Vorsätze für’s neue Jahr? Hab ich keine.

Silvester ist ja traditionell jene Nacht, in der die Menschen sich Dinge für das kommende Jahr vornehmen –
mehr Sport, weniger essen, mehr Zeit mit der Familie, mit dem Rauchen aufhören.

Und ebenso traditionell sind die meisten dieser Vorsätze schon am 1. Jänner wieder vergessen.

Ich hab das mit den erzwungenen guten Vorsätzen am 31. Dezember schon lange aufgegeben.
Einerseits weil ich ohnehin keine Laster hab, die meiner Gesundheit Schaden zufügen, andererseits weil ich Dinge dann ändere, wenn ich finde, dass sie geändert werden müssen
dafür brauch ich kein Datum.

Ich möchte im kommenden Jahr einfach nur ein paar Dinge öfter machen –
durchatmen etwa:

Oder auf meiner Yogamatte stehen, weil mir das gut tut:

Und ich werde wie immer das neue Jahr mit ein paar Sonnengrüßen willkommen heißen:

… aber nicht in einem Yogastudio, sondern zu Hause bei meiner Familie.
Denn eins ist klar:
Meine Familie steht über allem –
und ich möchte das neue Jahr lieber zu Hause begrüßen, mit meinen Lieben.

(Auch wenn die Einladungen zu den 108 Sonnengrüßen am Morgen des ersten Jänner in den verschiedenen Yogastudios immer sehr lieb sind:
Bitte nicht bös sein, wenn ich nicht komm, da sitz ich gerade mit meinen Kindern zu Hause, hör mir das Neujahrskonzert an und bewundere die Tänzerinnen und Tänzer.
Yoga kann warten, meine Matte ist immer für mich da
die ersten Stunden des neuen Jahres mit meiner Familie bei wunderbarer Musik aber sind eine Tradition, die ich nicht missen möchte.)

Komm gut uns neue Jahr –
ich freu mich schon wieder darauf, mit dir zu yogieren!

#Namaste!

 

Was ‚Let it go‘ für mich bedeutet, und wieso es mich frei macht.

2018 sehe ich als mein persönliches Jahr an, um Dinge ziehen zu lassen –

Dinge, die mich belasten, Dinge, die ich nicht mehr brauche, aber auch Menschen, deren Wege sich mit meinem nicht mehr kreuzen, denen ich aber noch auf irgendeine Art und Weise verbunden bin.
Das Ziehenlassen hat nämlich den wunderbaren Nebeneffekt, dass es den Blick öffnet für Dinge, die jetzt da sind, die jetzt wichtig sind, und auf jene Menschen, die neben mir hergehen, nicht einfach nur so, sondern als Begleiter/innen.

Mitte Dezember, pünktlich zu meinem 40. Geburtstag, hab ich damit begonnen.
Ich hab als erstes mehrere Instagram-Accounts gelöscht, die zu betreuen mich eigentlich meist nur genervt hat, nur mehr mein Yoga-Account ist online, denn den lieb ich heiß.

Außerdem versuch ich schon länger, Dinge herzugeben, die ich nicht mehr brauche, Klamotten auszumisten, Bücher nur mehr zu leihen anstatt zu kaufen.
Auch auf Facebook bin ich viel weniger aktiv, vor allem deswegen, weil es nur Zeit frisst und mir als Gegenleistung ein schlechtes Gefühl gibt –
die Medien berichten vor allem Schlechtes, unsere momentane Regierung bringt auch kaum Gutes zustande, und die meisten Menschen nutzen Facebook vor allem dazu, um Gewinnspiele zu teilen oder ein bissl Dampf abzulassen.
Das kann schon recht belastend sein, muss ich zugeben.

Und ich hab meine Kontaktliste am Telefon durchgesehen und mir angeschaut, wen ich da seit Jahren drin hab, wer von diesen Menschen mir wirklich am Herzen liegt, und wer sich nur meldet, wenn es ihm oder ihr schlecht geht oder etwas gebraucht wird.

Und weißt du, was das Erstaunliche daran war?
Ich hab plötzlich erkannt, wer mir wirklich am Herzen liegt, wem ich wirklich am Herzen liege –
und dass die Flut an Kontakten, die man heutzutage hat, oft den Blick auf jene verschleiert, die immer da sind und neben uns hergehen, durch dick und dünn.
Das hat mir tatsächlich die Augen geöffnet.

Denn da sind eine Menge Menschen, die mir wirklich ans Herz gewachsen sind.

Die eine Yogini, die mir zum Geburtstag eine irrsinnig nette Nachricht schreibt.
Die andere Yogini, die mir eine tolle Amaryllis vorbeibringt.
Der Freund, der zu meinem Geburtstag extra aus Wien anreist.
Die Kinder, die jeden Tag wunderbar sind.
Der Gatte, der mir immer zur Seite steht.
Der Freund, der seit knapp 20 Jahren neben mir hergeht.
Die Freundin, die am Geburtstagsmorgen mit einer Orchidee vor der Tür steht.
Die inspirierenden Yogi/nis, die jede Woche in meine Kurse kommen, immer wieder, manche schon seit einigen Semestern.

Einfach alle, die mein Leben so wunderbar machen –
danke!

Genießt die Weihnachtsfeiertage!
#Namaste!

 

 

Weihnachten ist wunderbar! – oder: Kein Urteil, bitte.

Weihnachten naht mit Riesenschritten –
und in der yogischen Welt macht sich die alljährliche Aufregung breit:

Weihnachten und die Adventszeit, das ist doch viel zu laut, zu wenig besinnlich, zu viel Konsum, nimm Abstand davon, kauf keine Geschenke, mach da nicht mit!

Aber warum eigentlich?
Ist es unyogisch, Weihnachten toll zu finden?
Ist es unyogisch, die Adventszeit mit der Familie oder Freund/innen zu genießen?

Was ist schlecht daran, kleine Geschenke für die Lieben vorzubereiten, sich daheim einzukuscheln, über einen Weihnachtsmarkt zu wandern und die strahlenden Gesichter zu betrachten, an einem regnerischen Sonntag einen Weihnachtsfilm anzuschauen, oder gemeinsam leckere Weihnachtskekse zu backen?

Ist nicht genau das der Kern von Yoga?
Das Rückbesinnen auf die Familie, auf die Ruhe, die Stille, auf jene, die man liebt und von denen man geliebt wird?
Der Blick auf eine brennende Kerze beruhigt selbst unstete Kinderherzen, man fühlt sich geborgen –
und nichts ist erfüllender als das Strahlen in den Augen der Familie zu sehen, wenn die Kekse auch wirklich schmecken, wenn der Christbaum erstrahlt und ein, zwei Geschenke ausgepackt werden dürfen.

Im Advent fühl ich mich auf meiner Yogamatte übrigens noch wohler als sonst –
im Kerzenlicht yogieren, leise Musik, vielleicht sogar ein paar Schneeflocken, die vor dem Fenster tanzen…
perfekt.
(Ja, ich liebe Weihnachten!)

 

Ich kann schon verstehen, dass die Weihnachtszeit stressig sein kann, viele Menschen kaufen viel zu viel, überall erschallt Weihnachtsmusik –
aber wir reden im Yoga immer davon, dass wir nur uns selbst ändern können, dass wir lernen müssen, mit dem Außen umzugehen, weil wir es eben kaum beeinflussen können, und dass wir nicht urteilen sollen.

Wenn der Advent dich also stresst, nimm dir eine Auszeit, gönn dir entspannte Minuten oder Stunden auf deiner Yogamatte –
und wenn du Weihnachten generell nicht magst, dann ist das natürlich ok so.
Niemand muss Weihnachten toll finden …
aber alle dürfen.

Also üben wir uns doch in Gleichmut.
Lassen wir anderen doch ihre Freude –
und wenn Weihnachten uns selbst nicht erfreut, dann erfreuen wir uns doch an der Freude der anderen.

Was kann es Schöneres geben?

#Namaste!

 

 

Die Stille in uns selbst – oder: Lasst euch bloß keinen Stress einreden!

Gestern war ich unerhört mutig:
Ich war in einem Einkaufszentrum! So kurz vor Weihnachten! Und das auch noch freiwillig!
In diversen sozialen Medien hab ich auch heuer wieder recht oft gelesen, wie schrecklich das angeblich ist –
die vielen Menschen, die Hektik, alle stressen und kaufen und keiner ist besinnlich, es geht allen nur um den Konsum! Wer weiß denn schon, was Weihnachten wirklich bedeutet? Nur wer Weihnachten fernab von all dem Konsumwahn und Lichterketten feiert, begreift den eigentlichen Sinn davon.

Da ich heuer aber beschlossen hab, Geschenke nicht im Internet zu besorgen, und mir noch ein, zwei Kleinigkeiten gefehlt haben, bin ich also morgens früh um neun losgefahren, um der allzu großen Hektik zu entgehen.
Das haben sich außer mir aber noch ein paar andre Leute gedacht, schon der Parkplatz war brechend voll, ich hab mich also für das Schlimmste gewappnet, tief durchgeatmet …
und meine erste Überraschung erlebt:
Eine ältere Dame hat in der Hektik ein Schild übersehen und ist versehentlich einige Meter gegen die Einbahn gefahren.
Ich hab wirklich damit gerechnet, jetzt ein Hupkonzert zu erleben, aber weit gefehlt:
Ein Dutzend Autos fuhren einfach langsam ein Stück zurück, damit die Dame wenden konnte, es gab keine Aufregung, niemand hat gehupt, ein älterer Herr hat ihr beim Wenden geholfen.
Einfach so.

Eigentlich war ich der Ansicht, dass ich eben zufällig an ein paar entspannte Leute geraten bin –
aber auch damit lag ich falsch:
Obwohl wirklich sehr viele Menschen im Einkaufszentrum herumliefen, war es eigentümlich still, sanfte Weihnachtsmusik war zu hören, die Leut haben sogar miteinander geredet!
Und als plötzlich eine Durchsage kam, dass sich doch bitte ein Arzt oder eine Ärztin bei der Information einfinden soll, sind allein aus dem Laden, in dem ich war, drei Leute losgelaufen.

Hm.
War ich im falschen Film? Wo war jetzt der Konsumwahn, die Hektik, der Egoismus, so knapp vor Weihnachten?

An einem Stand mit Produkten heimischer Imker/innen hab ich dann wirklich lang mit der Verkäuferin geplaudert und ein Geschenk bekommen, der Apropos-Verkäufer war umringt von Menschen, die ihm Geld und kleine Geschenke überreichten, und überall waren lachende Gesichter zu sehen.
Es herrschte eine so angenehme Stimmung, dass ich mir spontan einen Kaffee gekauft und mich mitten zwischen die Leut auf eine Bank gesetzt hab …
einfach weil es so fein war.
(Alle Vorbeigehenden haben mich übrigens angelächelt, manche sind sogar stehen geblieben und haben mir Frohe Weihnachten gewünscht. Mein Trick? Ich hab gelächelt.)

Und während ich so auf dieser Bank gesessen bin, ist mir ein Licht aufgegangen:

Weihnachten ist das, was wir draus machen.

Ich als bekennender Weihnachts-Fan brauch nicht viel, um in Weihnachtsstimmung zu kommen –
eigentlich bin ich ja das ganze Jahr in Weihnachtsstimmung, ich verberg es nur (mehr oder weniger) gekonnt.
Und mir ist klar, dass es vielen Menschen anders geht.

Aber ich denke, wir dürfen nicht einen schweren Fehler begehen:
zu glauben, dass wir das Recht haben zu kritisieren, was wir vielleicht einfach nicht verstehen oder anders empfinden.

Manch eine/r entflieht dem weihnachtlichen Trubel auf eine einsame Insel, andere verbringen die Tage in den Bergen, manche feiern im Kreise der Familie, andere wiederum mit Freund/innen auf einer Party …
manch eine/r beschenkt seine Familie reichlich, andere haben für jeden lieben Menschen genau ein Geschenk, manche sammeln schon unterm Jahr Geschenke, andere wiederum besorgen sie im letzten Moment …

und das ist okay so!

Gerade in yogischen Kreisen wird es gern für schlecht befunden, wenn man Weihnachten ganz klassisch angeht –
im dunklen Wohnzimmer, nur erhellt vom Licht der Christbaumkerzen, mit ein paar Geschenken unter dem Baum und leckerem Essen auf den Tellern.
Der Konsum wird kritisiert, die Abhängigkeit von Annehmlichkeiten wie Strom oder dem Auto, die Hektik und der viele Stress …
und dabei vergessen die Kritiker/innen recht oft, dass Stress etwas ist, das man sich selber macht –
und dass gerade wir Yogi/nis gelernt haben sollten, damit umzugehen.

Wer an Weihnachten um die halbe Welt fliegt, um dem Konsum zu entgehen, macht einen entscheidenden Denkfehler …
wer Weihnachten nur als stressige Zeit voll nervtötender Songs betrachtet, sollte mal in sein Inneres lauschen …
wer Weihnachten so entsetzlich findet, dass er in die Berge flüchten muss, soll das machen …
aber bitte:

Macht uns anderen kein schlechtes Gewissen!

Ich liebe Weihnachten, den Duft von Weihrauch, leuchtende Kinderaugen, Vanillekipferl und Bing Crosby –
und ich darf das!

Und vielleicht, ganz vielleicht, kann es sein, dass Ihr Weihnachtsmuffel einfach noch nie einen wirklich besinnlichen, gemütlichen Weihnachtsabend mit der Familie erlebt habt …
probiert es mal aus, das ist wirklich schön!
(Und ganz nebenbei auch Weihnachten im eigentlichen Sinn.)

Denn eins ist sicher:
Weihnachten ist das, was wir draus machen.

***

Happy Weihnachten, Ihr Lieben!

 

 

Kleines Update – und dann geht’s Richtung Weihnachten!

Die Tage vor Weihnachten vergehen immer wie im Flug –
heuer aber hab ich es wirklich geschafft, nicht im Stress unterzugehen, sondern gemütlich alles zu erledigen, was erledigt werden muss, Zeit für die Familie zu haben …
und nebenbei auch noch ein, zwei neue Dinge auszuprobieren.

So hab ich etwa gestern das erste Mal meine Haare mit Roggenmehl gewaschen –
und bin restlos begeistert!

Die Haare fühlen sich super an, sauber und kräftig, die befürchteten Teigreste klebten nicht in den Haaren, ich konnte alles restlos auswaschen, und ich spar mir so die tägliche Essigspülung, die die Haare ohnehin eher austrocknet.
Großes Plus: Das Roggenmehl kommt aus Österreich und ist komplett plastikfrei verpackt – das erfreut natürlich mein ökofreakisches Herz!

Ich glaub, das ist mein neues Lieblingsshampoo – danke an alle, die mir dazu geraten haben!

(Achtung! Das geht nur mit Roggenmehl!)

Außerdem hab ich es mir an den vergangenen kuscheligen Winterabenden mit einer Tasse Tee oder einem Glas Punsch auf dem Sofa gemütlich gemacht und meinen Vorrat an gehäkelten Wattepads aufgestockt.

Das geht schnell, macht Spaß, ich kann meine Wollreste sinnvoll nutzen –
und ich kann ohne schlechtes Gewissen jeden Tag mehrere Pads verwenden, weil sie danach ohnehin in das Wäschesackerl wandern und von dort in die Waschmaschine.

Ganz nebenbei geben diese Pads auch ein super Weihnachtsgeschenk für Freund/innen oder Familienmitglieder ab, die sich auch dafür interessieren, weniger Müll zu produzieren –

perfekt!

Und wo wir schon beim Thema Müllvermeidung sind:
Ich hab auch meine Monatshygiene auf #ZeroWaste umgestellt.

Menstruationstassen verwend ich ja schon länger, aber seit ein paar Monaten benutze ich auch waschbare Slipeinlagen. Die gibt es in verschiedensten Ausführungen und von einigen Anbietern, ich hab mich für diese hier entschieden, weil sie klein sind und für meine Zwecke völlig ausreichend.

Ja, ich geb’s zu: Ich fand das anfangs auch ein bisserl schräg, mittlerweile bin ich aber sehr begeistert.
Der Tragekomfort ist top, nix verrutscht, nix zwickt, nach dem Tragen wandern sie ins Wäschesackerl und werden dann einfach in der Waschmaschine gewaschen.

Ich lass sie danach auf der Heizung trocknen – fertig.
Und was man sich an Geld spart, kann sich jede/r selbst ausrechnen – wirklich top!

Außerdem hab ich meine letzten Kinderyoga-Stunden in diesem Jahr gehalten, wurde von den Kleinen viel geknuddelt und gedrückt, ich hab neue Stundenbilder für’s Golden Age Yoga im kommenden Jahr gebastelt, das letzte Mal in diesem Jahr als Lesepatin in der Volksschule vor- und mitgelesen und etliche Laibe Brot sowie viele Kekse gebacken.

Und in all dem Trubel hab ich dennoch immer wieder Zeit dafür gefunden, auf meiner eigenen Matte tief durchzuatmen, für einen Moment die Augen zu schließen und die Seele baumeln zu lassen –
selbst wenn es nur zehn Minuten waren.

Und das ist etwas, was ich nur kann, weil Yoga mir dabei hilft –
danke, liebes Yoga, schön ist es mir dir!

Genießt die Tage vor Weihnachten, feiert ein wunderbares Fest –
und vergesst nicht, hin und wieder einmal tief durchzuatmen und etwaigen Stress für den Moment zu vergessen.

#Namaste!