#Yoga kann nicht alles heilen – hört auf, das zu erzählen!

Vor knapp einer Woche diagnostizierte mein Hausarzt bei mir eine Nierenbeckenentzündung. Offenbar hab ich eine Blasenentzündung nicht bemerkt und deshalb verschleppt, die Nacht von Donnerstag auf Freitag war eher unschön, mittlerweile geht es mir aber wieder besser –
moderner Medizin sei dank.

Warum ich über dieses Thema schreibe?
Weil ich von mehreren Bekannten aus der Yogaszene gefragt wurde, wieso ich als Yogalehrerin überhaupt auf die Idee komme, wegen so etwas zum Arzt zu gehen und Medikamente zu nehmen.
Es gäbe doch so tolle Detox-Asanas, die meine Nieren entgiften, außerdem könne ich ayurvedische Tees trinken, tägliche Yoga-Praxis sei natürlich ein Muss, am besten viele Dreh-Haltungen, die ja meine Niere entgiften. Mit diesen Tipps würde ich rasch wieder gesund werden, immerhin könne Yoga ja alles heilen.

Blödsinn!

Eine Nierenbeckenentzündung wird von Bakterien ausgelöst, und Bakterien wird man (wie alles andere auch) mit Detox nicht los –
denn Detox gibt es nicht.
Eine bakterielle Infektion sollte mit Antibiotika behandelt werden, vor allem, wenn sie schnell verschwinden und nicht wiederkommen soll.

Ganz abgesehen davon, dass so etwas weh tut, und zwar sehr. 
Wer noch nie an einer Nierenbeckenentzündung litt, kann sich das nicht vorstellen:
Es ist, als würde jemand seine Finger in die Nieren bohren und fest zudrücken, man kann kaum atmen, und das macht Angst.
Abends eine Schmerztablette nehmen zu können und zu wissen, dass die Nacht schmerzfrei sein und man daher schlafen können wird, ist eine tolle Errungenschaft unserer Zeit, auf die wir stolz sein können.

Was ich aber wirklich entsetzlich finde, ist der Satz ‚Yoga kann alles heilen‘.
Nein, Yoga kann nicht alles heilen –
schon gar nicht, was von Bakterien oder Viren ausgelöst wurde, genetische Erkrankungen oder Krebs (auch das hört und liest man immer wieder).
Ja, Yoga kann unterstützen, vielleicht nicht so sehr die Heilung, aber die Psyche, Yoga kann die Seele streicheln, Yoga kann auch körperliche Leiden verbessern, Schmerzen im Rücken etwa, und es gibt Studien, die zeigen, dass Yoga bei psychischen Leiden wie Depressionen oder Angstzuständen Wunder wirken kann.

Doch Yoga kann nicht alles heilen! 
Wann immer du an etwas leidest, das den Einsatz von echten Medikamenten erfordert, dann vertrau deinem Arzt oder deiner Ärztin und befolge deren Rat.
(Homöopathie ist übrigens wirkungslos und zählt nicht zu echten Medikamenten, und ein Heilpraktiker ist kein Arzt.)

Wir als Yogalehrende sollten uns nicht herausnehmen, medizinische Ratschläge zu geben, immerhin ist Medizin ein eigenes Studium, wir aber haben nur ein Yoga Teacher Training hinter uns.
Und wir sollten den Satz ‚Yoga kann alles heilen‘ ganz dringend aus unserem Sprachgebrauch verbannen –
unseren Yogi/nis zuliebe.

Ich hab mich übrigens nur bedingt an die Ratschläge meiner Bekannten gehalten. Stattdessen schluck ich brav die Medikamente, die mir mein Arzt verschrieben hat, trink sehr viel Tee (und ja, da sind auch ein paar ayurvedische dabei), sitz abends in der Badewanne und trag ständig mein Lieblingskleidungsstück, das kidneykaren, weil es wunderbar warm hält.
Dreh-Haltungen hab ich gar keine geübt in den letzten Tagen, die tun nämlich höllisch weh, wenn die Nieren schmerzen, und wenn überhaupt, dann hab ich nur ganz sanft yogiert, damit der Rücken entlastet wird und ich ein wenig zur Ruhe komme.

Denn ich bin davon überzeugt:
Wir sollten uns nicht von den Erkenntnissen der modernen Medizin, der modernen Wissenschaft abwenden. Rückbesinnung kann etwas Gutes sein, wer erkältet ist, dem wird Ingwertee natürlich guttun, aber das darf nicht bedeuten, dass wir allem entsagen, wo Medizin draufsteht.

Wär es nicht viel Sinnvoller, beides zu kombinieren?
Ich find ja schon!

#Namaste!

 

Auf zu neuen Ufern … denn das ist nicht mein Yoga!

Viele Jahre meines Lebens hab ich in den so genannten ‚Medien‘ gearbeitet –
zuerst beim Radio, dann beim Fernsehen, dann im Verlagswesen und wieder beim Fernsehen, und schließlich im Bereich ‚Content‘ im Internet.
In all diesen Jahren war ich es gewohnt, in einer von Männern dominierten Welt zu arbeiten, ich hab mir ein dickes Fell zugelegt, hab blöde Macho-Sprüche mit noch blöderen Emanzen-Sprüchen gekontert und mit der Zeit zu schätzen gelernt, wie die meisten Männer arbeiten:
offen und gerade heraus, was zählt, ist die Leistung, und nicht, ob und wie frau geschminkt ist, und wenn es ein Problem gibt, klärt man das, ohne monatelang nachtragend zu sein.
Eigentlich klasse.
Mit einem großen Aber –
denn die Medien haben auch Schattenseiten:
hoher Druck, familienunfreundliche Arbeitszeiten, übergroße Egos, mehr Sein als Schein, Intrigen und dummes Gerede.
Schwierig, auf Dauer, vor allem als Mutter.

Irgendwann hat das Schicksal dann für mich beschlossen:
Das war’s jetzt mit den Medien, darf ich vorstellen: Das ist Yoga.

Von wöchtentlichen Yogakursen zum YTT und weiter zum ersten Unterrichten war es nur ein kleiner Schritt –
hätte mir jemand vorher gesagt, wie das laufen wird, ich hätt denjenigen ausgelacht.
Vielleicht wär ein bisserl langsamer aber eh gscheit gewesen, irgendwann war’s dann nämlich doch zu viel. Yoga zu unterrichten hat für Mamas (und natürlich Papas) nämlich einen entscheidenden Nachteil:
Der Unterricht findet immer dann statt, wenn eigentlich gerade die eigenen Kinder versorgt werden müssten …
frühmorgens oder abends, wenn die Familie gerade isst und die Kleinen ins Bett müssen, oder am Wochenende, wenn eigentlich Familienzeit angesagt wäre.

Weil Arbeit für mich aber nicht unbedingt Selbstverwirklichung ist, bei der mir alle andren rundherum egal sind, hab ich beschlossen:
Das geht so nicht weiter.

Ich kann nicht jedes Mal die ganze Familie in Bereitschaft versetzen, nur weil ich zu unmöglichen Zeiten Yoga unterrichten will –
vor allem, wenn man dabei so wenig verdient.

Die Kinder-Yogastunden kamen da gerade richtig –
einerseits weil es wenig gibt, was so erfüllend ist, wie mit Kindern zu arbeiten, andererseits weil sie zu familienfreundlichen Zeiten stattfinden.

Doch trotz all der Freude am Yogaunterricht trübte schon von Anfang an ein großer Schatten meine Begeisterung:
die Stimmung in der Yoga-Community.
Gerade in dieser vermeintlich in sich gekehrten, urteilsfreien und spirituellen Welt begegnen mir mehr Verurteilungen, Intrigen und Scheinheiligkeit als in all den Jahren beim Fernsehen.

Das ist aber nicht yogisch ist ein Satz, der nicht nur mir unzählige Male begegnet ist –
nur sehr selten als Scherz, meist begleitet von selbstgefälligem Kopfschütteln und hochgezogenen Augenbrauen.
Die gegnerischen Yogi/nis werden beurteilt anhand ihrer Klamotten oder der Yogamatten, die sie benutzen, man definiert sich selbst über den Ernährungsstil und verbreitet Dogmen ebenso wie esoterische Wundermittel, wer anders (sprich kritisch) denkt, wird sofort blockiert (sowohl analog als auch digital), es werden Lügen verbreitet, es wird gemobbt –
und über all dem steht die eigene (Schein-)Heiligkeit, das Ich bin erleuchtet, du nicht.

Vermutlich ist das überall so, wo Menschen und Egos aufeinander treffen, aber gerade im Yoga fällt es auf –
man spricht salbungsvoll von Yamas und Niyamas, von Kleshas und dem Pfad der Erleuchtung …
und hintenrum ist alles komplett anders.

Was, die postet keinen Kopfstand auf Instagram? Und das soll yogisch sein?

Natürlich ist es verdammt schwer, als selbständige/r Yogalehrer/in von diesem Job leben zu können, und klar gibt es Konkurrenzkampf …
immerhin gehört es heutzutage fast schon zum guten Ton, Yogalehrer/in zu sein.
Doch es wird mit unmöglichen Mitteln um Kund/innen gebuhlt und vollkommen vergessen, dass wahre Zufriendenheit wirklich aus dem Inneren kommt, dass all das Predigen nichts bringt, wenn man nicht lebt, was man predigt, egal wie aggressiv man sich selbst bewirbt.
Dabei ginge das doch auch anders, man könnte zusammenarbeiten, respektvoll miteinander umgehen, sich helfen und gemeinsam erfolgreicher werden.
Mitnichten.
Unzählige Male hab ich versucht, Yoga-Menschen in meinem Umkreis zum Kommunizieren zu bewegen, zu gemeinsamen Aktionen oder gemütlichen Treffen, um wenigstens mal miteinander zu plaudern …
erfolglos.

Solche Verhaltensweisen halt ich an sich schon nur schwer aus –
in yogischen Kreisen macht es mich aber wirklich fertig, muss ich zugeben.
Da ich aber niemanden außer mir selbst ändern kann, hab ich beschlossen, genau das zu tun, diesem Wahnsinn zu entfliehen …
und Yoga zum Nebenjob werden zu lassen.

Ich hab bei einigen Kolleg/innen gesehen, wie sehr der Druck innerhalb der Community sie belastet, wie sie mit allen Mitteln versuchen, dem gerecht zu werden und manchmal auch daran zerbrechen …
aber das ist nicht mein Yoga.

Mein Yoga ist liebevoll, immer für mich da, es beschützt mich und fängt mich auf, es beurteilt mich nicht und klebt mir kein Etikett auf die Stirn –
es begleitet mich einfach.

Und auch, wenn das Unterrichten momentan weniger wird, weiß ich ganz genau:
Yoga wird immer ein Teil von mir sein …
denn Yoga macht mich ganz.

#Namaste.

Was mich meine elektrische Schall-Zahnbürste gelehrt hat – und was das mit #Yoga zu tun hat.

Wir alle haben es schon oft gehört:
Yoga hat eine lange Tradition, bis zu 4.000 Jahre soll er schon auf dem Buckel haben –
plusminus.

Dabei hat Patanjali, der oft als jener Mann angeführt wird, der Yoga als erster beschrieben/erfunden/in Worte gefasst hat, nur davon geschrieben, wie die Sitzhaltung sein soll, in der wir meditieren, sthira sukham asanam, fest und entspannt, mit keinem Wort erwähnt er die 2.100 Haltungen, die es heute im Yoga zu geben scheint –
und es werden immer mehr.
Die Asanas, die wir heutzutage im Yoga gelehrt bekommen und lehren, haben eine weitaus kürzere Tradition –
und irgendwie scheint sich niemand so wirklich klar darüber zu sein, woher sie eigentlich kommen.
Aber ich schweife vom Thema ab …
denn darum geht es mir heute gar nicht.

In der Ausbildung haben wir grundlegende Regeln gelernt, wie Asanas auszuführen sind, und hier kommt sthira sukham asanam wieder ins Spiel, denn die Yoga-Haltungen sollen fest und stabil, aber auch entspannt und leicht ausgeführt werden.
Und natürlich lernt man in so einer Ausbildung ebenso, wie sich der Körper laut Yoga-Handbuch in den einzelnen Asanas bewegen soll, wie er dastehen soll –
und das ist etwas, worüber ich mir sehr oft Gedanken mache, weil diese Regeln oft im krassen Widerspruch zu wissenschaftlichen Anatomie-Büchern stehen …
oder zu meinem eigenen Körper.

Wenn ich mir den nämlich ansehe, erkenne ich schnell, dass diese angeblich Jahrtausende alten Regeln nicht für alle gelten –
sehr oft hab ich den Eindruck, sie gelten eigentlich nur für mega durchtrainierte Menschen, die hyperflexibel sind und täglich mehrere Stunden Yoga praktizieren.
Nicht für mich also – obwohl ich täglich praktiziere.

In unserer heutigen Welt, in der wir alle viel zu oft vor dem Computer sitzen, in der wir keine Zeit für morgendliche Dehneinheiten und viele von uns mit kleineren oder größeren Wehwehchen zu kämpfen haben, sind viele dieser Alignment-Vorgaben vor allem eines:
ungültig.

Wie ich das meine?

Ein Beispiel:
Jahrelang wurde ich in Yoga-Klassen angewiesen, aus Uttanasana langsam Wirbel für Wirbel aufzurollen. Niemand hat mir je gesagt, ich solle dabei die Knie leicht beugen
und obwohl ich aus früheren Trainingseinheiten eigentlich weiß, dass man beim Heben schwerer Gewichte immer die Knie beugen soll, hab ich die Anweisungen befolgt, ohne darüber nachzudenken.
Seit vielen Jahren gibt es im Yoga offenbar den Irrglauben, dieses Aufrollen mit gestreckten Knien sei generell sanfter für den Rücken –
aber das ist falsch, rein anatomisch gesehen.
Besser wäre es für die meisten, bei gestreckten Beinen den Rücken gerade nach oben zu führen –
oder eben die Beine zu beugen.
Ich bevorzuge übrigens ‚gebeugte Beine und gerader Rücken‘, das fühlt sich für mich am natürlichsten an.

Ich weiß nicht, ob auch dieses Aufrollen eine lange Tradition hinter sich hat, aber so muss es wohl sein, denn anscheinend wird es auch in indischen Yogaschulen so gelehrt –
und das bringt mich genau zu dem Punkt, zu dem ich heute kommen möchte:

Davon ausgehend, dass Yoga auf eine lange Geschichte zurückblicken kann, dürfen wir hier im Westen nicht ausblenden, dass die Wissenschaft weitergegangen ist.
Gerade in der Yoga-Community wird gerne vergessen, dass das Verständnis unseres Körpers, das Wissen um Krankheiten, Anatomie, Auswirkungen verschiedener Haltungen, uns einen anderen Blick auf einzelne Asanas und ihre Wirkung erlaubt, als es noch vor einigen Jahren möglich war.
Galt es früher als gesund, sehr lange im Kopfstand zu stehen, weiß man heute, dass das sogar gefährlich sein kann.
Wurde man früher in gewisse Haltungen hinein gedrückt, weiß man heute, dass manche Körper manche Asanas einfach nicht so ausführen können, wie sie beschrieben werden –
und benutzt stattdessen Gurte und Blöcke, um die Haltung dennoch möglich zu machen.
Auch wenn es im Yoga viel ums Spüren geht, um innere Ruhe, um Spiritualität und den Weg zu sich selbst, dürfen wir die Wissenschaft nicht vollkommen ausgrenzen –
unsere Vorfahren haben ganz wunderbare Erfindungen für uns gemacht, haben Medikamente entwickelt, Impfungen, haben den menschlichen Körper erforscht, innen und außen …
wir sollten diese Geschenke nicht mit Füßen treten, nur weil es gerade angesagt ist, sich wieder auf das Wesentliche zu besinnen: Das bedeutet nämlich nicht, der Wissenschaft und der Medizin zu entsagen und wieder so zu leben wie vor ein paar tausend Jahren –
es geht auch anders.

Für mich bedeutet das:
Yoga muss immer direkt an den Menschen angepasst werden, der vor mir auf der Matte steht.
Der eine muss mit geradem Rücken üben, die andere langsam aufrollen, mancher braucht einen Gurt, und andere können die Haltungen genau so ausführen, wie so vor vielleicht Jahrtausenden erdacht wurden.
Natürlich macht das den Yoga-Unterricht um einiges schwieriger, denn das bedeutet, dass wir genau wissen müssen, wer da vor uns auf der Matte steht, dass wir jede Anweisung personalisieren müssen, und vielleicht damit aufhören, in einer Yoga-Klasse mehr als zwanzig Menschen zu unterrichten –
den Menschen zuliebe, die uns ihre Gesundheit anvertrauen.

Ich glaube, wir sollten wieder ein wenig davon abkommen, Dinge aus Prinzip so zu machen, wie sie vor vielen tausend Jahren in einem fremden Land gemacht wurden, und öfter darüber nachdenken, ob das heutzutage bei uns im Westen wirklich immer sinnvoll ist –
und ich gebe zu:
Das wurde mir letztens klar, als ich mit meiner neuen elektrischen Schall-Zahnbürste morgens im Badezimmer stand.

Über mehrere Jahre hinweg hab ich versucht, eine ökologische, biologische und dennoch sinnvolle Zahnhygiene in meinen Alltag einzubauen.
Ich hab morgens mit ayurvedischen Zahnölen gespült, minutenlang, was meinem Abluss nur bedingt gut getan hat. Klar fühlen sich die Zähne nach dem Ölziehen toll und glatt an, sie sind ja quasi eingeschmiert, aber so richtig begeistert hat mich das nicht.
Ich bin von Plastikzahnbürsten auf welche aus Bambus umgestiegen (und benutze diese manchmal immer noch, ebenso wie meine Familie, weil sie wirklich toll sind), und hab natürlich keine herkömmliche Zahnpasta mehr benutzt, sondern selbst gemachte mit Kokosöl (was mein Abfluss noch blöder fand) oder auf Basis von Natron oder Salz (mein Zahnfleisch hat gebrannt wie Feuer, schrecklich).
Außerdem hab ich mehrmals in der Woche auf Anraten einer Ayurveda-Beraterin meine Zähne mit Kurkuma geputzt – als Tee- und Kaffeeliebhaberin will ich ja trotzdem keine gelblich-braunen Zähne haben, und der gelbe Gatsch soll angeblich die Zähne aufhellen.
Nach mehreren Monaten, in denen ich das wirklich regelmäßig gemacht habe, kann ich nun sagen: Nein, Kurkuma hilft überhaupt nicht, ganz im Gegenteil.

Dann wurde meine alte elektrische Zahnbürste kaputt und ich hab mich im Geschäft spontan für eine Schallzahnbürste entschieden –
die ich jetzt seit drei Wochen benutze, meine Zähne sind mittlerweile strahlend weiß und fühlen sich toll an, dabei benutz ich nicht mal mehr Zahnpasta, sondern geb einen Tropfen Mundwasser (bio, aus einer Glasflasche) auf das Bürstchen, bevor ich putze.

Was ich damit sagen will:
Viele der Hausmittel, die wir von früher kennen, und auch viele der ayurvedischen Tipps, die auch ich gerne in meinen Alltag einbaue, stammen aus einer Zeit, in der die Menschen nichts anderes hatten.
Wer in der Apotheke kein Medikament kaufen kann, weil es keine Apotheke gibt, der nutzt natürlich die Kraft der Natur –
und gerade ich bin großer Fan von Naturheilkunde und hab mir auch einen Ruf als Kräuterhexe erarbeitet.
Trotzdem sollten wir nicht vergessen, all die wunderbaren Errungenschaften unserer Zeit zu nutzen –
und dazu gehört eben auch:

Lasst uns Yoga als etwas sehen, das sich entwickelt, lasst uns Naturheilkunde als etwas sehen, das wir mit Schulmedizin kombinieren, ohne diese abzulehnen –
wir dürfen und sollen auch im Yoga nach vorne schauen, der Zukunft entgegenschreiten …
auch wenn wir die alten Traditionen ehren.

#Namaste!

***

Wenn ich in diesem Artikel Yoga schreibe, meine ich damit den körperlichen Aspekt der Asanas.

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Und ewig dreht sich das Gedankenkarussell.

Gibt es einen guten Zeitpunkt, um krank zu werden?
Vermutlich nicht –
aber unzählige schlechte.

Jetzt gerade, zum Beispiel:
Ich habe hunderte Dinge zu erledigen, müsste denken und tüfteln und hier anrufen und dort vorsprechen, eine Website erstellen und über hundert weitere Dinge nachdenken …
stattdessen lieg ich mit Halsweh am Sofa, trink literweise Tee mit Kurkuma-Honig und bekomm schon einen Schweißausbruch, wenn ich nur ans Aufstehen denke.

Gestern hab ich es nicht mal auf die Matte geschafft, obwohl ich mich ein wenig bewegen wollte, das möchte ich heute unbedingt  schaffen –
denn es ist  furchtbar, abends ins Bett zu gehen, wenn man eh den ganzen Tag nur rumliegen musste.

Krank sein macht aber noch etwas mit mir:
Es treibt mein ohnehin schon rastloses Gedankenkarussell noch mehr an.

Gerade jetzt, wo ich nicht mehr nur noch plane, sondern aktiv an meinem (nennen wir es mal) Co-Working-Space für … hm … Body and Soul arbeite (jaaa, am Namen tüftle ich auch noch), gerade jetzt wollen meine Gedanken einfach keine Ruhe finden:

Ist es die richtige Idee? Was hab ich übersehen? Klappt das mit meinen Kindern? Werden da überhaupt irgendwelche Leute kommen? Wie erreiche ich diese Leute? Wird es finanziell leistbar sein? Was muss ich alles anschaffen? Schaff ich alles, was ich mir vornehme, bis April? Was wird das mit mir machen, mit meiner Familie? Wird es Auswirkungen auf meine Beziehung haben?

Und das ist nur eine kleine Auswahl an Fragen, die mir durch den Kopf gehen, tagsüber auf dem Sofa, und vor allem nachts im Bett, wenn ich nicht schlafen kann.

Deshalb werd ich mich heute auf meine Matte setzen, tief durchatmen, und die Welt einfach Welt sein lassen.

Auf mich selbst achten, meinen Kopf freiatmen, abends in der Badewanne entspannen –
und erst morgen wieder die Welt neu erfinden.

Denn wie heißt es so schön?

Genießt euren Faschingsdienstag, und passt auf euch auf.

#Namaste!

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die sache mit den klischees. (#kolumne)

sinn.wort.spiel.

gestern bekam ich eine aufgeregte nachricht eines bekannten:
er habe gerade auf meiner facebook.seite gelesen, dass ich nicht an einhorn.fohlen.essenz glauben würde, und dann habe er sich auf meiner seite ein wenig umgesehen und festgestellt, dass ich auch impfen befürworten und mich nicht von chemtrails einschüchtern lassen würde.
und das, obwohl ich doch yoga.lehrerin sein möchte!

beim lesen dieser zeilen blieb mir kurz das lachen im hals stecken.
muss man denn sämtliche verschwörungs.theorien nicht nur glauben, sondern auch noch verbreiten, um als echte yogini zu gelten?
offenbar.
dabei hat sich yoga selbst doch schon längst von seinem rein esoterischen ruf befreit, dachte ich, wurde es doch wissenschaftlich erforscht und für gut befunden, und darf als anerkannte therapie.form wahrlich nicht mit unseriösen gefährlichkeiten verglichen werden.

ganz ehrlich:
nur weil ich yoga mache, glaub ich noch lange nicht an chemtrails.
(denn es gibt keine chemtrails.)
nur weil ich nach meiner yoga.praxis…

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