Vom Bett direkt auf die Matte – oder: Die Realität ist eine andere.

Wer kennt sie nicht, die Bilder und Texte diverser Yoga-Influencer und -innen, die uns erzählen, dass sie morgens nur heißes Zitronenwasser mit Honig zu sich nehmen, aber erst nachdem sie direkt vom Bett auf die Matte gefallen sind, um sich dort 90 Minuten lang auszupowern und danach noch mindestens eine Stunde zu meditieren …
der perfekte Start in einen yogischen Tag.

Und die beste Art, uns Normalos ein schlechtes Gewissen zu machen.
Denn obwohl ich Yogalehrerin bin und vermutlich mehr Yoga praktiziere als Nicht-Yogalehrende, ist das weit entfernt vom normalen Leben, das die Mehrheit von uns lebt –
ein Leben geprägt von Familie und Arbeitsalltag, von Hobbys und Freund/innen, und von Dutzenden Dingen, die man gerne machen würde, zu denen man aber einfach nicht kommt.
Das sagt uns nur keine/r, das ist eben nicht so glamourös.

Da ich aber ohnehin keine Freundin von Glamour bin, sag ich ganz ehrlich:
Das echte Leben schaut für die allermeisten Menschen anders aus.

Ich finde das gut so, denn:
Ich möchte nicht jeden Morgen die Zeit haben, mit den Vögeln aufzustehen, um dann die Yogamatte aufzurollen und mehrere Stunden Yoga zu praktizieren. Das ist manchmal nett, ja, im Urlaub am Meer etwa, oder an Samstagen im Garten.
Aber ich liebe die wilde, laute und manchmal anstrengende Stunde zwischen 6:30 und 7:30 morgens, wenn meine Familie sich bereit macht für den Tag, während ich mit Brille auf der Nase und Kaffeehäferl in der Hand mitten drin steh und versuche, Ordnung ins Chaos zu bringen.
Denn es gibt immer Dutzende Dinge zu tun, in dieser einen Stunde:
die Kinder wecken, Frühstück machen, Jause vorbereiten, Kleiderfragen klären, Frisuren machen oder kontrollieren, Sonnencreme verteilen, die Meerschweinchen füttern, alle Fenster öffnen, damit die kühle Morgenluft die Hitze der Nacht vertreibt, nach der Reihe mehrere Kinder zum Abschied küssen und auf den Weg schicken, und natürlich auch den Gatten verabschieden.
Das sind aber nur die Dinge, die täglich zu tun sind –
sehr oft kommen andere Dinge dazu, wie etwa Wandertage, die vergessen wurden, aber eine besondere Jause erfordern, verschollene Kleidungsstücke, kleinere oder größere Streits, die geschlichtet werden müssen, Zettel, die unterschrieben werden sollen …
wer Kinder hat, kennt das.

Und dann, erst dann, wenn all das erledigt ist, ist Zeit für ein wenig Yoga im Garten:

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💚 out of bed, onto your mat. Klingt immer super, oder? Ist aber meistens nicht die Realität … denn als #Yogamom muss frau vorher noch: – die Kinder wecken – das Frühstück machen – die Jause machen und einpacken – diverse Frisuren checken – manchmal Nerven beruhigen – die Meerschweinchen mit Futter versorgen und natürlich die ganze Familie zum Abschied küssen 😊 … und erst dann ist kurz Zeit für ein paar Sonnengrüße auf der Matte im Garten. Und das ist wunderbar so! 🙏🏼 #nomakeup #nobra #gartenyoga #timelapse #video #kinder #mama #outdooryoga #morninghasbroken #siblandthewheel #yogateacher #yoga #salzburg #igerssalzburg #yogaspace #yogalover #yogini #yogaaddict #mindful #achtsamkeit #mindfulmoments #namaste #yogaeverydamnday #instayoga #yogagram

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Hätte ich Zeit für frühmorgendliches Yoga samt Meditation, dann würde das bedeuten, dass ich meine Familie nicht hätte …
undenkbar. Das mag ich mir nicht einmal vorstellen.

Natürlich könnte ich jeden Tag eine Stunde früher aufstehen und mit der aufgehenden Sonne yogieren –
was wiederum bedeuten würde, dass ich früher schlafen gehen müsste, damit ich morgens fit bin. Aber auch das ist keine Option:
Wer Familie hat, weiß auch, wie wichtig die Zeit mit dem Partner oder der Partnerin ist, wir sind nicht nur Mamas und Papas, wir sind auch Freund/innen, Eheleute, Geliebte.
Zeit mit meinem Mann hab ich aber nur abends, wenn die Kinder im Bett sind –
und auch für mich ist eigentlich nur dann Zeit.
Zeit, um still im Garten zu sitzen und den Vögeln zu lauschen, um zu yogieren, zu entspannen, ein Buch zu lesen oder einen Film anzusehen, mit dem Gatten den Tag zu besprechen oder um einfach nur ein gutes Glas Wein zu trinken und die beiden Glühwürmchen zu beobachten, die in unserem Garten wohnen.

Ich mag das so und möchte mit niemandem tauschen.
Aber – und das ist wichtig! – ich verstehe auch alle, die das anders machen, die keine Kinder haben und auch keine wollen, die lieber frühmorgens yogieren anstatt Butterbrote zu schmieren, die lieber Zitronenwasser als Kaffee trinken und die abends gern vor 22 Uhr im Bett liegen, damit sie morgens fit sind fürs Yoga.
Wenn das für jemanden der richtige Weg ist, dann freu ich mich darüber!

Ich hab aber eine Bitte:
Tut nicht so, als wär das der einzig yogische Weg durchs Leben
denn das stimmt nicht.

Yoga ist so vielfältig wie auch wir Menschen und passt sich jeder Lebenssituation an, das ist ja das Wunderbare daran.
Egal wer, egal wo, egal wie oder wann:
Yoga ist für alle da …
und niemand ist weniger yogisch, nur weil morgens der Kaffee besser schmeckt als Zitronenwasser mit Honig.

Versprochen!

 

Warum uns nur Ehrlichkeit weiterbringt – oder: Lügen? Echt jetzt?

Im Yoga gibt es die yamas und niyamas, eine Art Verhaltensempfehlung für den Umgang mit der Umwelt, unseren Mitmenschen und uns selbst.
Natürlich interpretiert die jede/r so für sich, dass es sich gut danach leben lässt, wie bei allem im Leben –
allerdings halte ich das Interpretieren bei satya, der Wahrhaftigkeit, für am Schwierigsten.

Denn welche Möglichkeiten hab ich?
Ich kann die Wahrheit sagen, lügen oder schweigen, wenn ich jemanden mit der Wahrheit verletzen würde und das nicht möchte (Stichwort ahimsa, die Gewaltlosigkeit in Gedanken, Worten und Taten).
Ich kann aber auch schweigen, weil ich nicht die Wahrheit sagen möchte, und das hat mit Wahrhaftigkeit rein gar nichts zu tun.

Ich lege großen Wert auf Wahrhaftigkeit –
da ich mein Herz auf der Zunge trage, kommen mir Lügen schon seit Jahren nicht mehr über die Lippen.
Klar war das in meiner Kindheit und Jugend anders, wie bei allen von uns vermutlich, aber je älter ich werde, umso weniger Kraft habe ich für falsches Lächeln und irgendwelche Lügen.

Umso erstaunter war ich, als bei den Recherchen zu meiner Zero Waste-Liste auf einige Unwahrheiten gestoßen bin.

Ja, #ZeroWaste ist ein Lifestyle geworden, es ist in, und das ist natürlich toll, denn je mehr Menschen sich Gedanken um den Zustand unseres Planeten machen, umso besser.
Es ist nur leider vollkommen sinnlos, wenn Menschen sich im Internet als müllfrei präsentieren und stolz erzählen, wie sie es schaffen, in einem Jahr nur wenige Gramm an Müll zu produzieren, um diesen dann in einem Glas zu sammeln –
so einfach ist das nämlich leider nicht.
Und deswegen wird auch immer einiges verschwiegen.

Solche Beiträge sind eigentlich ziemlich fies, denn:
Unsereiner liest sie und ist enttäuscht, weil es zu Hause nicht gelingt, wenige Gramm an Müll zu produzieren, egal wie sehr wir uns bemühen.
Und was macht Enttäuschung mit uns?
Genau, wir geben auf und machen lieber gar nichts mehr.
Schade eigentlich.

Deswegen geb ich auch immer unumwunden zu:
Von #ZeroWaste und #Plastikfrei bin ich meilenweit entfernt, auch wenn ich mich wirklich bemühe.

Um den Müll eines Jahres wirklich in nur einem Glas unterzubringen, müssen nämlich die Rahmenbedingungen stimmen –
und ein paar davon hab ich in den letzten Tagen herausgefunden.

Der Wohnort:
Es ist tatsächlich unheimlich wichtig, wo man wohnt –
in coolen Großstädten wie Berlin ist es einfach, müllfrei einkaufen zu gehen, weil es dort etliche Unverpackt-Läden gibt. Wer aber in, sagen wir, Oberösterreich auf dem Land lebt, wird sich da schwerer tun, vor allem wenn etwas anderes als Obst oder Gemüse eingekauft werden muss.
Außerdem leben viele der Zero-Waste-Ikonen in tropischen Regionen, in denen man Obst, Gemüse und Snacks in Banenenblättern verpackt auf Märkten kaufen und Kokoswasser direkt aus der Nuss trinken kann –
das nützt uns hier in Europa aber leider wenig, da kommen uns die vielen Regeln und Hygienevorschriften in die Quere.
(Und das ist ja auch gut so.)

Die Lebenssituation:
Viele derer, die sich im Internet als komplett müllfrei präsentieren, sind sehr junge Frauen, meist Single und kinderlos.
Gerade die Kinderlosigkeit macht die Sache natürlich um ein Vielfaches einfacher –
ich brauche keine Babysachen, keine Windeln, keine Medizin, ich muss keine Schulsachen besorgen (probier das mal Müll- und Plastikfrei), keine Jause herrichten und täglich mehrere Mahlzeiten kochen, ich muss keine Kinderwünsche erfüllen, ich hab generell viel mehr Zeit, mir Gedanken um ein plastikfreies Leben zu machen.
Natürlich klappt es auch mit Kindern, ich hab ja selbst drei, aber einfacher ist es natürlich, wenn ich ganz für mich allein Dinge entscheiden kann, wenn ich keinen Partner habe, auf den ich Rücksicht nehmen möchte, wenn ich müllfrei kochen kann, was ich will, weil niemand anderer da ist, dessen Vorlieben ich beachten muss.
(Eine traurige Vorstellung, eigentlich.)

Wer eine Familie gründet und eine gemeinsame Wohnung bezieht, tut sich sehr schwer, das müllfrei zu tun –
das ist in einer schicken, fertig möblierten Wohnung in einer hippen Stadt natürlich alles viel einfacher.

Denn es ist doch so:
Klar klappt es plastik- und müllfrei auch unter (nennen wir es) erschwerten Bedingungen, solche Blogs findet man ebenso, wenn auch selten –
wer allerdings schwanger ist, ein Neugeborenes zu versorgen hat oder sich mit (chronischen) Erkrankungen herumschlagen muss, dem fehlt ziemlich sicher die Muse, sich Gedanken um ein müllfreies Leben zu machen.

Persönliche Voraussetzungen:
Bei meinen Recherchen zu plastikfreiem bzw. -reduziertem Make-up hab ich außerdem festgestellt, dass viele der Beauty-Bloggerinnen einen tollen Teint haben und selbst im Winter nicht so leichenblass sind wie ich, oft gepaart mit wunderbar langen Wimpern und pflegeleichter Haut.
Wäre ich mit einem solchen Teint gesegnet, ich würde auch auf Foundation und Puder verzichten –
ich aber schlag mich mit bleicher Haut, Pickeln und kaum sichtbaren Wimpern herum, und ich muss gestehen:
So lauf ich nur sehr ungern herum, auch wenn das vielleicht ein wenig eitel ist.
(Ok, nicht vielleicht, es ist eitel.)

Außerdem sind viele der Blogger/innen scheinbar nie krank, haben nie Kopfschmerzen, nehmen keinerlei Medikamente und benutzen keine Verhütungsmittel –
sowas findet sich nämlich nie in den Müllgläsern.
Das kann gar nicht wahr sein, so sehr ich jedem Menschen ewige Gesundheit vergönne.

Die Prioritäten:
Ganz oft hab ich bemerkt, dass die Produkte, die vorgestellt werden, zwar plastikfrei sind, dafür aus fernen Ländern zu uns fliegen –
die tolle Foundation im Karton, die aus Australien kommt, die Cake Mascara aus den USA, die Bienenwachstücher, die ebenfalls aus Amerika kommen.
Ich halte das für keine guten Alternativen, vor allem dann nicht, wenn es gleichwertige Produkte aus Österreich oder zumindest näher gelegenen Gegenden gibt –
und die gibt es immer, man muss nur ein wenig länger suchen.

Überhaupt stört es viele gar nicht, wenn die seltsamsten Dinge rund um die Welt fliegen –
wer sich in Österreich mit Klopapier aus Bambus den Po putzt, hat #ZeroWaste und #SaveThePlanet nicht verstanden.

Gerade bei Blogger/innen kommt dann außerdem dazu, dass sie viele der vorgestellten Produkte gratis zur Verfügung gestellt bekommen –
und einem geschenkten Gaul schaut man ja bekanntlich nicht ins Maul.

Die Sache mit der Wahrheit:
Was mich aber wirklich stört, ist Unehrlichkeit – die Rahmenbedingungen kann man ja nur bedingt beeinflussen.

Eine neue Wimperntusche im angesagten Bambus-Look und noch dazu vegan? Toll!
(Dass sie im Inneren aber trotzdem Plastikteile versteckt, wird charmant verschwiegen.)
Bienenwachstücher, in denen das Jausenbrot verpackt wird? Klasse!
(Dass sie aus Amerika kommen, weiß ja keine/r. Dabei gibt’s tolle aus Österreich!)
Megatolle Badebomben, ganz ohne Müll? Perfekt.
(Gibt’s halt nur für Blogger/innen, die eine Kooperation mit der Firma haben.)

Und mit dem Ansatz, Müll im Laden zu lassen und sich dann darauf zu berufen, man habe ihn gar nicht erst produziert, kann ich gar nichts anfangen –
das hilft dem eigenen Gewissen, der Planet hat nichts davon.

Leute, seid doch ehrlich!

Es macht nichts, wenn nicht alles perfekt ist. Niemand ist perfekt.
Wenn du auf den tollen Lippenpflegestift nicht verzichten möchtest – okay. Dann achtest du eben auf etwas anderes. Gemeinsam achten wir dann auf alles!

Warum ich das so betone?
Weil es wichtiger ist, dass wir alle etwas weniger Müll produzieren, nicht nur ein paar vermeintlich gar keinen, das ist die viel bessere Variante, sonst ersticken wir im Müll.
Nur wenn wir alle zusammenarbeiten, können wir etwas bewegen –
dass jemand den ganzen Müll seines Jahres in einem Glas unterbringt, wird wohl eher Ausnahme bleiben, als zur Regel zu werden.

Es geht doch darum, dass wir uns alle ein wenig bemühen, ein wenig achtsamer werden, und uns bei manchen Dingen fragen:
Brauch ich das wirklich?

Denn ganz oft lautet die Antwort:
Nein.

#Namaste!

***

Eines möchte ich aber noch betonen:

Viele der Blog-Beiträge sind voller guter Anregungen und toller Tipps, ich hab mir da schon viel abgeschaut.

Danke dafür!

 

 

 

Was ‚Let it go‘ für mich bedeutet, und wieso es mich frei macht.

2018 sehe ich als mein persönliches Jahr an, um Dinge ziehen zu lassen –

Dinge, die mich belasten, Dinge, die ich nicht mehr brauche, aber auch Menschen, deren Wege sich mit meinem nicht mehr kreuzen, denen ich aber noch auf irgendeine Art und Weise verbunden bin.
Das Ziehenlassen hat nämlich den wunderbaren Nebeneffekt, dass es den Blick öffnet für Dinge, die jetzt da sind, die jetzt wichtig sind, und auf jene Menschen, die neben mir hergehen, nicht einfach nur so, sondern als Begleiter/innen.

Mitte Dezember, pünktlich zu meinem 40. Geburtstag, hab ich damit begonnen.
Ich hab als erstes mehrere Instagram-Accounts gelöscht, die zu betreuen mich eigentlich meist nur genervt hat, nur mehr mein Yoga-Account ist online, denn den lieb ich heiß.

Außerdem versuch ich schon länger, Dinge herzugeben, die ich nicht mehr brauche, Klamotten auszumisten, Bücher nur mehr zu leihen anstatt zu kaufen.
Auch auf Facebook bin ich viel weniger aktiv, vor allem deswegen, weil es nur Zeit frisst und mir als Gegenleistung ein schlechtes Gefühl gibt –
die Medien berichten vor allem Schlechtes, unsere momentane Regierung bringt auch kaum Gutes zustande, und die meisten Menschen nutzen Facebook vor allem dazu, um Gewinnspiele zu teilen oder ein bissl Dampf abzulassen.
Das kann schon recht belastend sein, muss ich zugeben.

Und ich hab meine Kontaktliste am Telefon durchgesehen und mir angeschaut, wen ich da seit Jahren drin hab, wer von diesen Menschen mir wirklich am Herzen liegt, und wer sich nur meldet, wenn es ihm oder ihr schlecht geht oder etwas gebraucht wird.

Und weißt du, was das Erstaunliche daran war?
Ich hab plötzlich erkannt, wer mir wirklich am Herzen liegt, wem ich wirklich am Herzen liege –
und dass die Flut an Kontakten, die man heutzutage hat, oft den Blick auf jene verschleiert, die immer da sind und neben uns hergehen, durch dick und dünn.
Das hat mir tatsächlich die Augen geöffnet.

Denn da sind eine Menge Menschen, die mir wirklich ans Herz gewachsen sind.

Die eine Yogini, die mir zum Geburtstag eine irrsinnig nette Nachricht schreibt.
Die andere Yogini, die mir eine tolle Amaryllis vorbeibringt.
Der Freund, der zu meinem Geburtstag extra aus Wien anreist.
Die Kinder, die jeden Tag wunderbar sind.
Der Gatte, der mir immer zur Seite steht.
Der Freund, der seit knapp 20 Jahren neben mir hergeht.
Die Freundin, die am Geburtstagsmorgen mit einer Orchidee vor der Tür steht.
Die inspirierenden Yogi/nis, die jede Woche in meine Kurse kommen, immer wieder, manche schon seit einigen Semestern.

Einfach alle, die mein Leben so wunderbar machen –
danke!

Genießt die Weihnachtsfeiertage!
#Namaste!

 

 

Wir Frauen haben’s nicht leicht, oder: Gemeinsam sind wir stark!

Auch wenn ich momentan hauptberuflich Yogalehrerin bin:
Die Feministin in mir schläft nicht.

Gerade im Yoga, wo weit mehr als die Hälfte aller Unterrichtenden und Übenden Frauen sind, ist Feminismus aber etwas, das keine so wirklich interessiert.
Die Übenden werden als Kunden bezeichnet, die Unterrichtenden grundsätzlich als Lehrer 
und auch wenn ich mich darüber nicht mehr so aufrege wie in jüngeren Jahren, muss ich doch gestehen, dass ich das schade finde.

Gerade in der vermeintlich so achtsamen Yogawelt müsste doch klar sein, welche Macht Sprache hat, und dass wir zusammenhalten müssen, wir Frauen, egal wie alt oder jung, dick oder dünn wir sind.
Stattdessen schweigt die Mehrheit bei schwierigen Themen wie #MeToo und wirft sich wegen Kleinigkeiten Knüppel zwischen die Beine, anstatt diese aus dem Weg zu räumen und gemeinsam als starke Einheit in die Zukunft zu marschieren.

Vor allem, wenn es um die Optik geht, kennt manch weibliche Kratzbürstigkeit keine Gnade.

 

Wenn du das gerade liest und eine Frau bist, dann kennst du sicher das Problem, dass du es nie jemandem recht machen kannst
egal was du tust.

Du trägst kein Make-up?
Meine Güte, wie siehst du denn aus? Bist du krank?
Du trägst Make-up?
Eine Yogalehrerin, die Make-up trägt? Das ist nicht sehr passend!

Du hast Kinder?
Oh, wie egoistisch, noch mehr Bälger in die Welt zu setzen!
Du hast keine Kinder?
Ach, wie egoistisch, dir geht es ja nur um dich selbst!

Du hast Kinder und bleibst bei ihnen zu Hause?
Ach, jetzt spielst du also Hausfrau und liegst dem Mann auf der Tasche?
Du hast Kinder und gehst arbeiten?
Oh, du bist eine Rabenmutter und lässt deine Kinder fremdbetreuen!

Du trägst sexy oder bunte Klamotten, bist aber nicht mehr 20 Jahre alt?
Meine Güte, kleide doch doch deinem Alter entsprechend!
Du trägst keine bunten oder sexy Klamotten, bist aber unter 40 Jahre alt?
Lass dich doch nicht so gehen, wie willst du denn so einen Mann abbekommen?

Diese Liste lässt sich endlos weiterführen –
und meistens sind es Frauen, die anderen Frauen ungefragt ihre (vermutlich nicht einmal gut gemeinten) Ratschläge aufdrängen …
auch und gerade im Yoga.

Ich hab da keine Lust drauf, ich sag’s dir ganz ehrlich.
Ich leb so, wie es für mich und meine Familie richtig ist, und seh die Dinge gern ein wenig anders.

Ich beurteile dich nicht danach, wie du aussiehst oder lebst, wie du dich kleidest oder was du arbeitest, wen du liebst oder was du isst –
und ich wünsch mir das auch von dir.

So einfach ist das.

Manchmal, wenn die Verwunderung in mir zu groß wird, schreib ich drüber, hier zum Beispiel, lass meinen Gedanken freien Lauf, aber ich nehme mir (nicht mehr) das Recht heraus, alles zu be- oder verurteilen, was andere tun –
auch das hab ich in den letzten Jahren lernen dürfen.

Und jetzt, jetzt schalt ich meinen Computer aus und freu mich auf meinen morgigen Geburtstag –
ich werde 40, werde mich aber bestimmt nicht meinem Alter entsprechend  kleiden oder benehmen, so viel steht fest.
(Ich weiß ja nicht mal, was das bedeuten soll.)

 

Ich würde mich aber sehr freuen, wenn du anlässlich meines Geburtstages einen oder zwei Euro für meine Spendenaktion spenden würdest.

Vielen Dank!
<3

#Namaste!

Übrigens: #Selfcare soll keine Ausrede sein!

Vor ein paar Tagen hab ich über mein persönliches Feiertags-Selfcare-Programm geschrieben –
und warum das so wichtig ist.

Seitdem spülen mir die Algorithmen der sozialen Medien immer wieder Beiträge über Selfcare in meine Timesline, und ich muss mit Erstaunen feststellen:
Selfcare scheint für viele eine Art Ausrede zu sein.

Eine Ausrede dafür, Dinge nicht tun zu müssen …
eine Ausrede dafür, öfter mal faul zu sein …
eine Ausrede für alles, was einem gerade nicht so in den Kram passt.
Ich kann das jetzt gerade nicht, ich brauch eine Pause.

Doch das ist wahrlich nicht der Sinn von Selfcare, ganz im Gegenteil:
Selfcare gibt mir die Kraft, die ich im Alltag brauche.

(Denn wenn ich faul sein will, dann sag ich: Ich will jetzt faul sein.)

Als Working Mom von drei Kindern muss ich (wie viele andere Eltern auch) sehr oft Dinge tun, die mir nicht immer wahnsinnig viel Freude bereiten –
dauernd Wäsche waschen, täglich mehrmals kochen, aufräumen, putzen, verrückte Spiele spielen, hunderte Male den Zoo besuchen, die immer gleichen Bücher vorlesen, Wäsche verräumen, Hausaufgaben beaufsichtigen, oder wie aktuell gerade in aller Munde:
abends auf Halloween-Spaziergang gehen.
Dazwischen muss ich außerdem arbeiten, und dann ist da auch noch der Gatte, mit dem ich Zeit verbringen möchte.
Und ich hab Hobbies, und zwar einige.
(Manchmal frag ich mich eh, wie das alles klappt.)

Würde ich nicht täglich Wert darauf legen, Zeit für mich zu haben, ich würde durchdrehen.
Und ich gestehe:
Ich formuliere diesen Wunsch nach kinderfreier Mamazeit auch ganz offen und ehrlich:
Liebe Kinder, ich geh jetzt auf die Matte. Bitte gönnt mir eine halbe Stunde Yoga.
Werter Gatte, ich versinke jetzt eine Stunde in der Badewanne.
Ich möchte jetzt gern ein bisschen lesen, ja?

Der Vorteil dieser Art von Selfcare liegt klar auf der Hand:
Wenn’s drauf ankommt, bin ich zur Stelle, kann stundenlang im Zoo bleiben, kann wilde Kostüme schneidern, laufe mit Freude abends durch die Kälte und sammle Halloween-Süßigkeiten, oder widme mich intensiv der Aufzucht diverser Tierchen, die das Töchterlein zum Geburtstag bekommen hat (auch wenn ich sie nur halb so spannend finde wie sie selbst).

Selfcare ist nichts, was ich genau dann ins Spiel bringe, wenn mich etwas nicht freut, wenn ich schon kurz vorm Durchdrehen bin, nein, Selfcare hält mich davon ab, durchzudrehen –
so einfach ist das eigentlich.

Du findest das schwer?
Ich hab da ein paar Tipps für dich!

Meine Tipps für dich:

  •  Praktiziere Selfcare, bevor du das Gefühl hast, durchzudrehen!
  •  Versuche, System in deine Selfcare-Praxis zu bringen –
    übe etwa jeden Morgen, wenn die Kinder aus dem Haus sind, oder immer abends vor dem Schlafengehen.
  • Bau kleine achtsame Momente in deinen Alltag ein –
    genieße eine Tasse Kaffee mit allen Sinnen, geh für zwei Minuten vor die Tür und atme durch, oder halte einfach für ein paar Sekunden ganz aktiv inne.
    Kleine Dinge können so viel bewirken!
  • Und vor allem:
    Formuliere deine Wünsche!
    Du wirst sehen: Das klappt!

Gerade Kinder verstehen es, wenn Mama klar formuliert, dass sie Zeit für sich braucht, damit sie dann wieder voll da sein kann –
und wenn nicht?
Nun, dann sollten die lieben Kleinen das ganz dringend lernen.
(Es ist für Kinder nämlich viel angenehmer, wenn Mama oder Papa ihnen sagen, dass sie kurz eine Auszeit nehmen, als wenn Dinge, auf die sie sich freuen, nicht passieren, weil Mama oder Papa es jetzt gerade nicht schaffen.)

* * *

Nachtrag:
Ich weiß leider, wovon ich rede –
meine Mutter war nämlich so:
nie Lust auf irgendwas, immer eine Ausrede auf den Lippen, meist Ich bin müde oder Mich freut es jetzt nicht oder Das Wetter ist so schlecht.

Selfcare hat meine Mutter übrigens nie praktiziert –
im Nachhinein versteh ich also, warum ihr dauernd alles zu viel war:
Sie hatte praktisch keinen Ausgleich.
Ohne meinen Papa hätt ich wohl kaum was erlebt …
danke Papa!

Wenn du dich also das nächste Mal beschwerst, dass etwas, was dein Kind, dein Partner oder deine Partnerin sich wünscht, so anstrengend ist, dann versuch doch, dir deine Zeit besser einzuteilen. Das erfordert ein bisschen Übung und manchmal Kraft, denn ja, Zeit für sich selbst muss man sich nehmen …
aber ich verspreche dir:

Es lohnt sich!

*
Und noch ein Nachtrag:
Wenn du immer müde bist, immer antriebslos, immer irgendwie bedrückt, dann scheu dich nicht und such deinen Arzt oder deine Ärztin auf.
So toll Yoga und Achtsamkeitsübungen auch sind –
manchmal hilft das nicht mehr, manchmal bedarf es professioneller Hilfe.

Und vergiss nicht:
Dafür musst du dich nicht schämen!
<3

#namaste!

 

 

Es herbstlt! oder: Warum ich nicht perfekt sein muss.

Der Wind, der uns die Haare ins Gesicht weht, fühlt sich kühler an –
und auch, wenn wir noch mutig barfuß durchs Gras laufen, merken wir doch, dass der Boden nicht mehr so warm ist wie noch vor einem Monat.
Rotgoldene Blätter fallen von den Bäumen –
und die Laubhaufen am Boden verleiten uns dazu, lustige Fotos zu machen und herumzualbern.

Dieses Foto hab ich übrigens gestern im Hellbrunner Park gemacht –
und gerade weil die Asana (Tittibhasana, das Glühwürmchen) nicht perfekt ist, auf Instagram gepostet:
So sieht es aus, wenn ich ohne aufwärmen auf unebenem Boden und noch dazu in Jeans eine Arm Balance-Haltung einnehme.

Ich bin ein Fan von Ehrlichkeit, von Authentizität, und ich finde, das darf man auch auf Instagram sehen –
perfekt dürfen gern die anderen sein, ich mach lieber Quatsch mit meinen Kindern:

Habt eine feine Woche!
#Namaste!

Als gäb’s nur eine Asana – die ‚Push mein Ego‘-Asana

Weil es immer wieder ein Thema ist in der yogischen Welt, und weil ich mir dazu schon vor Jahren mal Gedanken gemacht hab, poste ich heute einen etwas älteren, neu überarbeiteten Artikel von mir.
Denn:

Ich geb’s ja zu, ich hab damals meine Handgelenke überlastet.

Kein Wunder, wenn man von Ich mach hin und wieder Yoga zu Ich mach jeden Tag Yoga und unterrichte übergeht, ohne auch nur mit der Wimper zu zucken, wenn man täglich mehr Chaturangas macht, als man zählen kann, jeden Armbalance-Workshop besucht, den man findet.
Es ist nichts tragisches, ein Erbe meiner Großmutter mütterlicherseits, ich kenn das schon gut und weiß, wie ich damit umgehen muss –
doch auch, wenn es mich ein wenig nervt, muss ich gestehen:
Es hat mir die Augen geöffnet.

Und das kommt so:
Wenn ich morgens im Bett liege und langsam aufwache, nehme ich gern mein Smartphone zur Hand und schau mir tolle Yogafotos an.

Die hier zum Beispiel find ich großartig – Yoga am Meer, Sonnenauf- und -untergänge, wirklich toll.
Oder hier, ganz wunderbare Bilder.
Doch auf den meisten der Bilder sind Menschen zu sehen, die wie Zirkusartist/innen die schwierigsten Asanas zeigen, mit einer Leichtigkeit, die schier unglaublich ist.
Sehr oft sind es junge Frauen, deren Körper so zerbrechlich scheint, dass sich mir unweigerlich die Frage aufdrängt:
Wie machen die das nur?

Auch ich achte auf meine Handgelenke, weiß, wie ich das Gewicht verlagern muss, damit ich im down dog meine Gelenke schone, und benutze sogar manchmal einen Keil.
Aber in Asanas, wo das gesamte Gewicht des Körpers auf den Händen liegt, kann ich nur schwer meine Handgelenke entlasten, da müssen sie das Gewicht tragen –
mit ein Grund, warum ich kaum Handstand übe, sondern den Kopfstand bevorzuge.

Natürlich sind Fotos im Sonnenuntergang klasse, eine schöne Frau im knappen Bikini, ein lässiger Skorpion direkt am Meer –
keine Frage, solche Fotos sind toll!
Ein bisschen schade finde ich die Einseitigkeit dennoch:
Denn es gibt so viele tolle Yogaposen, die es wert wären, gezeigt zu werden.
Oder lustige ideen, wie man eine scheinbar einfache Pose fotografieren oder aufnehmen kann:

Denn Yoga ist so viel mehr als reine Artistik –
und selbst Menschen, die ihr Leben lang keine extremen Umkehrhaltungen praktizieren, können dennoch von sich behaupten, gutes Yoga zu machen …
einfach, weil Yoga kein Zirkus ist.

Was an vielen artistischen Yoga-Fotos aber das Traurigste für mich ist:
Wenn das Bild an sich zwar toll ist, das Outfit top, die Frau sexy, die gezeigte Haltung aber komplett falsch, teilweise so falsch, dass sich jede/r, der sie nachmacht, verletzen könnte.
Selbst extrem durchtrainierte Yogi/nis riskieren Verletzungen, wenn sie sich nicht an die Grundregeln halten, entweder, weil sie diese nicht kennen, vielleicht auch, weil sie ihnen einfach egal sind.
Das hat für mich, gerade bei besonders gehypten Yogi/nis, auch etwas mit Verantwortung den Followern gegenüber zu tun, von denen man weiß, dass sie nachmachen, was man vorzeigt –
ich möchte nicht, dass sich jemand wehtut, weil ich so cool bin und auf die richtige Ausrichtung verzichte.

Und ganz ehrlich:
Wie oft sieht man die hippen Lifestyle-Yogi/nis meditierend auf einem Bild?
Neue Klamotten, tolle Frisur, super Location, die angesagteste Matte und eine #zerowaste-Wasserflasche –
aber Patanjali? Was ist das?

Wir dürfen eines nicht vergessen:
Yoga ist das, was in uns steckt, etwas, das wir vielleicht erst finden, mit dem wir aber sehr achtsam umgehen müssen. In jedem von uns steckt aber was anderes, nicht jede/r kann das, was wir können – und das ist vollkommen okay so.
Yoga ist ein Geschenk, das wir hüten und das wir ebenso sorgsam pflegen müssen wie den Körper, mit dem wir dieses Geschenk ausüben.
Das kann ein Handstand sein, natürlich!
Der Unterschied für mich ist nur:
Es muss kein Handstand sein –
denn besser ist es, die Asanas richtig zu beherrschen, den Körper so auszurichten, dass er nicht unter der täglichen Praxis leidet, und nicht nur Posen zu üben, die sich komisch anfühlen, damit man dann irgendwann vielleicht ein tolles Foto machen kann.

Und ich finde, das dürfen die Menschen da draußen ruhig wissen.

#Namaste!

***

An dieser Stelle möchte ich gestehen:
Ja, auch ich bin sehr aktiv in diversen sozialen Netzwerken. Als Yogalehrerin kommt man daran kaum vorbei, eine bessere und einfachere Art der Werbung gibt es nicht. Und natürlich zeig auch ich manchmal ausgefallenere Posen wie oben gezeigt –
vor allem dann, wenn ich die Haltung nach Jahren des Übens endlich schaffe.

Ich hab aber für mich selbst sehr strenge Regeln verfasst, was ich poste, und warum –
und dazu gehört vor allem:
Poste keine Asana, die du nicht exakt beherrschst, und poste niemals eine Asana, die nicht korrekt gezeigt wird.
Ich hab anfangs ganze Fotoserien vernichtet, auch wenn sie toll waren, einfach weil gewissen Details nicht gestimmt haben. Und wenn nur ein Mensch allein daheim das falsch nachmacht …
nein, da möcht ich ein ruhiges Gewissen haben.
Außerdem poste ich keine Asanas, für die man jahrelange Erfahrung braucht –
die hab ich selbst noch nicht, und das machen ohnehin alle anderen, ich zeig lieber, das Yoga etwas ist, das wirklich alle machen können, egal ob Kinder oder Schwiegermütter …
so schaut’s nämlich aus.

***
Dieser Artikel erschien in seiner Urform zuerst hier.

 

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Im Yoga die eigene Seele verkaufen? Nein danke.

Wer Yoga unterrichten möchte, braucht einen gewissen Hang zur Selbstdarstellung –
immerhin steht man ja vor Menschen, quasi auf einer kleinen Bühne, jede Bewegung wird von unterschiedlich vielen Augenpaaren begleitet, und meist trägt man auch noch enge Leggings, während man mit einem Lächeln im Gesicht Haltungen vorzeigt und sanfte Anweisungen gibt.
Alles, was man sagt und tut, wird beobachtet, oft auch bewertet.
Das muss man mögen –
oder es zumindest ertragen lernen, sonst wird jede Unterrichtseinheit zur Tortur.

Ich gebe zu, ich mag das –
beruflich stand ich schon des öfteren im Rampenlicht, Lampenfieber kenne ich nicht, ich fühle mich auch wohl, wenn mich Menschen ansehen und ich ihnen etwas erklären darf oder soll, das finde ich schön, denn man bekommt so vieles zurück, das den Stress und die Aufregung wiedergutmacht.

© Sibl and the Wheel
© Sibl and the Wheel beim Park-Yoga

Ich habe für mich auch entschieden, dass es mich nicht stört, Fotos von mir zu posten –
wer mal beim Fernsehen gearbeitet hat, der verliert die Angst, dessen Hemmschwelle sinkt, denn:
Es sind nur Fotos.
Und nur Fotos von mir.
Meine Familie nehme ich da aus, sowohl die Erwachsenen als auch die Kinder.

Fotos können tolle Werbeträger sein, sie lassen sich kunstvoll gestalten und bilden so auch eine Erinnerung an ganz besondere Momente:

© Sibl and the Wheel
© Sibl and the Wheel im Schnee

Das ist gut für mich, gut für alle, die sich über mich informieren wollen, und natürlich für all jene, die Anregungen oder Inspirationen suchen.

Doch auch meine Offenherzigkeit hat Grenzen.
Ich überprüfe etwa ganz genau, was ich von mir wo poste, welche Angaben ich mache –
und in Sachen Yoga überlege ich auch immer, ob das für mich stimmig ist.
Selbstdarstellung gut und schön –
wenn ich für mich aber das Gefühl habe, dass es nicht passt, dann lasse ich es.

Ich hab schon in jungen Jahren einige Werbeverträge abgelehnt, weil das zu bewerbende Produkt mir nicht gefallen hat und ich deshalb auch nicht für Geld sagen wollte:
Super Sache, kauf das!
Das ist vielleicht blöd, weil Werbeverträge wirklich gutes Geld einbringen –
aber ich hab wahrlich keine Lust darauf, meine Seele zu verkaufen.
Wenn ich sehe, wie Menschen des Geldes wegen Parteien unterstützen, die sie niemals wählen, Artikel anpreisen, die sie nicht kaufen würden, dann macht mich das traurig –
vor allem, weil ich den Glauben daran verliere, dass der- oder diejenige wirklich hinter dem steht, was er oder sie tut.

Wenn es von einem Menschen mehr teure Merchandisingartikel gibt, als man zählen kann, wenn jede Chance auf noch mehr Geld genutzt wird, egal was dabei herauskommt, dabei aber das in den Hintergrund tritt, was eigentlich an vorderster Stelle stehen sollte, dann stimmt für mich etwas nicht.
Und das gilt für Schauspieler/innen genauso wie für Musiker/innen oder Yogalehrer/innen –
wenn auch vielleicht für Yogi/nis mehr als für andere:
Sollten nicht gerade wir danach streben, die yamas und niyamas in unser Leben zu integrieren, und wenigstens versuchen, uns auf die inneren Werte zu konzentrieren und Äußerlichkeiten in den Hintergrund treten zu lassen?

Auch wir Yogalehrer/innen brauchen Geld zum Leben, klar, da unterscheiden wir uns in keinster Weise von anderen Menschen.
Allerdings drängt sich dann die Frage auf:
Will ich für noch mehr Geld ein Stück meiner Seele verkaufen?

Für mich ist die Antwort ganz klar:
Nein danke. 

© Sibl and the Wheel
© Sibl and the Wheel

Namaste!

 

 

 

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die sache mit dem ego. (#kolumne) (#ytt)

sinn.wort.spiel.

krank auf dem sofa zu liegen ist nicht gerade unterhaltsam.
und selbst die spannendsten folgen diverser vampir.tagebücher sind nach ein paar stunden nicht mehr fesselnd.
was also tun?
ganz einfach: lesen.
in meinem fall:
literatur zum thema yoga.

und nach etlichen artikeln über die gefahren von yoga und der durch.sicht einiger yoga.instagram.accounts weiß ich eines:
so will ichnicht werden. 

da gibt es bilder von yoga.verrückten, die ständig vorgeben, schweben zu können – und alle mit schimpf.wörtern überschütten, die nachfragen, wie das möglich sein kann.
(dabei ist doch ein gewalt.freies leben eines der stand.beine von yoga – und das schließt auch gewalt in der sprache ein.)
oder es gibt menschen, die aus yoga eine art zirkus machen – inklusive artistischer einlagen mit allerlei hilfs.mittel wie reifen oder sogar feuer.elementen.
und natürlich findet man auch anhänger/innen des nackt.yoga – weil es ja gerade im herab.schauenden hund wahnsinnig anregend ist, den kolleg/innen…

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