Mein Feiertagsprogramm oder: #Selfcare ist wichtig!

Viel zu selten nehmen wir uns die Zeit, auf uns selbst zu achen, uns zu hegen und zu pflegen, auf die Signale unseres Körpers zu achten und diese auch ernst zu nehmen.

Am heutigen Nationalfeiertag hab ich mir also für etwas sehr Wichtiges Zeit genommen:
für mich.

Die Kinder sind unterwegs, das Wetter ist traumhaft, und ich kann genau das machen, was ich gern mache.

Zuerst wurde der Garten auf den Winter vorbereitet, die letzten Kräuter wurden geerntet, und die verbleibenden Kapuzinerkresseknospen werden in Essig eingelegt –
eine Köstlichkeit!


Dann hab ich etwas übers Fermentieren gelernt, weil fermentieren eine meiner Leidenschaften ist –
Kombucha, Kefir und Co. sind aus meinem täglichen Speiseplan nicht mehr wegzudenken.
Übrigens:
Ein Mix aus Grüntee und Zitronenverbenentee, fermentiert zu Kombucha und dann kombiniert mit Zitrone und Basilikum, ist wirklich unglaublich lecker.


Danach war ich auf der Matte –
Yoga darf an meinem Tag auf keinen Fall fehlen.

Und heute Abend, wenn die lieben Kleinen dann im Bett sind, werd ich wieder an einem süßen Amigurumitier weiterhäkeln oder ein wenig stricken.


What a perfect day!

***

Was hast du heute für dich getan?

Vergiss nicht:
Etwas für dich selbst zu tun, hat nichts mit Egoismus zu tun, sondern streichelt die Seele und hilft dir im Alltag.
Denn:

You can’t pour from an empty cup!

#Namaste!

worlds within.

sitting
breathing
listening
and smiling.

love
and peace
and calm
and stardust.

and the awareness that
there are worlds and worlds in all of us that we don’t know –
worlds that we need to discover with that overwhelming yes in our hearts.

thank you for making me aware.

jimmy

***

thank you, James Higgins, for that wonderful yoga class last friday, it was a pleasure!
can’t wait to yoga with you again!

and thank you, Michis Yoga, for making that wonderful evening possible!
<3

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Was mich meine elektrische Schall-Zahnbürste gelehrt hat – und was das mit #Yoga zu tun hat.

Wir alle haben es schon oft gehört:
Yoga hat eine lange Tradition, bis zu 4.000 Jahre soll er schon auf dem Buckel haben –
plusminus.

Dabei hat Patanjali, der oft als jener Mann angeführt wird, der Yoga als erster beschrieben/erfunden/in Worte gefasst hat, nur davon geschrieben, wie die Sitzhaltung sein soll, in der wir meditieren, sthira sukham asanam, fest und entspannt, mit keinem Wort erwähnt er die 2.100 Haltungen, die es heute im Yoga zu geben scheint –
und es werden immer mehr.
Die Asanas, die wir heutzutage im Yoga gelehrt bekommen und lehren, haben eine weitaus kürzere Tradition –
und irgendwie scheint sich niemand so wirklich klar darüber zu sein, woher sie eigentlich kommen.
Aber ich schweife vom Thema ab …
denn darum geht es mir heute gar nicht.

In der Ausbildung haben wir grundlegende Regeln gelernt, wie Asanas auszuführen sind, und hier kommt sthira sukham asanam wieder ins Spiel, denn die Yoga-Haltungen sollen fest und stabil, aber auch entspannt und leicht ausgeführt werden.
Und natürlich lernt man in so einer Ausbildung ebenso, wie sich der Körper laut Yoga-Handbuch in den einzelnen Asanas bewegen soll, wie er dastehen soll –
und das ist etwas, worüber ich mir sehr oft Gedanken mache, weil diese Regeln oft im krassen Widerspruch zu wissenschaftlichen Anatomie-Büchern stehen …
oder zu meinem eigenen Körper.

Wenn ich mir den nämlich ansehe, erkenne ich schnell, dass diese angeblich Jahrtausende alten Regeln nicht für alle gelten –
sehr oft hab ich den Eindruck, sie gelten eigentlich nur für mega durchtrainierte Menschen, die hyperflexibel sind und täglich mehrere Stunden Yoga praktizieren.
Nicht für mich also – obwohl ich täglich praktiziere.

In unserer heutigen Welt, in der wir alle viel zu oft vor dem Computer sitzen, in der wir keine Zeit für morgendliche Dehneinheiten und viele von uns mit kleineren oder größeren Wehwehchen zu kämpfen haben, sind viele dieser Alignment-Vorgaben vor allem eines:
ungültig.

Wie ich das meine?

Ein Beispiel:
Jahrelang wurde ich in Yoga-Klassen angewiesen, aus Uttanasana langsam Wirbel für Wirbel aufzurollen. Niemand hat mir je gesagt, ich solle dabei die Knie leicht beugen
und obwohl ich aus früheren Trainingseinheiten eigentlich weiß, dass man beim Heben schwerer Gewichte immer die Knie beugen soll, hab ich die Anweisungen befolgt, ohne darüber nachzudenken.
Seit vielen Jahren gibt es im Yoga offenbar den Irrglauben, dieses Aufrollen mit gestreckten Knien sei generell sanfter für den Rücken –
aber das ist falsch, rein anatomisch gesehen.
Besser wäre es für die meisten, bei gestreckten Beinen den Rücken gerade nach oben zu führen –
oder eben die Beine zu beugen.
Ich bevorzuge übrigens ‚gebeugte Beine und gerader Rücken‘, das fühlt sich für mich am natürlichsten an.

Ich weiß nicht, ob auch dieses Aufrollen eine lange Tradition hinter sich hat, aber so muss es wohl sein, denn anscheinend wird es auch in indischen Yogaschulen so gelehrt –
und das bringt mich genau zu dem Punkt, zu dem ich heute kommen möchte:

Davon ausgehend, dass Yoga auf eine lange Geschichte zurückblicken kann, dürfen wir hier im Westen nicht ausblenden, dass die Wissenschaft weitergegangen ist.
Gerade in der Yoga-Community wird gerne vergessen, dass das Verständnis unseres Körpers, das Wissen um Krankheiten, Anatomie, Auswirkungen verschiedener Haltungen, uns einen anderen Blick auf einzelne Asanas und ihre Wirkung erlaubt, als es noch vor einigen Jahren möglich war.
Galt es früher als gesund, sehr lange im Kopfstand zu stehen, weiß man heute, dass das sogar gefährlich sein kann.
Wurde man früher in gewisse Haltungen hinein gedrückt, weiß man heute, dass manche Körper manche Asanas einfach nicht so ausführen können, wie sie beschrieben werden –
und benutzt stattdessen Gurte und Blöcke, um die Haltung dennoch möglich zu machen.
Auch wenn es im Yoga viel ums Spüren geht, um innere Ruhe, um Spiritualität und den Weg zu sich selbst, dürfen wir die Wissenschaft nicht vollkommen ausgrenzen –
unsere Vorfahren haben ganz wunderbare Erfindungen für uns gemacht, haben Medikamente entwickelt, Impfungen, haben den menschlichen Körper erforscht, innen und außen …
wir sollten diese Geschenke nicht mit Füßen treten, nur weil es gerade angesagt ist, sich wieder auf das Wesentliche zu besinnen: Das bedeutet nämlich nicht, der Wissenschaft und der Medizin zu entsagen und wieder so zu leben wie vor ein paar tausend Jahren –
es geht auch anders.

Für mich bedeutet das:
Yoga muss immer direkt an den Menschen angepasst werden, der vor mir auf der Matte steht.
Der eine muss mit geradem Rücken üben, die andere langsam aufrollen, mancher braucht einen Gurt, und andere können die Haltungen genau so ausführen, wie so vor vielleicht Jahrtausenden erdacht wurden.
Natürlich macht das den Yoga-Unterricht um einiges schwieriger, denn das bedeutet, dass wir genau wissen müssen, wer da vor uns auf der Matte steht, dass wir jede Anweisung personalisieren müssen, und vielleicht damit aufhören, in einer Yoga-Klasse mehr als zwanzig Menschen zu unterrichten –
den Menschen zuliebe, die uns ihre Gesundheit anvertrauen.

Ich glaube, wir sollten wieder ein wenig davon abkommen, Dinge aus Prinzip so zu machen, wie sie vor vielen tausend Jahren in einem fremden Land gemacht wurden, und öfter darüber nachdenken, ob das heutzutage bei uns im Westen wirklich immer sinnvoll ist –
und ich gebe zu:
Das wurde mir letztens klar, als ich mit meiner neuen elektrischen Schall-Zahnbürste morgens im Badezimmer stand.

Über mehrere Jahre hinweg hab ich versucht, eine ökologische, biologische und dennoch sinnvolle Zahnhygiene in meinen Alltag einzubauen.
Ich hab morgens mit ayurvedischen Zahnölen gespült, minutenlang, was meinem Abluss nur bedingt gut getan hat. Klar fühlen sich die Zähne nach dem Ölziehen toll und glatt an, sie sind ja quasi eingeschmiert, aber so richtig begeistert hat mich das nicht.
Ich bin von Plastikzahnbürsten auf welche aus Bambus umgestiegen (und benutze diese manchmal immer noch, ebenso wie meine Familie, weil sie wirklich toll sind), und hab natürlich keine herkömmliche Zahnpasta mehr benutzt, sondern selbst gemachte mit Kokosöl (was mein Abfluss noch blöder fand) oder auf Basis von Natron oder Salz (mein Zahnfleisch hat gebrannt wie Feuer, schrecklich).
Außerdem hab ich mehrmals in der Woche auf Anraten einer Ayurveda-Beraterin meine Zähne mit Kurkuma geputzt – als Tee- und Kaffeeliebhaberin will ich ja trotzdem keine gelblich-braunen Zähne haben, und der gelbe Gatsch soll angeblich die Zähne aufhellen.
Nach mehreren Monaten, in denen ich das wirklich regelmäßig gemacht habe, kann ich nun sagen: Nein, Kurkuma hilft überhaupt nicht, ganz im Gegenteil.

Dann wurde meine alte elektrische Zahnbürste kaputt und ich hab mich im Geschäft spontan für eine Schallzahnbürste entschieden –
die ich jetzt seit drei Wochen benutze, meine Zähne sind mittlerweile strahlend weiß und fühlen sich toll an, dabei benutz ich nicht mal mehr Zahnpasta, sondern geb einen Tropfen Mundwasser (bio, aus einer Glasflasche) auf das Bürstchen, bevor ich putze.

Was ich damit sagen will:
Viele der Hausmittel, die wir von früher kennen, und auch viele der ayurvedischen Tipps, die auch ich gerne in meinen Alltag einbaue, stammen aus einer Zeit, in der die Menschen nichts anderes hatten.
Wer in der Apotheke kein Medikament kaufen kann, weil es keine Apotheke gibt, der nutzt natürlich die Kraft der Natur –
und gerade ich bin großer Fan von Naturheilkunde und hab mir auch einen Ruf als Kräuterhexe erarbeitet.
Trotzdem sollten wir nicht vergessen, all die wunderbaren Errungenschaften unserer Zeit zu nutzen –
und dazu gehört eben auch:

Lasst uns Yoga als etwas sehen, das sich entwickelt, lasst uns Naturheilkunde als etwas sehen, das wir mit Schulmedizin kombinieren, ohne diese abzulehnen –
wir dürfen und sollen auch im Yoga nach vorne schauen, der Zukunft entgegenschreiten …
auch wenn wir die alten Traditionen ehren.

#Namaste!

***

Wenn ich in diesem Artikel Yoga schreibe, meine ich damit den körperlichen Aspekt der Asanas.

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Von der Liebe zur Einsamkeit – oder: Warum einsames #Yoga für mich erfüllender ist.

Bevor ich das Yoga Teacher Training begonnen habe, war ich jede Woche in einem abendlichen Yoga-Kurs –
manchmal auch öfter.
Außerdem hab ich am Wochenende Workshops besucht, auch Festivals, und natürlich: Yoga daheim gemacht.

Je mehr ich aber über die einzelnen Asanas gelernt und erkannt habe, wie Yoga eigentlich praktiziert werden soll – oder besser: kann –, umso mehr lernte ich die Einsamkeit zu schätzen.
Auch, weil ich in dieser Zeit selbst unterrichtet und erst da wirklich gesehen habe: Unterrichten hat mit der eigenen Praxis nichts zu tun, ganz im Gegenteil, das Unterrichten klappt nur, wenn ich daheim sehr achtsam und am besten täglich praktiziere –
und das ist wirklich schwer!

An manchen Tagen betrete ich frühmorgens die Matte, stelle die Zehen auf, setze mich in den Fersensitz und dehne minutenlang meine Fußsohlen –
und manchmal war’s das dann auch schon …
entweder weil ich keine Zeit oder manchmal auch einfach keine Lust habe.
An anderen Tagen verbringe ich den ganzen Nachmittag auf der Matte und mache nur das, was mir gerade in den Sinn kommt, was sich gut anfühlt, wonach mein Körper sich sehnt, und vergesse dabei völlig, wie lange ich mich bewege oder unbewegt auf der Matte sitze.
Manchmal ist es auch einfach nur der Wunsch nach einem Workout, der mich antreibt, dann möchte ich schwitzen und mich einfach nur bewegen, am besten zu lauter Musik.

Und an wieder anderen Tagen ruft die Matte abends nach mir, um mir Ruhe zu schenken, meine rastlosen Beine zu entspannen, oder damit ich einfach mal nichts tun zu muss, außer in Stille einfach nur zu sein.
Wie schön sind diese Momente, in denen man als Mutter oder Vater keine kindlichen Anfragen beantworten muss –
oder nach einem langen Arbeitstag kein/e Chef/in Arbeitsaufträge erteilt.

Selten, aber doch, komm ich auch nachts auf meine Matte, wenn ich nicht schlafen kann, wenn meine Beine zucken, wenn ich aber niemanden nerven möchte und auf der Matte abwarte, bis es wieder besser wird.

Ich möchte in diesen Momenten nicht auf die Uhr schauen, mich an niemand anderen als mich selbst anpassen müssen, ich möchte solange in Savasana liegen, wie ich mag, oder auch gar nicht, ich möchte Musik hören, laut atmen, ich möchte mich weder besonders stylen noch irgendetwas besonderes anziehen, ich möchte keine komischen Blicke bekommen, wenn ich der oder dem Unterrichtenden erkläre, wieso mein Körper ein wenig komisch auf der Matte steht, ich möchte jede Asana so kurz oder lang halten, wie ich sie gerade brauche, und nicht nach einem von jemand anderem geplanten Schema exakt 75 Minuten yogieren –
ich möchte einfach mein Yoga machen.

Ich möchte mit meiner Matte an besonderen Orten yogieren, nur mit mir selbst, ich möchte dabei keine Zuschauer/innen haben und nur meiner eigenen inneren Uhr folgen –
einfach, weil es eben mein Yoga ist.

Mir ist klar, dass das auf manche ein wenig egoistisch wirkt, auch wenn ich nicht nachvollziehen kann, warum –
denn das ist der Kern von Yoga:
mit sich selbst ins Reine kommen, sich selbst genügen, sich so annehmen, wie man ist, den Körper auf langes Sitzen in der Meditation vorbereiten, und so zu agieren, wie der Körper es braucht.
Ich muss mich in keine Asanas quetschen, die mein Körper (noch) nicht beherrscht, und wenn ich die Arme beim Sonnengruß nicht über die Seite nach oben führen kann, ohne jemandem ins Gesicht zu schlagen, dann fühle ich mich in meiner Praxis eingeengt.

Wanderlust Festival München

Natürlich kommt es vor, dass ich Workshops von wunderbaren Yogi/nis besuche und diese so voll sind, dass man kaum Platz für die eigene Matte findet, aber solche Workshops zählen für mich nicht als mein Yoga, sondern sind Weiterbildung, neue Erfahrung, Erweiterung des eigenen Horizonts.

Ebenso wie die vielen Events, die es rund um Yoga gibt –
die sind lustig, keine Frage, aber vor allem zum Schauen, Lachen, vielleicht Lernen. Wie ein netter Ausflug in eine andere Welt …

meine Yogawelt aber ist zu 98 Prozent dort, wo ich mit meiner Matte allein bin, egal ob zu Hause oder irgendwo in der Natur.
Und ich muss gestehen:
Seit ich das weiß, kann ich innerlich während des Yogierens noch besser abschalten als zuvor – egal wo ich mich gerade befinde.

Eins aber ist wirklich wichtig und muss an dieser Stelle extra erwähnt werden, denn:
Wie immer im Yoga gilt auch bei diesem Thema:
Sei achtsam!
Überfordere deinen Körper nicht mit Haltungen, die er noch nicht kennt – vor allem, wenn du Anfänger/in bist!
Das bedeutet auch:
Praktiziere nicht rein nach deinem Empfinden, manchmal ist gerade das besonders schlecht für den Körper, was sich besonders gut anfühlt. Es reicht auch nicht, nur nach Onlinevideos zu praktizieren, denn da gibt es niemanden, der dich korrigiert, dir die Grundlagen beibringt, deinen Körper in der Haltung ansieht und so entscheiden kann, welches die beste Variante einer Asana für dich ist.
Auch wenn du am liebsten zu Hause praktizierst: Besuche dennoch hin und wieder einen Kurs mit echten Unterrichtenden, damit du deine persönliche Ausrichtung kennenlernst und dann nicht wieder verlierst!
Erst wenn du die Grundlagen kennst und beherrschst, solltest du es wagen, nur mit dir allein zu üben –
deiner Gesundheit zuliebe.

Auch wer wie ich ein Teacher Training hinter sich hat, sollte nicht rein mit sich alleine praktizieren –
ich hab in so manchem Workshop beobachten dürfen, wie auch jene Menschen korrigiert wurden, die mehrere Ausbildungen hinter sich haben und auf jahrelange Praxis zurückblicken können, denn:
Jede/r macht mal Fehler, Körper verändern sich ebenso wie Sichtweisen, es gibt neue Erkenntnisse in Sachen Asanas und Ausrichtung …
wer auf seinen Körper achtet, sollte ihn deshalb auch hin und wieder dem geschulten Auge einer/s Unterrichtenden zeigen, er wird es euch danken.
(Der Körper, aber vermutlich auch der oder die Unterrichtende.)

#namaste!

***

Das soll natürlich kein Plädoyer gegen Yogakurse sein, nur ein kleiner Einblick in meine persönliche Praxis –
und die findet, wie vermutlich bei den meisten, die mit Yoga ihr Geld verdienen, doch meistens allein daheim statt.
<3

 

 

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Warum #Bodyshaming ein Blödsinn ist – und warum es uns alle betrifft.

Eigentlich sollte ich gerade an meinem Computer sitzen und an einer Übersetzung arbeiten –
aber während einer kleinen Kaffeepause vorhin hab ich einen Blick auf Instagram geworfen und einen Post entdeckt, der mich so fassungslos gemacht hat, dass ich beschlossen hab, darüber zu schreiben.

Auf dem Account einer sehr inspirierenden Yogini war ein Video zu sehen, die junge Dame trug einen Bikini, weil sie am Strand war, und zeigte im Sand allerhand Asanas, manche sehr perfekt, andere ein bisserl wackelig –
ich möchte noch mal wiederholen: Sie stand am Strand, unter ihr nur Sand, da wackelt man gerne mal während Vrksasana, zum Beispiel –
wer das nicht glaubt:
Schuhe ausziehen und auf einem Bein in die Wiese stellen, Arme nach oben, Blick ebenfalls nach oben, in den Himmel, in etwa so:

ein Baum am Meer

Das Setting des Videos war super, tolles Licht, eine tolle Frau am Strand, die Yoga macht und sich wenig um Perfektion schert –
was kann da schon komisch dran sein, fragt man sich, das klingt doch wunderbar.

Bis man die Kommentare liest.
Dutzende Menschen lassen sich über den Körper der jungen Frau aus, der – no na – beim Bewegen und Drehen und Beugen mal hier, mal da eine Falte wirft …
Menschen, die die junge Frau nicht kennen und die, wenn es nach ihnen selbst geht, beim Blick in den Spiegel tot umfallen müssten.

Ich sehe in dem Video eine junge Frau, die den Mut hat, ohne Photoshop-Tricks, ohne Visagistin oder teurer Ausstattung einfach zu zeigen, was sie macht –
und das, was sie macht, macht sie richtig klasse:
Die Asanas werden korrekt ausgeführt, sie lässt sich Zeit, ich bin sicher, ihr Atem fließt ruhig, und ein Lächeln umspielt ihre Lippen.
Genau so sollte Yoga sein, genau so sieht es aus, wenn jemand mit sich und der Welt im Reinen ist und einfach fließt.

Ich wollte das wunderbare Video eigentlich hier verlinken, aber es wurde wohl ob der vielen negativen Kommentare gelöscht –
und deshalb hab ich beschlossen:
Ich kann das so nicht hinnehmen!

Wie kann es sein, dass jemand ein wunderschönes Video postet, und hunderte andere beschließen einfach so, einen Shitstorm auszulösen, aus dem einfachen Grund, dass sich unser Körper der Bewegung anpasst und es sich erlaubt, auch mal Falten zu werfen –
sowas aber auch!
Natürlich ist mir klar, dass Übergewicht weltweit ein großes Problem ist, und ich weiß auch, dass es viel zu viele magersüchtige Menschen gibt, diese Probleme möchte ich in keinster Weise verharmlosen –
aber manchmal hab ich das Gefühl, dass gerade in den sozialen Medien die Leute komplett den Bezug zur Realität verloren haben.

Können wir das nicht bitte einfach sein lassen?
Können wir nicht bitte einfach wieder den Mittelweg entdecken?
Weder zu viel noch zu wenig ist erstrebenswert, das gilt für so ziemlich alles im Leben –
aber am Wichtigsten ist: Urteilma doch bitte nicht über alle anderen –
und auch nicht so harsch über uns selbst!

Lasst uns ein Zeichen setzen, wir alle, die wir als Yogaunterrichtende (oder Yoga-Praktizierende) täglich mit Menschen jeden Alters zu tun haben!

Ich fang einfach mal damit an, Hashtag: #SoBinIchEben –
bitte sehr, so seh ich aus, wenn ich im heimischen Garten Yoga übe:

 

Das bin ich, Sybille, ich bin mittlerweile 40 Jahre alt und habe drei Kinder. Ich freue mich, dass ich trotz meiner drei Schwangerschaften nicht wirklich zugenommen habe – aber ich würde niemals eine Frau verspotten, bei der das anders ist. Laut BMI bin ich untergewichtig, eine Tatsache, die mich als Jugendliche irrsinnig gestört und mir auch schon des öfteren Hasstiraden anderer Frauen eingebracht hat (Stichwort #Thinshaming) – aber dafür kann ich nichts. Ich ernähre mich gesund, beweg mich recht viel und hab wohl auch einfach Glück – denn ich esse sehrsehr gern, auch und gerade Schokolade und all die Dinge, die gemeinhin als Dickmacher gelten.
Natürlich hab auch ich so meine Problemzonen, die mich manchmal nerven, mir aber meistens ziemlich egal sind.
Und wie man sieht: Beim Bewegen entstehen Falten! Überall, am ganzen Körper! Trotz angeblichem Untergewicht! Und das ist auch noch bei jedem Menschen so, krass oder?

Ich glaube, dass es an der Zeit ist, endlich wieder die viel zitierte goldene Mitte zu entdecken und interessant zu machen:
ein bisserl gesunde Ernährung, ein bisserl Bewegung, ein bisserl Achtsamkeit, ein bisserl mehr Toleranz und ganz viel mehr Liebe!

Wär das nicht eine tolle Idee?
Dann mach doch mit und zeig dir und den anderen, wie toll du bist –
ich glaub wirklich, dass das wichtig ist!

(Hashtag: #SoBinIchEben – dann finden es auch andere.)

#Namaste!

***

Übrigens, nur damit ich es angesprochen hab:

Zwischen all den Hasskommentaren gab es auch eine Vielzahl von meist männlichen Kommentierenden, die in sexuell sehr anzüglicher Weise über die Frau schrieben –
auch das ist nicht okay!
Wir schreiben das Jahr 2017, und jede Frau darf sich im Bikini filmen lassen, ohne eine Karriere in der Pornoindustrie anzustreben …
manchmal vergessen das die Leute.

Aber das ist wichtig!

 

 

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Aus der Reihe ‚Yoga mit dem Wheel‘: Spann mal den Bauch an!

In den meisten Yoga-Stunden gibt es nach unzähligen Steh- und Balancehaltungen diesen einen Moment, wenn man sich endlich für die Drehhaltungen auf seine Matte setzen darf, sich erleichtert und glücklich auf Vorbeugen und Dehnungen freut, und der oder die Unterrichtende plötzlich sagt:
Und dann mach dich bereit für Navasana, das Boot.

Meist hört man dann ein kollektives Raunen und Ächzen, jede/r versucht, Mula Bandha und Uddiyana Bandha möglichst richtig zu aktivieren, macht sich geistig bereit auf die Anstrengung, die jetzt folgt –
und vor lauter Anspannung in den Bauchmuskeln vergisst manch eine/r auf die Haltung des Oberkörpers.

Dabei kann Navasana so wunderbar sein –
etwa, wenn man es mit dem Yogawheel übt:

Und so geht’s:
Setz dich auf deine Yogamatte, das Wheel liegt vor dir. Platziere nun achtsam beide Beine nebeneinander auf dem Wheel –
Vorsicht:
Dabei kippt das Rad leicht um!
Wenn die Beine stabil sind, richte deinen Oberkörper aus:
Achte auf Länge im Oberkörper, der Rücken sollte gerade sein, die Schultern sinken tendenziell eher nach hinten-unten, Mula Bandha und Uddiyana Bandha geben dir Stabilität. Verbinde die Haltung mit einer leichten Herzöffnung, richte den Blick etwas nach oben, präsentiere dem Himmel dein Herz.
Probier für dich aus, wie lange du diese Position mit ruhigem Atem halten kannst, und vermeide es, die Luft anzuhalten!
Wenn es nicht mehr geht, leg die Beine auf der Matte ab, entspanne –
und wiederhole die Übung.

Du kannst auch verschiedene Armhaltungen ausprobieren und die Arme etwa nach vorne strecken, wie in der klassischen Boot-Haltung:

Halte deine Wheel-Boot-Variation für einige Atemzüge, dann entspanne. Versuch, in die Haltung hineinzuspüren, zu erkennen, was dir Schwierigkeiten bereitet –
da du die Beine ablegen kannst, wird dir die Haltung leichter fallen, sodass du besser spüren kannst.
Nach und nach wird Navasana immer angenehmer werden, sodass du auf das Yogawheel als Unterstützung verzichten kannst –
und irgendwann bist du dann vielleicht soweit, dass du Variationen üben möchtest, die diese Haltung schwieriger machen.

Extra-Anstrengung gefällig?
Denn auch das geht mit dem Wheel –
und zwar so:
  

Platziere nur ein Bein auf dem Wheel, das andere liegt ausgestreckt auf deiner Matte. Richte deinen Oberkörper aus, denk an die Länge im Rücken und deine Bandhas, und heb dann das Bein, das auf der Matte liegt, ein Stück an. Verlier nicht die Ausrichtung des Oberkörpers, beweg aber dein Bein sanft auf und ab.
Versuch, möglichst ruhig weiterzuatmen, leg dann dein Bein achtsam wieder auf der Matte ab –
und wechsle die Seiten.
Wiederhole diese Übung einige Male –
und vergiss danach nicht, deinen Muskeln Entspannung zu gönnen!

Schon nach kurzer Zeit wirst du merken, dass dir das klassische Navasana im Unterricht oder deiner Praxis um einiges leichter fallen wird –
vielleicht auch deshalb, weil du mit dem Wheel für dich herausfinden kannst, wie du am besten in die Haltung kommst.

Und wie immer im Yoga gilt auch hier, besonders mit dem Wheel:
Sei achtsam!
Überfordere deinen Körper nicht mit Haltungen, die er noch nicht kennt – vor allem, wenn du Anfänger/in bist!
Aktiviere Mula Bandha, deinen Beckenboden, und Uddiyana Bandha, in der Nähe deines Bauchnabels, indem du Beckenboden und Nabel sanft anspannst – aber nicht zuviel.
Wärme dich vor dem Üben mit dem Yogawheel gut auf – zuerst deinen ganzen Körper, etwa mit Sonnengrüßen oder einer sanften Praxis, gewöhne dann im Speziellen aber auch deine Wirbelsäule an das Wheel, etwa indem du sanft rollst und dich auf dem Rad einfindest.

Ich wünsch dir ent.spannende Stunden mit dem Wheel –
wenn du Fragen hast, meld dich einfach!

Ich freu mich auf dich!
#Namaste!

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Aus der Reihe ‚Yoga mit dem Wheel‘: Lass den Kopf nicht hängen!

Es gibt diese Tage …
… da schleppen wir uns auf die Yogamatte, sitzen dort eine Weile, wissen aber nicht genau, was wir jetzt tun sollen, und bleiben einfach in Stille sitzen.
… oder wir verzweifeln, weil manch eine Asana nicht und nicht klappen will, sei es, weil unser Geist noch nicht bereit ist, oder weil unser Körper sie einfach nicht ausführen kann.
… oder wir haben eine anstrengende Praxis hinter uns, möchten aber noch nicht in Savasana versinken, sondern zuvor nochmal tief durchatmen, in uns hineinhören, nachspüren.

Bisher hab ich mich in solchen Momenten in den Fersensitz gesetzt, manchmal auch in Sukhasana mit vielen Unterstützungen, damit meine Hüften mitspielen, und versucht, mich zu entspannen –
es muss ja nicht immer eine anstrengende und fordernde Yoga-Praxis sein.

Letztens aber hab ich etwas Anderes probiert und dabei was Tolles entdeckt:
Ich hab mich einfach auf mein Yogawheel gelegt und bin ein wenig hin und her gerollt, einfach, weil es entspannend und angenehm ist.
Ich hab die Beine gestreckt, meinen Kopf nach unten sinken lassen, bin wieder zurückgerollt, hin zu Pflug und Kerze, und hab das alles ein paar Mal wiederholt –

und als Ausgleich nach all den Rückbeugen hab ich dann, ohne viel nachzudenken, meine Fußsohlen ähnlich wie in Baddha Konasana aneinandergelegt, den Kopf auf dem Wheel platziert, die Augen geschlossen und ein paar tiefe Atemzüge genommen …

und es war großartig!

Lass den Kopf nicht hängen!

Mein Rücken war entspannt und fühlte sich gut an, weil die extrem sanfte Vorbeuge ein toller Ausgleich zu den Umkehrhaltungen war, genau richtig in diesem Moment. Meinen Kopf konnte ich sanft auf dem Wheel betten, anstatt ihn halten zu müssen oder hängen zu lassen, was dem Nacken oft zusätzlichen Stress bereitet. Mein Atem war tief und ruhig, ohne dass ich etwas erzwingen musste.

Ich weiß gar nicht, wie lange ich so auf der Matte gesessen bin, einfach weil es so entspannend war. Seitdem schätze ich diese Haltung sehr, vor allem nach Umkehrhaltungen oder Rückbeugen, wenn ich zwischendurch eine sanfte Ausgleichshaltung brauche.
Oder einfach so, wenn ich fünf Minuten Ruhe auf meiner Matte suche, um kurz dem Alltag zu entfliehen.
Das Wheel ist also auch wunderbar zum Entspannen –
oder um ein wenig Spaß zu haben.

Und auch Spaß muss manchmal sein.

Aber bitte denk immer daran:
Wie bei allen Asanas gilt auch (und besonders!) mit dem Wheel:
Sei achtsam!
Überfordere deinen Körper nicht mit Haltungen, die er noch nicht kennt – vor allem, wenn du Anfänger/in bist!
Aktiviere Mula Bandha, deinen Beckenboden, und Uddiyana Bandha, in der Nähe deines Bauchnabels, indem du Beckenboden und Nabel sanft anspannst – aber nicht zuviel.
Wärme dich vor dem Üben mit dem Yogawheel gut auf – zuerst deinen ganzen Körper, etwa mit Sonnengrüßen oder einer sanften Praxis, gewöhne dann im Speziellen aber auch deine Wirbelsäule an das Wheel, etwa indem du sanft rollst und dich auf dem Rad einfindest.

Ich wünsch dir viel Freude in deiner Yogapraxis!
Wenn du Fragen hast, schreib mir doch
oder komm mal in einen Wheel-Workshop!

#Namaste!

 

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