Adieu, Facebook! Das war’s mit uns.

So, ich hab’s getan.
Endgültig.
Nicht nur drüber nachdenken, oder nur drüber reden –
nein.
Aus, weg damit!

Ich habe meinen Facebook-Account gelöscht.

Davon träum ich in Wahrheit ja schon seit langem.
Denn seit Jahren beobachte ich, wie aus einem einst netten sozialen Netzwerk eine Hassmaschine wurde. Unter jedem Beitrag, so harmlos kann der gar nicht sein, schlägt einem eine Welle des Hasses entgegen.
Selbst wenn es nur um Meerschweinchen geht (wie unlängst passiert), schaffen es die Menschen nicht, ganz normal miteinander zu plaudern, nein, es muss geschimpft werden, dass es nur so raucht.

Manchmal, wenn mir das alles zu viel geworden ist, hab ich mir eingeredet, dass irgendjemand dagegenhalten muss, wir dürfen den Hatern doch nicht das Feld überlassen –
egal, wie ich mich dabei gefühlt hab, denn:
Schön ist das nicht, das Dagegenhalten.
Mit der Zeit hab ich gelernt, damit besser umzugehen, hab mir die Zeit auf Facebook eingeteilt, hab die App vom Handy gelöscht, aber was nutzt das schon?
Gegen Facebook ist das monkey mind ein (wie man in Österreich sagt) Lercherlschas.

Das monkey mind, das ist das Gedankenkarussell, das sich den ganzen Tag in unserem Kopf dreht und nie still steht, das uns Stress bereitet und wirklich ganz schön lästig sein.
Im Yoga versuchen wir sowohl durch Asanas als auch durch Meditation und Pranayama dieses Gedankenkarussell zu stoppen, wenigstens für kurze Zeit, um durchatmen zu können, innere Ruhe zu finden –
und dann sitz ich da auf meiner Matte, atme, versuche die Affen in meinem Kopf einfach auszublenden …
aber wozu, wenn ich ohnehin ständig mit den Affen auf Facebook beschäftigt bin?
Mit Menschen, die andere absichtlich trollen, die hetzen und Hass verbreiten, die Aktivist/innen wie Greta Thunberg den Tod wünschen und applaudieren, wenn im Mittelmeer Menschen ertrinken?

Dagegenreden hilft leider nicht. 
Facebook agiert strikt nach Gemeinschaftsstandards, die von Menschen im Ausland kontrolliert werden –
von Menschen aus anderen Kulturkreisen, die keine Ahnung haben, warum ein Hakenkreuz nicht so klasse ist, bei Brustwarzen dafür aber rot sehen.
(Mehr Infos dazu kann man hier nachlesen. Schockierend.)
Satire ist ein Fremdwort für dieses System, dafür ist es total ok, wenn Menschen öffentlich posten, dass sie ihre Kinder nicht impfen, sondern stattdessen mit Chlorbleiche ‚behandeln‘.

In diesem undurchsichtigen System aus Affen und Bots, die gezielt steuern, was wir sehen, fühlt man sie wie einem Wirbelsturm, der kein Ende nimmt –
andauernd kommen neue schockierende Berichte, neuer Hass, neue Hetze.
Und wie bei einer Sucht kommt man nicht davon weg, ergibt sich hilflos dem Wirbelsturm, Stunde um Stunde.

Das kann man nicht aushalten, da wird man verrückt.
Aber das will ich nicht mehr.
Ich will aber wieder zur Ruhe kommen, will Songtexte schreiben, Brot backen, will mit meinen Kindern spielen und mit meinen Schreib-Eleven neue Texte erarbeiten.
Und ich will wieder viel mehr analog unterwegs sein …
Kaffee trinken, ratschen, einfach mal nix tun, und mir keine Gedanken über Affen machen, die sich diebisch freuen, wenn ich mich ärgere.
Nein danke.
Ich drück jetzt auf Pause und atme einfach tief durch.

Facebook ist für mich Geschichte –
und ich vermisse es jetzt schon nicht mehr, ganz ehrlich.

#EsGibtEinLebenNachFacebook –
und das kann nur besser sein.

PS.
Manch eine/r könnte meinen, Facebook wäre geeignet für Werbung –
mitnichten.
Werbung kostet, und zwar massiv, und bringt so wenig, dass es fast lächerlich ist. Dazu kommt, dass meine Zielgruppe nicht auf Facebook unterwegs ist.
Darauf kann ich also wirklich verzichten.
Stattdessen hab ich mich wieder für das tägliche Nachrichten-Update meiner Lieblingszeitung angemeldet …
und krieg alle wichtigen Infos frühmorgens auf dem Silbertablett serviert.

Ganz ohne Affen.
Hach.

PPS.
Ich mag Affen, sehr sogar.
Aber nur die in der freien Wildbahn, die im Dschungel leben und gerne auf Bäumen klettern. Die echten Affen.
Von denen kann man nämlich eine Menge lernen …
und sie sind wirklich süß.

 

Zauberei gibt es nicht – oder: Warum ich gegen Schwurblerkram kämpfe

Ich bin in der Yogaszene wohl ziemlich allein mit meiner Ansicht, dass Wissenschaft toll ist und wir keinesfalls aufhören dürfen, dieser Wissenschaft zu vertrauen.
Ja, das Bauchgefühl ist was Schönes, und ja, darauf sollte man auch öfter mal hören –
es kommt aber immer darauf an, in welchem Kontext.
Denn das mit dem Erspüren und Erfühlen, das ist nicht immer sinnvoll.

Etwa dann, wenn ein Kind erspürt, dass die bevorstehende Impfung dem Körper gerade keinen Nutzen bringt. No na net will sich ein kleines Kind nicht unbedingt impfen lassen, wer freut sich schon über eine lange Nadel, mit der man gepiekst werden soll.
Meine Kinder haben von ihrer Oma, einer Ärztin, gelernt, warum impfen so wichtig ist und gehen freiwillig impfen –
Zitat meiner mittleren Tocher: Lieber einmal pieksen, dafür nachher keine Angst haben müssen.
Weise Worte aus dem Mund einer 11jährigen.

So weise sind viele Erwachsene aber nicht mehr –
selbst Menschen, die mit mir studiert haben und einen akademischen Titel tragen, fürchten sich vor den Nanobots, die angeblich in der MMR-Impfung stecken und den kindlichen Körper ausspionieren.

Und genau diese Menschen sind der Grund, warum ich so vehement reagiere, wenn jemand beginnt, sich für solchen Unsinn zu interessieren –
denn die Grenzen sind schwammig.
Werden heute noch lustige Tarotkarten gezogen, die ja jedesmal so treffsicher die eigene Situation beschreiben (Barnum lässt grüßen), ist es morgen schon die Impfkritik –
und ein paar Wochen später wird löffelweise Terpentin eingenommen, um sich von den Parasiten zu befreien, die angeblich im eigenen Darm wohnen und erstaunliche Ähnlichkeit mit Schleimhaut haben.

Egal wohin man blickt:
Die Schwurbler/innen sind überall.
Die einen ziehen täglich eine Engelskarte, die anderen malen sich Runen auf verstauchte Körperteile, manche lassen sich Haare als Glücksantennen auf den Zehen wachsen, andere schneiden ihren Kindern nie die Haare, weil da ja die vorgeburtlichen Erinnerungen drinstecken. Es gibt Menschen, die Steine mit Sonnenlicht aufladen, mit dem sie dann ihr Wasser energetisieren, oder welche, die sich jeden Abend in eine Wolke aus Weihrauch setzen, um sich vor den Dämonen zu schützen, die des Nachts von ihnen Besitz nehmen wollen. Einige glauben, Nahrungsergänzungsmittel bestimmter Firmen einnehmen zu müssen, um gesund zu bleiben, andere schwören auf die tägliche Dosis Zucker in Globuliform, egal bei welchem Leiden, und dann gibt es noch welche, die sich  gefährlichen Scharlatanen anschließen, Essig gegen Chemtrails verdampfen oder den Staat an sich ablehnen.
Sie alle eint der Glaube an die eine oder die andere Verschwörungstheorie, egal wie oft man ihnen erklärt, dass das Blödsinn ist.
Diskutieren ist aber unmöglich, die Argumente oder Beweise werden so gedreht und gewendet, wie es gerade in den Kram passt –
sogar von Menschen, die mit mir im Seminar ‚Wissenschaftliches Arbeiten‘ saßen und eine bessere Note hatten als ich.

(Meine Mutter versuchte übrigens ihre myotone Dystrophie mit den Zahlen eines russischen Gurus zu heilen, für die er ihr eine wirklich große Geldsumme abknöpfte. Außerdem wollte sie die böse Erdstrahlung mit einer speziellen, ebenfalls sehr teuren Matratze abwehren und gab eine Zeitlang viel Geld für Nahrungsergänzungsmittel aus. Beim Arzt war sie nach der Diagnose nicht mehr, bewegt hat sie sich auch nicht mehr. Wär vermutlich besser gewesen.)

Jetzt könnte man sagen: Lass sie doch.
Das geht aber leider nicht, und zwar aus zwei Gründen:
Einerseits, weil diese Menschen vom Hundertsten ins Tausendste kommen: Es geht mit einer Kleinigkeit los, etwa dem Ziehen der täglichen Engelskarte, und endet damit, dass sie ihren Kindern Chloreinläufe gegen überhaupt alles verabreichen.
Andererseits, weil sie ihre kruden Thesen lautstark in die Welt posaunen.
Gerade Yogalehrer/innen nutzen ihre Stunden und ihre Reichweite dafür, jeden Blödsinn, den sie angeblich erspürt haben, ihren Yogi/nis als Wahrheit zu verkaufen …
und da wir als Lehrende tatsächlich eine Sonderstellung einnehmen, glauben uns die Menschen, was wir sagen.
Ein Teufelskreis, den ich zu durchbrechen versuche, indem ich mich sehr für all diese Dinge interessiere, um sie dann entkräften zu können …
etwa mit einem Besuch bei der Esoterik-Messe.

Es mag seltsam anmuten, dass gerade ich als Yogalehrerin all diesen Schwurblerkram ablehne …
doch für mich ist es eigentlich ganz einfach:
Yoga an sich ist toll, kann aber nicht alles heilen
Yoga wirkt erwiesenermaßen bei einigen Leiden sehr gut – bei Depressionen etwa, oder bei Rückenleiden aller Art, und immer dann, wenn jemand Entspannung sucht oder einfach beweglich bleiben möchte.

Wenn jemand in meine Yogastunden kommt, dann frag ich immer sehr genau nach, was die Erwartungen sind und welche Leiden dieser Mensch mitbringt …
und dann beginnt für mich das Lernen:
Ich lern wieder Anatomie, befrage befreundete Physiotherapeut/innen und Ärzt/innen, manchmal auch Psychotherapeut/innen. Die Menschen sollen sich nach dem Yoga ja gut fühlen … und dafür ist ständiges Lernen wichtig, find ich. Manche Lehren des Yoga sind in der heutigen Zeit überholt, werden in den YTTs aber dennoch gelehrt, während das wirklich Wichtige, weil Aktuelle, einfach vergessen wird.
Das muss sich ändern!

In meinen Stunden gibt es keinerlei Zauberei, keine Mantras, keine pseudophilosophischen Merksätze, wir yogieren weder nach dem Horoskop noch nach den Mondphasen, wir singen keine Mantras oder Oms –
und dennoch kommen die Menschen immer wieder in die Stunde und verlassen sie vollkommen entspannt. Es geht nämlich auch ohne Schwurbeleien, Yoga muss weder esoterisch noch religiös sein, und auch Meditation funktioniert klasse auf wissenschaftlicher Basis, ganz ohne religiöse Mantras –
Religion ist für mich nämlich Privatsache:
Wer glauben will, darf das natürlich, in meiner Yogastunde hat das aber keinen Platz.

Und wenn Schwurbelei gefährlich wird, dann sollte sie nirgends Platz haben dürfen!

* * *
Alle von mir gebrachten Beispiele sind aus meinem Bekanntenkreis – erschreckend, oder?

Vom Bett direkt auf die Matte – oder: Die Realität ist eine andere.

Wer kennt sie nicht, die Bilder und Texte diverser Yoga-Influencer und -innen, die uns erzählen, dass sie morgens nur heißes Zitronenwasser mit Honig zu sich nehmen, aber erst nachdem sie direkt vom Bett auf die Matte gefallen sind, um sich dort 90 Minuten lang auszupowern und danach noch mindestens eine Stunde zu meditieren …
der perfekte Start in einen yogischen Tag.

Und die beste Art, uns Normalos ein schlechtes Gewissen zu machen.
Denn obwohl ich Yogalehrerin bin und vermutlich mehr Yoga praktiziere als Nicht-Yogalehrende, ist das weit entfernt vom normalen Leben, das die Mehrheit von uns lebt –
ein Leben geprägt von Familie und Arbeitsalltag, von Hobbys und Freund/innen, und von Dutzenden Dingen, die man gerne machen würde, zu denen man aber einfach nicht kommt.
Das sagt uns nur keine/r, das ist eben nicht so glamourös.

Da ich aber ohnehin keine Freundin von Glamour bin, sag ich ganz ehrlich:
Das echte Leben schaut für die allermeisten Menschen anders aus.

Ich finde das gut so, denn:
Ich möchte nicht jeden Morgen die Zeit haben, mit den Vögeln aufzustehen, um dann die Yogamatte aufzurollen und mehrere Stunden Yoga zu praktizieren. Das ist manchmal nett, ja, im Urlaub am Meer etwa, oder an Samstagen im Garten.
Aber ich liebe die wilde, laute und manchmal anstrengende Stunde zwischen 6:30 und 7:30 morgens, wenn meine Familie sich bereit macht für den Tag, während ich mit Brille auf der Nase und Kaffeehäferl in der Hand mitten drin steh und versuche, Ordnung ins Chaos zu bringen.
Denn es gibt immer Dutzende Dinge zu tun, in dieser einen Stunde:
die Kinder wecken, Frühstück machen, Jause vorbereiten, Kleiderfragen klären, Frisuren machen oder kontrollieren, Sonnencreme verteilen, die Meerschweinchen füttern, alle Fenster öffnen, damit die kühle Morgenluft die Hitze der Nacht vertreibt, nach der Reihe mehrere Kinder zum Abschied küssen und auf den Weg schicken, und natürlich auch den Gatten verabschieden.
Das sind aber nur die Dinge, die täglich zu tun sind –
sehr oft kommen andere Dinge dazu, wie etwa Wandertage, die vergessen wurden, aber eine besondere Jause erfordern, verschollene Kleidungsstücke, kleinere oder größere Streits, die geschlichtet werden müssen, Zettel, die unterschrieben werden sollen …
wer Kinder hat, kennt das.

Und dann, erst dann, wenn all das erledigt ist, ist Zeit für ein wenig Yoga im Garten:

Hätte ich Zeit für frühmorgendliches Yoga samt Meditation, dann würde das bedeuten, dass ich meine Familie nicht hätte …
undenkbar. Das mag ich mir nicht einmal vorstellen.

Natürlich könnte ich jeden Tag eine Stunde früher aufstehen und mit der aufgehenden Sonne yogieren –
was wiederum bedeuten würde, dass ich früher schlafen gehen müsste, damit ich morgens fit bin. Aber auch das ist keine Option:
Wer Familie hat, weiß auch, wie wichtig die Zeit mit dem Partner oder der Partnerin ist, wir sind nicht nur Mamas und Papas, wir sind auch Freund/innen, Eheleute, Geliebte.
Zeit mit meinem Mann hab ich aber nur abends, wenn die Kinder im Bett sind –
und auch für mich ist eigentlich nur dann Zeit.
Zeit, um still im Garten zu sitzen und den Vögeln zu lauschen, um zu yogieren, zu entspannen, ein Buch zu lesen oder einen Film anzusehen, mit dem Gatten den Tag zu besprechen oder um einfach nur ein gutes Glas Wein zu trinken und die beiden Glühwürmchen zu beobachten, die in unserem Garten wohnen.

Ich mag das so und möchte mit niemandem tauschen.
Aber – und das ist wichtig! – ich verstehe auch alle, die das anders machen, die keine Kinder haben und auch keine wollen, die lieber frühmorgens yogieren anstatt Butterbrote zu schmieren, die lieber Zitronenwasser als Kaffee trinken und die abends gern vor 22 Uhr im Bett liegen, damit sie morgens fit sind fürs Yoga.
Wenn das für jemanden der richtige Weg ist, dann freu ich mich darüber!

Ich hab aber eine Bitte:
Tut nicht so, als wär das der einzig yogische Weg durchs Leben
denn das stimmt nicht.

Yoga ist so vielfältig wie auch wir Menschen und passt sich jeder Lebenssituation an, das ist ja das Wunderbare daran.
Egal wer, egal wo, egal wie oder wann:
Yoga ist für alle da …
und niemand ist weniger yogisch, nur weil morgens der Kaffee besser schmeckt als Zitronenwasser mit Honig.

Versprochen!

 

Happy Welt-Yogatag!

Genießt den heutigen Tag mit einem feinen Yogaflow!
Alles Liebe!

<3

danke. (#schreibwerkstatt)

Weil es wichtig ist, danke zu sagen …
weil Dankbarkeit etwas Wunderbares ist …
und weil wir das viel zu selten machen:

Danke!

<3

sinn.wort.spiel.

manchmal, ganz ohne vor.warnung, da findet man etwas, das einem das herz in der brust vor freude hüpfen lässt –
etwas, das einem zeigt, dass man auf dem richtigen weg ist, dass die art und weise, wie man etwas macht, gut ist, und dass man so weitermachen sollte.

heute hab ich mal wieder so etwas gefunden:
danke, liebe heike!

* * *

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eine geschichte ohne hauptwörter. (#schreibwerkstatt)

Unterrichten ist etwas, das ich wirklich gern mache …
ich mag es, mit Menschen zu arbeiten, ich mag es, kreativ zu sein und diese Liebe zur Kreativität weiterzugeben.

Und ich freu mich über die entstandenen Werke –
auch über meine eigenen, zu denen mich die Schreibübungen und die Gedanken der Teilnehmer/innen inspirieren.

Danke dafür.

sinn.wort.spiel.

‚ich gehe jetzt‘, rief er mir zu und drehte sich um.

traurig blickte ich ihm nach.
er war heute noch nicht lange bei mir gewesen, dabei fand ich es immer schön, wenn er da war. ich spürte dann, wie es überall auf mir kribbelte, das fühlte sich wunderbar an, ich wollte mehr davon –
er aber wollte das ganz offensichtlich nicht.

je mehr ich mich auf ihn einließ, desto weiter rückte er von mir ab.
je öfter ich ihm gestand, dass ich ihn liebte, desto seltener kam er mich besuchen.
was konnte ich tun, um ihm zu zeigen, dass es echt war, dass ich echt war, dass ich ihn wirklich liebte, mehr als ich je jemanden geliebt hatte?
noch immer stand ich da und blickte ihm nach, wie er entschlossen dahinschritt, irgendwie so, als fühlte er sich plötzlich ungebunden, als wäre er endlich frei.

tief in mir wusste ich, dass…

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An die Bildungsverantwortlichen dieses Landes. – ein offener Brief

Wer dieser Tage eine Zeitung aufschlägt oder in den Fernseher schaut, der kommt am ernsten Gesicht Greta Thunbergs nicht vorbei, die uns unbeirrbar daran erinnert, dass die Uhr tickt –
wer nicht mit geschlossenen Augen durchs Leben geht, weiß, dass wir jetzt aktiv werden müssen, wenn wir die Erde für unsere Kinder lebenswert erhalten wollen.
Auch Greta Thunberg weiß das, und dieses Wissen macht ihr (und vielen anderen) Angst. Seit ihrem achten Lebensjahr interessiert sich die junge Schwedin für die vom Mensch gemachte Erderwärmung, ist seitdem aktiv in Sachen Klima- und Umweltschutz und erreicht mit ihrer stillen Beharrlichkeit hunderttausende Menschen, spricht vor Politiker/innen, wurde sogar für den Friedensnobelpreis nominiert.

Wir sehen diese junge Frau (’so eine entzückende junge Dame‘), wir bewundern ihr Engagement (‚ist es nicht toll, wenn junge Menschen sich so für unsere Umwelt einsetzen?‘), uns allen ist klar, wie wichtig ihr Tun ist (‚immerhin sind es unsere Kinder, die einmal auf dieser Erde leben werden‘) –
aber wehe, unsere Kinder wollen es ihr nachtun.

Dann diskutieren wir plötzlich über unentschuldigtes Fernbleiben vom Unterricht, wir drohen mit unentschuldigten Fehlstunden und Verhaltensnoten, wir verurteilen Lehrpersonen, die mit ihren Klassen gemeinsam streiken und das als basisdemokratische Exkursion anmelden –
und vergessen völlig, dass auch und gerade unsere Kinder das Recht haben, für den Schutz des einzigen Planeten einzutreten, den wir haben. Demonstrationen sind ein Grundrecht jedes Menschen, eingetragen in der Verfassung und in der europäischen Menschenrechtskonvention (Artikel 20, das Recht auf friedliche Versammlung) –
und welches Thema könnte wichtiger sein als der Schutz unseres eigenen Lebensraums?

Denn wenn wir ehrlich sind:
Was genau tun wir eigentlich für den Schutz unserer Umwelt, unseres Planeten?
Klar, an vielen Dingen, die falsch laufen, können wir kaum etwas ändern, aber im Kleinen, da könnten wir viel bewirken –
stattdessen kaufen wir noch immer massenweise Einwegplastik, fahren jede kleine Strecke mit dem Auto, wir verwenden Duschgel voller Mikroplastik, packen die Jause unserer Kinder in Plastiksackerl, in den meisten Schulen stehen noch immer Kaffeeautomaten, die Plastikbecher ausspucken, und wenn unsere Kinder den Müll in ihren Klassenräumen trennen wollen, dann müssen sie sich selbst um die entsprechenden Mülleimer kümmern.
Und dann wundern wir uns, wenn sie plötzlich aufstehen und für eine Welt eintreten, in der nicht an jeder Ecke Müll liegt, in der auch ihre Kindeskinder noch ohne Schutzmaske atmen können?

Wann sind wir, die Erwachsenen, so beherzt für etwas eingetreten wie jene junge Frau, die in ihrer Beharrlichkeit fast beängstigend ist?
Wann haben wir, die Eltern, zuletzt unseren Protest formuliert, sind auf die Straße gegangen, haben unserem Unmut Luft gemacht?
Wann haben wir, die Vorbilder, die Augen vor der Realität verschlossen und aufgehört, an eine lebenswertere Welt zu glauben, nur weil wir darin nicht mehr leben werden?

Natürlich ist es für die Verantwortlichen an den Schulen ein schwieriges Thema, die Kinder müssen beaufsichtigt werden, niemand darf einfach so die Schule verlassen, jedes Kind braucht eine Entschuldigung der Eltern –
mit dieser allerdings sollte das Eintreten für die gute Sache möglich sein.

Ich muss gestehen:
In Sachen ‚möglich sein‘ würde ich mir (und mit mir sehr viele andere Eltern) etwas mehr Unterstützung für unsere Kinder wünschen, Verständnis dafür, dass sie Teil dieser überaus wichtigen Bewegung sein wollen, und auch ein wenig Respekt für das Engagement und den Mut –
der Schulstreik findet heute in mehr als 40 Ländern statt, tausende Kinder und viele Eltern und Lehrpersonen werden um fünf vor zwölf auf die Straße gehen, es ist kein ‚Heute schwänze ich die Schule‘, es ist ein ‚Wir müssen die Welt retten, denn niemand rettet sie für uns‘.

Deshalb, liebe Bildungsverantwortliche dieses Landes:
Fasst euch ein Herz!
Versucht zu verstehen, worum es geht, versucht, das große Ganze zu sehen, hebt die Augen von eurem eigenen Teller und blickt über den Rand:
Denn das geht uns alle an!

Niemandem darf die Zukunft unseres Planeten einfach egal sein –
auch wenn wir diese Zukunft nicht mehr erleben werden.
‚Hinter mir die Sintflut‘ hat uns erst an diesen Punkt gebracht, jetzt müssen wir gemeinsam dafür eintreten, dass die Sintflut uns nicht verschlingt, denn es geht um ein bisschen mehr als zwei unentschuldigte Fehlstunden.

In diesem Sinne:
Frohes Streiken allerseits!
Friedlich bleiben, keinen Unsinn machen, und nicht vergessen:
Gemeinsam sind wir stark!

Mit freundlichen Grüßen,
eine umweltbewußte Mutter aus Salzburg, in Vertretung vieler anderer Mütter und Väter, die stolz auf ihre Kinder ist, die heute für den Klimaschutz streiken –
und auf alle anderen Menschen, die das ebenso tun.

* * *

Liebe streikende Schülerinnen und Schüler, liebe Lehrpersonen, die ihr mitstreikt, liebe Direktor/innen, die ihr das Streiken zwar nicht erlauben könnt, aber unterstützt:
Danke!
Das Thema ist viel zu wichtig, um es nicht wenigstens gutzuheißen, denn es betrifft uns alle.

#FridaysForFuture!

* * *

Dies ist ein offener Brief an die Bildungsverantwortlichen unseres Landes –
teilen ist nicht nur erlaubt, sondern ausdrücklich erwünscht!

* * *

Nachtrag:

‚Fehlstunden verkraftet man, den Klimawandel eher nicht.‘
Genau darum geht’s.
Hier im Live-Ticker sieht man:
Unglaublich viele Schülerinnen und Schüler sind trotz starken Regens auf den Straßen Salzburgs unterwegs –
Danke!

über den #feminismus – ein weckruf und ein geheimnis. (achtung: #explicitcontent!)

Happy Weltfrauentag, meine Damen und Herren!

Heut gibt’s von mir ungewohnt kämpferische Töne, geteilt von meinem anderen Blog.
Warum?

Weil ich zum Kaffee einen Kommentar der anderen, genauer gesagt: einen Kommentar dreier alter Männer und einer Frau lesen musste, der mit hanebüchenen Argumenten zu erklären versucht, wieso geschlechtsneutrale Sprache Unsinn ist.

Doch leider muss ich sagen:
Es ist kein Unsinn.

Frauen in der Sprache sichtbar zu machen, ist ein wichtiger Teil des Feminismus –
und auch wenn wir nicht mehr für dieselben Dinge kämpfen müssen wie vor hundert Jahren:
Der Kampf für Gerechtigkeit ist noch nicht vorbei –
vor allem nicht global betrachtet, da gibt’s noch einiges zu tun.
Lasst uns gemeinsam eine Welt schaffen, in der unsere Töchter und Söhne gleichberechtigt sind –
und zwar alle Töchter und Söhne, auf der ganzen Welt!

#feminismNOW!

 

sinn.wort.spiel.

feministin zu sein ist heutzutage eigentlich a gmahde wiesn
die wirklich drängenden themen haben, zumindest hierzulande, generationen streitbarer vorzeige.emanzen für uns erstritten, wir werden nicht mehr mit zwölf verheiratet, wir dürfen wählen und studieren, wir dürfen entscheiden, ob und was wir arbeiten wollen, ob wir bei unseren kindern bleiben oder vielleicht gar keine bekommen möchten, und wir dürfen zu allen themen unsere meinung kundtun, ohne vorher unseren herrn vater oder den ehren.werten gatten um erlaubnis fragen zu müssen.

frau könnte meinen, nun wäre es an der zeit, uns tiefer.greifenden themen des feminismus widmen –
komplette gleich.stellung in der gesellschaft, die gehalts.schere schließen, den feminismus zu einem equalismus werden lassen, damit jede/r, egal ob männlich, weiblich oder vielleicht beides oder nichts davon, so leben kann, wie er oder sie es möchte.
doch weit gefehlt.
anstatt uns ein weilchen auf den emanzipatorischen lorbeeren unser vor.fahr/innen ausruhen und diese dann im besten…

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Nicht radikal genug? Na hoffentlich! – oder: Gemeinsam sind wir stark.

Letzte Woche wurde ich aus der Zero Waste Austria: Salzburg-Facebookgruppe gekickt.
Und zwar nicht nur gekickt, sondern gleich auch noch blockiert, ich kann die Gruppe nicht mal mehr suchen.

Ich muss gestehen: Ich war verwirrt.
Ich hatte mich nicht im Ton vergriffen, ich war immer nett gewesen, ich hab diskutiert, ja, aber immer freundlich –
ganz anders als so mancher Troll:
Während einiger Diskussionen wurde ich persönlich angegriffen, auf wirklich tiefem Niveau, und bekam etliche Hassnachrichten.
Ich hab mich gewehrt und diese Leute dann blockiert, wie man es eben so macht im Internet, und dann war’s auch wieder gut.

Der Rauswurf kam also aus dem Nichts, und meine Nachfrage ergab ebenso nichts.
Niemand wisse genau, warum und wieso. Sehr kryptisch alles.

Bis ich Freitagabend eine Nachricht von einem Fakeaccount bekam, der mich nach absenden selbiger auch gleich blockierte –
eins ist diesen Trollen nämlich immer gemein:
Sie sind unglaublich feig.

Die Nachricht hatte in etwa folgenden Inhalt:
Ich sei nicht radikal genug für die Gruppe, weil ich als Yogalehrerin nicht vegan lebe, außerdem sei es nicht radikal genug, wie ich Müll vermeide, weil ich immer noch einiges mit oder aus Plastik kaufe bzw. besitze, und noch dazu ist es blöd, dass ich manches infrage stelle, wie etwa Zahnbürsten aus Bambus. Fragen sind blöd, die nerven nur.
Also gusch und raus aus der Gruppe.

Echt jetzt?
Radikal ist wieder in, Fragen stellen out?
Ganz abgesehen davon, dass Fragen zu stellen das Beste ist, was man machen kann –
Liebe Kinder, wenn ihr das lest: Hört nie auf, Fragen zu stellen!
war ich dann doch ein wenig erstaunt:
Die Nachricht musste von einem Admin gekommen sein, wer sonst konnte wissen, dass ich überhaupt rausgeschmissen wurde?

Deswegen an dieser Stelle ein paar Worte an diesen unbekannten Jemand, der anonyme Nachrichten für klasse und radikal für eh total super hält – auf Facebook konnte ich ja nicht mehr antworten.

Lieber Troll,
danke für deine Nachricht.

Leider muss ich dich aber enttäuschen: Du hast unrecht.
Radikal ist nie der richtige Weg, niemals.
Und gerade ich als Yogalehrerin bin nicht radikal, auch Yoga ist es nicht.
Wenn wir die Welt vom Müll befreien wollen, müssen wir gemeinsam die Masse der Menschen erreichen, sprich: alle –
das klappt aber nicht, wenn wir radikal vorgehen, wenn wir radikale Lebensweisen als die einzig wahren darstellen.
Es ist für einzelne Menschen sicher machbar, allein auf 15m2 zu leben, sich rohvegan zu ernähren und sämtliches Plastik zu verbannen bzw. zu vermeiden –
für die große Masse der Menschen ist das aber weder machbar noch erstrebenswert. Ich würde niemals meine Familie eintauschen wollen, meinen Garten oder gewisse Dinge im Alltag, die aus Plastik sind –
meine Kontaktlinsen etwa. Oder alte Lebensmittelbehälter, die erst zu Plastikmüll werden, wenn ich sie wegwerfe.
Und trotzdem versuche ich Müll zu vermeiden, wo es nur geht, und möchte auch andere dazu anregen.

Wenn wir radikale Lebensweisen propagieren, dürfen wir uns nicht wundern, wenn andere uns für verrückt halten, wenn sie dann erst recht nicht mitmachen, wenn sie nicht mal Kleinigkeiten ändern. Das wissen wir aus der Psychologie.
Nicht jede/r ist sofort bereit für große Veränderungen, nicht jeder Lebensweg eignet sich fürs Radikale.
Zeigen wir den Menschen aber Kleinigkeiten, die sich leicht umsetzen lassen, holen wir sie ins Boot und können sie vielleicht für weitere Schritte begeistern –
mein Mann hätte vor einem Jahr auch nicht gedacht, dass er gern Zahnputztabletten verwenden wird. Hätt ich ihm radikal einfach seine Zahnpasta weggenommen, wär das wohl auch heut noch anders.

Radikal, lieber Troll, ist immer der falsche Weg, und keine Fragen mehr zu stellen ebenso.
Vielleicht verlernt man allein in einer Blockhütte nach Jahren der Einsamkeit jegliche soziale Kompetenz, die in Zeiten der sozialen Medien ohnehin zu kurz kommt –
aber ich helf dir gern.
Meld dich einfach, gemeinsam ist alles schöner, und gemeinsam sind wir vor allem stärker.
Und bitte, trau dich das nächste Mal, mir eine Nachricht zu schicken und mir dabei deinen echten Namen zu verraten –
ich bin anders, als du glaubst, ich antworte auch auf fiese Nachrichten freundlich.

Alles Liebe,
Sibl

PS: Yoga ist ein toller Weg, zu dir selbst zu finden, zur Ruhe zu kommen, und die Liebenswürdigkeit in dir wieder zu entdecken. Das ist nämlich viel schöner als das andauernde Hassen und Aufregen.
Namaste.

* * *

Du bekommst anonyme Hassnachrichten, siehst strafrechtlich relevante Kommentare, wirst von Trollen verfolgt?
Ban Hate kann dir helfen.

Und schweige nicht, schrei auf!
Erst das Schweigen gibt den Trollen ihre Macht –
was sie aber hassen, sind offene, ehrliche Worte, Fakten und Freundlichkeit, denn das kennen sie nicht von sich selbst.

 

haare schneiden? ja, aber zum gleichen preis, bitte. (#kolumne)

Auch als Yogalehrerin ist mir Feminismus wichtig –

dass Frauen im Friseurstudio einerseits weniger verdienen und andererseits extrem viel mehr zahlen als Männer ist im Jahr 2019 einfach nicht mehr tragbar.

#LetThatShitGo!

Deshalb kommt hier heute ein Beitrag von meinem andren Blog.
Weil mir Frauen wichtig sind – und zwar alle.

#Namaste!

 

sinn.wort.spiel.

die haare einer frau sind ihr ganzer stolz, heißt es.
ich kann dazu nur sagen:
das ist sexistischer quatsch aus vergangenen zeiten.
meine haare (und die vieler anderer frauen) sind einfach da, sie sind weder besonders klasse noch bin ich besonders stolz darauf.
und genau aus diesem grund trag ich sie seit vielen jahren kurz –
es ist praktisch, und ich seh damit besser aus, find ich.

das schneidenlassen ist allerdings ein echtes drama.
denn es gibt kein gutes friseur.studio, in dem frau nicht mindestens zwanzig euro mehr zahlt als ein mann –
das hängt uns noch aus der nachkriegszeit nach, als alle männer.haare mit der maschine auf wenige millimeter geschnitten wurden.
weil ich es wirklich unfair finde, dass ich für meinen kurzhaar.schnitt fast das dreifache zahlen soll wie mein mann oder mein sohn, hab ich in den letzten tagen die websites örtlicher friseur.studios durchforstet und die studios dann…

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