Liebe Grüße aus dem Homeoffice!

Die erste Woche der coronabedingten Ausgangsbeschränkung liegt hinter uns.

Ich hoffe sehr, dass es dir gut geht und dass du dich auch wirklich an das #SocialDistancing haltest, das für die Gesellschaft gerade so wichtig ist –
man kann gar nicht oft genug betonen, wie sehr wir auf schwächere Mitglieder unserer Gesellschaft aufpassen müssen.
Auch wenn Menschen wie ich – relativ jung, keine Vorerkrankungen – den neuen Virus wohl recht gut verkraften werden, so können wir trotzdem andere anstecken.
Und das mit vielleicht schwerwiegenden Folgen.
Gerade deshalb ist es momentan so wichtig, dass wir zuhause bleiben und Abstand von Mitmenschen halten, die wir vielleicht beim Einkaufen treffen –
und natürlich auch von unseren älteren Familienmitgliedern.

Umso erstaunter bin ich über die Reaktionen vieler Yoga-Kolleg/innen auf diese zugegebenermaßen neue und herausfordernde Situation.

Ich hätte mir viel Verständnis erwartet, Tipps, wie man zuhause Yoga praktizieren kann, Infos zu Meditationen und warum diese gerade jetzt helfen können, oder einfach aufbauende Worte –

stattdessen lese ich bei Kolleg/innen, dass sie ihre Kurse weiterhin abhalten, weil man den Virus ja wegatmen könne, ich lese von hoch dosierten Vitamin C-Injektionen, die angeblich helfen sollen, und davon, dass Yogi/nis nicht krank werden, weil Yoga das Immunsystem vor allen Krankheiten schützt, und natürlich auch von Globuli-Kombinationen, die bestimmt helfen, weil es ja keine Viren gäbe.

Und alle paar Stunden lese ich aufgeregte Worte von Yogaunterrichtenden, die sich darüber aufregen, dass andere versuchen, ruhig zu bleiben und Tipps zu geben, was man zuhause tun könnte –
ein Buch lesen, aufräumen, Kuchen backen, im Garten arbeiten.
Es ist doch alles so furchtbar, wie könnt ihr da ruhig bleiben!

Dabei ist doch genau das unsere Aufgabe als Yogalehrende:
ruhig bleiben, anderen Tipps geben, wie auch sie ruhig bleiben können, tief durchatmen.

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wenn wir alle zu hause bleiben sollen, haben wir mehr zeit zum kochen – und können verkochen, was im vorratsschrank darauf wartet, endlich verbraucht zu werden. das ist zumindest mein plan. wir könnten doch all unsere ideen unter dem hashtag #StayTheFuckAtHomeRecipe sammeln? 🦠 ⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀ ich beginne heute damit (zu sehen in den highlights) und freu mich auf weitere anregungen. mein quarantäne-dessert heute: quinoa-joghurt-apfel-trifle. sehr lecker! bleibt daheim – und gesund! 🙏🏼 ⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀ #quarantäne #corona #corionavirus #ausgangsbeschränkung #salzburg #kochen #recipe #staythefuckhome #siblandthewheel #foodblogger #yummy #healthyfood #homemade #desertporn #kochideen #trifle #quinoa #apfel #apfeltrifle #gemeinsamkochen #dinner #rezeptideen #staythefuckathome #kochenmachtglücklich #mitmachen #coronachallenge #kitcheninspiration #staythefuckhome

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Auch mich trifft die Ausgangsbeschränkung natürlich, alle meine Kurse sind verschoben, bis nach Ostern kann ich nicht arbeiten –
vermutlich länger.
Ich habe außerdem zwei schulpflichtige Kinder daheim, mit denen ich jeden Vormittag Heimunterricht mache, um möglichst viel Normalität zu erhalten, einen Ehemann, der auch zuhause ist und im Homeoffice arbeitet, und einen Sohn, der gerade Zivildienst macht und an vorderster Front mit dem Virus konfrontiert ist.
Und trotzdem lächle ich, lese Bücher, backe Kuchen –
und erzähle das auch auf Instagram, um anderen Mut zu machen.

Natürlich könnte ich auch jammern, wie schlimm die Situation ist, weil ich als Freiberuflerin momentan nichts verdiene, wie anstrengend es ist, die Kinder daheim zu unterrichten und nebenbei den Laden am Laufen zu halten, dass ich gern mal wieder ins Kino gehen und meine Freund/innen treffen möchte.
Die Frage ist nur: Wem hilft das?

Mir schon mal sicher nicht.
Ich bekomme von solchen Gedanken höchstens einen Lagerkoller, der sich auf die Familie überträgt –
und das wär in einer Situation wie dieser echt nicht hilfreich.
Anderen auch ganz sicher nicht.
Wir sollten uns lieber gegenseitig stärken und Mut machen, anstelle zu kritisieren, das andere genau das probieren.

Also mache ich weiter wie bisher.
Ich stehe morgens auf, trinke eine Tasse Kaffee und lese Zeitung.
Dann findet der Heimunterricht statt, so richtig wie in der Schule –
mit Unterrichtsmaterialien, Schulglocke und Jausenbox.
Nachmittags sind wir im Garten, spielen, turnen, basteln, garteln, haben Spaß.
Und dann koche ich ein #StayTheFuckAtHomeRecipe (hier in den Highlights zu sehen) aus Dingen, die sich in Vorratsschrank und Tiefkühler angesammelt haben und endlich mal weg müssen.

Zwischendurch verschicke ich Yogaideen und Rezepte an meine Yogi/nis, verbringe täglich Zeit auf der Yogamatte –
und abends dann Zeit mit meinem Mann.
Und ich werde mich nicht dazu hinreißen lassen, aufzugeben oder durchzudrehen, sondern weiterhin lächeln und Kuchen backen –
und wenn gar nichts mehr geht, hüpfe ich wie wild in der Gegend herum.

Und das solltest du auch tun!

#Namaste!

* * *

Gestern habe ich alte Fotos sortiert und dieses lustige Bild gefunden:

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wer weniger rausgeht, bleibt mehr daheim – und dort muss man irgendwas machen, nicht wahr? ich hab heut während des heimunterrichts alte fotos sortiert und dieses gefunden: da bin ich 22 jahre alt, rauch noch und sitz grad komplett nass am @fm4frequency festival 2003 im vip-zelt, während draußen metallica im strömenden regen abrocken. ⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀ ☺️lustige erinnerung. ⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀ 🦠und nicht vergessen: #StayTheFuckHome! ⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀ #frequencyfestival #metallica #memories #youngme #selfie #throwback #erinnerung #heimunterricht #lockdown #siblandthewheel #salzburg #smokinggirl #wetwetwet #coronavirus #rememberme #sommersprossen

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Zuhause herumräumen kann wirklich lustig sein.

Alles Liebe!
Pass auf dich auf!

 

Was ‚Let it go‘ für mich bedeutet, und wieso es mich frei macht.

2018 sehe ich als mein persönliches Jahr an, um Dinge ziehen zu lassen –

Dinge, die mich belasten, Dinge, die ich nicht mehr brauche, aber auch Menschen, deren Wege sich mit meinem nicht mehr kreuzen, denen ich aber noch auf irgendeine Art und Weise verbunden bin.
Das Ziehenlassen hat nämlich den wunderbaren Nebeneffekt, dass es den Blick öffnet für Dinge, die jetzt da sind, die jetzt wichtig sind, und auf jene Menschen, die neben mir hergehen, nicht einfach nur so, sondern als Begleiter/innen.

Mitte Dezember, pünktlich zu meinem 40. Geburtstag, hab ich damit begonnen.
Ich hab als erstes mehrere Instagram-Accounts gelöscht, die zu betreuen mich eigentlich meist nur genervt hat, nur mehr mein Yoga-Account ist online, denn den lieb ich heiß.

Außerdem versuch ich schon länger, Dinge herzugeben, die ich nicht mehr brauche, Klamotten auszumisten, Bücher nur mehr zu leihen anstatt zu kaufen.
Auch auf Facebook bin ich viel weniger aktiv, vor allem deswegen, weil es nur Zeit frisst und mir als Gegenleistung ein schlechtes Gefühl gibt –
die Medien berichten vor allem Schlechtes, unsere momentane Regierung bringt auch kaum Gutes zustande, und die meisten Menschen nutzen Facebook vor allem dazu, um Gewinnspiele zu teilen oder ein bissl Dampf abzulassen.
Das kann schon recht belastend sein, muss ich zugeben.

Und ich hab meine Kontaktliste am Telefon durchgesehen und mir angeschaut, wen ich da seit Jahren drin hab, wer von diesen Menschen mir wirklich am Herzen liegt, und wer sich nur meldet, wenn es ihm oder ihr schlecht geht oder etwas gebraucht wird.

Und weißt du, was das Erstaunliche daran war?
Ich hab plötzlich erkannt, wer mir wirklich am Herzen liegt, wem ich wirklich am Herzen liege –
und dass die Flut an Kontakten, die man heutzutage hat, oft den Blick auf jene verschleiert, die immer da sind und neben uns hergehen, durch dick und dünn.
Das hat mir tatsächlich die Augen geöffnet.

Denn da sind eine Menge Menschen, die mir wirklich ans Herz gewachsen sind.

Die eine Yogini, die mir zum Geburtstag eine irrsinnig nette Nachricht schreibt.
Die andere Yogini, die mir eine tolle Amaryllis vorbeibringt.
Der Freund, der zu meinem Geburtstag extra aus Wien anreist.
Die Kinder, die jeden Tag wunderbar sind.
Der Gatte, der mir immer zur Seite steht.
Der Freund, der seit knapp 20 Jahren neben mir hergeht.
Die Freundin, die am Geburtstagsmorgen mit einer Orchidee vor der Tür steht.
Die inspirierenden Yogi/nis, die jede Woche in meine Kurse kommen, immer wieder, manche schon seit einigen Semestern.

Einfach alle, die mein Leben so wunderbar machen –
danke!

Genießt die Weihnachtsfeiertage!
#Namaste!