen die Einbahn gefahren.
Ich hab wirklich damit gerechnet, jetzt ein Hupkonzert zu erleben, aber weit gefehlt:
Ein Dutzend Autos fuhren einfach langsam ein Stück zurück, damit die Dame wenden konnte, es gab keine Aufregung, niemand hat gehupt, ein älterer Herr hat ihr beim Wenden geholfen.
Einfach so.

Eigentlich war ich der Ansicht, dass ich eben zufällig an ein paar entspannte Leute geraten bin –
aber auch damit lag ich falsch:
Obwohl wirklich sehr viele Menschen im Einkaufszentrum herumliefen, war es eigentümlich still, sanfte Weihnachtsmusik war zu hören, die Leut haben sogar miteinander geredet!
Und als plötzlich eine Durchsage kam, dass sich doch bitte ein Arzt oder eine Ärztin bei der Information einfinden soll, sind allein aus dem Laden, in dem ich war, drei Leute losgelaufen.

Hm.
War ich im falschen Film? Wo war jetzt der Konsumwahn, die Hektik, der Egoismus, so knapp vor Weihnachten?

An einem Stand mit Produkten heimischer Imker/innen hab ich dann wirklich lang mit der Verkäuferin geplaudert und ein Geschenk bekommen, der Apropos-Verkäufer war umringt von Menschen, die ihm Geld und kleine Geschenke überreichten, und überall waren lachende Gesichter zu sehen.
Es herrschte eine so angenehme Stimmung, dass ich mir spontan einen Kaffee gekauft und mich mitten zwischen die Leut auf eine Bank gesetzt hab …
einfach weil es so fein war.
(Alle Vorbeigehenden haben mich übrigens angelächelt, manche sind sogar stehen geblieben und haben mir Frohe Weihnachten gewünscht. Mein Trick? Ich hab gelächelt.)

Und während ich so auf dieser Bank gesessen bin, ist mir ein Licht aufgegangen:

Weihnachten ist das, was wir draus machen.

Ich als bekennender Weihnachts-Fan brauch nicht viel, um in Weihnachtsstimmung zu kommen –
eigentlich bin ich ja das ganze Jahr in Weihnachtsstimmung, ich verberg es nur (mehr oder weniger) gekonnt.
Und mir ist klar, dass es vielen Menschen anders geht.

Aber ich denke, wir dürfen nicht einen schweren Fehler begehen:
zu glauben, dass wir das Recht haben zu kritisieren, was wir vielleicht einfach nicht verstehen oder anders empfinden.

Manch eine/r entflieht dem weihnachtlichen Trubel auf eine einsame Insel, andere verbringen die Tage in den Bergen, manche feiern im Kreise der Familie, andere wiederum mit Freund/innen auf einer Party …
manch eine/r beschenkt seine Familie reichlich, andere haben für jeden lieben Menschen genau ein Geschenk, manche sammeln schon unterm Jahr Geschenke, andere wiederum besorgen sie im letzten Moment …

und das ist okay so!

Gerade in yogischen Kreisen wird es gern für schlecht befunden, wenn man Weihnachten ganz klassisch angeht –
im dunklen Wohnzimmer, nur erhellt vom Licht der Christbaumkerzen, mit ein paar Geschenken unter dem Baum und leckerem Essen auf den Tellern.
Der Konsum wird kritisiert, die Abhängigkeit von Annehmlichkeiten wie Strom oder dem Auto, die Hektik und der viele Stress …
und dabei vergessen die Kritiker/innen recht oft, dass Stress etwas ist, das man sich selber macht –
und dass gerade wir Yogi/nis gelernt haben sollten, damit umzugehen.

Wer an Weihnachten um die halbe Welt fliegt, um dem Konsum zu entgehen, macht einen entscheidenden Denkfehler …
wer Weihnachten nur als stressige Zeit voll nervtötender Songs betrachtet, sollte mal in sein Inneres lauschen …
wer Weihnachten so entsetzlich findet, dass er in die Berge flüchten muss, soll das machen …
aber bitte:

Macht uns anderen kein schlechtes Gewissen!

Ich liebe Weihnachten, den Duft von Weihrauch, leuchtende Kinderaugen, Vanillekipferl und Bing Crosby –
und ich darf das!

Und vielleicht, ganz vielleicht, kann es sein, dass Ihr Weihnachtsmuffel einfach noch nie einen wirklich besinnlichen, gemütlichen Weihnachtsabend mit der Familie erlebt habt …
probiert es mal aus, das ist wirklich schön!
(Und ganz nebenbei auch Weihnachten im eigentlichen Sinn.)

Denn eins ist sicher:
Weihnachten ist das, was wir draus machen.

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Happy Weihnachten, Ihr Lieben!