Ein yogisches Hilfsmittel aus der Kosmetikabteilung? Na logisch!

Letztens baten einige Damen in der Donnerstags-Yogastunde um eine spezielle Einheit –
eine für die Füße.

Eine wunderbare Idee –
immerhin vergessen wir gern, was unsere Füße für uns leisten:
Wir stehen den ganzen Tag auf ihnen, zwängen sie in enge, vielleicht sogar hochhackige Schuhe, ständig sind sie von Stoff bedeckt und kommen kaum an die frische Luft.
Warum nicht eine eigene Yogastunde machen, in der wir uns für diese wundervolle Arbeit bedanken?

Im Sommer haben’s unsere Füße leichter –
sie dürfen ohne Socken außer Haus, sogar meist in offenen Schuhen, und sie spüren auch mal das Gras an ihrer Haut.

Im Winter aber, da sieht die Sache ganz anders aus –
wir tragen immer Socken (manchmal sogar nachts, wenn es ganz besonders kalt ist), die Füße stecken in dicken Schuhe, und der rutschige Boden draußen erfordert wahre Kunststücke, damit wir nicht über jeden Schneehaufen purzeln.
Und obwohl unsere Füße so viel für uns tun, vergessen wir sie gerne.
Schade, eigentlich.

Darum freu ich mich besonders auf die morgige Stunde im Seniorenbund Salzburg
wir werden uns ganz intensiv mit unseren Füßen beschäftigen, werden sie kneten und massieren, wir werden sie dehnen und strecken und falten …
und ein ganz besonderes Hilfsmittel benutzen, eines, das du vermutlich eher aus der Nagellackabteilung deines Drogeriemarkts kennst:

Zehentrenner!

Ich muss gestehen:
Ich schätze diese Teile mittlerweile wirklich sehr!
Gar nicht so sehr zum Nägellackieren, nein, sondern um meinen Füßen und Zehen etwas Gutes zu tun. Dandasana oder Uttanasana fühlen sich komplett anders an, wenn diese Zehentrenner die Zehen spreizen. Manchmal lasse ich sie sogar während Janu Sirsasana drin.
Und das Schönste ist das Gefühl, wenn man die Zehentrenner nach einigen Minuten entfernt und plötzlich ein ganz anderes Gefühl in den Füßen hat.
Probier es mal aus!

Aber Vorsicht:
Mach es gerade anfangs nicht zu lange. Probier erst mal aus, ob es dir überhaupt gut tut, und wenn ja, wie lange.
Weniger ist meistens mehr, gerade im Yoga!

Wenn wir morgen in der Fuß-Stunde dann die Zehentrenner entfernt haben, gönnen wir unseren Füßen eine sanfte Massage, natürlich mit Fußcreme –
denn gerade im Winter freuen sich die Füße über eine Extraportion Feuchtigkeit.

Socken drüber –
und Savasana  kann kommen.

#Namaste!

 

Ich muss beweisen, dass ich stricken kann? oder: Warum sich #YTTs ändern müssen.

Seit einigen Wochen häufen sich wieder die Einladungen zu Yoga Teacher Trainings, die jetzt im Herbst oder kommenden Frühling losgehen.
Ich könnte, wenn ich wollte, aus einer breiten Palette von meist recht teuren Ausbildungen wählen, viele davon klingen so toll, dass man sich fragt, warum sie nur ein paar Tage dauern, manchmal sogar nur ein Wochenende lang.
Mittlerweile bieten auch Institutionen Yogaausbildungen an, die eigentlich wenig bis gar nichts mit Yoga am Hut haben –
Tanzstudios, das WIFI, sogar Privatpersonen, von denen ich nicht einmal wusste, dass sie überhaupt Yoga machen.

Ein meiner Meinung nach grundlegendes Problem an all diesen Ausbildungen hab ich hier schon genauer beschrieben, seit ich aber vor allem ältere Menschen unterrichte, hab ich erkannt, dass es eigentlich ein viel größeres, weil gefährliches Problem gibt:
Es fehlen wirklich wichtige Inhalte.

Etwa die genaue Anatomie des Menschen, der Umgang mit physischen Krankheiten, und natürlich auch der mit psychischen Problemen.
Vor allem aber fehlt mir die Abkehr von althergebrachten Traditionen, die zwar interessant zu wissen, für den Unterrichtsalltag aber keine Hilfe sind –
irreführende Ausdrücke, Anweisungen, die nicht mehr zeitgemäß sind, Haltungen und Bewegungen, die früher als heilsam galten, von denen man heute aber weiß, dass sie eigentlich schaden, und die unsägliche Annahme, dass Yoga alles heilen kann.

Ich verbringe viel Zeit damit, Yoga-Magazine und -Bücher zu lesen, analog und digital, ich speichere jeden Artikel, der mit uralten Mythen aufräumt, und alles, was mit der körperlichen Gesundheit von Menschen zu tun hat, kommt überhaupt in einen eigenen Ordner, damit ich es sofort abrufen kann, wenn ich es brauche –
und ich brauche es ziemlich oft.
Das Unterrichten hat nämlich gezeigt, dass die Mehrzahl der Yogi/nis mit Problemen zu kämpfen hat und genau deswegen zum Yoga kommt. Egal, wie alt die Menschen sind, jede/r von ihnen hat ein Thema, das belastet, ein Thema, das ich als Yogalehrerin kennen sollte, gar nicht so sehr, um den Menschen zu helfen, sondern vor allem, um das Thema nicht zu verschlechtern. Die wenigsten meiner Kolleg/innen sind ausgebildetete Physio- oder Psychotherapeut/innen, ich leider auch nicht, obwohl das sicher kein Fehler wäre, denn (ich wiederhole mich):
Die wenigsten Menschen kommen zum Yoga, weil es ihnen so gut geht.

In meinen bisherigen Stunden hab ich schon eine Menge Themen gesehen:
angefangen von den klassischen Rückenproblemen über Bandscheibenvorfälle, Gelenksbeschwerden und Migräne, bis hin zu Osteochondrose und anderen Krankheitsbildern, von denen ich bisher noch nie gehört habe.
Außerdem treff ich häufig auf Verdauungsstörungen, hatte schon mehr als ein/en Yogi/ni mit Depressionen und Burn Out, jemand mit Borderline-Persönlichkeitsstörung besuchte einen Kurs, ich habe zwei Mal eine Panikattacke während des Unterrichts miterlebt, und auch Magersucht ist ein allgegenwärtiges Thema.
(Ich möchte hier aber darauf hinweisen, dass ich nicht übermäßig viel unterrichte und vermutlich auch nicht alle immer erzählen, woran sie wirklich leiden.)
Davon abgesehen hat jede/r von uns einen ganz eigenen Körperbau, was also auch bedeutet, dass manche Asanas rein anatomisch gar nicht machbar sind –
auch das ist etwas, was noch nicht zu vielen Yogalehrenden durchgedrungen ist.
(Mit ein Grund, warum ich nicht mehr allzu oft Yogakurse besuche.)

Mittlerweile hab ich es mir angewohnt, sehr genau nachzufragen, welche Themen es gibt, und da ich das Glück habe, Gruppen von höchstens 15 Menschen unterrichten zu dürfen, klappt das auch sehr gut –
die Menschen kennen sich untereinander und haben auch zu mir Vertrauen gefasst, am Anfang der Stunde erzählen wir uns immer, wie es uns gerade geht und welches vielleicht neue Thema sich ergeben hat. Stunden mit bis zu 30 (oder sogar mehr) Menschen möchte ich gar nicht mehr halten, einfach weil ich mittlerweile weiß, wie wichtig es ist, die Menschen und ihre persönlichen Bedürfnisse zu kennen.

Wenn jemand von einem Problem berichtet, dem ich noch nicht begegnet bin, ist meine Vorgehensweise immer dieselbe:
Ich schlage in Fachbüchern nach, ich befrage das Internet, ich kontaktiere die Ärztin meines Vertrauens, und manchmal frag ich auch einen Physiotherapeuten, der mir gern weiterhilft, denn die Menschen in den Yogastunden erwarten, dass ich weiß, was ich da tu, dass es ihnen gut geht, wenn sie nach Hause gehen, und dass die Beschwerden eher besser als schlechter werden.
Und jedes Mal, wenn ich dann zu Hause sitze und nachlese und lerne, wundert es mich ein wenig, dass diese Probleme in Yogaausbildungen so wenig Platz bekommen, dass der Fokus viel zu sehr auf der eigenen Yogapraxis liegt, und dass wir Mythen weitergeben und Praktiken beibehalten, die rein fachlich gesehen einfach falsch sind und Menschen schaden können –
etwas das unleidige Aufrollen der Wirbelsäule nach einer Vorbeuge.
Hätte ich den verlinkten Artikel nicht gelesen, ich würde diese Übung noch immer selbst so machen und natürlich auch weitergeben, und vermutlich hätten die Yogi/nis mit Rückenleiden wenig Freude daran, vor allem an den Folgen.
Oder auch das Öffnen der Hüften, ein Ausdruck, der in Yogastunden gern verwendet wird, der aber irreführend ist, weil ein Öffnen der Hüfte bei vielen Menschen rein anatomisch gar nicht möglich ist.
Ach, und die Mär, dass wir Frauen während unserer Periode keine Umkehrhaltungen machen dürfen, weil das Blut sonst in den Bauchraum zurückfließt (wo es eigentlich nie war und was anatomisch nicht möglich ist), sollten wir endlich aus unseren Yogastunden verbannen – jede/r Gynäkolog/in wird bestätigen, dass das Quatsch ist. Solange sich eine Haltung gut anfühlt, darf sie auch gemacht werden …
bei Bauchschmerzen während der Periode fühlen sich Umkehrhaltungen aber oft nicht so klasse an, dann meidet frau sie eben, ganz einfach.
(Und sollte unerwarteterweise wirklich mal irgendwas an eine Stelle fließen, wo es nicht hingehört, dann kann unser Körper das schnell und einfach von dort entfernen. Meine Gynäkologin hat das bestätigt – und nicht nur sie.)

Mir ist natürlich klar, dass nicht jedes Krankheitsbild in einem Teacher Training angesprochen werden kann, aber ich finde es trotzdem sehr schade, wie wenig sich die Ausbildungen an neuen Erkenntnissen orientieren.
Stattdessen werden Mythen gelehrt, die mit den realen Gegebenheiten nichts zu tun haben, und damit meine ich gar nicht Dinge wie die Vorstellung von Chakras oder Prana, die zwar keine wissenschaftliche Basis haben, die aber eng mit der Yogatradition verbunden sind und recht einfach auf die Realität übertragen werden können, nein, ich meine faktisch falsche Dinge wie das Aufrollen der Wirbelsäule, mit denen ich meinen Yogi/nis wirklichen Schaden zufüge, selbst denen, die einen gesunden Rücken haben.

Wir sollten langsam darüber nachdenken, Teacher Trainings anders anzulegen –
und zum Beispiel nur Menschen zulassen, die auch wirklich selbst Yoga praktizieren, oder vielleicht ganz einfach eine Trennlinie ziehen zwischen Ich mache das YTT nur für mich und Ich möchte gerne unterrichten.
In meinem YTT wurde sehr viel Zeit damit verbracht, einzelne Asanas zu lernen – nicht, wie man sie lehrt, sondern wie man sie macht, einfach weil es einige gab, deren eigene Yogapraxis aus den Wochenenden des Teacher Trainings bestand. Die Anatomieeinheiten fanden dafür nur an wenigen Tagen statt, da musste ich sehr viel selber nachlernen.

Das ist natürlich ok so, ich lerne ja gerne selber nach und mache Workshops, aber manchmal, wenn ich im Unterricht stehe und jedem Anwesenden eine eigene Variation einer Haltung anbiete, weil es die körperlichen Gegebenheiten eben so erfordern, da wäre ich froh um eine genauere Grundausbildung. Einfach, weil nicht alle solche Streberinnen sind wie ich, weil wir uns endlich klar machen müssen, dass wir mit der Gesundheit von Menschen arbeiten, und dass diese eng verbunden ist mit dem Wissen, das wir haben –
oder eben nicht.
Ein Wochenend-Teacher Training kann vermutlich nicht einmal die Grundbegriffe vermitteln, geschweige denn eine fundierte Ausbildung bieten, und dennoch darf in Österreich jede/r Yoga unterrichten, ganz egal, was er oder sie gelernt hat.

#Funfact:
Wenn ich am Christkindlmarkt selbst gestrickte Hauben verkaufen möchte, brauche ich einen Gewerbeschein und muss bei der Wirtschaftskammer beweisen, dass ich stricken kann.
Wenn ich aber Yoga unterrichten möchte, brauche ich weder einen Gewerbeschein noch kontrolliert jemand, ob ich eigentlich weiß, was ich da tue – obwohl es um die Gesundheit der Menschen geht.

So richtig logisch ist das nicht, finde ich.

#Namaste!

 

Aus der Reihe ‚Yoga mit dem Wheel‘: Spann mal den Bauch an!

In den meisten Yoga-Stunden gibt es nach unzähligen Steh- und Balancehaltungen diesen einen Moment, wenn man sich endlich für die Drehhaltungen auf seine Matte setzen darf, sich erleichtert und glücklich auf Vorbeugen und Dehnungen freut, und der oder die Unterrichtende plötzlich sagt:
Und dann mach dich bereit für Navasana, das Boot.

Meist hört man dann ein kollektives Raunen und Ächzen, jede/r versucht, Mula Bandha und Uddiyana Bandha möglichst richtig zu aktivieren, macht sich geistig bereit auf die Anstrengung, die jetzt folgt –
und vor lauter Anspannung in den Bauchmuskeln vergisst manch eine/r auf die Haltung des Oberkörpers.

Dabei kann Navasana so wunderbar sein –
etwa, wenn man es mit dem Yogawheel übt:

Und so geht’s:
Setz dich auf deine Yogamatte, das Wheel liegt vor dir. Platziere nun achtsam beide Beine nebeneinander auf dem Wheel –
Vorsicht:
Dabei kippt das Rad leicht um!
Wenn die Beine stabil sind, richte deinen Oberkörper aus:
Achte auf Länge im Oberkörper, der Rücken sollte gerade sein, die Schultern sinken tendenziell eher nach hinten-unten, Mula Bandha und Uddiyana Bandha geben dir Stabilität. Verbinde die Haltung mit einer leichten Herzöffnung, richte den Blick etwas nach oben, präsentiere dem Himmel dein Herz.
Probier für dich aus, wie lange du diese Position mit ruhigem Atem halten kannst, und vermeide es, die Luft anzuhalten!
Wenn es nicht mehr geht, leg die Beine auf der Matte ab, entspanne –
und wiederhole die Übung.

Du kannst auch verschiedene Armhaltungen ausprobieren und die Arme etwa nach vorne strecken, wie in der klassischen Boot-Haltung:

Halte deine Wheel-Boot-Variation für einige Atemzüge, dann entspanne. Versuch, in die Haltung hineinzuspüren, zu erkennen, was dir Schwierigkeiten bereitet –
da du die Beine ablegen kannst, wird dir die Haltung leichter fallen, sodass du besser spüren kannst.
Nach und nach wird Navasana immer angenehmer werden, sodass du auf das Yogawheel als Unterstützung verzichten kannst –
und irgendwann bist du dann vielleicht soweit, dass du Variationen üben möchtest, die diese Haltung schwieriger machen.

Extra-Anstrengung gefällig?
Denn auch das geht mit dem Wheel –
und zwar so:
  

Platziere nur ein Bein auf dem Wheel, das andere liegt ausgestreckt auf deiner Matte. Richte deinen Oberkörper aus, denk an die Länge im Rücken und deine Bandhas, und heb dann das Bein, das auf der Matte liegt, ein Stück an. Verlier nicht die Ausrichtung des Oberkörpers, beweg aber dein Bein sanft auf und ab.
Versuch, möglichst ruhig weiterzuatmen, leg dann dein Bein achtsam wieder auf der Matte ab –
und wechsle die Seiten.
Wiederhole diese Übung einige Male –
und vergiss danach nicht, deinen Muskeln Entspannung zu gönnen!

Schon nach kurzer Zeit wirst du merken, dass dir das klassische Navasana im Unterricht oder deiner Praxis um einiges leichter fallen wird –
vielleicht auch deshalb, weil du mit dem Wheel für dich herausfinden kannst, wie du am besten in die Haltung kommst.

Und wie immer im Yoga gilt auch hier, besonders mit dem Wheel:
Sei achtsam!
Überfordere deinen Körper nicht mit Haltungen, die er noch nicht kennt – vor allem, wenn du Anfänger/in bist!
Aktiviere Mula Bandha, deinen Beckenboden, und Uddiyana Bandha, in der Nähe deines Bauchnabels, indem du Beckenboden und Nabel sanft anspannst – aber nicht zuviel.
Wärme dich vor dem Üben mit dem Yogawheel gut auf – zuerst deinen ganzen Körper, etwa mit Sonnengrüßen oder einer sanften Praxis, gewöhne dann im Speziellen aber auch deine Wirbelsäule an das Wheel, etwa indem du sanft rollst und dich auf dem Rad einfindest.

Ich wünsch dir ent.spannende Stunden mit dem Wheel –
wenn du Fragen hast, meld dich einfach!

Ich freu mich auf dich!
#Namaste!

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warum es wichtig ist, ehrlich zu sein. (#kolumne)

sinn.wort.spiel.

wer sich auf einem gebiet selb.ständig macht, kennt das folgende szenario:
man möchte all seinen freund/innen mit.teilen, dass man nun etwas neues macht –
und dass alle mit.machen können!

sei es, dass man ein buch geschrieben hat, das nun alle lesen können/dürfen/sollen, sei es ein kaffee.haus, das man eröffnet hat und in dem man möglichst oft all seine bekannten treffen möchte, oder sei es, dass man in einem yoga.studio verschiedene klassen ansagen darf und sich natürlich freuen würde, freund/innen dort zu treffen und ihnen die vor.züge dessen nahe zu bringen, was man selbst so liebt.

gerade gestern hab ich mit einer befreundeten autorin gesprochen, die vor einiger zeit ihr neues buch heraus.gebracht hat und natürlich von zeit zu zeit in ihren sozialen netz.werken die frohe kunde verbreitet –
und die exakt dieselbe beobachtung gemacht hat wie ich (und vermutlich viele andere):

alle, wirklich alle sind hellauf begeistert von dem werk…

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