Yogischer Intensiv-Workshop – was ist das eigentlich?

Für das kommende Herbstsemester darf ich eine yogische Intensiv-Workshopreihe planen –
falls uns Corona keinen Strich durch die Rechnung macht.

Und weil ich ein paar Anfragen bekommen habe, was man sich darunter eigentlich vorstellen kann, werde ich versuchen, meine Ideen in Worte zu fassen.

In der yogischen Welt finden andauernd Workshops statt –
meist an Wochenenden, mehrere Stunden lang, zu verschiedenen Themen. Ich meld mich gern zu Workshops an, weil ich mir in relativ kurzer Zeit neues Wissen aneignen kann und nicht mehrmals die Woche zu yogischen Terminen pendeln muss –
das ist als berufstätige Mutter schlicht unmöglich.
Außerdem ist so ein Yoga-Workshop wie eine kleine Wellnessauszeit für mich, ich kann mich ein paar Stunden lang mit etwas beschäftigen, das ich wirklich gern mag, ohne Ablenkung, und tanke viel Energie – yogisch gesprochen: Prana – für den Alltag.
Manchmal sind es auch Fortbildungs-Workshops, bei denen ich mein Wissen vertiefen und neue Ideen für den Unterricht mitnehmen kann.
Und genau das ist das Ziel der Yoga-Intensiv-Workshopreihe.

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🌀just sit on your mat and breathe. 💫 manchmal kann man nichts tun, außer auf der yogamatte zu sitzen und zu atmen – bullshit ausatmen, good shit einatmen. ⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀ heute ist so ein tag für mich … einatmen. ausatmen. und wiederholen. 🙏🏼 ⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀ #inhalethegoodshit #exhalethebullshit #inhaleexhale #keepcalmandbreathe #breathe #justbreathe #kommewaswolle #siblandthewheel #salzburg #zentangle #yoga #mindfulness #mindfulliving #atme #yogaatmung #zentangleart

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Die Workshops werden zweieinhalb Stunden dauern und ab Herbst 2020 vier Mal jeweils am ersten Samstag im Monat stattfinden.
Wir werden natürlich nicht zweieinhalb Stunden lang Yoga üben, sondern die Vormittage wirklich wie Workshops aufbauen:

  • Zu Beginn gibt es ein Ankommen, gemeinsames atmen und meditieren, und Sonnengrüße, um Körper und Geist auf den Workshop vorzubereiten.
  • Danach folgt etwas, das man in der yogischen Welt Satsang nennt: eine Art Gesprächsrunde, in der gemeinsam über Themen aller Art geplaudert, nachgedacht, philosophiert wird. Das müssen nicht unbedingt yogische Themen sein, es können in netter Runde auch Probleme des Alltags besprochen werden, oder Dinge, die an diesem Tag, in dieser Woche, persönliches Thema waren. Aber auch yogische Philosophie, Anatomie oder der korrekte Aufbau verschiedener Asanas kann und wird Thema sein.
  • Diese Gesprächsrunden bieten auch immer Platz für Fragen –
    Fragen zum Aufbau mancher Asanas, zum korrekten Atmen, zu Dingen, die im Yogaunterricht manchmal vorkommen und vielleicht nicht ganz klar sind.
  • Ein weiterer Teil dieser Workshopreihe wird Patanjalis Yogasutra sein, einer der Leitfäden durch die Welt des Yoga. In kleinen Ausschnitten werden wir ausgewählte Punkte des Yogasutra lesen und besprechen, weil sich dadurch viele Dinge, die im Yogaunterricht seltsam klingen, klären.
    Yoga ist ja nicht nur eine achtsame Art zu turnen, sondern hat eine lange philosophische Tradition, die zu verstehen einerseits den Blick auf die Welt verändert, andererseits aber auch die eigene Yogapraxis unterstützen kann. Davon abgesehen ist es wirklich spannend zu lesen, ich mag alte, philosophische Texte wirklich gern.
    Aber keine Sorge: Auch diese kleinen Yogaphilosophie-Einheiten sind wie von mir gewohnt unesoterisch, unreligiös und undogmatisch –
    sie sollen nur den Blick auf das yogische Ganze schärfen.
  • Außerdem werden wir in den Workshops einfache, aber wirkungsvolle Arten des Meditierens kennenlernen.
    Meditieren ist mittlerweile wissenschaftlich als wirksam anerkannt, trägt aber immer noch den Beigeschmack von esoterisch und viel zu kompliziert
    zu Unrecht, wie wir in den Workshops feststellen werden.
  • Natürlich werden wir auch in den Workshops Yoga üben –
    zu Beginn, zwischendurch, als Abschluss, aber anders als in den klassischen Stunden: Wir werden langsamer sein, genauer, achtsamer, wir werden neue Asanas und Variationen kennenlernen und die Haltungen so aufbauen, dass die anatomische Logik dahinter klarer wird.
  • Begleitet werden unsere yogischen Samstagstreffen von Yogi-Tee und ayurvedischen Kleinigkeiten zum Knabbern, von guter Laune und innerem Sonnenschein, und von gemeinsamer Zeit in netter Gesellschaft, die unser Innerstes zum Strahlen bringt.

 

Wer an dieser Intensiv-Workshopreihe teilnehmen möchte, muss nicht unbedingt in meine regulären Kurse gehen, sollte aber eine gewisse Erfahrung mit Yoga mitbringen –
im Gegensatz zu meinen Yoga für ALLE-Kursen ist die Workshopreihe nicht für Anfänger/innen ohne Yogavorkenntnisse geeignet.

Ich freu mich wirklich darüber, dass ich diese Möglichkeit bekomme und mit anderen Yoga-Begeisterten über das sprechen darf, was ich wirklich sehr gern habe
dass ich gern koche und Menschen mit Leckereien verwöhne, macht die Sache nur noch wunderbarer.

Vielleicht verbringen wir im Herbst ein paar Samstagvormittage miteinander –
ich würde mich darüber sehr freuen!

Alles Liebe!
Namaste!

Wie es mit Yoga und mir weitergeht. oder: der Yogaplan 2020/21.

Die vergangenen Wochen daheim waren schräg und sind es noch immer –
der Ehemann arbeitet weiterhin zu Hause, die Kinder warten sehnsüchtig auf die Schule, und die Maskenpflicht außerhalb des Hauses macht das öffentliche Leben zu einem seltsamen Theater …
vor allem, weil es in den Köpfen vieler Menschen offenbar noch immer nicht angekommen ist, dass wir mit den Masken die anderen schützen, nicht uns selbst. Wer sich also nicht vor Corona fürchtet und deshalb die Maske nur lässig am Ohr hängen hat, gefährdet nicht sich selbst, sondern die anderen.
Danke für nichts.
(Ja, dieses Thema macht mich ein bisschen ärgerlich.)

Anfangs haben wir uns selbst Masken genäht, nachdem uns die Maskenpflicht aber noch länger begleiten wird und die Kinder auch in der Schule eine tragen müssen, haben wir uns für passgenauere und angenehmere entschieden –
im Sommer vermutlich eine bessere Variante als doppelt genähte und extra gefaltete.

>> Wir haben unsere neuen Masken übrigens von handmade by CUT, dort gibt’s auch die besten Yogahosen und allerhand andere wunderbare Dinge.

 

Seit letzter Woche steht außerdem mein Unterrichtsplan fürs Herbstsemester fest –
entstanden in netter Zusammenarbeit mit dem Seniorenbund Salzburg und vielen abendlichen Diskussionen mit meinem Mann.
Danke!

Das ist also mein yogischer Plan:

  • Die Online-Yogakurse bleiben bis auf weiteres.
  • Die Yogakurse am Mittwoch und Donnerstag werden im Herbst wie bisher weiterlaufen.
  • Den Freitagskurs hab ich an eine wunderbare Kollegin übergeben. Ich bin wirklich froh, jemanden gefunden zu haben, der Yoga mit einem ähnlichen Ansatz unterrichtet wie ich, meine Yogi/nis werden sicher begeistert sein von ihr.
  • Außerdem wird es im Herbstsemester einen Intensivworkshop geben, in dem man die eigene Yogapraxis vertiefen und sich mit Gleichgesinnten austauschen kann, begleitet von ayurvedischen Köstlichkeiten. Dieser Workshop wird einmal im Monat an Samstagvormittagen stattfinden und soll die eigene Yogapraxis anregen und vertiefen.
  • Die Schreibwerkstatt wird nicht mehr stattfinden – einerseits, weil es zeitlich schwierig ist, andererseits, weil es wieder einmal Zeit für etwas Neues zu sein scheint. Außerdem war die Mischung aus Schreibbegeisterten, die schon einiges an Vorwissen mitbrachten, und jenen, die nur ein bisschen ins Schreiben reinschnuppern wollten, wirklich herausfordernd –
    zumindest, wenn wirklich jede/r von dem Kurs profitieren soll.
  • Auch meine Kinderkurse hab ich momentan auf Eis gelegt, da es noch komplett ungewiss ist, wie es in den Kindergärten und Schulen mit Kursen weitergehen wird.

Dieser Plan ist toll, ich bin wirklich glücklich damit, auch wenn die Kinderkurse wegfallen –
ich hoffe nur, dass uns Corona nicht wieder einen Strich durch die Rechnung machen wird.
Aber das haben wir ja nur bedingt in der Hand –
deshalb:
Setzt bitte eure Masken auf!

Danke und Namaste!

 

 

War’s das mit uns? oder: Das könnte ein Abschied sein.

Das Jahr 2020 hat wirklich gut begonnen:
ausgebuchte Erwachsenenkurse, jeden Vormittag Kinderkurse, und eine Schreibwerkstatt voller engagierter Menschen, die wirklich tolle Texte zu Papier bringen.
Nach wunderbaren morgendlichen Yogaeinheiten in Kindergärten und Volksschulen gab’s nachmittags ebenso wunderbare Yogastunden mit meinen erwachsenen Yogi/nis, abends konnte ich mit einem Lächeln auf den Lippen einschlafen.
Einen besseren Job gibt es wohl nicht.

Und dann kam Corona.

Mit einem Schlag war es vorbei mit den Yogastunden –
verständlicherweise, immerhin ist mit diesem Virus nicht zu spaßen.

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*aus aktuellem anlass* ab heute finden weder kinder- und senior/innenyogakurse noch die schreibwerkstatt statt – bis 17.4.2020 ist coronabedingte pause. auch der anatomieworkshop für die schüler/innen fällt aus. das ist einerseits praktisch, weil meine kinder auch daheim sein können, andererseits natürlich blöd, weil ich wie viele andere als selbständige yogalehrer/innen von meinen kursen abhängig bin. dennoch ist es gerade bei mir extrem sinnvoll, keine kurse zu geben, weil ich oft zwischen kindern und senior/innen pendle – zwei risikogruppen, die wir schützen müssen. 🙏🏼 ⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀ passt auf euch auf! #keinekurse #schulschließungen #coronavirus #corona #stop #pause #yogainsalzburg #ichag #kmu #salzburg #seniorinnen #50plus #yogaentrepreneur #workingmom #bleibtgesund!

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Seit gestern steht nun fest, dass es dieses Semester keine Yogakurse mehr geben wird, vielleicht nicht einmal mehr dieses Jahr. Einer der Kinderkurse wurde auf Herbst 2021 verschoben.
Das stellt mich als freie Yogalehrerin vor eine schwierige Entscheidung:
Wie geht es jetzt weiter?

Denn eins ist klar:
Erst im Herbst 2020 oder Frühling 2021 wieder mit Kursen zu beginnen und bis dahin nicht zu unterrichten, das ist keine Option, dazu müsste ich reich sein und den Yogaunterricht nur als Hobby betreiben.
Yoga ist (oder war) für mich und viele andere aber Beruf, nicht nur Berufung –
und auch das ist so eine Sache:

Dass Yogaunterricht echte Arbeit ist, auch wenn der Unterricht Spaß macht, und deshalb auch bezahlt werden sollte, ist vielen Unterrichtenden offenbar nicht klar
und auch die Yogi/nis greifen lieber zu Gratisangeboten. Verständlicherweise –
und natürlich ein bisschen traurig.

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🌀in den letzten tagen häufen sich gratis-yogaangebote von menschen, die sich zuvor darüber beschwert haben, wie schlimm die corona-krise gerade die yogaszene trifft. ⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀ ich muss gestehen: ich versteh das nicht. gratis-online-yogaangebote (oder zu preisen von unter 5€ pro stunde) von menschen, die mit yoga eigentlich ihren lebensunterhalt bestreiten, machen die situation nämlich noch viel schlimmer – für sie selbst und für alle anderen. und das nicht nur jetzt, sondern auch in der zeit danach, denn dann müssen wir erklären, warum es plötzlich nicht mehr gratis geht. ⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀ in meiner story ist eine auflistung der dinge, die ich auch zahlen muss, wenn die yogaeinheit online stattfindet – eigentlich ist das sogar mehr als bei herkömmlichen kursen. ⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀ also schenk dein wissen und deine zeit nicht her – yogaunterricht hat einen wert! 🙏🏼 ⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀ ⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀ #bittekeinpreisdumping #yogaistetwaswert #yogapaysmybills #verkaufdichnichtunterwert #yogaunterricht #onlineyoga #yogaonline #siblandthewheel #salzburg #yogainsalzburg #zumnachdenken #mindfulness #yogabusiness #yogaentrepreneur

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Seit wir alle zu Hause bleiben müssen und keine Kurse abhalten dürfen, haben etliche meiner Kolleg/innen ihr Yogaangebot auf gratis umgestellt –
oder verlangen so wenig Geld, dass es fast lächerlich ist.

Das ist unverständlich, weil auch Online-Yoga zu Hause Kosten verursacht, in meinem Fall sogar mehr als sonst, und es zerstört den Yogamarkt für alle anderen, die es sich nicht leisten können, ihren Unterricht herzuschenken.
Es gibt ohnehin schon unendlich viele kostenlose Yogaangebote, die aber alle werbefinanziert sind, was bedeutet:
Der Unterricht ist für die Teilnehmer/innen zwar kostenlos, bringt den Unterrichtenden aber Geld ein.
Und das ist ein großer Unterschied.

Für mich funktioniert das nicht –
ich kann und will mein Wissen nicht herschenken, meine Zeit, meine Hingabe und mein Engagement, hab aber keinen Werbevertrag.
Ich unterrichte online mit genauso viel Herz wie sonst, wenn uns auch einige Kilometer trennen –
natürlich ist es trotzdem nicht dasselbe.

Und vor allem:
Leben kann man davon nicht.

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heute ist ein blöder tag – seit heute steht endgültig fest, dass dieses semester keine yogakurse mehr stattfinden werden, weder für große noch für kleine. vielleicht wird es sogar erst 2021 wieder kurse geben können. das bedeutet für mich: ⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀ nachdenken, neu orientieren, yoga als hauptberuf hinterfragen. ⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀ ich weiß, dass es gerade vielen so geht, corona trifft uns mit voller härte. ⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀ meine online-yogakurse wird es vorerst weitergeben – alles andere wird sich weisen. ⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀ bleibt gesund, ihr lieben! 🙏🏼 ⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀ #corona #krise #covid19 #coronakrise #shutdown #yogainsalzburg #yogateacher #siblandthewheel #salzburg #yogaentrepreneur #yogainspiration #badday #sadday #yogamakesmesadtoday #together #fightcorona #fuckcorona #yogalehrerin #kinderyoga #yogafüralle #yogapractice

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Deswegen muss ich jetzt eine Entscheidung treffen:
Wie mache ich weiter?
Mache ich überhaupt weiter?

So wie es momentan aussieht, muss ich mich vom Yogaunterricht als Hauptjob verabschieden. Ich kann nicht bis Herbst warten, ob sich die Lage verbessert, oder mit den Kursen erst wieder im Jahr 2021 beginnen.
Ich bin Mutter von drei Menschen, die sich auf mich verlassen, die Hunger haben und manchmal Wünsche und Bedürfnisse, die erfüllt werden müssen. Und ich hab zwar einen wunderbaren Mann, aber keinen Millionär geheiratet, was bedeutet:
Mein Einkommen ist wichtig.

Deswegen bereite ich mich und meine Yogi/nis sanft auf einen möglichen Abschied vor, beginne damit, für manche meiner Kurse Ersatzyogalehrerinnen zu suchen, und mach mich daran, wieder in einen unyogischen Job einzusteigen –
eine schwierige Aufgabe in diesen schwierigen Zeiten.

Vielleicht geschieht ja noch ein Wunder und ich kann meinen Traumjob weitermachen, zumindest manche meiner Stunden weiterführen –
bis dahin aber werde ich mich mit dem Gedanken anfreunden, dass mein Traumjob für mich wohl wieder zum Hobby werden muss.

Bis das alles klar ist, gibt es Yoga weiterhin online mit mir –
live und in Farbe.

Bleib gesund!
#Namaste

 

Baking is yoga for the mind. Wirklich!

Viele meiner Yogi/nis wissen, dass mein Herz nicht nur für Yoga und für Literatur schlägt, sondern auch fürs Backen –
vor allem Sauerteigbrote haben es mir angetan.

Ich hab meinen ersten Sauerteig von Beginn an selbst hergestellt, seitdem Dutzende Male aufgefüttert und verfeinert –
mittlerweile schmeckt er wirklich gut!

Beim Backen mit Sauerteig lernt man eine Menge über die Zeit –
deswegen vergleiche ich backen gerne mit Yoga:

Nichts geht schnell, alles dauert eine gewisse Zeit, es gibt Schritte, die eingehalten werden müssen, sonst ist das Ergebnis kein gutes –
eigentlich furchtbar für einen eher hektischen Menschen wie mich, der Dinge gern schnell erledigt und am liebsten sofort mit allem loslegen (und auch gleich fertig sein) möchte.
Aber das geht nicht beim Sauerteig, Sauerteig braucht Zeit –
und davon ganz schön viel.

Das ist beim Yoga ebenso:
Wir können nicht mit den wildesten Asanas beginnen, sondern müssen anfangs mal versuchen, gerade zu stehen, gerade zu sitzen, den eigenen Körper kennenzulernen und damit zu arbeiten.
Und auch das ist eine Analogie zum Sauerteig:
Den Sauerteig muss man kennenlernen, man muss ihn beobachten, erkennen, was er wann braucht und wann man ihn einfach mal in Ruhe lassen muss.

Wenn dann die kleinen Bläschen aufsteigen, wenn ich sehe, dass der Teig aktiv ist und blubbert …
hach, das macht mich wirklich glücklich!

Ich hab bemerkt, dass ich besser backen kann, wenn ich entspannt bin –
dass es mich aber ungemein entspannt, wenn ich backe.
Und das ist beim Yoga ebenso:
Yoga entspannt mich, wenn ich gestresst bin, und wenn ich entspannt bin, gelingen mir viele Asanas, von denen ich nie gedacht hätte, dass ich sie je beherrschen werde.

Weil ich mit einigen Yogi/nis im bäckerischen Austausch stehe, hab ich mich dazu entschlossen, meinen Backversuchen eine eigene Plattform zu geben –
und zwar hier.
Seit wir coronabedingt zuhause bleiben müssen und in vielen Geschäften kein Germ mehr zu finden ist, interessieren sich mehr Menschen für Sauerteig …
und weil der nicht so einfach zu handhaben ist, möchte auch ich Tipps geben.

Ich freu mich, wenn wir uns dort sehen und Ideen austauschen!

Alles Liebe, bleib zuhause und gesund –
und Mahlzeit!

#Namaste

 

 

 

elfchen.contest | #schreibwerkstatt

Noch immer sind wir coronabedingt alle zuhause –
und auch wenn es sich langsam ein wenig normaler anfühlt, ist die Situation doch eine komische:

so viel Zeit, so viel (und doch so wenig) zu tun, so viele Ängste und Sorgen.

Wie wär’s damit, die eigenen Ängste zu Papier zu bringen?
Dann mach doch beim Elfchen-Contest mit!

Alles Liebe!
Bleib gesund!

#Namaste

sinn.wort.spiel.

auch diese woche gab’s natürlich keine schreib.werkstatt, wir sind noch immer alle zuhause –
und langsam, ganz langsam, gewöhnen wir uns daran, dass das leben langsamer läuft, ruhiger, dass wir mehr zeit haben –
ob wir wollen oder nicht.

gerade in solch tristen zeiten lassen sich wunderbare texte zu papier bringen –
texte voller emotionen, voller gedanken, die wir uns im stressigen alltag niemals machen würden.

deswegen rufe ich den elfchen.contest ins leben!
elfchen sind ein toller einstieg in die lyrische welt, ganz nach dem motto weniger ist oft mehr, denn ein elfchen besteht aus nur elf worten, die sich auf fünf zeilen verteilen, nach folgendem schema:

herbstzeit                                            (nomen oder adjektiv)
goldenes licht                                     (adjektiv und nomen)
blätter leuchten warm                      (wer, was, wie, wo)
fallen langsam zu boden                   (persönliche gedanken, beobachtung)
schön                                                   (fazit)

das thema liegt eigentlich auf der hand, oder?
alles, was…

Ursprünglichen Post anzeigen 43 weitere Wörter

Liebe Grüße aus dem Homeoffice!

Die erste Woche der coronabedingten Ausgangsbeschränkung liegt hinter uns.

Ich hoffe sehr, dass es dir gut geht und dass du dich auch wirklich an das #SocialDistancing haltest, das für die Gesellschaft gerade so wichtig ist –
man kann gar nicht oft genug betonen, wie sehr wir auf schwächere Mitglieder unserer Gesellschaft aufpassen müssen.
Auch wenn Menschen wie ich – relativ jung, keine Vorerkrankungen – den neuen Virus wohl recht gut verkraften werden, so können wir trotzdem andere anstecken.
Und das mit vielleicht schwerwiegenden Folgen.
Gerade deshalb ist es momentan so wichtig, dass wir zuhause bleiben und Abstand von Mitmenschen halten, die wir vielleicht beim Einkaufen treffen –
und natürlich auch von unseren älteren Familienmitgliedern.

Umso erstaunter bin ich über die Reaktionen vieler Yoga-Kolleg/innen auf diese zugegebenermaßen neue und herausfordernde Situation.

Ich hätte mir viel Verständnis erwartet, Tipps, wie man zuhause Yoga praktizieren kann, Infos zu Meditationen und warum diese gerade jetzt helfen können, oder einfach aufbauende Worte –

stattdessen lese ich bei Kolleg/innen, dass sie ihre Kurse weiterhin abhalten, weil man den Virus ja wegatmen könne, ich lese von hoch dosierten Vitamin C-Injektionen, die angeblich helfen sollen, und davon, dass Yogi/nis nicht krank werden, weil Yoga das Immunsystem vor allen Krankheiten schützt, und natürlich auch von Globuli-Kombinationen, die bestimmt helfen, weil es ja keine Viren gäbe.

Und alle paar Stunden lese ich aufgeregte Worte von Yogaunterrichtenden, die sich darüber aufregen, dass andere versuchen, ruhig zu bleiben und Tipps zu geben, was man zuhause tun könnte –
ein Buch lesen, aufräumen, Kuchen backen, im Garten arbeiten.
Es ist doch alles so furchtbar, wie könnt ihr da ruhig bleiben!

Dabei ist doch genau das unsere Aufgabe als Yogalehrende:
ruhig bleiben, anderen Tipps geben, wie auch sie ruhig bleiben können, tief durchatmen.

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wenn wir alle zu hause bleiben sollen, haben wir mehr zeit zum kochen – und können verkochen, was im vorratsschrank darauf wartet, endlich verbraucht zu werden. das ist zumindest mein plan. wir könnten doch all unsere ideen unter dem hashtag #StayTheFuckAtHomeRecipe sammeln? 🦠 ⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀ ich beginne heute damit (zu sehen in den highlights) und freu mich auf weitere anregungen. mein quarantäne-dessert heute: quinoa-joghurt-apfel-trifle. sehr lecker! bleibt daheim – und gesund! 🙏🏼 ⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀ #quarantäne #corona #corionavirus #ausgangsbeschränkung #salzburg #kochen #recipe #staythefuckhome #siblandthewheel #foodblogger #yummy #healthyfood #homemade #desertporn #kochideen #trifle #quinoa #apfel #apfeltrifle #gemeinsamkochen #dinner #rezeptideen #staythefuckathome #kochenmachtglücklich #mitmachen #coronachallenge #kitcheninspiration #staythefuckhome

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Auch mich trifft die Ausgangsbeschränkung natürlich, alle meine Kurse sind verschoben, bis nach Ostern kann ich nicht arbeiten –
vermutlich länger.
Ich habe außerdem zwei schulpflichtige Kinder daheim, mit denen ich jeden Vormittag Heimunterricht mache, um möglichst viel Normalität zu erhalten, einen Ehemann, der auch zuhause ist und im Homeoffice arbeitet, und einen Sohn, der gerade Zivildienst macht und an vorderster Front mit dem Virus konfrontiert ist.
Und trotzdem lächle ich, lese Bücher, backe Kuchen –
und erzähle das auch auf Instagram, um anderen Mut zu machen.

Natürlich könnte ich auch jammern, wie schlimm die Situation ist, weil ich als Freiberuflerin momentan nichts verdiene, wie anstrengend es ist, die Kinder daheim zu unterrichten und nebenbei den Laden am Laufen zu halten, dass ich gern mal wieder ins Kino gehen und meine Freund/innen treffen möchte.
Die Frage ist nur: Wem hilft das?

Mir schon mal sicher nicht.
Ich bekomme von solchen Gedanken höchstens einen Lagerkoller, der sich auf die Familie überträgt –
und das wär in einer Situation wie dieser echt nicht hilfreich.
Anderen auch ganz sicher nicht.
Wir sollten uns lieber gegenseitig stärken und Mut machen, anstelle zu kritisieren, das andere genau das probieren.

Also mache ich weiter wie bisher.
Ich stehe morgens auf, trinke eine Tasse Kaffee und lese Zeitung.
Dann findet der Heimunterricht statt, so richtig wie in der Schule –
mit Unterrichtsmaterialien, Schulglocke und Jausenbox.
Nachmittags sind wir im Garten, spielen, turnen, basteln, garteln, haben Spaß.
Und dann koche ich ein #StayTheFuckAtHomeRecipe (hier in den Highlights zu sehen) aus Dingen, die sich in Vorratsschrank und Tiefkühler angesammelt haben und endlich mal weg müssen.

Zwischendurch verschicke ich Yogaideen und Rezepte an meine Yogi/nis, verbringe täglich Zeit auf der Yogamatte –
und abends dann Zeit mit meinem Mann.
Und ich werde mich nicht dazu hinreißen lassen, aufzugeben oder durchzudrehen, sondern weiterhin lächeln und Kuchen backen –
und wenn gar nichts mehr geht, hüpfe ich wie wild in der Gegend herum.

Und das solltest du auch tun!

#Namaste!

* * *

Gestern habe ich alte Fotos sortiert und dieses lustige Bild gefunden:

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wer weniger rausgeht, bleibt mehr daheim – und dort muss man irgendwas machen, nicht wahr? ich hab heut während des heimunterrichts alte fotos sortiert und dieses gefunden: da bin ich 22 jahre alt, rauch noch und sitz grad komplett nass am @fm4frequency festival 2003 im vip-zelt, während draußen metallica im strömenden regen abrocken. ⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀ ☺️lustige erinnerung. ⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀ 🦠und nicht vergessen: #StayTheFuckHome! ⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀ #frequencyfestival #metallica #memories #youngme #selfie #throwback #erinnerung #heimunterricht #lockdown #siblandthewheel #salzburg #smokinggirl #wetwetwet #coronavirus #rememberme #sommersprossen

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Zuhause herumräumen kann wirklich lustig sein.

Alles Liebe!
Pass auf dich auf!

 

Was Yogalehrer/innen während Savasana tun – und warum ich das nicht mache.

Vergangenes Wochenende hab ich einen Artikel gelesen: Was Yogalehrer/innen machen, während die Yogi/nis in Savasana entspannen
ein Artikel, der mich etwas ratlos zurückgelassen hat.

Savasana, die Totenstellung, ist eine Entspannungshaltung, bei der man meist auf dem Rücken liegt, mit geschlossenen Augen und möglichst ruhiger Atmung. Es gibt in dieser Haltung nichts zu tun, außer entspannt zu atmen und (yogisch gesprochen) die während der Yogapraxis aufgebauten Energien (Prana) wirken zu lassen (in den Nadis, den Energiekanälen, zu speichern).
Meist hat man in Savasana damit zu kämpfen, dass störende Gedanken im Kopf kreisen, die man nur schwer wieder los wird –
was der oder die Unterrichtende währenddessen tut, darüber hab ich mir früher nie Gedanken gemacht.
Ich wär allerdings auch nie auf die Idee gekommen, dass da überhaupt irgendetwas getan wird, eine kleine Internet-Recherche allerdings zeigt, dass ich dabei nur von mir auf andere schließe.

Wenn ich Instagram glauben darf, dann machen so gut wie alle Yogalehrenden, auch die bekannten, Selfies, während ihre Yogi/nis sich entspannen. Auch ich hab das mal gemacht, ganz zu Beginn, als ich froh war, als Jung-Lehrerin die Yogastunde überlebt zu haben und mich noch sehr an berühmten Yogalehrenden orientiert habe –
und ich hab das exakt drei Mal gemacht.
Dann ist mir bewusst geworden, wie verrückt das eigentlich ist:
Alle sollen sich entspannen, sollen nach innen blicken, die Yogapraxis wirken lassen und sich dabei beschützt fühlen –
und ich fotografiere sie dabei? Wo bleibt da der Respekt den Yogierenden gegenüber, die Wahrung der Privatsphäre, das Lass dich in die Entspannung fallen, ich pass auf dich auf?

Von der Sekunde dieser Erkenntnis an hab ich keine Fotos mehr gemacht, von niemandem, höchstens mal ein Gruppenfoto, das sich Menschen nach einer gemeinsamen Yogapraxis wünschen. Und jedes Mal, wenn ich sehe, wie Yogalehrende auf Instagram live berichten, wie die Stunde war, während Dutzende Menschen reglos auf ihren Matten liegen, erinnere ich mich an jene drei Fotos, die auch ich gemacht habe, und schäme mich ein bisschen.

Andere Yogalehrende wollen Savasana für ihre Yogi/nis besonders ansprechend gestalten und überlegen sich allerhand Firlefanz: Sie massieren mit ätherischen Ölen, streichen Schultern aus und bewackeln Beine, sie räuchern die ganze Zeit mit vermeintlich wohltuenden Kräutern und berühren besondere Punkte, die Energien freisetzen sollen. Dazu wird gesungen, Musik abgespielt oder mit diversen Instrumenten gespielt, nicht nur kurz, sondern minutenlang.
Ich kann hier natürlich nur von mir sprechen, ich hab das alles schon erlebt, aber ich muss gestehen:
Ich finde es schrecklich.

Wenn ich in der Totenhaltung liege, richte ich mich in einer Haltung ein, die sich gut anfühlt und die mein Körper zu brauchen scheint, ich leg mir ein Kissen unter die Kniekehlen und decke mich manchmal zu –
und dann lieg ich da und versinke in mich, spüre die tiefe Ruhe und eine Stille, die fast körperlich spürbar ist, weil sie so laut zu sein scheint.
Ich möchte in Savasana meine Ruhe haben, jede Berührung lässt mich zusammenzucken, egal ob an den Schultern oder an angeblich energetischen Punkten. Musik lenkt mich ab, manchmal, weil ich den Song mag und unweigerlich beginne, mitzusummen, manchmal aber auch, weil der Song furchtbar ist und ich mir noch schwerer als sonst tue, zu entspannen.
Ätherische Öle sind mir meistens viel zu intensiv, und mit dem Räuchern ist es so eine Sache: Kurz, zu Beginn, ist es super, aber minutenlang während Savasana? Nein danke.

Savasana heßt auch deshalb Totenstellung, weil Tote nichts mehr tun –
sie sprechen nicht, bewegen sich nicht, sie denken nicht, sie riechen nichts.
Tote liegen einfach nur da.
Und genau das ist der Sinn von Savasana:
einfach nur dazuliegen, einfach nur zu sein, ohne irgendeine Ablenkung im Außen.
Mir ist klar, dass diese Stille für viele Menschen eine Herausforderung ist, weil wir das so nicht mehr kennen. Für mich war Savasana früher eine wahre Qual, ich war froh, wenn’s endlich vorbei war …
und heute liebe ich es, bin froh, wenn mich nichts in der Entspannung stört, nicht mal das Ticken einer Uhr.
Dass Nichtstun in Savasana aber auch für Unterrichtende eine Qual zu sein scheint, überrascht mich.

Was ich mache, während alle anderen in Savasana entspannen?
Das ist leicht erklärt: Nichts.

Während sich meine Yogi/nis für Savasana einrichten, sag ich noch leise an, welche Optionen es für sie gibt –
Socken anziehen, eine Jacke anziehen, in eine Decke wickeln, ein Kissen unter die Kniekehlen legen. Manche liegen in Savasana am Bauch, weil ihre Anatomie es so fordert, andere legen die Beine auf einen Sessel, auch das sag ich an. Wenn dann alle eine gute Haltung gefunden haben, führe ich sie in eine Entspannung, gebe Tipps, wie sie unliebsame Gedanken wegatmen können –
und dann bin ich still.
Manchmal sage ich eine Muskelentspannung an und entlasse sie danach in die Entspannung, manchmal gibt’s zum Einstimmen auf die Entspannung noch musikalische Untermalung mit einem Koshi-Klangspiel –
ab diesem Moment jedoch ist jede/r allein mit sich selbst auf der Matte. Allein mit dem eigenen Atem, den eigenen Gedanken, ganz für sich. Manchmal höre ich, wie jemand laut ein- und ausatmet, und dann weiß ich: Da atmet gerade jemand unliebsame Gedanken weg.

Ich sitze währenddessen auf meiner Matte, in eine Decke gewickelt, und bin still.
Ich bewege mich nicht, weil das Geraschle sehr störend sein kann, ich trinke nicht, weil man auch das hört, ich berühre niemanden und spreche nicht, ich greife nicht zu meinem Handy, denn das liegt die ganze Stunde über versteckt in meiner Tasche, ich atme nur ganz leise –
die einzige Bewegung, die ich noch mache, ist eine Verbeugung:
Wenn alle still liegen, wenn ich merke, dass wirklich alle in der Entspannung angekommen sind, verbeuge ich mich vor ihnen und bedanke mich innerlich für die wundervolle Stunde.

Das war’s.
Für die nächsten Minuten sitz ich dann da, blicke auf meine Yogi/nis, manchmal auch aus dem Fenster, oder ich schließe die Augen. Irgendwann greife ich zu meiner Klangschale und erwecke die Schlafenden mit sanften Tönen.
Ich berühre niemanden, dränge niemandem einen Duft auf, ich reibe keine Energiepunkte, an die weder ich noch meine Yogi/nis glauben, und ich spiele keine Musik ab, die den eigentlich Sinn von Savasana in den Hintergrund treten lässt:

einfach mal das Nichts genießen.

#Namaste

* * *
Mir ist natürlich klar, dass es Menschen gibt, die sich in Savasana nur allzu gerne ablenken lassen, dass es Menschen gibt, für die es eine Qual ist, still auf der Matte liegen zu müssen und sich mit nichts außer sich selbst zu beschäftigen –
aber eins ist für mich klar:
Gerade diese Menschen brauchen die Stille, die Erkenntnis, dass sie selbst genug sind
das kann wirklich befreiend sein!

 

Von nacktem Yoga und Feminismus – oder: Muss das sein?

In den sozialen Medien gibt es ein neues Phänomen, das mich als Feministin der alten Schule ein wenig ratlos hinterlässt:
In jeder erdenklichen Situation lassen Frauen aus vermeintlich feministischen Gründen die Hüllen fallen und beschweren sich dann darüber, sexualisiert zu werden.

Da ist zum Beispiel die üppige Yogini, die Yoga bevorzugt halbnackt an öffentlichen Plätzen praktiziert, die Fotos von sich postet, wie sie meditiert (natürlich barbusig, nur mit durchsichtigem Jäckchen bekleidet) –
und die in jedem Text schreibt, wie entsetzlich es ist, dass Frauenkörper sexualisiert werden, und welch eine Schande es ist, wenn ein Mann einer Frau auf den Busen schaut.
Gilt das aber auch, wenn Frau diesen Busen freiweillig zur Schau stellt?
Wer fragt, warum frau Yoga nackt praktizieren muss, um feministisch zu sein, wird kommentarlos blockiert. Die mehr als 600.000 Follower bejubeln jedes dieser Fotos –
die Frage ist nur: Hat diese Dame vielleicht wegen ihrer Nacktfotos so viele Follower?

Es gab auch Aufregung um ein bisher unbekanntes Model, das für Geld Nacktfotos von sich verschickt und den so gesammelten Betrag an australische Hilfsorganisationen spendet, die Buschbrände bekämpfen –
während sie sich gleichzeitig beschwert, dass Männer sich nur für ihren Körper, nicht aber ihre Persönlichkeit interessieren.
Für Australien zu spenden ist eine gute Sache, wer sich dafür ausziehen möchte, kann das natürlich tun, die Frage ist nur:
Warum beschwert frau sich dann, dass Männer sich nur für ihren Körper interessieren? Sie könnte ja auch Gedichte verschicken.

Seit ich diesen Trend beobachte, denke ich darüber nach, es beschäftigt mich wirklich.
Ich verstehe daran nämlich so einiges nicht –
obwohl ich mich wirklich bemühe.

Wer in sozialen Medien Bilder von sich postet, zeigt manchmal mehr Haut, manchmal weniger.
Ich persönlich wähle meistens Bilder, auf denen ich bekleidet bin –
manchmal ist aber auch bei mir ein Bikinifoto aus dem Urlaub dabei:

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💖 wir frauen hören ständig, dass wir nicht dünn genug sind – oder zu dünn. wir sind zu wenig geschminkt – oder zu viel. wir kleiden uns zu sexy – oder viel zu bieder. manchmal hat es den anschein, dass jede/r meint, sich einmischen zu dürfen in das leben anderer, in dinge, die nur uns allein betreffen. 𝗹𝗮𝘀𝘀 𝗱𝗮𝘀 𝗻𝗶𝗰𝗵𝘁 𝘇𝘂! sei du selbst, lebe so, dass es sich für dich gut anfühlt … egal, was andere sagen! ich hab übrigens was über #bodyshaming im yog auf dem blog geschrieben. [link in bio] 💖 . . . . . #BeYou #sobinicheben #bikinigirl #heilerde #krk #embraceyourself #siblandthewheel #salzburg #igerssalzburg #beproudofyourself #loveyourself #thinshaming #selfie #ichmagmich

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Was ich aber nicht verstehe, ist die Tatsache, dass die Nacktbilder in den oben genannten Fällen einem leicht erkennbaren Zweck dienen, der jedoch vehement geleugnet wird:
Reichweite zu erzeugen und damit Geld zu verdienen.

Dabei ist das doch vollkommen legitim, jede/r wählt für sich den Weg, den er oder sie eben gehen will.
Wenn sich jemand gerne halbnackt zeigen möchte und dadurch auch noch die Anzahl der Follower steigert, dann ist das doch wunderbar.
Warum muss dann aber so getan werden, als wäre es furchtbar, dass die Menschen sich diese nackten Tatsachen dann auch ansehen? Wurden sie nicht genau aus diesem Grund fotografiert?
Der weibliche Busen ist nun mal ein sekundäres Geschlechtsmerkmal, dafür geschaffen, Partner/innen anzulocken. Wenn ich meinen Busen in eine Kamera halte, wird jemand hinschauen und sich vielleicht sexuell angeregt fühlen.
So einfach ist das eigentlich –
ein Busen ist eben kein kleiner Finger.

Spannend wird es für mich aber dann, wenn das Nacktsein in der Yogawelt ankommt –
denn #SexSells und Yoga haben eigentlich keine Gemeinsamkeiten.
Im Yoga geht’s um den Blick nach innen, darum, das Außen nicht mehr so wichtig sein zu lassen, zu erkennen, dass das eigene Innere immer wichtiger ist als all der Wahnsinn rund um uns herum.
Nacktbilder erfüllen jedoch nur eine Aufgabe: Aufmerksamkeit im Außen zu erzeugen.

Niemand macht Nacktbilder beim Yoga und postet diese auf Instagram, nur für sich selbst.
Niemand macht Nacktbilder beim Meditieren, auf denen man mehr sieht, als man bei fremden Menschen sehen möchte, nur für sich selbst.

Ich finde Nacktsein super, ich brauch dafür zwar keine Zuschauer/innen, aber das ist bei anderen eben anders.
Ich finde es auch absolut legitim, dass jemand sich gerne nackt zeigt, egal wie dick oder dünn dieser jemand ist – das beurteile ich nicht. Wir sollten noch viel öfter sehen, wie verschieden Menschen sein können, das würde unserer Gesellschaft wirklich gut tun.
Aber ich finde auch, ein wenig Ehrlichkeit wäre schön.

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𝓈𝓊𝓇𝓎𝒶 𝓃𝒶𝓂𝒶𝓈𝓀𝒶𝓇 … ⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀ diese variante des sonnengrußes mach ich immer mit meinen oldies – ohne liegestütz oder herabschauendem hund, dafür immer mit gebeugten knien, damit die kraft aus den beinen kommt und die bandscheiben geschont werden. ⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀ ⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀ ⠀ ❗️das aufrollen mit gestreckten beinen sollte unbedingt vermieden werden. es gibt noch immer yogalehrer/innen, die das ansagen, für die bandscheiben kann das aber zu viel sein. lieber nicht! ⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀ ⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀ ⠀ #suryanamaskar #healthyyoga #yogaatthebeach #chaturangadandasana #adhomukhasvanasana #downdog #plank #sonnengruß #dontrollup #siblandthewheel #holidays #cres #throwback #yogavideo #yogagirl #beachyoga #variation #yogainspiration #atthebeach #sunsalutation

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Mit jedem Kleidungsstück, das auf einem Bild oder Video nicht getragen wird, steigt die Aufmerksamkeit der anderen. Obiges Video von mir ist eins der meist gesehenen in meinem Profil –
dabei sieht man wegen des Gegenlichts nicht mal wirklich was von mir.
Wer sich für diese Aufmerksamkeit, für die Reichweite, die Follower ausziehen möchte, soll das gerne machen –
aber auch so ehrlich sein, das zuzugeben.
Es ist nämlich weder megafeministisch noch superyogisch, wenn man in den sozialen Medien mehr Haut zeigt –
es zeigt nur, dass man eins verstanden hat:
#SexSells.

* * *

Zwei Dinge muss ich unbedingt klarstellen:

Erstens.
Dass ich es seltsam finde, Nacktfotos von sich zu posten und sich dann zu beschweren, dass jemand hinschaut, bedeutet nicht, dass ich auch glaube, dass Frauen in Miniröcken angegrapscht werden wollen. Natürlich nicht!
Jede Frau soll anziehen können, was sie möchte, ohne dafür in eine ungute oder gar gefährliche Situation zu kommen.
Was wir Frauen aber nicht vergessen dürfen, ist die Tatsache, dass wir noch nicht in einer solchen Welt leben –
auch wenn die Mehrheit der Männer weiß, dass eine Frau in knappen Klamotten einfach gern knappe Klamotten trägt und das kein Freibrief zu Übergriffen ist, gibt es noch jene Männer, denen das nicht klar ist.
Und genau diese Kerle bringen mich zu

zweitens.
Ich habe einen erwachsenen Sohn und zwei jüngere Töchter –
und ich habe alle drei zu Menschen erzogen, die andere als gleichberechtigt anerkennen. Und zwar alle anderen, egal was sie anhaben.
Es ist aber gerade bei den Mädels keine leichte Sache zu erklären, warum es möglich sein müsste, dass sie abends allein durch einen Park nach Hause gehen, in roten High Heels und Minirock, und warum es dennoch sicherer ist, eine Jeans zu tragen und einen männlichen Begleiter an der Seite zu haben.

Die Welt ist nicht so einfach, wie es uns manche Influencerinnen auf Instagram glauben machen wollen.
Ja, ich kann in einem durchsichtigen Shirt ohne BH in einem Kaffeehaus sitzen, das ist eine Errungenschaft unserer Urahninnen, und darauf können wir stolz sein. Niemand schreibt uns mehr vor, was wir tragen dürfen und was nicht.
Es muss mir aber auch klar sein, dass ich in diesem Aufzug die Blicke auf mich ziehen werde (was vermutlich ja auch der Grund ist, warum ich so dasitze), und dass es immer wieder Menschen geben wird, denen schauen allein nicht ausreicht.

Jemandem meine sekundären Geschlechtsmerkmale vor die Nase zu halten und mich dann zu beschweren, dass dieser jemand hinsieht, das ist jedenfalls weder feministisch noch yogisch und bringt auch unsere Gesellschaft nicht weiter.
Ganz im Gegenteil, befürchte ich.

#Namaste

 

 

die sache mit der zeit.

Die Sache mit der Zeit, die kennen wir doch alle.
Wie gern würden wir mehr Zeit auf der Yogamatte verbringen –
aber die Zeit, die Zeit!

Ich verrat dir jetzt ein Geheimnis:
die Zeit, die musst du dir nehmen!

sinn.wort.spiel.

in der gestrigen schreib.werkstatt ergab sich eine kleine diskussion zum thema zeit –
denn mit der zeit ist es so eine sache:
wir haben scheinbar nie genug davon. 

so gern würden wir dieses und jenes machen –
wir möchten mehr sport betreiben, mehr schreiben, mehr zeit mit der familie verbringen und mehr zeit für uns selbst haben. stattdessen hat uns der alltag im griff, lässt uns in die arbeit hetzen, abends wieder nach hause, der haushalt muss gemacht werden, wäsche waschen, toiletten putzen, mehrmals täglich ein warmes essen auf den tisch zaubern, und dann sind da noch all die termine!
zeit? zeit hab ich keine, tut mir leid.

mit der zeit ist es aber so eine sache:
zeit hat man nicht, zeit muss man sich nehmen.
denn all diese dinge, die uns der alltag auferlegt, betreffen auch alle anderen menschen –
und trotzdem gibt es menschen, die viel schreiben, die…

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