Ich muss beweisen, dass ich stricken kann? oder: Warum sich #YTTs ändern müssen.

Seit einigen Wochen häufen sich wieder die Einladungen zu Yoga Teacher Trainings, die jetzt im Herbst oder kommenden Frühling losgehen.
Ich könnte, wenn ich wollte, aus einer breiten Palette von meist recht teuren Ausbildungen wählen, viele davon klingen so toll, dass man sich fragt, warum sie nur ein paar Tage dauern, manchmal sogar nur ein Wochenende lang.
Mittlerweile bieten auch Institutionen Yogaausbildungen an, die eigentlich wenig bis gar nichts mit Yoga am Hut haben –
Tanzstudios, das WIFI, sogar Privatpersonen, von denen ich nicht einmal wusste, dass sie überhaupt Yoga machen.

Ein meiner Meinung nach grundlegendes Problem an all diesen Ausbildungen hab ich hier schon genauer beschrieben, seit ich aber vor allem ältere Menschen unterrichte, hab ich erkannt, dass es eigentlich ein viel größeres, weil gefährliches Problem gibt:
Es fehlen wirklich wichtige Inhalte.

Etwa die genaue Anatomie des Menschen, der Umgang mit physischen Krankheiten, und natürlich auch der mit psychischen Problemen.
Vor allem aber fehlt mir die Abkehr von althergebrachten Traditionen, die zwar interessant zu wissen, für den Unterrichtsalltag aber keine Hilfe sind –
irreführende Ausdrücke, Anweisungen, die nicht mehr zeitgemäß sind, Haltungen und Bewegungen, die früher als heilsam galten, von denen man heute aber weiß, dass sie eigentlich schaden, und die unsägliche Annahme, dass Yoga alles heilen kann.

Ich verbringe viel Zeit damit, Yoga-Magazine und -Bücher zu lesen, analog und digital, ich speichere jeden Artikel, der mit uralten Mythen aufräumt, und alles, was mit der körperlichen Gesundheit von Menschen zu tun hat, kommt überhaupt in einen eigenen Ordner, damit ich es sofort abrufen kann, wenn ich es brauche –
und ich brauche es ziemlich oft.
Das Unterrichten hat nämlich gezeigt, dass die Mehrzahl der Yogi/nis mit Problemen zu kämpfen hat und genau deswegen zum Yoga kommt. Egal, wie alt die Menschen sind, jede/r von ihnen hat ein Thema, das belastet, ein Thema, das ich als Yogalehrerin kennen sollte, gar nicht so sehr, um den Menschen zu helfen, sondern vor allem, um das Thema nicht zu verschlechtern. Die wenigsten meiner Kolleg/innen sind ausgebildetete Physio- oder Psychotherapeut/innen, ich leider auch nicht, obwohl das sicher kein Fehler wäre, denn (ich wiederhole mich):
Die wenigsten Menschen kommen zum Yoga, weil es ihnen so gut geht.

In meinen bisherigen Stunden hab ich schon eine Menge Themen gesehen:
angefangen von den klassischen Rückenproblemen über Bandscheibenvorfälle, Gelenksbeschwerden und Migräne, bis hin zu Osteochondrose und anderen Krankheitsbildern, von denen ich bisher noch nie gehört habe.
Außerdem treff ich häufig auf Verdauungsstörungen, hatte schon mehr als ein/en Yogi/ni mit Depressionen und Burn Out, jemand mit Borderline-Persönlichkeitsstörung besuchte einen Kurs, ich habe zwei Mal eine Panikattacke während des Unterrichts miterlebt, und auch Magersucht ist ein allgegenwärtiges Thema.
(Ich möchte hier aber darauf hinweisen, dass ich nicht übermäßig viel unterrichte und vermutlich auch nicht alle immer erzählen, woran sie wirklich leiden.)
Davon abgesehen hat jede/r von uns einen ganz eigenen Körperbau, was also auch bedeutet, dass manche Asanas rein anatomisch gar nicht machbar sind –
auch das ist etwas, was noch nicht zu vielen Yogalehrenden durchgedrungen ist.
(Mit ein Grund, warum ich nicht mehr allzu oft Yogakurse besuche.)

Mittlerweile hab ich es mir angewohnt, sehr genau nachzufragen, welche Themen es gibt, und da ich das Glück habe, Gruppen von höchstens 15 Menschen unterrichten zu dürfen, klappt das auch sehr gut –
die Menschen kennen sich untereinander und haben auch zu mir Vertrauen gefasst, am Anfang der Stunde erzählen wir uns immer, wie es uns gerade geht und welches vielleicht neue Thema sich ergeben hat. Stunden mit bis zu 30 (oder sogar mehr) Menschen möchte ich gar nicht mehr halten, einfach weil ich mittlerweile weiß, wie wichtig es ist, die Menschen und ihre persönlichen Bedürfnisse zu kennen.

Wenn jemand von einem Problem berichtet, dem ich noch nicht begegnet bin, ist meine Vorgehensweise immer dieselbe:
Ich schlage in Fachbüchern nach, ich befrage das Internet, ich kontaktiere die Ärztin meines Vertrauens, und manchmal frag ich auch einen Physiotherapeuten, der mir gern weiterhilft, denn die Menschen in den Yogastunden erwarten, dass ich weiß, was ich da tu, dass es ihnen gut geht, wenn sie nach Hause gehen, und dass die Beschwerden eher besser als schlechter werden.
Und jedes Mal, wenn ich dann zu Hause sitze und nachlese und lerne, wundert es mich ein wenig, dass diese Probleme in Yogaausbildungen so wenig Platz bekommen, dass der Fokus viel zu sehr auf der eigenen Yogapraxis liegt, und dass wir Mythen weitergeben und Praktiken beibehalten, die rein fachlich gesehen einfach falsch sind und Menschen schaden können –
etwas das unleidige Aufrollen der Wirbelsäule nach einer Vorbeuge.
Hätte ich den verlinkten Artikel nicht gelesen, ich würde diese Übung noch immer selbst so machen und natürlich auch weitergeben, und vermutlich hätten die Yogi/nis mit Rückenleiden wenig Freude daran, vor allem an den Folgen.
Oder auch das Öffnen der Hüften, ein Ausdruck, der in Yogastunden gern verwendet wird, der aber irreführend ist, weil ein Öffnen der Hüfte bei vielen Menschen rein anatomisch gar nicht möglich ist.
Ach, und die Mär, dass wir Frauen während unserer Periode keine Umkehrhaltungen machen dürfen, weil das Blut sonst in den Bauchraum zurückfließt (wo es eigentlich nie war und was anatomisch nicht möglich ist), sollten wir endlich aus unseren Yogastunden verbannen – jede/r Gynäkolog/in wird bestätigen, dass das Quatsch ist. Solange sich eine Haltung gut anfühlt, darf sie auch gemacht werden …
bei Bauchschmerzen während der Periode fühlen sich Umkehrhaltungen aber oft nicht so klasse an, dann meidet frau sie eben, ganz einfach.
(Und sollte unerwarteterweise wirklich mal irgendwas an eine Stelle fließen, wo es nicht hingehört, dann kann unser Körper das schnell und einfach von dort entfernen. Meine Gynäkologin hat das bestätigt – und nicht nur sie.)

Mir ist natürlich klar, dass nicht jedes Krankheitsbild in einem Teacher Training angesprochen werden kann, aber ich finde es trotzdem sehr schade, wie wenig sich die Ausbildungen an neuen Erkenntnissen orientieren.
Stattdessen werden Mythen gelehrt, die mit den realen Gegebenheiten nichts zu tun haben, und damit meine ich gar nicht Dinge wie die Vorstellung von Chakras oder Prana, die zwar keine wissenschaftliche Basis haben, die aber eng mit der Yogatradition verbunden sind und recht einfach auf die Realität übertragen werden können, nein, ich meine faktisch falsche Dinge wie das Aufrollen der Wirbelsäule, mit denen ich meinen Yogi/nis wirklichen Schaden zufüge, selbst denen, die einen gesunden Rücken haben.

Wir sollten langsam darüber nachdenken, Teacher Trainings anders anzulegen –
und zum Beispiel nur Menschen zulassen, die auch wirklich selbst Yoga praktizieren, oder vielleicht ganz einfach eine Trennlinie ziehen zwischen Ich mache das YTT nur für mich und Ich möchte gerne unterrichten.
In meinem YTT wurde sehr viel Zeit damit verbracht, einzelne Asanas zu lernen – nicht, wie man sie lehrt, sondern wie man sie macht, einfach weil es einige gab, deren eigene Yogapraxis aus den Wochenenden des Teacher Trainings bestand. Die Anatomieeinheiten fanden dafür nur an wenigen Tagen statt, da musste ich sehr viel selber nachlernen.

Das ist natürlich ok so, ich lerne ja gerne selber nach und mache Workshops, aber manchmal, wenn ich im Unterricht stehe und jedem Anwesenden eine eigene Variation einer Haltung anbiete, weil es die körperlichen Gegebenheiten eben so erfordern, da wäre ich froh um eine genauere Grundausbildung. Einfach, weil nicht alle solche Streberinnen sind wie ich, weil wir uns endlich klar machen müssen, dass wir mit der Gesundheit von Menschen arbeiten, und dass diese eng verbunden ist mit dem Wissen, das wir haben –
oder eben nicht.
Ein Wochenend-Teacher Training kann vermutlich nicht einmal die Grundbegriffe vermitteln, geschweige denn eine fundierte Ausbildung bieten, und dennoch darf in Österreich jede/r Yoga unterrichten, ganz egal, was er oder sie gelernt hat.

#Funfact:
Wenn ich am Christkindlmarkt selbst gestrickte Hauben verkaufen möchte, brauche ich einen Gewerbeschein und muss bei der Wirtschaftskammer beweisen, dass ich stricken kann.
Wenn ich aber Yoga unterrichten möchte, brauche ich weder einen Gewerbeschein noch kontrolliert jemand, ob ich eigentlich weiß, was ich da tue – obwohl es um die Gesundheit der Menschen geht.

So richtig logisch ist das nicht, finde ich.

#Namaste!

 

Was mich meine elektrische Schall-Zahnbürste gelehrt hat – und was das mit #Yoga zu tun hat.

Wir alle haben es schon oft gehört:
Yoga hat eine lange Tradition, bis zu 4.000 Jahre soll er schon auf dem Buckel haben –
plusminus.

Dabei hat Patanjali, der oft als jener Mann angeführt wird, der Yoga als erster beschrieben/erfunden/in Worte gefasst hat, nur davon geschrieben, wie die Sitzhaltung sein soll, in der wir meditieren, sthira sukham asanam, fest und entspannt, mit keinem Wort erwähnt er die 2.100 Haltungen, die es heute im Yoga zu geben scheint –
und es werden immer mehr.
Die Asanas, die wir heutzutage im Yoga gelehrt bekommen und lehren, haben eine weitaus kürzere Tradition –
und irgendwie scheint sich niemand so wirklich klar darüber zu sein, woher sie eigentlich kommen.
Aber ich schweife vom Thema ab …
denn darum geht es mir heute gar nicht.

In der Ausbildung haben wir grundlegende Regeln gelernt, wie Asanas auszuführen sind, und hier kommt sthira sukham asanam wieder ins Spiel, denn die Yoga-Haltungen sollen fest und stabil, aber auch entspannt und leicht ausgeführt werden.
Und natürlich lernt man in so einer Ausbildung ebenso, wie sich der Körper laut Yoga-Handbuch in den einzelnen Asanas bewegen soll, wie er dastehen soll –
und das ist etwas, worüber ich mir sehr oft Gedanken mache, weil diese Regeln oft im krassen Widerspruch zu wissenschaftlichen Anatomie-Büchern stehen …
oder zu meinem eigenen Körper.

Wenn ich mir den nämlich ansehe, erkenne ich schnell, dass diese angeblich Jahrtausende alten Regeln nicht für alle gelten –
sehr oft hab ich den Eindruck, sie gelten eigentlich nur für mega durchtrainierte Menschen, die hyperflexibel sind und täglich mehrere Stunden Yoga praktizieren.
Nicht für mich also – obwohl ich täglich praktiziere.

In unserer heutigen Welt, in der wir alle viel zu oft vor dem Computer sitzen, in der wir keine Zeit für morgendliche Dehneinheiten und viele von uns mit kleineren oder größeren Wehwehchen zu kämpfen haben, sind viele dieser Alignment-Vorgaben vor allem eines:
ungültig.

Wie ich das meine?

Ein Beispiel:
Jahrelang wurde ich in Yoga-Klassen angewiesen, aus Uttanasana langsam Wirbel für Wirbel aufzurollen. Niemand hat mir je gesagt, ich solle dabei die Knie leicht beugen
und obwohl ich aus früheren Trainingseinheiten eigentlich weiß, dass man beim Heben schwerer Gewichte immer die Knie beugen soll, hab ich die Anweisungen befolgt, ohne darüber nachzudenken.
Seit vielen Jahren gibt es im Yoga offenbar den Irrglauben, dieses Aufrollen mit gestreckten Knien sei generell sanfter für den Rücken –
aber das ist falsch, rein anatomisch gesehen.
Besser wäre es für die meisten, bei gestreckten Beinen den Rücken gerade nach oben zu führen –
oder eben die Beine zu beugen.
Ich bevorzuge übrigens ‚gebeugte Beine und gerader Rücken‘, das fühlt sich für mich am natürlichsten an.

Ich weiß nicht, ob auch dieses Aufrollen eine lange Tradition hinter sich hat, aber so muss es wohl sein, denn anscheinend wird es auch in indischen Yogaschulen so gelehrt –
und das bringt mich genau zu dem Punkt, zu dem ich heute kommen möchte:

Davon ausgehend, dass Yoga auf eine lange Geschichte zurückblicken kann, dürfen wir hier im Westen nicht ausblenden, dass die Wissenschaft weitergegangen ist.
Gerade in der Yoga-Community wird gerne vergessen, dass das Verständnis unseres Körpers, das Wissen um Krankheiten, Anatomie, Auswirkungen verschiedener Haltungen, uns einen anderen Blick auf einzelne Asanas und ihre Wirkung erlaubt, als es noch vor einigen Jahren möglich war.
Galt es früher als gesund, sehr lange im Kopfstand zu stehen, weiß man heute, dass das sogar gefährlich sein kann.
Wurde man früher in gewisse Haltungen hinein gedrückt, weiß man heute, dass manche Körper manche Asanas einfach nicht so ausführen können, wie sie beschrieben werden –
und benutzt stattdessen Gurte und Blöcke, um die Haltung dennoch möglich zu machen.
Auch wenn es im Yoga viel ums Spüren geht, um innere Ruhe, um Spiritualität und den Weg zu sich selbst, dürfen wir die Wissenschaft nicht vollkommen ausgrenzen –
unsere Vorfahren haben ganz wunderbare Erfindungen für uns gemacht, haben Medikamente entwickelt, Impfungen, haben den menschlichen Körper erforscht, innen und außen …
wir sollten diese Geschenke nicht mit Füßen treten, nur weil es gerade angesagt ist, sich wieder auf das Wesentliche zu besinnen: Das bedeutet nämlich nicht, der Wissenschaft und der Medizin zu entsagen und wieder so zu leben wie vor ein paar tausend Jahren –
es geht auch anders.

Für mich bedeutet das:
Yoga muss immer direkt an den Menschen angepasst werden, der vor mir auf der Matte steht.
Der eine muss mit geradem Rücken üben, die andere langsam aufrollen, mancher braucht einen Gurt, und andere können die Haltungen genau so ausführen, wie so vor vielleicht Jahrtausenden erdacht wurden.
Natürlich macht das den Yoga-Unterricht um einiges schwieriger, denn das bedeutet, dass wir genau wissen müssen, wer da vor uns auf der Matte steht, dass wir jede Anweisung personalisieren müssen, und vielleicht damit aufhören, in einer Yoga-Klasse mehr als zwanzig Menschen zu unterrichten –
den Menschen zuliebe, die uns ihre Gesundheit anvertrauen.

Ich glaube, wir sollten wieder ein wenig davon abkommen, Dinge aus Prinzip so zu machen, wie sie vor vielen tausend Jahren in einem fremden Land gemacht wurden, und öfter darüber nachdenken, ob das heutzutage bei uns im Westen wirklich immer sinnvoll ist –
und ich gebe zu:
Das wurde mir letztens klar, als ich mit meiner neuen elektrischen Schall-Zahnbürste morgens im Badezimmer stand.

Über mehrere Jahre hinweg hab ich versucht, eine ökologische, biologische und dennoch sinnvolle Zahnhygiene in meinen Alltag einzubauen.
Ich hab morgens mit ayurvedischen Zahnölen gespült, minutenlang, was meinem Abluss nur bedingt gut getan hat. Klar fühlen sich die Zähne nach dem Ölziehen toll und glatt an, sie sind ja quasi eingeschmiert, aber so richtig begeistert hat mich das nicht.
Ich bin von Plastikzahnbürsten auf welche aus Bambus umgestiegen (und benutze diese manchmal immer noch, ebenso wie meine Familie, weil sie wirklich toll sind), und hab natürlich keine herkömmliche Zahnpasta mehr benutzt, sondern selbst gemachte mit Kokosöl (was mein Abfluss noch blöder fand) oder auf Basis von Natron oder Salz (mein Zahnfleisch hat gebrannt wie Feuer, schrecklich).
Außerdem hab ich mehrmals in der Woche auf Anraten einer Ayurveda-Beraterin meine Zähne mit Kurkuma geputzt – als Tee- und Kaffeeliebhaberin will ich ja trotzdem keine gelblich-braunen Zähne haben, und der gelbe Gatsch soll angeblich die Zähne aufhellen.
Nach mehreren Monaten, in denen ich das wirklich regelmäßig gemacht habe, kann ich nun sagen: Nein, Kurkuma hilft überhaupt nicht, ganz im Gegenteil.

Dann wurde meine alte elektrische Zahnbürste kaputt und ich hab mich im Geschäft spontan für eine Schallzahnbürste entschieden –
die ich jetzt seit drei Wochen benutze, meine Zähne sind mittlerweile strahlend weiß und fühlen sich toll an, dabei benutz ich nicht mal mehr Zahnpasta, sondern geb einen Tropfen Mundwasser (bio, aus einer Glasflasche) auf das Bürstchen, bevor ich putze.

Was ich damit sagen will:
Viele der Hausmittel, die wir von früher kennen, und auch viele der ayurvedischen Tipps, die auch ich gerne in meinen Alltag einbaue, stammen aus einer Zeit, in der die Menschen nichts anderes hatten.
Wer in der Apotheke kein Medikament kaufen kann, weil es keine Apotheke gibt, der nutzt natürlich die Kraft der Natur –
und gerade ich bin großer Fan von Naturheilkunde und hab mir auch einen Ruf als Kräuterhexe erarbeitet.
Trotzdem sollten wir nicht vergessen, all die wunderbaren Errungenschaften unserer Zeit zu nutzen –
und dazu gehört eben auch:

Lasst uns Yoga als etwas sehen, das sich entwickelt, lasst uns Naturheilkunde als etwas sehen, das wir mit Schulmedizin kombinieren, ohne diese abzulehnen –
wir dürfen und sollen auch im Yoga nach vorne schauen, der Zukunft entgegenschreiten …
auch wenn wir die alten Traditionen ehren.

#Namaste!

***

Wenn ich in diesem Artikel Yoga schreibe, meine ich damit den körperlichen Aspekt der Asanas.

Merken

Merken

Wenn das Problem zur Chance wird oder: Wie es ist, ein Hüftopfer zu sein.

Bei der Anfertigung meines Körpers haben sich leider ein paar Produktionsfehler eingeschlichen –

ich hab eine Vielzahl an Allergien, die mich in meiner Kindheit in den Wahnsinn getrieben haben und das Personal diverser Allergiezentren alljährlich zum Staunen bringen, ich hab das so genannte Restless Legs Syndrom, das mich in vielen Nächten nicht schlafen lässt, und ich kam mit dem Po voran auf die Welt, denn:

Meine Hüften waren bei der Geburt so gut wie nicht vorhanden. Das erste, was der Arzt nach meiner Geburt damals zu meiner Mutter gesagt hat, war, dass ich niemals richtig gehen können werde –
der Arzt war wohl wirklich ein … sagen wir es mal freundlich: Idiot.

Ich wurde also von Geburt an mittels Gipsschale breit gewickelt –

hier auf dem Bild sieht man die Gurte dieser Schale.
Lustigerweise schau ich auf dem Bild so drein, als würde mich das fürchterlich stören –
und das kann ich mir fast vorstellen:

Meine Kinder musste ich auch alle breit wickeln, als Vorsichtsmaßnahme, weil Hüftprobleme ausgeschlossen werden sollten, ich wickelte sie aber auf Anraten meiner Ärzt/innen mit einer Stoffwindel einfach dicker …
sicher die angenehmere Variante.
Aber eins muss man natürlich sagen: Die Gipsschale hat ihren Zweck erfüllt.

Später bekam ich eine Art Laufgestell mit Spreizhose, ein Wägelchen, in dem meine Beine breit zur Seite standen, das es mir aber ermöglichte, mich in der Wohnung fortzubewegen.

Meine Mutter hat mir einmal erzählt, dass sie die mitleidigen Blicke mancher Mitmenschen kaum aushalten konnte, oder die Frage, welche Behinderung ich denn hätte –
wobei eine direkte Frage sicher angenehmer ist als das verstohlene Flüstern und Schauen.
Und es gibt die Anekdote, dass Bekannte meiner Eltern sie als schlechte Eltern bezeichneten, zu jung und dumm für ein Kind, weil ich als Baby diese Gipsschale tragen musste –
es wäre ja viel besser, ein körperlich behindertes, aber psychisch gesundes Kind zu haben.
(Manchmal fragt man sich, was in den Köpfen der Mitmenschen so vorgeht.
Deshalb:
Danke für die Gipsschale, Mama und Papa! Ich find gehen können schon ziemlich lässig – und meiner Psyche geht’s auch ganz gut.)

Ich bin mir aber ganz sicher, dass ich dieses Wägelchen recht lustig gefunden hab, ich mein: Schaut euch mal an, wie ich dreinschau! So schaut kein Kind drein, das traurig ist oder sich über etwas ärgert.

Irgendwann waren meine Hüften dann bereit zum Einsatz, ich lernte gehen. Und laufen!
Ich glaube, ich kann mich noch daran erinnern, wie genial ich das fand.

Einige Jahre lang waren meine Hüften dann kein Thema mehr für mich –
bis ich im Gymnasium eine Sportlehrerin bekam, die sich zwar freute, dass ich im Leichtathletik-Team war und einige Wettkämpfe für meine Schule gewinnen konnte, die mir aber dennoch eine schlechte Note ins Zeugnis schrieb, weil ich (Zitat) so schirch (also hässlich) laufen würde.

Erst ein Attest meines Orthopäden konnte sie davon überzeugen, dass das keine sehr objektive Beurteilung meiner Leistung im Sportunterricht war. Ich wiederhole: Ich war die Schnellste im Leichtathletik-Team der Schule!

Und bumm!
Schon waren meine Hüften wieder ein Thema –
denn es stimmt: Wenn ich gehe oder laufe, sieht es wirklich anders aus als bei anderen.
Doch nicht nur das:
Meine Hüften hatten früher auch die Tendenz, hin und wieder den Oberschenkel zu entkoppeln, einfach so. Oder in Situationen, in denen es toll wäre, schnell reagieren zu können, einfach gar nicht zu reagieren, mit dem Erfolg, dass man auf der Nase landet. Manchmal machen meine Hüften auch Geräusche, sie knirschen und knacken, oder es blubbert, so als würden Bläschen aus meinen Hüften aufsteigen – und zwar so laut, dass es manchmal auch andere Leute hören und vor Schreck ganz blass werden.

Natürlich ist diese Hüftproblematik auch ein Thema im Yoga.
Es gibt einige Asanas, die ich nicht nach Lehrbuch ausführen kann, einfach weil mein Körper nicht mitspielt.
Vorbeugen im Sitzen mit gleichzeitiger Grätsche etwa, oder Haltungen wie Virabhadrasana 1 / Krieger 1, bei denen man die Beine in gewissem Abstand hintereinander platziert, die Hüften aber parallel halten soll. Auch Trikonasana / Dreieck gehört dazu, da hört man ja oft die Anweisung, dass man die Hüften übereinander stapeln soll – ein Ding der Unmöglichkeit.
Alle Asanas, die eine sehr hohe Beweglichkeit in den Hüften verlangen, sind für mich der blanke Horror.

Ich hab in vielen Yogastunden versucht, mich in der letzten Reihe zu verstecken, damit kein/e engagierte/r Yogalehrer/in auf die Idee kommt, mich in die korrekte Haltung pressen zu wollen –
diese gut gemeinten Korrekturen führen bei mir nur zu Hüftschmerzen, schlimmstenfalls sogar zu Entzündungen im Gelenk.
Zu den Yogastunden gegangen bin ich aber trotzdem weiterhin:
Weil ich gemerkt hab, wie gut die Dehnung und die Bewegung tut, und weil die durch Yoga gewonnene Stabilität mir geholfen hat, die Unbeweglichkeit meiner Hüften auszugleichen.

Lange Zeit war ich aber der Meinung, dass ich es eben nicht besser könnte, dass Yoga halt vielleicht doch nichts für mich wäre, wenn ich schon so einfache Haltungen wie Krieger 1 nicht hinbekomme –
bis ich dann im Teacher Training meine Ausbildnerin kennenlernte, die ein ähnliches Hüftproblem hat wie ich, und die mir die Augen öffnete, denn:
Ich kann natürlich Yoga machen – und muss dabei auch nicht glauben, dass ich es falsch mache!

Ich muss in manchen Fällen mehr Unterstützung in Form von Block, Gurt oder Wheel verwenden als andere, ich werde wohl nie entspannt in der Grätsche sitzen können, meine Taube sieht immer ein wenig komisch aus, und ich stehe in Krieger 1 anders als alle anderen, damit meine Hüften mitspielen, aber hey:

Das ist eben mein Yoga!

In der Ausbildung wurde ich dann recht schnell zum Hüft-Testobjekt, denn es gibt einige Tricks, mit denen man Menschen unterstützen kann, deren Hüften nicht nur ein bisschen ungelenkig sind, sondern wie in meinem Fall einfach … nun, nennen wir es: von der Natur mit weniger Beweglichkeit versehen.

Keine Sorge:
Auf den Bildern sieht das viel wilder aus, als es war –
denn ich sage euch: Es war wunderbar!
Dieses Gefühl, wenn die Hüften sich plötzlich annähernd so bewegen, wie sie sollen, weil jemand weiß, wo sie hingreifen, wie sie ziehen muss – himmlisch!
(Vielen Dank, liebe Selma, das war echt genial!)

Auch die Anatomiestunden in der Ausbildung waren toll, weil mir endlich klar wurde, wie mein Körper eigentlich funktioniert, wie ich ihm helfen kann, im Alltag und im Yoga, und dass ich als selbst ernanntes Hüftopfer mein bisheriges Problem in Zukunft als Chance sehen werde:

Ich kann mich sehr gut in Yogi/nis hineinversetzen, die sich mit gewissen Asanas quälen, denn das sind meistens jene, die mich auch quälen –
und unter uns gesagt:
Mich quälen eine Menge Asanas.
Ich weiß mittlerweile aber sehr genau, welche Unterstützung ich brauche, damit ich die für mich problematischen Haltungen korrekt ausführen kann –
und kann dieses Wissen meinen Yogi/nis weitergeben.
Ich hab auch erkannt, dass die perfekte Ausrichtung nicht alles ist –
ich weiß nämlich nicht, wie die Leute innen drinnen aussehen, vielleicht haben sie ähnliche Probleme wie ich und die Ausrichtung nach Lehrbuch macht ihnen mehr Probleme als kleinere Unrichtigkeiten.
Ich werde ganz sicher nie die Lehrende sein, die ihre Yogi/nis ins Schwitzen bringt, weil sie alles so perfekt vormacht, dass sich die anderen im Raum denken:
Das werd ich nie schaffen!
meine Senior/innen danken es mir jedes Mal, wenn ich in Vorbeugen nicht wie ein Taschenmesser zusammenklappe oder für Trikonasana ebenso einen Block verwende wie sie.
Und ja, ich sitze mittlerweile immer auf einem dünnen Kissen oder einer gefalteten Decke, wenn ich Sitzhaltungen übe oder vorzeige –
das ist vielleicht uncool, aber was soll’s?
Ich muss nicht cool sein, um Yoga üben zu können.

Aber ich hab beim Yoga mittlerweile immer einen Gurt dabei, auch ein Kissen und mein Wheel, einfach weil ich weiß:
Es hilft mir.

Und das ist mir weitaus wichtiger als alles andere –
denn ich bin jetzt 38 Jahre alt und hab die Hüftprobleme, die andere erst im hohen Alter bekommen, schon hinter mir, nein danke, die brauch ich nicht mehr.

Wenn ich nach einer Trikonasana-Ardha Chandrasana-Session abends noch die Treppe hinaufgehen können möchte, muss ich mit Block und Wheel arbeiten –
nicht weil Yoga schlecht für die Gelenke ist, sondern weil meine Gelenke das eben so brauchen, damit sie bestmöglich unterstützt werden …

und genau darauf kommt es an:
Im Yoga darauf schauen, was man selbst braucht oder was die anderen brauchen, und den Schüler/innen klar machen:

Nur weil all die Insta-Yogi/nis ausschließlich Fotos von Kopfstand, Handstand und Skorpion posten, heißt das noch lange nicht, dass es nicht andere, weitaus forderende Asanas für sie gibt …
und es ist weder peinlich noch uncool, das auch zuzugeben.

Manch eine/r tut sich irrsinnig leicht mit dem Handstand, schafft aber grade mal so Trikonasana, manche posten unzählige Fotos von Unterarmständen, können aber kaum gerade in Tadasana, der Berghaltung, stehen –
und ich kann mittlerweile angenehm im Kopfstand stehen, scheitere aber nach wie vor an Krieger 1.

So ist es eben –
und es ist gut so!

***

Dank an meinen Vater für die entzückenden Fotos! Und für die Gipsschale.

 

 

 

 

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Und schon ist es vorbei – eine Art Rückblick.

Ich kann mich noch ganz genau erinnern, wie aufgeregt ich vor dem ersten Yogateachertrainings-Wochenende war.
Die verrücktesten Gedanken gingen mir durch den Kopf –
und dann wieder war er ganz leer, weil ich nicht wusste, was ich denken sollte.

Da waren so viele neue Gesichter, so viele unterschiedliche Menschen, so viele verschiedene Arten zu yogieren –
und mitten drin ich, mit klopfendem Herzen, aber einem Lächeln im Gesicht.

© Sibl and the Wheel
© Sibl and the Wheel am 1. Tag der YLA

Ich,
die beim ersten Zusammentreffen noch groß erklärt hat, die Ausbildung für sich selbst machen zu wollen –
und die diesen Plan dann schon vier Wochen später über den Haufen warf, weil das Angebot, Karenzvertretung in einem Yogastudio sein zu dürfen, doch spannender war als dieses für mich selbst.

Die ersten Wochenenden waren unglaublich spannend –
wir durften geniale Menschen kennenlernen, die uns als Gastlehrende unterrichteten, wir erfuhren an jedem einzelnen Tag so viel neues, dass mein Kopf zu platzen schien, vor allem weil ich daheim weiterlernen wollte …
wer während einer Ausbildung schon zu unterrichten beginnt, der sollte sich darauf vorbereiten, so mein Credo.

Und das Beste daran?
Es funktionierte!
Ich lernte daheim, so viel ich konnte, hatte dennoch Zeit für meine Heim-Yogapraxis (und meine Familie), abends unterrichtete ich verschiedene Yogaklassen … es war toll!
Doch es war auch anstrengend, es war oft schwer zu managen, und es war manchmal sehr ernüchternd, weil ich binnen kürzester Zeit lernte, das Yoga eben auch nur ein Business ist
ein Business voller Stress, voller Anstrengung, sogar voller Neid.
Und dennoch bin ich unendlich dankbar für diese Chance, die ich bekommen habe –
es waren wunderbare Stunden mit wunderbaren Menschen, die ich da halten durfte, es erfüllte mich mit Freude, dass wirklich jemand zu mir in die Stunden kam, und zwar nicht nur einmal, und ich kam nach jeder Stunde mit einem breiten Lächeln im Gesicht nach Hause.

© Sibl and the Wheel
© Sibl and the Wheel beim Garten-Yoga

Und während sich über den vergangenen Sommer die Karenzvertretung langsam ihrem Ende entgegen neigte, so nahm auch die Yogalehrausbildung ihren Lauf.

Die Arbeit vertiefte sich, kreiste näher um den Kern –
und je mehr ich selbst lernte, umso schlüssiger war für mich das, was ich hörte.

Spannender Höhepunkt: das intensive Philosophie-Wochenende auf einer abgelegenen Hütte, an dem ich dank einiger geistiger Watschn plötzlich für mich das philosophische Konzept hinter Yoga verstand –
oder zumindest soweit verstand, dass ich heute darüber nachdenken kann, ohne einen Knoten in meinen Gedanken zu riskieren.
(An dieser Stelle ein großes Danke an denjenigen, der mir diese geistige Ohrfeige verpasste – manchmal braucht frau sowas.)

Danach war ausbildungstechnisch eine längere Sommerpause –
und auch ich hab mir die Zeit für mich und meine Lieben genommen, um dann voller Tatendrang wieder ins Lernen und Unterrichten starten zu können …
was sich aber schwieriger gestaltete, als ich angenommen hatte:
Den Unterrichtseinheiten fehlte ein wenig das Feuer, da ich manchmal den Eindruck hatte, manche der Teilnehmer/innen waren nicht mehr so richtig bei der Sache, so als würde Yoga ihnen nicht mehr besonders viel Spaß machen –
oder anders gesagt: nicht so viel wie mir.

Man hört ja immer von den Dingen, die man bei so einer Ausbildung angeblich über sich selbst lernt –
und es stimmt:
Ich hab gerade in diesen für mich verwirrenden herbstlichen Unterrichtseinheiten eine wahre Fülle gelernt:
wie ich mit Störfaktoren umgehen kann, wie ich auf persönliche Angriffe reagiere, wie ich mich selbst auf das Wesentliche konzentriere und ausblende, was rund um mich geschieht, was das alles mit mir und meiner Yogapraxis macht, und wie ich verhindere, dass ich mich wovon auch immer in einen Sog ziehen lasse, der weder mir noch meinen Lieben gut tut.
Und hey, welch eine Überraschung:
Yoga hat mir geholfen.
In diesen Wochen hab ich damit begonnen, jeden Abend vor dem Schlafengehen im Nachthemd im Dunklen auf der Matte zu entspannen, ganz sanft nur und vor allem den Geist, um vor dem Einschlafen alles ziehen zu lassen, was mir mein inneres Lächeln raubt –
eine Angewohnheit, die ich bis heute beibehalten habe und nicht mehr missen möchte.

Und dieses Ziehenlassen, nicht daran Festhalten, hat wahre Wunder gewirkt, hat mir neue Aufgaben beschert, hat mir die Kraft gegeben, meine Liebe zum Yoga an Kinder weiterzugeben –
eine wunderbare, wenn auch sehr intensive Aufgabe, die mir unglaublich viel Spaß macht.

© Sibl and the Wheel
© Sibl and the Wheel beim Kinder-Yoga

Jetzt, zwei Tage danach, kann ich es eigentlich kaum glauben:
Vor zehn Monaten war ich zwar sicher, dass ich die Ausbildung beenden werde, hatte jedoch keine Ahnung davon, was eigentlich bei dieser Ausbildung herauskommen würde.
Klar, man lernt die Asanas besser kennen, lernt etwas über Philosophie und Ayurveda, darf dann unterrichten (was auch immer das heißen mag) –
aber das eigentliche Resultat der Yogalehrausbildung ist für mich ein anderes:

Ich hab gelernt zu erkennen, wann etwas an mir selbst liegt und nicht an anderen –
und dass das fast immer der Fall ist.
Ich hab gelernt, demütig mein Haupt vor anderen zu senken – auch wenn es manchmal weh tut.
Ich hab gelernt, was ich tun muss, damit es mir gut geht –
und das hab ich vor allem aus den Querelen während der Ausbildung gelernt, aus persönlichen Untergriffigkeiten und kleineren Streitereien, die zwar auch so ein bisschen schmerzhaft waren, die mir aber dennoch ein klareres Bild von mir selbst bescherten.

Ja, ich kann jetzt Adho Mukha Svanasana besser und länger halten als vor zehn Monaten, und ich hab im Laufe der Ausbildung sogar erfolgreich an meinen Sirsasana-Skills gearbeitet –

© Sibl and the Wheel
© Sibl and the Wheel im Kopfstand

was ich aber vor allem gelernt habe ist Demut, Ruhe in mir und ein inneres Lächeln, das viel seltener erlischt als früher …
und das Wissen:
Manchmal ist es einfacher zu lächeln und sich nicht zu ärgern –
so verrückt das auch klingen mag.

Namaste!

***

Danke an alle, die an der Ausbildung teilgenommen haben! Ihr seid super!
Danke auch an alle unsere Ausbildner/innen, die mit viel Herzblut und Engagement ihre Liebe zum Yoga mit uns geteilt haben! Ihr seid genauso super!
Und auch ein Danke an jene, mit denen es während der letzten Monate zu diversen Meinungsverschiedenheiten gekommen ist –
wer hätte gedacht, dass man daraus etwas lernen kann! Das ist natürlich auch super!

Tausend Dank!
(Ihr bekommt jetzt alle ein Stückchen Schokolade!)

© Sibl and the Wheel
© Sibl and the Wheel schenkt euch Schokolade!

Merken

Merken

die zeiten haben sich geändert. (#kolumne)

sinn.wort.spiel.

wir leben in einer komischen zeit.
einer zeit, die man am besten durch das internationale wort des jahres 2016 beschreiben kann:
post.faktisch.
der gesunde haus.verstand scheint ausgestorben, was zählt sind persönliche meinungen und argumente, die nur auf den ersten blick überzeugen –
manchmal nicht einmal das.

ein beispiel gefällig?
im internet finden sich einhorn.essenzen, die wirklich von menschen gekauft werden –
von menschen, die sich davon unter anderem gesundheit, erkenntnis, frieden erwarten.
die tat.sache, dass es keine ein.hörner gibt, dass aus genau diesem grund wohl kaum entsaftetes ein.horn in den flakons enthalten sein wird, oder dass der preis dieser wunder.mittel meist das grandioseste daran ist, tut nichts zur sache –
stichwort: post.faktisch.
besonders schlimm ist es, wenn es um gesundheitliche oder politische themen geht –
stets beschleicht mich das gefühl, fakten interessieren nicht mehr, die werden ja von der lügen.pressegefälscht, wacht doch endlich auf und…

Ursprünglichen Post anzeigen 1.352 weitere Wörter

die sache mit den klischees. (#kolumne)

sinn.wort.spiel.

gestern bekam ich eine aufgeregte nachricht eines bekannten:
er habe gerade auf meiner facebook.seite gelesen, dass ich nicht an einhorn.fohlen.essenz glauben würde, und dann habe er sich auf meiner seite ein wenig umgesehen und festgestellt, dass ich auch impfen befürworten und mich nicht von chemtrails einschüchtern lassen würde.
und das, obwohl ich doch yoga.lehrerin sein möchte!

beim lesen dieser zeilen blieb mir kurz das lachen im hals stecken.
muss man denn sämtliche verschwörungs.theorien nicht nur glauben, sondern auch noch verbreiten, um als echte yogini zu gelten?
offenbar.
dabei hat sich yoga selbst doch schon längst von seinem rein esoterischen ruf befreit, dachte ich, wurde es doch wissenschaftlich erforscht und für gut befunden, und darf als anerkannte therapie.form wahrlich nicht mit unseriösen gefährlichkeiten verglichen werden.

ganz ehrlich:
nur weil ich yoga mache, glaub ich noch lange nicht an chemtrails.
(denn es gibt keine chemtrails.)
nur weil ich nach meiner yoga.praxis…

Ursprünglichen Post anzeigen 973 weitere Wörter

ein anderes wort für aufregend? #ytt!

sinn.wort.spiel.

was macht man, wenn man weiß, dass man etwas neues lernen wird?
man liest und recherchiert und liest weiter und recherchiert noch mehr –
klar.
und findet die wildesten sachen:

menschen, die sich erleuchtet fühlen, die ihr bisheriges leben bereuen, die jeden tag mit yoga beginnen und beenden, die in sexy klamotten an den wunderlichsten orten noch wunderlichere posen zeigen, leute, die das training abbrechen, weil sie es körperlich  nicht schaffen, und andere, die nach dem ersten gleich einen zweiten lehr.gang absolvieren.

und mitten drin in diesem wirr.warr an informationen bin ich.

nein, erleuchtet fühle ich mich (noch) nicht.
ich steh auch nicht jeden tag mit der sonne auf und mache zwölf sonnen.grüße.
und ich werde bestimmt keine fotos von mir in sexy unter.wäsche in soziale netz.werke posten –
im bikini, vielleicht, aber nicht im string.tanga.

ich mach einfach das, was sich richtig anfühlt – weil ich es gern mache.

Ursprünglichen Post anzeigen 15 weitere Wörter