über den #feminismus – ein weckruf und ein geheimnis. (achtung: #explicitcontent!)

Happy Weltfrauentag, meine Damen und Herren!

Heut gibt’s von mir ungewohnt kämpferische Töne, geteilt von meinem anderen Blog.
Warum?

Weil ich zum Kaffee einen Kommentar der anderen, genauer gesagt: einen Kommentar dreier alter Männer und einer Frau lesen musste, der mit hanebüchenen Argumenten zu erklären versucht, wieso geschlechtsneutrale Sprache Unsinn ist.

Doch leider muss ich sagen:
Es ist kein Unsinn.

Frauen in der Sprache sichtbar zu machen, ist ein wichtiger Teil des Feminismus –
und auch wenn wir nicht mehr für dieselben Dinge kämpfen müssen wie vor hundert Jahren:
Der Kampf für Gerechtigkeit ist noch nicht vorbei –
vor allem nicht global betrachtet, da gibt’s noch einiges zu tun.
Lasst uns gemeinsam eine Welt schaffen, in der unsere Töchter und Söhne gleichberechtigt sind –
und zwar alle Töchter und Söhne, auf der ganzen Welt!

#feminismNOW!

 

sinn.wort.spiel.

feministin zu sein ist heutzutage eigentlich a gmahde wiesn
die wirklich drängenden themen haben, zumindest hierzulande, generationen streitbarer vorzeige.emanzen für uns erstritten, wir werden nicht mehr mit zwölf verheiratet, wir dürfen wählen und studieren, wir dürfen entscheiden, ob und was wir arbeiten wollen, ob wir bei unseren kindern bleiben oder vielleicht gar keine bekommen möchten, und wir dürfen zu allen themen unsere meinung kundtun, ohne vorher unseren herrn vater oder den ehren.werten gatten um erlaubnis fragen zu müssen.

frau könnte meinen, nun wäre es an der zeit, uns tiefer.greifenden themen des feminismus widmen –
komplette gleich.stellung in der gesellschaft, die gehalts.schere schließen, den feminismus zu einem equalismus werden lassen, damit jede/r, egal ob männlich, weiblich oder vielleicht beides oder nichts davon, so leben kann, wie er oder sie es möchte.
doch weit gefehlt.
anstatt uns ein weilchen auf den emanzipatorischen lorbeeren unser vor.fahr/innen ausruhen und diese dann im besten…

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Nicht radikal genug? Na hoffentlich! – oder: Gemeinsam sind wir stark.

Letzte Woche wurde ich aus der Zero Waste Austria: Salzburg-Facebookgruppe gekickt.
Und zwar nicht nur gekickt, sondern gleich auch noch blockiert, ich kann die Gruppe nicht mal mehr suchen.

Ich muss gestehen: Ich war verwirrt.
Ich hatte mich nicht im Ton vergriffen, ich war immer nett gewesen, ich hab diskutiert, ja, aber immer freundlich –
ganz anders als so mancher Troll:
Während einiger Diskussionen wurde ich persönlich angegriffen, auf wirklich tiefem Niveau, und bekam etliche Hassnachrichten.
Ich hab mich gewehrt und diese Leute dann blockiert, wie man es eben so macht im Internet, und dann war’s auch wieder gut.

Der Rauswurf kam also aus dem Nichts, und meine Nachfrage ergab ebenso nichts.
Niemand wisse genau, warum und wieso. Sehr kryptisch alles.

Bis ich Freitagabend eine Nachricht von einem Fakeaccount bekam, der mich nach absenden selbiger auch gleich blockierte –
eins ist diesen Trollen nämlich immer gemein:
Sie sind unglaublich feig.

Die Nachricht hatte in etwa folgenden Inhalt:
Ich sei nicht radikal genug für die Gruppe, weil ich als Yogalehrerin nicht vegan lebe, außerdem sei es nicht radikal genug, wie ich Müll vermeide, weil ich immer noch einiges mit oder aus Plastik kaufe bzw. besitze, und noch dazu ist es blöd, dass ich manches infrage stelle, wie etwa Zahnbürsten aus Bambus. Fragen sind blöd, die nerven nur.
Also gusch und raus aus der Gruppe.

Echt jetzt?
Radikal ist wieder in, Fragen stellen out?
Ganz abgesehen davon, dass Fragen zu stellen das Beste ist, was man machen kann –
Liebe Kinder, wenn ihr das lest: Hört nie auf, Fragen zu stellen!
war ich dann doch ein wenig erstaunt:
Die Nachricht musste von einem Admin gekommen sein, wer sonst konnte wissen, dass ich überhaupt rausgeschmissen wurde?

Deswegen an dieser Stelle ein paar Worte an diesen unbekannten Jemand, der anonyme Nachrichten für klasse und radikal für eh total super hält – auf Facebook konnte ich ja nicht mehr antworten.

Lieber Troll,
danke für deine Nachricht.

Leider muss ich dich aber enttäuschen: Du hast unrecht.
Radikal ist nie der richtige Weg, niemals.
Und gerade ich als Yogalehrerin bin nicht radikal, auch Yoga ist es nicht.
Wenn wir die Welt vom Müll befreien wollen, müssen wir gemeinsam die Masse der Menschen erreichen, sprich: alle –
das klappt aber nicht, wenn wir radikal vorgehen, wenn wir radikale Lebensweisen als die einzig wahren darstellen.
Es ist für einzelne Menschen sicher machbar, allein auf 15m2 zu leben, sich rohvegan zu ernähren und sämtliches Plastik zu verbannen bzw. zu vermeiden –
für die große Masse der Menschen ist das aber weder machbar noch erstrebenswert. Ich würde niemals meine Familie eintauschen wollen, meinen Garten oder gewisse Dinge im Alltag, die aus Plastik sind –
meine Kontaktlinsen etwa. Oder alte Lebensmittelbehälter, die erst zu Plastikmüll werden, wenn ich sie wegwerfe.
Und trotzdem versuche ich Müll zu vermeiden, wo es nur geht, und möchte auch andere dazu anregen.

Wenn wir radikale Lebensweisen propagieren, dürfen wir uns nicht wundern, wenn andere uns für verrückt halten, wenn sie dann erst recht nicht mitmachen, wenn sie nicht mal Kleinigkeiten ändern. Das wissen wir aus der Psychologie.
Nicht jede/r ist sofort bereit für große Veränderungen, nicht jeder Lebensweg eignet sich fürs Radikale.
Zeigen wir den Menschen aber Kleinigkeiten, die sich leicht umsetzen lassen, holen wir sie ins Boot und können sie vielleicht für weitere Schritte begeistern –
mein Mann hätte vor einem Jahr auch nicht gedacht, dass er gern Zahnputztabletten verwenden wird. Hätt ich ihm radikal einfach seine Zahnpasta weggenommen, wär das wohl auch heut noch anders.

Radikal, lieber Troll, ist immer der falsche Weg, und keine Fragen mehr zu stellen ebenso.
Vielleicht verlernt man allein in einer Blockhütte nach Jahren der Einsamkeit jegliche soziale Kompetenz, die in Zeiten der sozialen Medien ohnehin zu kurz kommt –
aber ich helf dir gern.
Meld dich einfach, gemeinsam ist alles schöner, und gemeinsam sind wir vor allem stärker.
Und bitte, trau dich das nächste Mal, mir eine Nachricht zu schicken und mir dabei deinen echten Namen zu verraten –
ich bin anders, als du glaubst, ich antworte auch auf fiese Nachrichten freundlich.

Alles Liebe,
Sibl

PS: Yoga ist ein toller Weg, zu dir selbst zu finden, zur Ruhe zu kommen, und die Liebenswürdigkeit in dir wieder zu entdecken. Das ist nämlich viel schöner als das andauernde Hassen und Aufregen.
Namaste.

* * *

Du bekommst anonyme Hassnachrichten, siehst strafrechtlich relevante Kommentare, wirst von Trollen verfolgt?
Ban Hate kann dir helfen.

Und schweige nicht, schrei auf!
Erst das Schweigen gibt den Trollen ihre Macht –
was sie aber hassen, sind offene, ehrliche Worte, Fakten und Freundlichkeit, denn das kennen sie nicht von sich selbst.

 

haare schneiden? ja, aber zum gleichen preis, bitte. (#kolumne)

Auch als Yogalehrerin ist mir Feminismus wichtig –

dass Frauen im Friseurstudio einerseits weniger verdienen und andererseits extrem viel mehr zahlen als Männer ist im Jahr 2019 einfach nicht mehr tragbar.

#LetThatShitGo!

Deshalb kommt hier heute ein Beitrag von meinem andren Blog.
Weil mir Frauen wichtig sind – und zwar alle.

#Namaste!

 

sinn.wort.spiel.

die haare einer frau sind ihr ganzer stolz, heißt es.
ich kann dazu nur sagen:
das ist sexistischer quatsch aus vergangenen zeiten.
meine haare (und die vieler anderer frauen) sind einfach da, sie sind weder besonders klasse noch bin ich besonders stolz darauf.
und genau aus diesem grund trag ich sie seit vielen jahren kurz –
es ist praktisch, und ich seh damit besser aus, find ich.

das schneidenlassen ist allerdings ein echtes drama.
denn es gibt kein gutes friseur.studio, in dem frau nicht mindestens zwanzig euro mehr zahlt als ein mann –
das hängt uns noch aus der nachkriegszeit nach, als alle männer.haare mit der maschine auf wenige millimeter geschnitten wurden.
weil ich es wirklich unfair finde, dass ich für meinen kurzhaar.schnitt fast das dreifache zahlen soll wie mein mann oder mein sohn, hab ich in den letzten tagen die websites örtlicher friseur.studios durchforstet und die studios dann…

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Wir Frauen haben’s nicht leicht, oder: Gemeinsam sind wir stark!

Auch wenn ich momentan hauptberuflich Yogalehrerin bin:
Die Feministin in mir schläft nicht.

Gerade im Yoga, wo weit mehr als die Hälfte aller Unterrichtenden und Übenden Frauen sind, ist Feminismus aber etwas, das keine so wirklich interessiert.
Die Übenden werden als Kunden bezeichnet, die Unterrichtenden grundsätzlich als Lehrer 
und auch wenn ich mich darüber nicht mehr so aufrege wie in jüngeren Jahren, muss ich doch gestehen, dass ich das schade finde.

Gerade in der vermeintlich so achtsamen Yogawelt müsste doch klar sein, welche Macht Sprache hat, und dass wir zusammenhalten müssen, wir Frauen, egal wie alt oder jung, dick oder dünn wir sind.
Stattdessen schweigt die Mehrheit bei schwierigen Themen wie #MeToo und wirft sich wegen Kleinigkeiten Knüppel zwischen die Beine, anstatt diese aus dem Weg zu räumen und gemeinsam als starke Einheit in die Zukunft zu marschieren.

Vor allem, wenn es um die Optik geht, kennt manch weibliche Kratzbürstigkeit keine Gnade.

 

Wenn du das gerade liest und eine Frau bist, dann kennst du sicher das Problem, dass du es nie jemandem recht machen kannst
egal was du tust.

Du trägst kein Make-up?
Meine Güte, wie siehst du denn aus? Bist du krank?
Du trägst Make-up?
Eine Yogalehrerin, die Make-up trägt? Das ist nicht sehr passend!

Du hast Kinder?
Oh, wie egoistisch, noch mehr Bälger in die Welt zu setzen!
Du hast keine Kinder?
Ach, wie egoistisch, dir geht es ja nur um dich selbst!

Du hast Kinder und bleibst bei ihnen zu Hause?
Ach, jetzt spielst du also Hausfrau und liegst dem Mann auf der Tasche?
Du hast Kinder und gehst arbeiten?
Oh, du bist eine Rabenmutter und lässt deine Kinder fremdbetreuen!

Du trägst sexy oder bunte Klamotten, bist aber nicht mehr 20 Jahre alt?
Meine Güte, kleide doch doch deinem Alter entsprechend!
Du trägst keine bunten oder sexy Klamotten, bist aber unter 40 Jahre alt?
Lass dich doch nicht so gehen, wie willst du denn so einen Mann abbekommen?

Diese Liste lässt sich endlos weiterführen –
und meistens sind es Frauen, die anderen Frauen ungefragt ihre (vermutlich nicht einmal gut gemeinten) Ratschläge aufdrängen …
auch und gerade im Yoga.

Ich hab da keine Lust drauf, ich sag’s dir ganz ehrlich.
Ich leb so, wie es für mich und meine Familie richtig ist, und seh die Dinge gern ein wenig anders.

Ich beurteile dich nicht danach, wie du aussiehst oder lebst, wie du dich kleidest oder was du arbeitest, wen du liebst oder was du isst –
und ich wünsch mir das auch von dir.

So einfach ist das.

Manchmal, wenn die Verwunderung in mir zu groß wird, schreib ich drüber, hier zum Beispiel, lass meinen Gedanken freien Lauf, aber ich nehme mir (nicht mehr) das Recht heraus, alles zu be- oder verurteilen, was andere tun –
auch das hab ich in den letzten Jahren lernen dürfen.

Und jetzt, jetzt schalt ich meinen Computer aus und freu mich auf meinen morgigen Geburtstag –
ich werde 40, werde mich aber bestimmt nicht meinem Alter entsprechend  kleiden oder benehmen, so viel steht fest.
(Ich weiß ja nicht mal, was das bedeuten soll.)

 

Ich würde mich aber sehr freuen, wenn du anlässlich meines Geburtstages einen oder zwei Euro für meine Spendenaktion spenden würdest.

Vielen Dank!
<3

#Namaste!