Ein yogisches Hilfsmittel aus der Kosmetikabteilung? Na logisch!

Letztens baten einige Damen in der Donnerstags-Yogastunde um eine spezielle Einheit –
eine für die Füße.

Eine wunderbare Idee –
immerhin vergessen wir gern, was unsere Füße für uns leisten:
Wir stehen den ganzen Tag auf ihnen, zwängen sie in enge, vielleicht sogar hochhackige Schuhe, ständig sind sie von Stoff bedeckt und kommen kaum an die frische Luft.
Warum nicht eine eigene Yogastunde machen, in der wir uns für diese wundervolle Arbeit bedanken?

Im Sommer haben’s unsere Füße leichter –
sie dürfen ohne Socken außer Haus, sogar meist in offenen Schuhen, und sie spüren auch mal das Gras an ihrer Haut.

Im Winter aber, da sieht die Sache ganz anders aus –
wir tragen immer Socken (manchmal sogar nachts, wenn es ganz besonders kalt ist), die Füße stecken in dicken Schuhe, und der rutschige Boden draußen erfordert wahre Kunststücke, damit wir nicht über jeden Schneehaufen purzeln.
Und obwohl unsere Füße so viel für uns tun, vergessen wir sie gerne.
Schade, eigentlich.

Darum freu ich mich besonders auf die morgige Stunde im Seniorenbund Salzburg
wir werden uns ganz intensiv mit unseren Füßen beschäftigen, werden sie kneten und massieren, wir werden sie dehnen und strecken und falten …
und ein ganz besonderes Hilfsmittel benutzen, eines, das du vermutlich eher aus der Nagellackabteilung deines Drogeriemarkts kennst:

Zehentrenner!

Ich muss gestehen:
Ich schätze diese Teile mittlerweile wirklich sehr!
Gar nicht so sehr zum Nägellackieren, nein, sondern um meinen Füßen und Zehen etwas Gutes zu tun. Dandasana oder Uttanasana fühlen sich komplett anders an, wenn diese Zehentrenner die Zehen spreizen. Manchmal lasse ich sie sogar während Janu Sirsasana drin.
Und das Schönste ist das Gefühl, wenn man die Zehentrenner nach einigen Minuten entfernt und plötzlich ein ganz anderes Gefühl in den Füßen hat.
Probier es mal aus!

Aber Vorsicht:
Mach es gerade anfangs nicht zu lange. Probier erst mal aus, ob es dir überhaupt gut tut, und wenn ja, wie lange.
Weniger ist meistens mehr, gerade im Yoga!

Wenn wir morgen in der Fuß-Stunde dann die Zehentrenner entfernt haben, gönnen wir unseren Füßen eine sanfte Massage, natürlich mit Fußcreme –
denn gerade im Winter freuen sich die Füße über eine Extraportion Feuchtigkeit.

Socken drüber –
und Savasana  kann kommen.

#Namaste!

 

Ich muss beweisen, dass ich stricken kann? oder: Warum sich #YTTs ändern müssen.

Seit einigen Wochen häufen sich wieder die Einladungen zu Yoga Teacher Trainings, die jetzt im Herbst oder kommenden Frühling losgehen.
Ich könnte, wenn ich wollte, aus einer breiten Palette von meist recht teuren Ausbildungen wählen, viele davon klingen so toll, dass man sich fragt, warum sie nur ein paar Tage dauern, manchmal sogar nur ein Wochenende lang.
Mittlerweile bieten auch Institutionen Yogaausbildungen an, die eigentlich wenig bis gar nichts mit Yoga am Hut haben –
Tanzstudios, das WIFI, sogar Privatpersonen, von denen ich nicht einmal wusste, dass sie überhaupt Yoga machen.

Ein meiner Meinung nach grundlegendes Problem an all diesen Ausbildungen hab ich hier schon genauer beschrieben, seit ich aber vor allem ältere Menschen unterrichte, hab ich erkannt, dass es eigentlich ein viel größeres, weil gefährliches Problem gibt:
Es fehlen wirklich wichtige Inhalte.

Etwa die genaue Anatomie des Menschen, der Umgang mit physischen Krankheiten, und natürlich auch der mit psychischen Problemen.
Vor allem aber fehlt mir die Abkehr von althergebrachten Traditionen, die zwar interessant zu wissen, für den Unterrichtsalltag aber keine Hilfe sind –
irreführende Ausdrücke, Anweisungen, die nicht mehr zeitgemäß sind, Haltungen und Bewegungen, die früher als heilsam galten, von denen man heute aber weiß, dass sie eigentlich schaden, und die unsägliche Annahme, dass Yoga alles heilen kann.

 

 

 

Ich verbringe viel Zeit damit, Yoga-Magazine und -Bücher zu lesen, analog und digital, ich speichere jeden Artikel, der mit uralten Mythen aufräumt, und alles, was mit der körperlichen Gesundheit von Menschen zu tun hat, kommt überhaupt in einen eigenen Ordner, damit ich es sofort abrufen kann, wenn ich es brauche –
und ich brauche es ziemlich oft.
Das Unterrichten hat nämlich gezeigt, dass die Mehrzahl der Yogi/nis mit Problemen zu kämpfen hat und genau deswegen zum Yoga kommt. Egal, wie alt die Menschen sind, jede/r von ihnen hat ein Thema, das belastet, ein Thema, das ich als Yogalehrerin kennen sollte, gar nicht so sehr, um den Menschen zu helfen, sondern vor allem, um das Thema nicht zu verschlechtern. Die wenigsten meiner Kolleg/innen sind ausgebildetete Physio- oder Psychotherapeut/innen, ich leider auch nicht, obwohl das sicher kein Fehler wäre, denn (ich wiederhole mich):
Die wenigsten Menschen kommen zum Yoga, weil es ihnen so gut geht.

In meinen bisherigen Stunden hab ich schon eine Menge Themen gesehen:
angefangen von den klassischen Rückenproblemen über Bandscheibenvorfälle, Gelenksbeschwerden und Migräne, bis hin zu Osteochondrose und anderen Krankheitsbildern, von denen ich bisher noch nie gehört habe.
Außerdem treff ich häufig auf Verdauungsstörungen, hatte schon mehr als ein/en Yogi/ni mit Depressionen und Burn Out, jemand mit Borderline-Persönlichkeitsstörung besuchte einen Kurs, ich habe zwei Mal eine Panikattacke während des Unterrichts miterlebt, und auch Magersucht ist ein allgegenwärtiges Thema.
(Ich möchte hier aber darauf hinweisen, dass ich nicht übermäßig viel unterrichte und vermutlich auch nicht alle immer erzählen, woran sie wirklich leiden.)
Davon abgesehen hat jede/r von uns einen ganz eigenen Körperbau, was also auch bedeutet, dass manche Asanas rein anatomisch gar nicht machbar sind –
auch das ist etwas, was noch nicht zu vielen Yogalehrenden durchgedrungen ist.
(Mit ein Grund, warum ich nicht mehr allzu oft Yogakurse besuche.)

Mittlerweile hab ich es mir angewohnt, sehr genau nachzufragen, welche Themen es gibt, und da ich das Glück habe, Gruppen von höchstens 15 Menschen unterrichten zu dürfen, klappt das auch sehr gut –
die Menschen kennen sich untereinander und haben auch zu mir Vertrauen gefasst, am Anfang der Stunde erzählen wir uns immer, wie es uns gerade geht und welches vielleicht neue Thema sich ergeben hat. Stunden mit bis zu 30 (oder sogar mehr) Menschen möchte ich gar nicht mehr halten, einfach weil ich mittlerweile weiß, wie wichtig es ist, die Menschen und ihre persönlichen Bedürfnisse zu kennen.

 

Wenn jemand von einem Problem berichtet, dem ich noch nicht begegnet bin, ist meine Vorgehensweise immer dieselbe:
Ich schlage in Fachbüchern nach, ich befrage das Internet, ich kontaktiere die Ärztin meines Vertrauens, und manchmal frag ich auch einen Physiotherapeuten, der mir gern weiterhilft, denn die Menschen in den Yogastunden erwarten, dass ich weiß, was ich da tu, dass es ihnen gut geht, wenn sie nach Hause gehen, und dass die Beschwerden eher besser als schlechter werden.
Und jedes Mal, wenn ich dann zu Hause sitze und nachlese und lerne, wundert es mich ein wenig, dass diese Probleme in Yogaausbildungen so wenig Platz bekommen, dass der Fokus viel zu sehr auf der eigenen Yogapraxis liegt, und dass wir Mythen weitergeben und Praktiken beibehalten, die rein fachlich gesehen einfach falsch sind und Menschen schaden können –
etwas das unleidige Aufrollen der Wirbelsäule nach einer Vorbeuge.
Hätte ich den verlinkten Artikel nicht gelesen, ich würde diese Übung noch immer selbst so machen und natürlich auch weitergeben, und vermutlich hätten die Yogi/nis mit Rückenleiden wenig Freude daran, vor allem an den Folgen.
Oder auch das Öffnen der Hüften, ein Ausdruck, der in Yogastunden gern verwendet wird, der aber irreführend ist, weil ein Öffnen der Hüfte bei vielen Menschen rein anatomisch gar nicht möglich ist.
Ach, und die Mär, dass wir Frauen während unserer Periode keine Umkehrhaltungen machen dürfen, weil das Blut sonst in den Bauchraum zurückfließt (wo es eigentlich nie war und was anatomisch nicht möglich ist), sollten wir endlich aus unseren Yogastunden verbannen – jede/r Gynäkolog/in wird bestätigen, dass das Quatsch ist. Solange sich eine Haltung gut anfühlt, darf sie auch gemacht werden …
bei Bauchschmerzen während der Periode fühlen sich Umkehrhaltungen aber oft nicht so klasse an, dann meidet frau sie eben, ganz einfach.
(Und sollte unerwarteterweise wirklich mal irgendwas an eine Stelle fließen, wo es nicht hingehört, dann kann unser Körper das schnell und einfach von dort entfernen. Meine Gynäkologin hat das bestätigt – und nicht nur sie.)

Mir ist natürlich klar, dass nicht jedes Krankheitsbild in einem Teacher Training angesprochen werden kann, aber ich finde es trotzdem sehr schade, wie wenig sich die Ausbildungen an neuen Erkenntnissen orientieren.
Stattdessen werden Mythen gelehrt, die mit den realen Gegebenheiten nichts zu tun haben, und damit meine ich gar nicht Dinge wie die Vorstellung von Chakras oder Prana, die zwar keine wissenschaftliche Basis haben, die aber eng mit der Yogatradition verbunden sind und recht einfach auf die Realität übertragen werden können, nein, ich meine faktisch falsche Dinge wie das Aufrollen der Wirbelsäule, mit denen ich meinen Yogi/nis wirklichen Schaden zufüge, selbst denen, die einen gesunden Rücken haben.

 

 

Wir sollten langsam darüber nachdenken, Teacher Trainings anders anzulegen –
und zum Beispiel nur Menschen zulassen, die auch wirklich selbst Yoga praktizieren, oder vielleicht ganz einfach eine Trennlinie ziehen zwischen Ich mache das YTT nur für mich und Ich möchte gerne unterrichten.
In meinem YTT wurde sehr viel Zeit damit verbracht, einzelne Asanas zu lernen – nicht, wie man sie lehrt, sondern wie man sie macht, einfach weil es einige gab, deren eigene Yogapraxis aus den Wochenenden des Teacher Trainings bestand. Die Anatomieeinheiten fanden dafür nur an wenigen Tagen statt, da musste ich sehr viel selber nachlernen.

Das ist natürlich ok so, ich lerne ja gerne selber nach und mache Workshops, aber manchmal, wenn ich im Unterricht stehe und jedem Anwesenden eine eigene Variation einer Haltung anbiete, weil es die körperlichen Gegebenheiten eben so erfordern, da wäre ich froh um eine genauere Grundausbildung. Einfach, weil nicht alle solche Streberinnen sind wie ich, weil wir uns endlich klar machen müssen, dass wir mit der Gesundheit von Menschen arbeiten, und dass diese eng verbunden ist mit dem Wissen, das wir haben –
oder eben nicht.
Ein Wochenend-Teacher Training kann vermutlich nicht einmal die Grundbegriffe vermitteln, geschweige denn eine fundierte Ausbildung bieten, und dennoch darf in Österreich jede/r Yoga unterrichten, ganz egal, was er oder sie gelernt hat.

#Funfact:
Wenn ich am Christkindlmarkt selbst gestrickte Hauben verkaufen möchte, brauche ich einen Gewerbeschein und muss bei der Wirtschaftskammer beweisen, dass ich stricken kann.
Wenn ich aber Yoga unterrichten möchte, brauche ich weder einen Gewerbeschein noch kontrolliert jemand, ob ich eigentlich weiß, was ich da tue – obwohl es um die Gesundheit der Menschen geht.

So richtig logisch ist das nicht, finde ich.

#Namaste!

 

Es muss nicht immer Zirkus sein. #KeepItSimple

Wenn ich morgens Kaffee trinke oder abends im Bett liege, scroll ich manchmal durch diverse Social Media Kanäle und schau mir Yogabilder und – videos an.

Vor allem Beiträge von Menschen, die mit dem Yogawheel arbeiten, haben es mir angetan –
doch in letzter Zeit finde ich verstärkt Beiträge, die zwar bewundernswert und wirklich toll sind, die mit Yoga aber nur mehr am Rande zu tun haben.
Hier ist etwa so ein Beispiel –
die Bilder und Videos sind ein Traum, kaum zu glauben, dass jemand wirklich sowas draufhat!

Ich merke aber verstärkt, dass die Menschen abwehrend reagieren, wenn ich das Yogawheel erwähne, und Dinge sagen wie:
Oh, das hab ich letztens auf Instagram gesehen, das ist viel zu arg, das kann ich sicher nicht.

Stimmt wahrscheinlich, ich kann das auch alles nicht. Und das, obwohl ich täglich auf meinem Wheel liege und damit yogiere.
Aber unter uns gesagt:
Das ist halt auch nicht das Yoga, das unsereins zu Hause macht.

Denn das ist High Level-Yoga, Profi-Yoga, vielleicht sogar eher Kunstturnen oder Akrobatik.
Bewundernswert, keine Frage –
aber sicher nicht das, was wir in Kursen oder daheim mit dem Wheel machen. Oder machen sollten –
immerhin kann man sich bei einigen dieser Kunststücke wirklich verletzen, wenn man sie einfach so zu Hause nachübt.

Die Yogapraxis auf dem heimischen Wheel sieht bei mir (und vermutlich den meisten anderen) eher so aus:

Ganz unspektakulär, dafür umso entspannender und eine große Unterstützung für viele Asanas. Und genau darum geht’s für mich, daheim und in den Kursen.
Yoga muss nämlich nicht spektakulär sein, Yoga steckt auch in den kleinen Dingen …
lasst uns diese Botschaft doch wieder in die Welt hinausschreien:

Keep it simple!

#Namaste!

Ich bin wieder da! <3

Was mich in den letzten Wochen und Monaten so abgelenkt hat vom Schreiben?
Der Alltag –
und dieser Alltag hatte mich wahrlich fest im Griff.
Arbeiten, Kinder betreuen, den Urlaub planen und dann genießen, Yoga am Strand genießen, eine kleine Ausbildung einbauen, wieder arbeiten …
und zwischendrin immer denken:

Wann ist denn endlich wieder September?
Denn:
Yoga zu unterrichten ist etwas besonderes –
die Stimmung, die Menschen, die Stille, das Atmen, und am Ende die lächelnden Gesichter und die Freude in mir, die wahrlich unübertroffen schön ist.

Und jetzt, Anfang Oktober, bin ich wieder drin im Unterrichten, im Ansagen, im Stunden erdenken und Flows aufschreiben, und ich muss gestehen:
Ich hab das wirklich vermisst!

Genießt die wunderbaren Sonnenstrahlen –
genau das werd ich jetzt auch machen!

#Namaste!

Es war wunderbar! Kinderyoga eben.

Die heutigen vier Kinderyoga-Einheiten in einem Salzburger Kindergarten waren wirklich wunderbar.
(Kinderyoga-Stunden sind immer wunderbar, aber manchmal sind sie wunderbarer.)

Ich hatte für die heutigen Einheiten Yoga-Memory geplant, ein wunderbarer Weg, den Kindern spielerisch die Asanas in Erinnerung zu rufen und ihre Achtsamkeit zu schulen (und immer ein großer Spaß) –
aber ich hatte nicht mit so einer übergroßen Freude gerechnet.

In der ersten Einheit waren alle Kinder mit Begeisterung dabei, sie kannten alle Asanas und zeigten diese voller Stolz vor, ohne dass sie schauen mussten, was ich mache.
Am Ende riefen sie laut Namaste und waren traurig, dass es schon aus war.

In der zweiten Einheit setzte sich das Mädchen, das bisher nur daneben saß und zuschaute, ganz von selbst neben mich, drehte begeistert die Kärtchen um und machte sogar ein paar Asanas mit –
ich war so stolz, dass sie sich das heute getraut hat! (Und ich glaub, sie auch.)

In der dritten Einheit musste ich die Übung Wecker (hier sitzen die Kinder mit geschlossenen Augen ganz still und lauschen ihrem Atem) sogar abbrechen, weil sie so lange ruhig saßen, dass die Stunde plötzlich vorbei war. Sonst schaffen wir kaum eine halbe Minute, heute aber ging es wie von selbst.

Und in der vierten Einheit gab’s heut Kuschelalarm –
ein Mädchen drückte mich durchgehend, ein Junge massierte meinen Oberarm, zwischendurch bauten wir die Asanas ein, und als ein kleiner Blondschopf nach der Stunde den Raum verließ, warf er mir eine Kusshand zu und rief: Schön war’s heut!

*

Manchmal fragen mich Menschen, ob Kinderyoga nicht total anstrengend sei, weil Kinder ja generell anstrengend seien …
Quatsch!
Es ist wunderbar!

#Namaste!

 

Warum Kinderyoga anstrengender ist als Erwachsenenyoga – und wieso ich das toll finde.

Wenn ich mich auf eine Yogastunde für Erwachsene vorbereite, bin ich schnell fertig –
den Ablauf der Stunde hab ich im Kopf, ich bereite mich zwar jedes Mal vor, habe aber keinen allzu genauen Plan, weil ich mich an die Bedürfnisse der Yogi/nis anpassen möchte …
nicht selten kommt es vor, dass manch eine/r über Beschwerden klagt, die wir mit ein paar Asanas schnell in den Griff bekommen, Nackenschmerzen etwa. Auf so etwas möchte ich schnell reagieren können, ein starrer Stundenplan würde mich da nur behindern.
Dann schnapp ich mir Leggings, meine Matte, meine Lieblingsmala und etwas zu trinken –
und los geht’s.
Die Stunden an sich sind immer anders, immer neu und spannend, aber auch immer ohne gröbere Vorkommnisse –
manchmal geht jemand auf die Toilette, manchmal lacht jemand, und ganz selten schläft jemand in Savasana ein und schnarcht ein wenig.
Aus solchen Stunden gehe ich immer glücklich nach Hause, bin aber meistens noch ziemlich fit und kann mich unter Menschen wagen, ohne ein olfaktorisches Risiko einzugehen.

Als ich aber heute nach vier Einheiten Kinderyoga in einem Kindergarten nahe Salzburg zu Hause angekommen bin, wurde mir klar, was der eigentlich Unterschied von Erwachsenenyoga zu Kinderyoga ist –
seht selbst:

Yogischer Krimskrams

Diese Sachen hab ich beim Kinderyoga immer mit:

Im Korb hinten im Bild sind zehn Yogamatten, in der Tasche davor meine magische blaue Box voller Yoga-Krimskrams, Asana-Karten zum Sammeln, mein Zwuddha, der immer im Zentrum der Matten sitzt, eine elektrische Kerze, Koshi-Klangspiele, eine Klangschale, meine Mappe mit den Stundenbildern und natürlich ein Getränk für zwischendurch.

Manchmal hab ich auch mein iPad und Lautsprecher dabei –
nicht jeder Kindergarten hat so etwas im Turnsaal, dann nehm ich es eben mit, weil etwa Tiefsee-Yoga mit akustischer Meeresrauschen-Untermalung toll ist.

Als ich heute im Kindergarten ankam, war ich schon ziemlich außer Atem, weil der Korb mit den Matten wirklich schwer und leider ziemlich unhandlich ist.

Dann leg ich natürlich alle Matten auf, richte je nach Motto der Stunde das Zentrum her, und freu mich auf die Kinder.

Im Zentrum: der Zwuddha und das Thema der Stunde

Und auch die Yoga-Einheiten lassen sich nicht mit Stunden von Erwachsenen vergleichen:

Es wird geplaudert, gesungen, gekichert, manchmal gepupst (und dann noch lauter gekichert), vor allem den Kleineren fällt zu jeder Asana eine Variation oder eine Geschichte ein, sie stellen Fragen zu den Figuren oder Karten –
und dann fassen wir uns an den Händen und tanzen im Kreis, weil Meerjungfrauen unter Wasser das eben so machen.

Abschauende Hunde werden schnell zu einem Rudel Wölfe, die den Mond anheulen, Schildkröten kriechen langsam auf der Matte auf und ab, und Kobras müssen sich natürlich laut zischend eine Runde im Kreis winden.

Nach jeder bewegten Asana treffen wir uns dann wieder auf der Matte und verharren kurz still in der Haltung –
und schon geht’s weiter.
Wie auch bei den Erwachsenen kommen im Kinderyoga die kleinen Yogi/nis über die Bewegung zur Ruhe, die Phasen der Stille sind gerade bei Jüngeren eher kurz, die Kinder spüren in sich hinein, fühlen ihr Herz schlagen, schnell oder langsam, oder beobachten den Atem – und genießen diese kurze, aber intensive Stille.
Wenn dann die kleinen Yogi/nis müde werden, legen sie sich auf die Matten, decken sich damit auch zu –
und bevor dann ein wenig Ruhe einkehren kann, wollen kleine Köpfe gestreichelt, kleine Zehen gekrault und kleine Hände gehalten werden, bis sich alle zu einer entspannten Ruhephase einfinden und den Koshi-Klängen lauschen –
und natürlich wollen manche Köpfe auch währenddessen gestreichelt werden.
Wer nicht mitmachen möchte, sitzt ruhig auf der Matte und sieht zu, niemand wird im Yoga zu etwas gezwungen –
und ganz oft sind es genau diese Kinder, die am meisten mitnehmen und das, was sie bei den anderen sehen, zu Hause nachmachen, wenn keiner zusieht.

Danach sitzen wir noch auf der Matte, besprechen, was wir erlebt haben, jede/r erzählt von sich selbst, manchmal schließen wir auch mit Atemübungen und einem gemeinsamen Om, und dann werden meditative Mandalas gelegt, Figuren aufgebaut, Sammelkarten verteilt –
und die nächste Gruppe kommt.

Mit den größeren Kindern spiele ich manchmal Yoga-Memory, vor allem dann, wenn sie die einzelnen Haltungen schon besser kennen und wissen, was sie machen müssen –

Yoga als Spiel: Yoga-Memory

auch das kommt immer sehr gut an!

Wenn dann alle Kinder dran waren, räum ich alles wieder ein, roll die Matten auf, pack zusammen und mach mich schwer beladen auf den Heimweg –
verschwitzt, müde, aber unglaublich glücklich!

Die Kinder machen Yoga jedes Mal zu etwas Neuem, erfinden Geschichten rund um die Asanas und Atemübungen, und vergessen dennoch nicht, auf sich selbst und die anderen zu achten –
wie schlägt mein Herz, was macht mein Atem, wie fühlt sich mein Körper an, wem muss ich die Hand geben, weil er oder sie sonst umfällt.
Völlig ohne Vorbehalte erzählen sie, wie es ihnen geht, was ihnen gefällt –
und verkünden natürlich auch lautstark, wenn ihnen etwas gar nicht gefällt, damit muss man bei Kindern immer rechnen und darf es ihnen keinesfalls übel nehmen.

Beim Yogieren mit Kindern muss man als Unterrichtende immer voll dabei sein, auf jede Kleinigkeit achten, muss schnell auf Unstimmigkeiten oder kleinere Wehwehchen reagieren, beim Aus- und wieder Anziehen helfen, Socken umstülpen, Lieder singen und Zöpfe flechten, Fragen zu Meeresbewohnern beantworten und manchmal auch Tränen trocknen.
Wenn Lehrende in Erwachsenenstunden sagen: Und jetzt bleiben wir fünf Atemzüge in dieser Haltung, dann können sie diese Atemzüge als Pause nutzen, in Gedanken die weitere Stunde durchgehen oder vielleicht auch einfach an der Hose zupfen.
Wenn ich in Kinderyogastunden an meiner Hose zupfe, machen das alle Kinder nach –
auch wenn ich mich kratze oder meine Haare richte.

Wenn ich dann mit Sack und Pack zu Hause ankomme, kann ich es manchmal gar nicht glauben, dass man gleichzeitig so müde und so glücklich sein kann –
und sich so auf die nächste Stunde freut!

#Namaste!

 

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Aus der Reihe ‚Yoga mit dem Wheel‘: Hoch das Bein!

Salamba Sarvangasana, der gestützte Schulterstand, wird wegen der vielen positiven Auswirkungen auf den Körper auch gern die Mutter aller Asanas genannt.
Der gestützte Schulterstand aktiviert die Durchblutung, entlastet die Beine und die Organe, stimuliert den Hormonhaushalt und kann dabei helfen, die Atemwege zu befreien. Außerdem hat diese Asana eine positive Wirkung auf die Verdauung, kann bei Krampfadern helfen und (richtig geübt) durch die Dehnung Nackenverspannungen lösen.
Der gestützte Schulterstand verbessert außerdem das Selbstwertgefühl, regeneriert das Prana und baut neue Energien auf.

Auch die sanfte Version davon, Viparita Karani, bei der die Beine an einer Wand und der Po auf einer Decke liegen, ist toll –
sie entspannt auch bei Bluthochdruck oder während der Menstruation, also immer dann, wenn man aufpassen muss und vom Schulterstand lieber Abstand nehmen sollte.

Ruhe für Körper und Geist
Umkehrhaltungen beruhigen den Geist, was gerade abends und/oder bei Schlafstörungen sehr hilfreich sein kann –
oder wenn man wie ich mit dem Restless Legs Syndrom zu kämpfen hat.
Außerdem kann es toll sein, mal den Blickwinkel zu ändern –
es muss gar kein Kopfstand sein, manchmal reicht es schon, die Zehen über dem Kopf zu sehen und zu wissen:
Es geht auch andersrum!

Umkehrhaltungen bergen aber auch Risiken, deshalb an dieser Stelle:

Achtung!
Während der Periode und Schwangerschaft sollte man auf Umkehrhaltungen verzichten, ebenso bei Nacken- oder Netzhautproblemen, bei Bluthochdruck sowie bei einigen Herzkrankheiten. Sprich am Besten mit deinem Arzt/deiner Ärztin darüber und informiere deine/n Lehrer/in, wenn du trotzdem die Beine in den Himmel strecken möchtest, damit er/sie dich bestmöglich dabei unterstützen kann!

Wenn du sicher bist, dass du gefahrlos Umkehrhaltungen üben kannst, dann probier den sanften Schulterstand doch mal auf einem Yogarad.
Vor allem für all jene, denen der gestützte Schulterstand schwer fällt, weil sie die Beine nicht gerade nach oben strecken können oder weil das Gewicht des eigenen Körpers zu sehr in den Händen lastet, ist die Version auf dem Wheel eine tolle Option, die so aussieht:

Gestützter Schulterstand

Und so geht’s:
Setz dich an den vorderen Rand deiner Matte und platziere das Wheel hinter deinem Rücken, etwa in Höhe deiner Brustwirbelsäule. Leg dich darauf und roll ein paar Mal auf und ab, um dich auf dem Wheel einzufinden.
Vergiss nicht, deine Bandhas zu aktivieren, sie geben dir Stabilität!
Roll dann weiter nach hinten, bis dein Kopf sanft die Matte berührt und bleib kurz in dieser Position. Denk wieder an deine Bandhas und roll sanft weiter nach hinten ab, bis auch deine Schultern auf der Matte aufliegen. Greif währenddessen mit deinen Händen das Wheel, damit es nicht unter deinem Po herausrollt, und finde dich in der Haltung ein:
Dein Nacken ist entspannt und liegt nicht auf der Matte auf, nur dein Hinterkopf und die Schultern berühren die Matte, dein Kinn hebt sich leicht vom Brustkorb weg. Deine Hände greifen von außen das Rad, so positionierst du deine Schultern besser und öffnest deinen Herzraum noch ein wenig mehr. Das Wheel liegt sicher unter deinem Kreuzbein, deine Beine ragen vertikal nach oben Richtung Himmel, dein Atem fließt ruhig und gleichmäßig. Du kannst für dich entscheiden, ob du deine Füße flexen oder die Zehen Richtung Himmel strecken möchtest – oder vielleicht sogar abwechseln.

Hier siehst du im Schnelldurchlauf, wie ich das mache:

Wenn dir diese Haltung zu fordernd ist oder du das Gefühl hast, die Beine nicht mehr länger gerade nach oben strecken zu können, dann lass sie ein Stück weit nach unten sinken, zu Ardha Sarvangasana, dem halben Schulterstand –
hier ist es wichtig, dass du das Yogarad wirklich nicht loslässt, weil es sich sonst verselbständigt und du auf die Matte fällst. Achte auch hier wieder auf deinen Nacken und atme entspannt weiter.
Und spür in deinen unteren Rücken, denn der wird diese Haltung lieben!

Wenn du die Haltung verlassen möchtest, lass deine Beine achtsam hinter deinen Kopf sinken, zu Halasana, dem Pflug, roll dann mit deinen Händen langsam das Wheel ein Stück weit die Matte entlang, weg von deinem Po, komm aus Halasana zurück, stell deine Beine auf der Matte ab, lass die Knie gegeneinander sinken und spür nach.
Schließ für einen Moment die Augen, lass deinen Atem fließen, und streck dann die Beine zu Savasana.

Ardha Sarvangasana – der halbe Schulterstand

Denk aber bitte daran:

Wie bei allen Umkehrhaltungen gilt auch (und besonders!) mit dem Wheel:
Sei achtsam!
Überfordere deinen Körper nicht mit Haltungen, die er noch nicht kennt – vor allem, wenn du Anfänger/in bist!
Aktiviere Mula Bandha, deinen Beckenboden, und Uddiyana Bandha, in der Nähe deines Bauchnabels, indem du Beckenboden und Nabel sanft anspannst – aber nicht zuviel.
Wärme dich vor dem Üben mit dem Yogawheel gut auf – zuerst deinen ganzen Körper, etwa mit Sonnengrüßen oder einer sanften Praxis, gewöhne dann im Speziellen aber auch deine Wirbelsäule an das Wheel, etwa indem du sanft rollst und dich auf dem Rad einfindest.

Wenn du Fragen hast, meld dich einfach, ich helf dir gern weiter.
Oder komm mal zu einem Wheel-Workshop und lern mit mir die Basics von Yoga mit dem Wheel.

Ich freu mich darauf, mit dir zu üben!
#Namaste!

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ich mach sicher nichts, was gut für mich ist. (#kolumne)

sinn.wort.spiel.

frau x hatte einen schlag.anfall – den zweiten in folge.
herr y leidet seit jahren an chronischen magen.schmerzen – stress ist der aus.löser, heißt es.
und auch die junge z, die erst am beginn ihres arbeits.lebens steht, tut sich schwer mit dem ab.schalten – und braucht mindestens zwei gläser sommer.spritzer, bevor sie entspannt sein kann.

was die drei eint?
ihr un.wille, sich selbst etwas gutes zu tun.
je schlechter es ihnen geht, umso mehr muten sie sich selbst zu –
noch eine extra.runde im fitness.studio, egal wie sehr die muskeln schmerzen, noch mehr alkohol, um die welt zu vergessen, besonders deftige kost, um wieder zu kräften zu kommen …
bloß keine pause entstehen lassen, immer gas geben, still.stand ist das ende, so der volks.mund.

aber der volks.mund hat nicht immer recht, ganz im gegen.teil –
der volks.mund hat in einer zeit das sprechen erlernt, die anders war als unsre heutige…

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die sache mit dem ego. (#kolumne) (#ytt)

sinn.wort.spiel.

krank auf dem sofa zu liegen ist nicht gerade unterhaltsam.
und selbst die spannendsten folgen diverser vampir.tagebücher sind nach ein paar stunden nicht mehr fesselnd.
was also tun?
ganz einfach: lesen.
in meinem fall:
literatur zum thema yoga.

und nach etlichen artikeln über die gefahren von yoga und der durch.sicht einiger yoga.instagram.accounts weiß ich eines:
so will ichnicht werden. 

da gibt es bilder von yoga.verrückten, die ständig vorgeben, schweben zu können – und alle mit schimpf.wörtern überschütten, die nachfragen, wie das möglich sein kann.
(dabei ist doch ein gewalt.freies leben eines der stand.beine von yoga – und das schließt auch gewalt in der sprache ein.)
oder es gibt menschen, die aus yoga eine art zirkus machen – inklusive artistischer einlagen mit allerlei hilfs.mittel wie reifen oder sogar feuer.elementen.
und natürlich findet man auch anhänger/innen des nackt.yoga – weil es ja gerade im herab.schauenden hund wahnsinnig anregend ist, den kolleg/innen…

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