Adieu, Facebook! Das war’s mit uns.

So, ich hab’s getan.
Endgültig.
Nicht nur drüber nachdenken, oder nur drüber reden –
nein.
Aus, weg damit!

Ich habe meinen Facebook-Account gelöscht.

Davon träum ich in Wahrheit ja schon seit langem.
Denn seit Jahren beobachte ich, wie aus einem einst netten sozialen Netzwerk eine Hassmaschine wurde. Unter jedem Beitrag, so harmlos kann der gar nicht sein, schlägt einem eine Welle des Hasses entgegen.
Selbst wenn es nur um Meerschweinchen geht (wie unlängst passiert), schaffen es die Menschen nicht, ganz normal miteinander zu plaudern, nein, es muss geschimpft werden, dass es nur so raucht.

Manchmal, wenn mir das alles zu viel geworden ist, hab ich mir eingeredet, dass irgendjemand dagegenhalten muss, wir dürfen den Hatern doch nicht das Feld überlassen –
egal, wie ich mich dabei gefühlt hab, denn:
Schön ist das nicht, das Dagegenhalten.
Mit der Zeit hab ich gelernt, damit besser umzugehen, hab mir die Zeit auf Facebook eingeteilt, hab die App vom Handy gelöscht, aber was nutzt das schon?
Gegen Facebook ist das monkey mind ein (wie man in Österreich sagt) Lercherlschas.

Das monkey mind, das ist das Gedankenkarussell, das sich den ganzen Tag in unserem Kopf dreht und nie still steht, das uns Stress bereitet und wirklich ganz schön lästig sein.
Im Yoga versuchen wir sowohl durch Asanas als auch durch Meditation und Pranayama dieses Gedankenkarussell zu stoppen, wenigstens für kurze Zeit, um durchatmen zu können, innere Ruhe zu finden –
und dann sitz ich da auf meiner Matte, atme, versuche die Affen in meinem Kopf einfach auszublenden …
aber wozu, wenn ich ohnehin ständig mit den Affen auf Facebook beschäftigt bin?
Mit Menschen, die andere absichtlich trollen, die hetzen und Hass verbreiten, die Aktivist/innen wie Greta Thunberg den Tod wünschen und applaudieren, wenn im Mittelmeer Menschen ertrinken?

Dagegenreden hilft leider nicht. 
Facebook agiert strikt nach Gemeinschaftsstandards, die von Menschen im Ausland kontrolliert werden –
von Menschen aus anderen Kulturkreisen, die keine Ahnung haben, warum ein Hakenkreuz nicht so klasse ist, bei Brustwarzen dafür aber rot sehen.
(Mehr Infos dazu kann man hier nachlesen. Schockierend.)
Satire ist ein Fremdwort für dieses System, dafür ist es total ok, wenn Menschen öffentlich posten, dass sie ihre Kinder nicht impfen, sondern stattdessen mit Chlorbleiche ‚behandeln‘.

In diesem undurchsichtigen System aus Affen und Bots, die gezielt steuern, was wir sehen, fühlt man sie wie einem Wirbelsturm, der kein Ende nimmt –
andauernd kommen neue schockierende Berichte, neuer Hass, neue Hetze.
Und wie bei einer Sucht kommt man nicht davon weg, ergibt sich hilflos dem Wirbelsturm, Stunde um Stunde.

Das kann man nicht aushalten, da wird man verrückt.
Aber das will ich nicht mehr.
Ich will aber wieder zur Ruhe kommen, will Songtexte schreiben, Brot backen, will mit meinen Kindern spielen und mit meinen Schreib-Eleven neue Texte erarbeiten.
Und ich will wieder viel mehr analog unterwegs sein …
Kaffee trinken, ratschen, einfach mal nix tun, und mir keine Gedanken über Affen machen, die sich diebisch freuen, wenn ich mich ärgere.
Nein danke.
Ich drück jetzt auf Pause und atme einfach tief durch.

Facebook ist für mich Geschichte –
und ich vermisse es jetzt schon nicht mehr, ganz ehrlich.

#EsGibtEinLebenNachFacebook –
und das kann nur besser sein.

PS.
Manch eine/r könnte meinen, Facebook wäre geeignet für Werbung –
mitnichten.
Werbung kostet, und zwar massiv, und bringt so wenig, dass es fast lächerlich ist. Dazu kommt, dass meine Zielgruppe nicht auf Facebook unterwegs ist.
Darauf kann ich also wirklich verzichten.
Stattdessen hab ich mich wieder für das tägliche Nachrichten-Update meiner Lieblingszeitung angemeldet …
und krieg alle wichtigen Infos frühmorgens auf dem Silbertablett serviert.

Ganz ohne Affen.
Hach.

PPS.
Ich mag Affen, sehr sogar.
Aber nur die in der freien Wildbahn, die im Dschungel leben und gerne auf Bäumen klettern. Die echten Affen.
Von denen kann man nämlich eine Menge lernen …
und sie sind wirklich süß.

 

Black Friday? Nein danke. #SeiKeinWerbeopfer!

Heut ist er wieder, dieser ominöser Freitag, an dem viele Menschen komplett durchdrehen und sich um Dinge prügeln, die sie eigentlich gar nicht brauchen.
Der Schwarze Freitag kommt aus den USA und ist immer der Freitag nach Thanksgiving –
eigentlich ein Familientag, und (leider) auch der Start in die Weihnachtseinkaufsaison.

Viele Läden öffnen schon in den frühen Morgenstunden und bieten (vermeintliche) Rabatte und Sonderaktionen. In Österreich und Deutschland findet der Black Friday aber vor allem online statt.

Der Verbraucherschutz kritisiert, dass die Rabatte künstlich aufgeblasen werden –
oft berechnen sich die Rabatte von der unverbindlichen Preisempfehlung, die meist über dem tatsächlichen Marktpreis liegt. Wer mit anderen Anbietern vergleicht, stellt dann fest, dass der Rabatt nicht so groß ist wie erhofft …
was wenig verwundert:
Die Läden wollen uns nichts schenken, sie wollen ein Geschäft machen.

Dennoch sind Bilder wie diese keine Seltenheit:

Ich muss gestehen:
Mich macht das jedes Jahr fassungslos.

Menschen streiten sich um Dinge, die sie in den allermeisten Fällen nicht brauchen und die sie sich im schlechtesten Fall auch nicht leisten können.
Und wenn ich mir ansehe, wie viel Verpackungsmüll allein an diesem einen Tag entsteht, dann frag ich mich schon:
Muss das wirklich sein? Könnten wir nicht auch ein bisschen an die Umwelt denken?

Ja, klar, auch ich kauf Geschenke für meine Lieben, aber ich hab da einen super Trick:
Ich kauf sie das ganze Jahr über.
Immer dann, wenn ich etwas entdecke, das jemandem eine Freude macht, greif ich zu. Das erspart mir einerseits vorweihnachtlichen Geschenkestress, andererseits schont es auch die Geldbörse –
denn ich kauf nicht dann, wenn mir jemand einredet, dass ich es tun muss und mich mit vermeintlichen Rabatten lockt, ich kauf dann, wenn der Preis wirklich gut ist.
(Wir alle wissen doch, dass nach Weihnachten die meisten Dinge weitaus günstiger sind als davor.)
Und noch viel wichtiger:
Ich kaufe das, was ich kaufen möchte, und nicht irgendwas, nur weil billig draufsteht.

Anstatt mich heute in Einkaufszentren von den Massen niederrennen zu lassen oder im Internet Dinge zu kaufen, die ich bei genauem Hinsehen gar nicht brauche, gestalte ich den Black Friday im ursprünglichen Sinn –
als entspannten Familientag:

Achtsamkeit ist nichts, was nur auf der Yogamatte stattfindet –
Achtsamkeit zieht sich durch das gesamte Leben. Und zwar nicht nur von Menschen, die Yoga üben –
jede/r kann und sollte achtsam sein im Tun.

Brauchen wir wirklich 15 verschiedene Outfits, um Yoga zu üben?
Brauchen wir wirklich ein neues Handy, wenn das alte noch gut funktioniert?
Und brauchen wir wirklich ein Ding aus der Wühlkiste, nur weil jemand anderer es zuerst gesehen hat?

Eigentlich nicht, oder?

#Namaste!

* * *

Übrigens:

Das soll kein Aufruf zum Nicht-Shoppen sein!
Einkaufen ist notwendig, kann Spaß machen –
und gerade Geschenke kaufen ist toll!

Wenn einkaufen aber zum Stress wird und ob der Menschenmassen sogar gefährlich, dann ist es an der Zeit, innezuhalten, umzudenken und nicht wie ein Lemming der Masse nachzulaufen.

 

Kleines Update – und dann geht’s Richtung Weihnachten!

Die Tage vor Weihnachten vergehen immer wie im Flug –
heuer aber hab ich es wirklich geschafft, nicht im Stress unterzugehen, sondern gemütlich alles zu erledigen, was erledigt werden muss, Zeit für die Familie zu haben …
und nebenbei auch noch ein, zwei neue Dinge auszuprobieren.

So hab ich etwa gestern das erste Mal meine Haare mit Roggenmehl gewaschen –
und bin restlos begeistert!

Die Haare fühlen sich super an, sauber und kräftig, die befürchteten Teigreste klebten nicht in den Haaren, ich konnte alles restlos auswaschen, und ich spar mir so die tägliche Essigspülung, die die Haare ohnehin eher austrocknet.
Großes Plus: Das Roggenmehl kommt aus Österreich und ist komplett plastikfrei verpackt – das erfreut natürlich mein ökofreakisches Herz!

Ich glaub, das ist mein neues Lieblingsshampoo – danke an alle, die mir dazu geraten haben!

(Achtung! Das geht nur mit Roggenmehl!)

Außerdem hab ich es mir an den vergangenen kuscheligen Winterabenden mit einer Tasse Tee oder einem Glas Punsch auf dem Sofa gemütlich gemacht und meinen Vorrat an gehäkelten Wattepads aufgestockt.

Das geht schnell, macht Spaß, ich kann meine Wollreste sinnvoll nutzen –
und ich kann ohne schlechtes Gewissen jeden Tag mehrere Pads verwenden, weil sie danach ohnehin in das Wäschesackerl wandern und von dort in die Waschmaschine.

Ganz nebenbei geben diese Pads auch ein super Weihnachtsgeschenk für Freund/innen oder Familienmitglieder ab, die sich auch dafür interessieren, weniger Müll zu produzieren –

perfekt!

Und wo wir schon beim Thema Müllvermeidung sind:
Ich hab auch meine Monatshygiene auf #ZeroWaste umgestellt.

Menstruationstassen verwend ich ja schon länger, aber seit ein paar Monaten benutze ich auch waschbare Slipeinlagen. Die gibt es in verschiedensten Ausführungen und von einigen Anbietern, ich hab mich für diese hier entschieden, weil sie klein sind und für meine Zwecke völlig ausreichend.

Ja, ich geb’s zu: Ich fand das anfangs auch ein bisserl schräg, mittlerweile bin ich aber sehr begeistert.
Der Tragekomfort ist top, nix verrutscht, nix zwickt, nach dem Tragen wandern sie ins Wäschesackerl und werden dann einfach in der Waschmaschine gewaschen.

Ich lass sie danach auf der Heizung trocknen – fertig.
Und was man sich an Geld spart, kann sich jede/r selbst ausrechnen – wirklich top!

Außerdem hab ich meine letzten Kinderyoga-Stunden in diesem Jahr gehalten, wurde von den Kleinen viel geknuddelt und gedrückt, ich hab neue Stundenbilder für’s Golden Age Yoga im kommenden Jahr gebastelt, das letzte Mal in diesem Jahr als Lesepatin in der Volksschule vor- und mitgelesen und etliche Laibe Brot sowie viele Kekse gebacken.

Und in all dem Trubel hab ich dennoch immer wieder Zeit dafür gefunden, auf meiner eigenen Matte tief durchzuatmen, für einen Moment die Augen zu schließen und die Seele baumeln zu lassen –
selbst wenn es nur zehn Minuten waren.

Und das ist etwas, was ich nur kann, weil Yoga mir dabei hilft –
danke, liebes Yoga, schön ist es mir dir!

Genießt die Tage vor Weihnachten, feiert ein wunderbares Fest –
und vergesst nicht, hin und wieder einmal tief durchzuatmen und etwaigen Stress für den Moment zu vergessen.

#Namaste!

Yoga mit dem Wheel – eine spannende Sache

Seit ich letzten Sommer mein erstes Yogawheel bekommen habe, sind ein paar Monate vergangen, in denen ich nur wenig damit üben konnte –
klassische Stunden mussten vorbereitet, auf die Yogateachertrainings-Prüfung gelernt werden, dann kam das Kinder Yoga und natürlich dutzende nicht-yogische Tätigkeiten …
es war immer etwas los.

Aber jetzt,
jetzt hab ich Zeit –
und die werd ich nutzen:

© Sibl and the Wheel
© Sibl and the Wheel beim Tüfteln

Momentan bin ich dabei, klassische Yoga-Haltungen in Wheel-Haltungen zu verwandeln, um je nach Übungswunsch die Asana anstrengender oder entspannter zu gestalten –
eine spannende und auch interessante Aufgabe.

Und dann, irgendwann, werd ich das, was ich mir da erarbeite, anderen Yogabegeisterten weitergeben –

darauf freu ich mich schon!

Namaste!

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