Aus der Reihe ‚Yoga mit dem Wheel‘: Öffne dein Herz!

Anahata Chakra, das Herz-Chakra, ist eines der Haupt-Chakren im Yoga und gilt als Sitz der kosmischen und individuellen Seele. Diesem Chakra werden Freude und bedingungslose Liebe ebenso zugeordnet wie Mitgefühl und Hingabe, Sanftheit und Geduld. Wer sein Anahata Chakra aktiviert, findet besseren Zugang zu Liebe und Freude, empfindet kaum Eifersucht oder Gier und toleriert alles und jeden, wertet nicht, nimmt an, was ist.

Un-yogisch ausgedrückt bedeutet das, wertfrei und ohne Vorurteile durchs Leben zu gehen, mit einem Lächeln auf den Lippen und Liebe im Herzen –
Liebe für sich selbst, aber auch Liebe für andere und die Welt an sich.
Eben mit einem offenen Herzen.

Diese innere Haltung haben wir alle ein wenig verlernt –
ob man nun sagt, dass Anahata Chakra geöffnet werden muss, oder wir einfach liebevoller mit uns und der Welt umgehen müssen, ist unerheblich, weil wir alle dasselbe meinen.

Im Yoga heißt es, dass alle Rückbeugen dazu beitragen, Anahata Chakra aus eigener Kraft wieder zu öffnen –
und das kann schwerer sein, als man glaubt.
Einerseits, weil der Job uns vielleicht in eine nach vorne gebeugte Haltung zwingt, oder weil die Muskeln am Rücken nicht so trainiert sind wie die Brustmuskulatur.
Andererseits können die Gründe auch in unserem Inneren liegen. Nicht nur einmal hab ich in Yogastunden erlebt, dass Menschen in Tränen ausbrechen, wenn sie eine Rückbeuge über längere Zeit hinweg halten, dass längst vergessene Gefühle wieder hochkommen, oder dass der ganze Körper sich dagegen sträubt, eine Rückbeuge zu machen.

Rückbeugen können auch für Schmerzen im unteren Rücken verantwortlich sein:
Wer ständig sein Herz öffnet, die Bewegung aber aus der Lendenwirbelsäule kommen lässt anstatt aus der Brustwirbelsäule, schädigt auf Dauer seinen unteren Rücken und wird keine Freude mehr an herzöffnenden Asanas haben, weil er sie für seine Schmerzen verantwortlich macht.

Und hier kommt das Yogawheel ins Spiel:

Öffne dein Herz!

Wie du siehst, lieg ich ganz entspannt auf dem Wheel, mein Kreuzbein liegt genau auf dem Wheel auf und ist gut unterstützt, sodass ich kein Hohlkreuz erzeuge und Schmerzen in der Lendenwirbelsäule vorbeuge –

ich bin recht anfällig für Schmerzen im unteren Rücken und hab diese oft durch falsche Haltungen verschlimmert …
eine Rückbeuge, die rein aus der Brustwirbelsäule kommt, fühlt sich nicht so intensiv an wie eine, bei der ein Hohlkreuz die Beugung verstärkt, auch wenn sie besser für den ganzen Körper wäre.

Mit dem Yogarad aber kann ich entspannt mein Anahata Chakra öffnen, mein Kopf liegt wie in Matsyasana, dem Fisch, auf der Matte auf, mein Nacken ist ebenfalls entspannt und mein Atem kann tief und ruhig fließen.

Ein weiterer Vorteil:
Durch das sanfte in die Rückbeuge hineinrollen lernt mein Körper, wie die Haltung auch ohne Wheel geübt werden muss, sodass ich nach und nach lerne, Rückbeugen ohne Hohlkreuz zu bewerkstelligen.

Auf meinem Instagram-Account kannst du es als Timelapse-Video anschauen:

https://www.instagram.com/p/BTBdGlLDgav/?taken-by=sibl_and_the_wheel

Und so geht’s:
Setz dich an den vorderen Rand deiner Matte, die Knie gebeugt, und platziere das Wheel so an deinem Rücken, dass deine Brustwirbelsäule auf dem Wheel liegt.
Greif dann dein Wheel oder lass die Hände neben deinem Körper auf der Matte liegen, aktiviere Mula Bandha und Uddiyana Bandha und roll langsam und achtsam nach hinten. Roll vielleicht ein paar Mal hin und her, bis du so weit nach hinten rollen kannst, dass dein Kopf die Matte berührt –
das Wheel liegt jetzt idealerweise unter deinem Kreuzbein und unterstützt deinen unteren Rücken. Deine Hände kannst du locker neben dem Körper auf der Matte liegen lassen, die Beine sind gestreckt und bleiben aktiv, sodass die Füße nicht auseinanderfallen, dein Atem fließt ruhig und sanft, direkt hinein in dein geöffnetes Herz-Chakra.
Bleib einige Atemzüge in dieser Haltung, bring danach wieder Aktivität in deine Beine und deine Bauchdecke und roll achtsam wieder zurück nach vorne, wo du für einen Moment einfach entspannt sitzen bleibst und der Rückbeuge nachspürst.

Wie bei allen Rückbeugen gilt aber auch (und besonders!) mit dem Wheel:
Sei achtsam!
Überfordere deinen Körper nicht mit Haltungen, die er noch nicht kennt – vor allem, wenn du Anfänger/in bist!
Aktiviere Mula Bandha, deinen Beckenboden, und Uddiyana Bandha, in der Nähe deines Bauchnabels, indem du Beckenboden und Nabel sanft anspannst – aber nicht zuviel.
Wärme dich vor dem Üben mit dem Yogawheel gut auf – zuerst deinen ganzen Körper, etwa mit Sonnengrüßen oder einer sanften Praxis, gewöhne dann im Speziellen aber auch deine Wirbelsäule an das Wheel, etwa indem du sanft rollst und dich auf dem Rad einfindest.

Rollen zum Aufwärmen

Wenn du Fragen hast, meld dich einfach, ich helf dir gern weiter.
Oder komm mal zu einem Wheel-Workshop und lern mit mir die Basics von Yoga mit dem Wheel.

Ich freu mich auf dich!
#Namaste!

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Wie Musik dein Yoga noch wunderbarer machen kann.

Yoga ist etwas, das in aller Stille praktiziert wird, das hab ich ganz zu Beginn meiner Yogapraxis eingetrichtert bekommen.
Es geht rein um die Musik in dir selbst, darum, diese Stille als Musik wahrzunehmen, und zu erkennen, wie wunderbar diese Stille ist.

Stimmt, gar keine Frage.
Die Welt rund um uns ist laut genug, kaum jemals kann man wirklich in Stille sitzen –
und selbst wenn es draußen mal still ist, dann irritieren uns die Stimmen und Gedanken in unserem Kopf, die ohne Unterlass auf uns einreden und uns ablenken.

In meinem Fall ist die vollkommene Stille leider unmöglich –
seit ich ein kleines Kind bin, rauschen meine Ohren, ein sanfter, aber stetig wahrnehmbarer Tinnitus, verursacht durch zu viele Mittelohrentzündungen.
Je nachdem, wie gut oder schlecht es mir geht, ist das Rauschen leiser oder lauter, das ist manchmal recht praktisch, weil ich etwa schon im Vorhinein merke, wenn ich krank werde oder eine Auszeit brauche.

Allein auf meiner Matte ist es allerdings weniger praktisch, das andauernde Geräusch, das manchmal so laut ist, dass es mich richtig ablenkt, obwohl es mich schon seit mehr als zwanzig Jahren begleitet.
Das ist einer der Gründe, warum ich oft Meeresrauschen abspiele, wenn ich meditiere, und meistens mit Musik yogiere, die ich gut kenne –
so vergesse ich das Rauschen in meinen Ohren und kann mich völlig auf die Yogapraxis konzentrieren.

Und deswegen möchte ich euch heute meine liebste Yoga-Playlist präsentieren –
manchmal ist mir nach indischen Mantras, manchmal nach purer Klavierbegleitung, aber meistens genieße ich diese 49 Minuten Musik:

Die Art der Songs, das Tempo und die Intensität weisen mir den Weg durch die Asanas –
vom Ankommen auf der Matte, übers Aufwärmen und Dehnen hin zu kräftigen und anspruchsvolleren Posen, weiter zu Dreh- und Umkehrhaltungen, bis dann die Schlussentspannung kommt.
Wenn mir danach ist, bau ich zu James Bay den Inside Flow ein, den ich in einem Workshop mit Young Ho Kim lernen durfte –
wie einen kleinen Tanz zwischendurch.

Ich denke gar nicht darüber nach, was ich mache, und ich mach auch nicht immer das gleiche, aber ich kann mich vollkommen der Musik hingeben, höre kein Rauschen in den Ohren, kann meine Gedanken abschalten und auf der Matte einfach nur sein.

Und ich muss sagen:
Es gibt nichts schöneres!

#Namaste!

Merken

Warum Kinderyoga so wichtig ist

Die heutige Kinder-Yogastunde in einem meiner Kindergärten war hart, muss ich gestehen:
In der Gruppe waren zwei Kinder, die keine Sekunde stillsitzen können, die jeden Gedanken, der in ihrem Kopf auftaucht, sofort lautstark der Gruppe mitteilen müssen, und für die es offenbar Neuland ist, dass ihnen jemand kleine Aufgaben stellt, wie etwa:
Setz dich auf deinen Platz und pass auf, dass du die Memory-Karten in der Mitte nicht durcheinander bringst.
oder
Achte darauf, dass du deinem Sitznachbarn nicht mit dem Ellenbogen ins Gesicht stichst.

Im Kinder-Yoga ist das natürlich normal –
kein Kind tut immer genau das, was man ihm sagt, die Fantasie und der Bewegungsdrang sind meistens stärker …
und das Schöne ist:
Kinder-Yoga ist perfekt dafür.
Bewegung und Stillsitzen wechseln sich ab, die Kinder können ihre Gedanken und Ideen einbringen, niemand wird zu etwas gezwungen, in den allermeisten Fällen sind die Kleinen aber begeistert bei der Sache und genießen jede Sekunde.

Da heute die Abschiedsstunde war, hatte ich geplant, mit den älteren Kindern Yoga-Memory zu spielen –
eine geniale Kombination aus Achtsamkeits-Schulung und Yoga-Übungen, die den Kindern großen Spaß macht. Meistens sind sie traurig, wenn wir alle Karten aufgedeckt haben und sie fertig sind mit der Yoga-Stunde und eine andere Gruppe dran ist.

Yoga als Spiel: Yoga-Memory

Heute aber kam bei den Kindern keine echte Spielfreude auf –
es ist einfach nicht lustig, wenn zwei Kinder absichtlich alle Karten durcheinander bringen, sich keine Sekunde auf das Spiel konzentrieren können, dann aber beleidigt sind, wenn sie keine Paare finden und lautstark beginnen zu schreien.

Nach mehrmaliger Aufforderung, Platz zu nehmen, dem Spiel zu folgen und die anderen nicht zu stören, hab ich dann beschlossen, nicht die Geduld zu verlieren, sondern meinen Trumpf zu präsentieren: die eine Memory-Karte, vor der die Kleinen fast ein bisserl Respekt haben, die sie aber dennoch genießen:
die Karte mit dem Wecker.

© Sibl and the Wheel
Zeit, innezuhalten

Wenn dieses Karten-Paar aufgedeckt wird, setzen sich alle hin, schließen die Augen und den Mund – und halten einfach inne.
Wer es am längsten schafft, darf sich Stillhalte-König oder -Königin nennen und den anderen erklären, wie er oder sie es so lang geschafft hat …
die Kinder haben nämlich die tollsten Ideen, wie man es schafft, innezuhalten und Ruhe zu bewahren!

Also hab ich die beiden Wecker-Karten aufgedeckt und das Stillhalten ausgerufen –
mit Erfolg:
Sogar die Beiden, die sich bisher schwer taten, wollten zeigen, wie gut sie das können …
und als wir alle dann wieder die Augen öffneten, sagte eines der Kinder:
Das war so angenehm, können wir das nachher nochmal machen?

Kinder brauchen Ruhephasen, genauso wie die Erwachsenen, und genauso wie wir müssen sie lernen, sich diese zu gönnen und zu erkennen, wie wertvoll sie sind.
Sich auf ein Memory-Spiel konzentrieren zu können, tief einzuatmen oder kurz mal im Krieger zu stehen –
all das sind Fähigkeiten, die Kindern im Leben wirklich helfen …
nicht, weil ihnen jemand sagt, dass sie es müssen, sondern weil es ihnen guttut –
und weil sie selbst spüren, wie gut es ihnen tut.

Und das ist etwas, das ich gerne fördern möchte –
wer das nämlich schon als Kind lernt, der kann es auch, wenn er erwachsen ist …
und das ist ein wunderbarer Gedanke!

#Namaste!

***

Kleiner Nachtrag:
Die Welt, in der wir leben, ist schnell und oft rastlos. Viele Eltern müssen früh in die Arbeit und kommen erst spät wieder nach Hause. Da bleibt wenig Zeit, sich den Kindern zu widmen und sie zu fördern – vor allem, weil uns die Welt suggeriert, dass fördern bedeutet, die Kinder von einem Kurs in den nächsten zu kutschieren, keine Leerzeiten hinzunehmen und jede Minute des Tages genau zu planen.
Und auch wenn bekannte Erziehungswissenschaftler/innen mittlerweile wieder dazu raten, den Kindern Langeweile zu gönnen, weil das Pause fürs kindliche Gehirn und Raum für die eigene Fantasie bedeutet, scheinen manche Eltern direkt Angst davor zu haben, als Rabeneltern zu gelten, wenn das eigene Kind weniger Kurse besucht als das Nachbarskind.

Als Mutter von drei Kindern und mittlerweile Kinder-Yogalehrerin möchte ich aber allen Eltern ans Herz legen:
Lasst eure Kinder atmen!
Gönnt ihnen die Zeit, die sie brauchen, um zur Ruhe zu kommen – und helft ihnen dabei, sich zu entfalten.
Anstatt sie von einem Kurs in den anderen zu hetzen, setzt euch mit ihnen hin und spielt ein Brettspiel –
weil man dabei ganz wunderbar lernt, sich zu konzentrieren, achtsam zu sein und trotzdem Spaß zu haben.
Und weil man dabei Zeit miteinander verbringt.

Kinder wissen selbst recht genau, was sie interessiert und was sie gut können, sie brauchen nur jemanden, der sie an der Hand nimmt und mit ihnen den manchmal steinigen Weg zu sich selbst beschreitet –
ohne allerdings die Richtung vorzugeben.
Und sie brauchen manchmal jemanden, der ihnen zeigt, wie schön es sein kann, Ruhe in sich selbst zu spüren –
die Welt ist stressig genug.

 

Merken

Und ewig dreht sich das Gedankenkarussell.

Gibt es einen guten Zeitpunkt, um krank zu werden?
Vermutlich nicht –
aber unzählige schlechte.

Jetzt gerade, zum Beispiel:
Ich habe hunderte Dinge zu erledigen, müsste denken und tüfteln und hier anrufen und dort vorsprechen, eine Website erstellen und über hundert weitere Dinge nachdenken …
stattdessen lieg ich mit Halsweh am Sofa, trink literweise Tee mit Kurkuma-Honig und bekomm schon einen Schweißausbruch, wenn ich nur ans Aufstehen denke.
https://www.instagram.com/p/BRAm7Tbj36J/?taken-by=sibl_and_the_wheel
Gestern hab ich es nicht mal auf die Matte geschafft, obwohl ich mich ein wenig bewegen wollte, das möchte ich heute unbedingt  schaffen –
denn es ist  furchtbar, abends ins Bett zu gehen, wenn man eh den ganzen Tag nur rumliegen musste.

Krank sein macht aber noch etwas mit mir:
Es treibt mein ohnehin schon rastloses Gedankenkarussell noch mehr an.

Gerade jetzt, wo ich nicht mehr nur noch plane, sondern aktiv an meinem (nennen wir es mal) Co-Working-Space für … hm … Body and Soul arbeite (jaaa, am Namen tüftle ich auch noch), gerade jetzt wollen meine Gedanken einfach keine Ruhe finden:

Ist es die richtige Idee? Was hab ich übersehen? Klappt das mit meinen Kindern? Werden da überhaupt irgendwelche Leute kommen? Wie erreiche ich diese Leute? Wird es finanziell leistbar sein? Was muss ich alles anschaffen? Schaff ich alles, was ich mir vornehme, bis April? Was wird das mit mir machen, mit meiner Familie? Wird es Auswirkungen auf meine Beziehung haben?

Und das ist nur eine kleine Auswahl an Fragen, die mir durch den Kopf gehen, tagsüber auf dem Sofa, und vor allem nachts im Bett, wenn ich nicht schlafen kann.

Deshalb werd ich mich heute auf meine Matte setzen, tief durchatmen, und die Welt einfach Welt sein lassen.
https://www.instagram.com/p/BOHhIwADmEb/?taken-by=sibl_and_the_wheel
Auf mich selbst achten, meinen Kopf freiatmen, abends in der Badewanne entspannen –
und erst morgen wieder die Welt neu erfinden.

Denn wie heißt es so schön?

Genießt euren Faschingsdienstag, und passt auf euch auf.

#Namaste!

Merken

Merken

yoga ist irgend.wie auch nur ein business – aber ein schönes. (#kolumne)

sinn.wort.spiel.

yoga zu unterrichten ist groß.artig.

das studio auf.sperren, selbst einmal an.kommen, dann alles auf die ankunft der yogis und yoginis vor.bereiten, indirekte stimmungs.beleuchtung ein.schalten, sanfte musik aus.suchen, achtsame worte zum an.kommen wählen, asanas an.sagen und vor.zeigen, dann eine ruhige entspannung an.leiten, wieder achtsame worte wählen, alle aus der entspannung er.wecken –
und in strahlende gesichter blicken.
das ist mit sicherheit einer der schönsten jobs, die man haben kann.

die zeit verfliegt, es ist anstrengend und lustig und jedes mal wieder spannend –
denn man weiß nie, was kommt:
an manchen tagen plant man eine power.klasse, dann kommen die yogierenden und sagen:
och, können wir heute bitte was ruhiges machen, das wär toll!
also wirft man den plan kurzer.hand über bord und macht was ruhiges, bietet anstrengendere alternativen an, durchforstet den inneren yoga.plan nach entspannenden asanas und das i.phone nach der passenden play.list –
die menschen sollen die stunde ja…

Ursprünglichen Post anzeigen 437 weitere Wörter