Von den Energievampiren – oder: Kann man fremde Probleme wegatmen?

Energievampir –
ein Begriff, den du sicher schon mal gehört hast.
Vor allem, wenn du gut zuhören und schlecht nein sagen kannst, hast du bestimmt schon Bekanntschaft mit dem einen oder der anderen gemacht.

Energievampire zeichnen sich dadurch aus, dass man sich nach ihrem Besuch immer ausgelaugt und kraftlos fühlt
und sehr oft auch verärgert darüber, dass man wieder einmal nicht nein sagen konnte.
Die Vorgehensweise dieser Menschen ist dabei verschieden –
da gibt es die Alleswisser, die nur ihre eigene Meinung zulassen und alles andere verurteilen, die emotionalen Erpresser/innen, die anderen gerne ein schlechtes Gewissen machen, es gibt die Pessimist/innen, die immer alles nur negativ sehen, und die Opfer, bei denen alles immer nur schlecht läuft. Es gibt die, die ständig Hilfe brauchen, aber nie helfen, und die, die stundenlang nur von sich selbst sprechen und beleidigt reagieren, wenn man selbst auch mal etwas sagen möchte.

Viele Jahre lang war ich umgeben von solchen Menschen, ohne es wirklich zu merken.
Ich hab jahrelang Beziehungsprobleme anderer Menschen gewälzt und zu meinen eigenen gemacht, obwohl ich keine eigenen hab.
Ich hab jahrelang Freundschaften gepflegt, die nur aus geben bestanden, ohne irgendwas dafür zu bekommen.
Und ich hab jahrelang gedacht, das wär schon in Ordnung so …
in Wahrheit hat es mich aufgefressen. 

Vor allem, weil ich irgendwann erkannt hab, dass diese Energievampire sich nur bei mir so verhalten, in Anwesenheit anderer waren sie oft komplett anders. Es musste also auch an mir liegen, irgendwie hab ich manchen Menschen vermittelt, dass man bei mir so agieren kann, dass man sich bei mir ausheulen und die eigenen Speicher wieder aufladen kann und dann befreit nach Hause gehen …
während ich auf dem fremden Problem herumkaue wie auf altem Kaugummi und nicht mal pro forma gefragt wurde, wie es mir geht.
Bemerkt hat das natürlich keine/r.

Das war tatsächlich sehr belastend, für mich und meine Beziehung –
bis zu jenem Tag vor ein paar Jahren, an dem es mir gereicht hat.

Ich kann mich noch genau an die Situation erinnen:
Eine damalige Freundin hat mir mal wieder von den Problemen ihres Kindes im Kindergarten erzählt, Probleme, die ich nicht nachvollziehen konnte, weil es eigentlich keine Probleme, sondern Chancen waren. Doch anstatt wie sonst zuzuhören und zu beruhigen, hab ich einfach mal geantwortet, freundlich, aber ehrlich –
und damit einen Sturm ausgelöst.
Ich sei gemein, weil meine drei Kinder ja wundersamerweise alle keine Probleme hätten und ich eine funktionierende Beziehung. Außerdem sei es nicht in Ordnung, wenn ich Ratschläge geben würde, weil bei mir alles so reibungslos funktioniere, von Problemen hätte ich ja keine Ahnung.
Ich hab dann geantwortet, dass ich Probleme aller Art sehr gut kenne, dass ich sie nur nicht jedem aufhalse, sondern versuche, sie zu lösen, und dass meine Beziehung deswegen funktioniert, weil ich daran arbeite. Und dass meine Kinder super sind, ist nicht nur Zufall, sondern hat auch mit Zuwendung, Aufmerksamkeit, Erziehung und Liebe zu tun.
Und dann hab ich das Gespräch beendet. 

Ich muss gestehen: Das war wirklich befreiend.
Plötzlich war mir klar, dass ich so nicht weitermachen kann.
Ich mag nicht nur angerufen werden, wenn sich jemand ausheulen will. Oder wenn jemand Hilfe bei den Orchideen braucht. Ich will mir nicht stundenlang fremde Probleme anhören, oder Lobeshymnen über sich selbst, und ich will auf keinen Fall mehr die Beziehungsprobleme anderer zu meinen eigenen machen.

Nicht aus Egoismus, sondern aus Selbstschutz
und Yoga ist mir dabei eine große Hilfe.

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Natürlich verschließe ich mich nicht vor Gesprächen mit anderen Menschen. Natürlich höre ich mir weiterhin Probleme an und biete Freund/innen eine Schulter zum Ausweinen. Immer, wenn es nötig ist.
Aber ich versuche, genau darauf zu achten, dass es nicht nur um negative Dinge geht, dass ich mich nicht nach jedem Treffen wie ausgesaugt fühle und meinen Ehemann als Therapeuten benutzen muss.
Und ich setze mich nach solchen Gesprächen immer auf meine Yogamatte –
sitze, atme, versuche die unangenehmen Gedanken durch schöne zu ersetzen, mich auf das zu besinnen, was ich habe, auf mein Leben, das ich wirklich als wunderbar bezeichnen würde.
Durch langsames Ein- und Ausatmen verschwinden so die fremden Probleme, fast wie von selbst, und werden nicht zu meinen eigenen.

Auch nach Yogastunden ist das sehr heilsam, dieses bewusste Atmen –
denn in so mancher Yogastunde erfahre ich Dinge über meine lieben Yogi/nis, die belastend sein können. Für viele Menschen ist die wöchentliche Yogastunde die Gelegenheit zu Selbstreflexion, manchmal sogar ein wenig psychotherapeutisch …
ich glaube, das ist ein wirklich wichtiger Aspekt, den ich auch nicht missen möchte.
Wer mit Menschen arbeitet, darf aber nicht auf die Supervision vergessen –
mit jemandem darüber sprechen, was belastend ist, reflektieren, was Probleme bereitet und an diesen arbeiten, auch und besonders auf der eigenen Matte.
Dann macht man die fremden Probleme nicht zu seinen eigenen.

Im Freundeskreis aber sollte es selbstverständlich sein, dass man nicht alles einfach so ablädt und dann geht …
immer und immer wieder.
Ich möchte betonen: Es geht hier nicht um schlechte Zeiten, um Probleme, die mal auftauchen, oder um Dinge, die man besprechen möchte. Es geht um Menschen, die kein anderes Thema kennen als ihre Probleme oder sich selbst … Energievampire eben.

Wenn ich heute mit so jemandem zu tun habe, dann versuche ich, das anzusprechen – freundlich, aber bestimmt, und ziehe bei Bedarf die Notbremse.
Ich find Vampire nämlich wirklich spannend, aber nur jene, die das Sonnenlicht meiden müssen und sich von echtem Blut ernähren. 

#Namaste!

 

Galerie

Meine aktuelle #ZeroWaste-Liste oder: Es ist gar nicht so schwer!

Ein kleines Update meiner #ZeroWaste-Liste …
mit ein paar wirklich tollen Neuheiten, die es wert sind, ausprobiert zu werden.

Versprochen!

Sibl and the Wheel | Yoga

Immer wieder fragen mich Menschen, was man machen kann, wenn man unnötigen Verpackungsmüll und Plastik im Speziellen vermeiden möchte –
vor allem dann, wenn ich mich mal wieder über die Mengen an Plastikmüll in den Regalen aufrege.

Also hab ich mir gedacht, ich schreib einfach mal auf, was wir daheim umgestellt haben und woher ich die Dinge hab, ich versuch ja ständig, neue Wege zu gehen –
die Liste ist aber immer in Bearbeitung, weil ich dauernd was Neues entdecke.

>> Ich freu mich auch sehr über Anregungen!
Einfach einen Kommentar hinterlassen!

Im Badezimmer – Körperpflege:

Wattepads:Wattepads hab ich mir selbst gemacht, ganz einfach aus Garnresten gehäkelt, das funktioniert klasse:
Nach Gebrauch kommen sie in ein Wäschesackerl und werden mit der Wäsche mitgewaschen, dann lass ich sie trocknen, fertig. Man muss nur darauf achten, dass das verwendete Garn nicht recht haarig ist, denn das ist unangenehm beim Abschminken.

Damenhygiene:

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Zauberei gibt es nicht – oder: Warum ich gegen Schwurblerkram kämpfe

Ich bin in der Yogaszene wohl ziemlich allein mit meiner Ansicht, dass Wissenschaft toll ist und wir keinesfalls aufhören dürfen, dieser Wissenschaft zu vertrauen.
Ja, das Bauchgefühl ist was Schönes, und ja, darauf sollte man auch öfter mal hören –
es kommt aber immer darauf an, in welchem Kontext.
Denn das mit dem Erspüren und Erfühlen, das ist nicht immer sinnvoll.

Etwa dann, wenn ein Kind erspürt, dass die bevorstehende Impfung dem Körper gerade keinen Nutzen bringt. No na net will sich ein kleines Kind nicht unbedingt impfen lassen, wer freut sich schon über eine lange Nadel, mit der man gepiekst werden soll.
Meine Kinder haben von ihrer Oma, einer Ärztin, gelernt, warum impfen so wichtig ist und gehen freiwillig impfen –
Zitat meiner mittleren Tocher: Lieber einmal pieksen, dafür nachher keine Angst haben müssen.
Weise Worte aus dem Mund einer 11jährigen.

So weise sind viele Erwachsene aber nicht mehr –
selbst Menschen, die mit mir studiert haben und einen akademischen Titel tragen, fürchten sich vor den Nanobots, die angeblich in der MMR-Impfung stecken und den kindlichen Körper ausspionieren.

Und genau diese Menschen sind der Grund, warum ich so vehement reagiere, wenn jemand beginnt, sich für solchen Unsinn zu interessieren –
denn die Grenzen sind schwammig.
Werden heute noch lustige Tarotkarten gezogen, die ja jedesmal so treffsicher die eigene Situation beschreiben (Barnum lässt grüßen), ist es morgen schon die Impfkritik –
und ein paar Wochen später wird löffelweise Terpentin eingenommen, um sich von den Parasiten zu befreien, die angeblich im eigenen Darm wohnen und erstaunliche Ähnlichkeit mit Schleimhaut haben.

Egal wohin man blickt:
Die Schwurbler/innen sind überall.
Die einen ziehen täglich eine Engelskarte, die anderen malen sich Runen auf verstauchte Körperteile, manche lassen sich Haare als Glücksantennen auf den Zehen wachsen, andere schneiden ihren Kindern nie die Haare, weil da ja die vorgeburtlichen Erinnerungen drinstecken. Es gibt Menschen, die Steine mit Sonnenlicht aufladen, mit dem sie dann ihr Wasser energetisieren, oder welche, die sich jeden Abend in eine Wolke aus Weihrauch setzen, um sich vor den Dämonen zu schützen, die des Nachts von ihnen Besitz nehmen wollen. Einige glauben, Nahrungsergänzungsmittel bestimmter Firmen einnehmen zu müssen, um gesund zu bleiben, andere schwören auf die tägliche Dosis Zucker in Globuliform, egal bei welchem Leiden, und dann gibt es noch welche, die sich  gefährlichen Scharlatanen anschließen, Essig gegen Chemtrails verdampfen oder den Staat an sich ablehnen.
Sie alle eint der Glaube an die eine oder die andere Verschwörungstheorie, egal wie oft man ihnen erklärt, dass das Blödsinn ist.
Diskutieren ist aber unmöglich, die Argumente oder Beweise werden so gedreht und gewendet, wie es gerade in den Kram passt –
sogar von Menschen, die mit mir im Seminar ‚Wissenschaftliches Arbeiten‘ saßen und eine bessere Note hatten als ich.

(Meine Mutter versuchte übrigens ihre myotone Dystrophie mit den Zahlen eines russischen Gurus zu heilen, für die er ihr eine wirklich große Geldsumme abknöpfte. Außerdem wollte sie die böse Erdstrahlung mit einer speziellen, ebenfalls sehr teuren Matratze abwehren und gab eine Zeitlang viel Geld für Nahrungsergänzungsmittel aus. Beim Arzt war sie nach der Diagnose nicht mehr, bewegt hat sie sich auch nicht mehr. Wär vermutlich besser gewesen.)

https://www.instagram.com/p/BzHxymtIYWA/

Jetzt könnte man sagen: Lass sie doch.
Das geht aber leider nicht, und zwar aus zwei Gründen:
Einerseits, weil diese Menschen vom Hundertsten ins Tausendste kommen: Es geht mit einer Kleinigkeit los, etwa dem Ziehen der täglichen Engelskarte, und endet damit, dass sie ihren Kindern Chloreinläufe gegen überhaupt alles verabreichen.
Andererseits, weil sie ihre kruden Thesen lautstark in die Welt posaunen.
Gerade Yogalehrer/innen nutzen ihre Stunden und ihre Reichweite dafür, jeden Blödsinn, den sie angeblich erspürt haben, ihren Yogi/nis als Wahrheit zu verkaufen …
und da wir als Lehrende tatsächlich eine Sonderstellung einnehmen, glauben uns die Menschen, was wir sagen.
Ein Teufelskreis, den ich zu durchbrechen versuche, indem ich mich sehr für all diese Dinge interessiere, um sie dann entkräften zu können …
etwa mit einem Besuch bei der Esoterik-Messe.

Es mag seltsam anmuten, dass gerade ich als Yogalehrerin all diesen Schwurblerkram ablehne …
doch für mich ist es eigentlich ganz einfach:
Yoga an sich ist toll, kann aber nicht alles heilen
Yoga wirkt erwiesenermaßen bei einigen Leiden sehr gut – bei Depressionen etwa, oder bei Rückenleiden aller Art, und immer dann, wenn jemand Entspannung sucht oder einfach beweglich bleiben möchte.

Wenn jemand in meine Yogastunden kommt, dann frag ich immer sehr genau nach, was die Erwartungen sind und welche Leiden dieser Mensch mitbringt …
und dann beginnt für mich das Lernen:
Ich lern wieder Anatomie, befrage befreundete Physiotherapeut/innen und Ärzt/innen, manchmal auch Psychotherapeut/innen. Die Menschen sollen sich nach dem Yoga ja gut fühlen … und dafür ist ständiges Lernen wichtig, find ich. Manche Lehren des Yoga sind in der heutigen Zeit überholt, werden in den YTTs aber dennoch gelehrt, während das wirklich Wichtige, weil Aktuelle, einfach vergessen wird.
Das muss sich ändern!

https://www.instagram.com/p/BzhrBxPovyp/

In meinen Stunden gibt es keinerlei Zauberei, keine Mantras, keine pseudophilosophischen Merksätze, wir yogieren weder nach dem Horoskop noch nach den Mondphasen, wir singen keine Mantras oder Oms –
und dennoch kommen die Menschen immer wieder in die Stunde und verlassen sie vollkommen entspannt. Es geht nämlich auch ohne Schwurbeleien, Yoga muss weder esoterisch noch religiös sein, und auch Meditation funktioniert klasse auf wissenschaftlicher Basis, ganz ohne religiöse Mantras –
Religion ist für mich nämlich Privatsache:
Wer glauben will, darf das natürlich, in meiner Yogastunde hat das aber keinen Platz.

Und wenn Schwurbelei gefährlich wird, dann sollte sie nirgends Platz haben dürfen!

* * *
Alle von mir gebrachten Beispiele sind aus meinem Bekanntenkreis – erschreckend, oder?

Vom Bett direkt auf die Matte – oder: Die Realität ist eine andere.

Wer kennt sie nicht, die Bilder und Texte diverser Yoga-Influencer und -innen, die uns erzählen, dass sie morgens nur heißes Zitronenwasser mit Honig zu sich nehmen, aber erst nachdem sie direkt vom Bett auf die Matte gefallen sind, um sich dort 90 Minuten lang auszupowern und danach noch mindestens eine Stunde zu meditieren …
der perfekte Start in einen yogischen Tag.

Und die beste Art, uns Normalos ein schlechtes Gewissen zu machen.
Denn obwohl ich Yogalehrerin bin und vermutlich mehr Yoga praktiziere als Nicht-Yogalehrende, ist das weit entfernt vom normalen Leben, das die Mehrheit von uns lebt –
ein Leben geprägt von Familie und Arbeitsalltag, von Hobbys und Freund/innen, und von Dutzenden Dingen, die man gerne machen würde, zu denen man aber einfach nicht kommt.
Das sagt uns nur keine/r, das ist eben nicht so glamourös.

Da ich aber ohnehin keine Freundin von Glamour bin, sag ich ganz ehrlich:
Das echte Leben schaut für die allermeisten Menschen anders aus.

Ich finde das gut so, denn:
Ich möchte nicht jeden Morgen die Zeit haben, mit den Vögeln aufzustehen, um dann die Yogamatte aufzurollen und mehrere Stunden Yoga zu praktizieren. Das ist manchmal nett, ja, im Urlaub am Meer etwa, oder an Samstagen im Garten.
Aber ich liebe die wilde, laute und manchmal anstrengende Stunde zwischen 6:30 und 7:30 morgens, wenn meine Familie sich bereit macht für den Tag, während ich mit Brille auf der Nase und Kaffeehäferl in der Hand mitten drin steh und versuche, Ordnung ins Chaos zu bringen.
Denn es gibt immer Dutzende Dinge zu tun, in dieser einen Stunde:
die Kinder wecken, Frühstück machen, Jause vorbereiten, Kleiderfragen klären, Frisuren machen oder kontrollieren, Sonnencreme verteilen, die Meerschweinchen füttern, alle Fenster öffnen, damit die kühle Morgenluft die Hitze der Nacht vertreibt, nach der Reihe mehrere Kinder zum Abschied küssen und auf den Weg schicken, und natürlich auch den Gatten verabschieden.
Das sind aber nur die Dinge, die täglich zu tun sind –
sehr oft kommen andere Dinge dazu, wie etwa Wandertage, die vergessen wurden, aber eine besondere Jause erfordern, verschollene Kleidungsstücke, kleinere oder größere Streits, die geschlichtet werden müssen, Zettel, die unterschrieben werden sollen …
wer Kinder hat, kennt das.

Und dann, erst dann, wenn all das erledigt ist, ist Zeit für ein wenig Yoga im Garten:

https://www.instagram.com/p/BzHxymtIYWA/

Hätte ich Zeit für frühmorgendliches Yoga samt Meditation, dann würde das bedeuten, dass ich meine Familie nicht hätte …
undenkbar. Das mag ich mir nicht einmal vorstellen.

Natürlich könnte ich jeden Tag eine Stunde früher aufstehen und mit der aufgehenden Sonne yogieren –
was wiederum bedeuten würde, dass ich früher schlafen gehen müsste, damit ich morgens fit bin. Aber auch das ist keine Option:
Wer Familie hat, weiß auch, wie wichtig die Zeit mit dem Partner oder der Partnerin ist, wir sind nicht nur Mamas und Papas, wir sind auch Freund/innen, Eheleute, Geliebte.
Zeit mit meinem Mann hab ich aber nur abends, wenn die Kinder im Bett sind –
und auch für mich ist eigentlich nur dann Zeit.
Zeit, um still im Garten zu sitzen und den Vögeln zu lauschen, um zu yogieren, zu entspannen, ein Buch zu lesen oder einen Film anzusehen, mit dem Gatten den Tag zu besprechen oder um einfach nur ein gutes Glas Wein zu trinken und die beiden Glühwürmchen zu beobachten, die in unserem Garten wohnen.

Ich mag das so und möchte mit niemandem tauschen.
Aber – und das ist wichtig! – ich verstehe auch alle, die das anders machen, die keine Kinder haben und auch keine wollen, die lieber frühmorgens yogieren anstatt Butterbrote zu schmieren, die lieber Zitronenwasser als Kaffee trinken und die abends gern vor 22 Uhr im Bett liegen, damit sie morgens fit sind fürs Yoga.
Wenn das für jemanden der richtige Weg ist, dann freu ich mich darüber!

Ich hab aber eine Bitte:
Tut nicht so, als wär das der einzig yogische Weg durchs Leben
denn das stimmt nicht.

Yoga ist so vielfältig wie auch wir Menschen und passt sich jeder Lebenssituation an, das ist ja das Wunderbare daran.
Egal wer, egal wo, egal wie oder wann:
Yoga ist für alle da …
und niemand ist weniger yogisch, nur weil morgens der Kaffee besser schmeckt als Zitronenwasser mit Honig.

Versprochen!

 

eine geschichte ohne hauptwörter. (#schreibwerkstatt)

Unterrichten ist etwas, das ich wirklich gern mache …
ich mag es, mit Menschen zu arbeiten, ich mag es, kreativ zu sein und diese Liebe zur Kreativität weiterzugeben.

Und ich freu mich über die entstandenen Werke –
auch über meine eigenen, zu denen mich die Schreibübungen und die Gedanken der Teilnehmer/innen inspirieren.

Danke dafür.

sinn.wort.spiel.

‚ich gehe jetzt‘, rief er mir zu und drehte sich um.

traurig blickte ich ihm nach.
er war heute noch nicht lange bei mir gewesen, dabei fand ich es immer schön, wenn er da war. ich spürte dann, wie es überall auf mir kribbelte, das fühlte sich wunderbar an, ich wollte mehr davon –
er aber wollte das ganz offensichtlich nicht.

je mehr ich mich auf ihn einließ, desto weiter rückte er von mir ab.
je öfter ich ihm gestand, dass ich ihn liebte, desto seltener kam er mich besuchen.
was konnte ich tun, um ihm zu zeigen, dass es echt war, dass ich echt war, dass ich ihn wirklich liebte, mehr als ich je jemanden geliebt hatte?
noch immer stand ich da und blickte ihm nach, wie er entschlossen dahinschritt, irgendwie so, als fühlte er sich plötzlich ungebunden, als wäre er endlich frei.

tief in mir wusste ich, dass…

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über den #feminismus – ein weckruf und ein geheimnis. (achtung: #explicitcontent!)

Happy Weltfrauentag, meine Damen und Herren!

Heut gibt’s von mir ungewohnt kämpferische Töne, geteilt von meinem anderen Blog.
Warum?

Weil ich zum Kaffee einen Kommentar der anderen, genauer gesagt: einen Kommentar dreier alter Männer und einer Frau lesen musste, der mit hanebüchenen Argumenten zu erklären versucht, wieso geschlechtsneutrale Sprache Unsinn ist.

Doch leider muss ich sagen:
Es ist kein Unsinn.

Frauen in der Sprache sichtbar zu machen, ist ein wichtiger Teil des Feminismus –
und auch wenn wir nicht mehr für dieselben Dinge kämpfen müssen wie vor hundert Jahren:
Der Kampf für Gerechtigkeit ist noch nicht vorbei –
vor allem nicht global betrachtet, da gibt’s noch einiges zu tun.
Lasst uns gemeinsam eine Welt schaffen, in der unsere Töchter und Söhne gleichberechtigt sind –
und zwar alle Töchter und Söhne, auf der ganzen Welt!

#feminismNOW!

 

sinn.wort.spiel.

feministin zu sein ist heutzutage eigentlich a gmahde wiesn
die wirklich drängenden themen haben, zumindest hierzulande, generationen streitbarer vorzeige.emanzen für uns erstritten, wir werden nicht mehr mit zwölf verheiratet, wir dürfen wählen und studieren, wir dürfen entscheiden, ob und was wir arbeiten wollen, ob wir bei unseren kindern bleiben oder vielleicht gar keine bekommen möchten, und wir dürfen zu allen themen unsere meinung kundtun, ohne vorher unseren herrn vater oder den ehren.werten gatten um erlaubnis fragen zu müssen.

frau könnte meinen, nun wäre es an der zeit, uns tiefer.greifenden themen des feminismus widmen –
komplette gleich.stellung in der gesellschaft, die gehalts.schere schließen, den feminismus zu einem equalismus werden lassen, damit jede/r, egal ob männlich, weiblich oder vielleicht beides oder nichts davon, so leben kann, wie er oder sie es möchte.
doch weit gefehlt.
anstatt uns ein weilchen auf den emanzipatorischen lorbeeren unser vor.fahr/innen ausruhen und diese dann im besten…

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Nicht radikal genug? Na hoffentlich! – oder: Gemeinsam sind wir stark.

Letzte Woche wurde ich aus der Zero Waste Austria: Salzburg-Facebookgruppe gekickt.
Und zwar nicht nur gekickt, sondern gleich auch noch blockiert, ich kann die Gruppe nicht mal mehr suchen.

Ich muss gestehen: Ich war verwirrt.
Ich hatte mich nicht im Ton vergriffen, ich war immer nett gewesen, ich hab diskutiert, ja, aber immer freundlich –
ganz anders als so mancher Troll:
Während einiger Diskussionen wurde ich persönlich angegriffen, auf wirklich tiefem Niveau, und bekam etliche Hassnachrichten.
Ich hab mich gewehrt und diese Leute dann blockiert, wie man es eben so macht im Internet, und dann war’s auch wieder gut.

Der Rauswurf kam also aus dem Nichts, und meine Nachfrage ergab ebenso nichts.
Niemand wisse genau, warum und wieso. Sehr kryptisch alles.

Bis ich Freitagabend eine Nachricht von einem Fakeaccount bekam, der mich nach absenden selbiger auch gleich blockierte –
eins ist diesen Trollen nämlich immer gemein:
Sie sind unglaublich feig.

Die Nachricht hatte in etwa folgenden Inhalt:
Ich sei nicht radikal genug für die Gruppe, weil ich als Yogalehrerin nicht vegan lebe, außerdem sei es nicht radikal genug, wie ich Müll vermeide, weil ich immer noch einiges mit oder aus Plastik kaufe bzw. besitze, und noch dazu ist es blöd, dass ich manches infrage stelle, wie etwa Zahnbürsten aus Bambus. Fragen sind blöd, die nerven nur.
Also gusch und raus aus der Gruppe.

Echt jetzt?
Radikal ist wieder in, Fragen stellen out?
Ganz abgesehen davon, dass Fragen zu stellen das Beste ist, was man machen kann –
Liebe Kinder, wenn ihr das lest: Hört nie auf, Fragen zu stellen!
war ich dann doch ein wenig erstaunt:
Die Nachricht musste von einem Admin gekommen sein, wer sonst konnte wissen, dass ich überhaupt rausgeschmissen wurde?

Deswegen an dieser Stelle ein paar Worte an diesen unbekannten Jemand, der anonyme Nachrichten für klasse und radikal für eh total super hält – auf Facebook konnte ich ja nicht mehr antworten.

Lieber Troll,
danke für deine Nachricht.

Leider muss ich dich aber enttäuschen: Du hast unrecht.
Radikal ist nie der richtige Weg, niemals.
Und gerade ich als Yogalehrerin bin nicht radikal, auch Yoga ist es nicht.
Wenn wir die Welt vom Müll befreien wollen, müssen wir gemeinsam die Masse der Menschen erreichen, sprich: alle –
das klappt aber nicht, wenn wir radikal vorgehen, wenn wir radikale Lebensweisen als die einzig wahren darstellen.
Es ist für einzelne Menschen sicher machbar, allein auf 15m2 zu leben, sich rohvegan zu ernähren und sämtliches Plastik zu verbannen bzw. zu vermeiden –
für die große Masse der Menschen ist das aber weder machbar noch erstrebenswert. Ich würde niemals meine Familie eintauschen wollen, meinen Garten oder gewisse Dinge im Alltag, die aus Plastik sind –
meine Kontaktlinsen etwa. Oder alte Lebensmittelbehälter, die erst zu Plastikmüll werden, wenn ich sie wegwerfe.
Und trotzdem versuche ich Müll zu vermeiden, wo es nur geht, und möchte auch andere dazu anregen.

Wenn wir radikale Lebensweisen propagieren, dürfen wir uns nicht wundern, wenn andere uns für verrückt halten, wenn sie dann erst recht nicht mitmachen, wenn sie nicht mal Kleinigkeiten ändern. Das wissen wir aus der Psychologie.
Nicht jede/r ist sofort bereit für große Veränderungen, nicht jeder Lebensweg eignet sich fürs Radikale.
Zeigen wir den Menschen aber Kleinigkeiten, die sich leicht umsetzen lassen, holen wir sie ins Boot und können sie vielleicht für weitere Schritte begeistern –
mein Mann hätte vor einem Jahr auch nicht gedacht, dass er gern Zahnputztabletten verwenden wird. Hätt ich ihm radikal einfach seine Zahnpasta weggenommen, wär das wohl auch heut noch anders.

Radikal, lieber Troll, ist immer der falsche Weg, und keine Fragen mehr zu stellen ebenso.
Vielleicht verlernt man allein in einer Blockhütte nach Jahren der Einsamkeit jegliche soziale Kompetenz, die in Zeiten der sozialen Medien ohnehin zu kurz kommt –
aber ich helf dir gern.
Meld dich einfach, gemeinsam ist alles schöner, und gemeinsam sind wir vor allem stärker.
Und bitte, trau dich das nächste Mal, mir eine Nachricht zu schicken und mir dabei deinen echten Namen zu verraten –
ich bin anders, als du glaubst, ich antworte auch auf fiese Nachrichten freundlich.

Alles Liebe,
Sibl

PS: Yoga ist ein toller Weg, zu dir selbst zu finden, zur Ruhe zu kommen, und die Liebenswürdigkeit in dir wieder zu entdecken. Das ist nämlich viel schöner als das andauernde Hassen und Aufregen.
Namaste.

* * *

Du bekommst anonyme Hassnachrichten, siehst strafrechtlich relevante Kommentare, wirst von Trollen verfolgt?
Ban Hate kann dir helfen.

Und schweige nicht, schrei auf!
Erst das Schweigen gibt den Trollen ihre Macht –
was sie aber hassen, sind offene, ehrliche Worte, Fakten und Freundlichkeit, denn das kennen sie nicht von sich selbst.

 

Warum uns nur Ehrlichkeit weiterbringt – oder: Lügen? Echt jetzt?

Im Yoga gibt es die yamas und niyamas, eine Art Verhaltensempfehlung für den Umgang mit der Umwelt, unseren Mitmenschen und uns selbst.
Natürlich interpretiert die jede/r so für sich, dass es sich gut danach leben lässt, wie bei allem im Leben –
allerdings halte ich das Interpretieren bei satya, der Wahrhaftigkeit, für am Schwierigsten.

Denn welche Möglichkeiten hab ich?
Ich kann die Wahrheit sagen, lügen oder schweigen, wenn ich jemanden mit der Wahrheit verletzen würde und das nicht möchte (Stichwort ahimsa, die Gewaltlosigkeit in Gedanken, Worten und Taten).
Ich kann aber auch schweigen, weil ich nicht die Wahrheit sagen möchte, und das hat mit Wahrhaftigkeit rein gar nichts zu tun.

Ich lege großen Wert auf Wahrhaftigkeit –
da ich mein Herz auf der Zunge trage, kommen mir Lügen schon seit Jahren nicht mehr über die Lippen.
Klar war das in meiner Kindheit und Jugend anders, wie bei allen von uns vermutlich, aber je älter ich werde, desto weniger Kraft habe ich für falsches Lächeln und irgendwelche Lügen.

Umso erstaunter war ich, als bei den Recherchen zu meiner Zero Waste-Liste auf einige Unwahrheiten gestoßen bin.

Ja, #ZeroWaste ist ein Lifestyle geworden, es ist in, und das ist natürlich toll, denn je mehr Menschen sich Gedanken um den Zustand unseres Planeten machen, umso besser.
Es ist nur leider vollkommen sinnlos, wenn Menschen sich im Internet als müllfrei präsentieren und stolz erzählen, wie sie es schaffen, in einem Jahr nur wenige Gramm an Müll zu produzieren, um diesen dann in einem Glas zu sammeln –
so einfach ist das nämlich leider nicht.
Und deswegen wird auch immer einiges verschwiegen.

Solche Beiträge sind eigentlich ziemlich fies, denn:
Unsereiner liest sie und ist enttäuscht, weil es zu Hause nicht gelingt, wenige Gramm an Müll zu produzieren, egal wie sehr wir uns bemühen.
Und was macht Enttäuschung mit uns?
Genau, wir geben auf und machen lieber gar nichts mehr.
Schade eigentlich.

Deswegen geb ich auch immer unumwunden zu:
Von #ZeroWaste und #Plastikfrei bin ich meilenweit entfernt, auch wenn ich mich wirklich bemühe –
und das wird sich vermutlich auch nicht so schnell ändern.

Um den Müll eines Jahres in nur einem Glas unterzubringen, müssen nämlich die Rahmenbedingungen stimmen –
und ein paar davon hab ich in den letzten Tagen herausgefunden.

Der Wohnort:
Es ist tatsächlich unheimlich wichtig, wo man wohnt –
in coolen Großstädten wie Berlin ist es einfach, müllfrei einkaufen zu gehen, weil es dort etliche Unverpackt-Läden gibt. Wer aber in, sagen wir, Oberösterreich auf dem Land lebt, wird sich da schwerer tun, vor allem wenn etwas anderes als Obst oder Gemüse eingekauft werden soll.
Außerdem leben viele der Zero-Waste-Ikonen in tropischen Regionen, in denen man Obst, Gemüse und Snacks in Banenenblättern verpackt auf Märkten kaufen und Kokoswasser direkt aus der Nuss trinken kann –
das nützt uns hier in Europa aber leider wenig, da kommen uns die vielen Regeln und Hygienevorschriften in die Quere.
(Und das ist ja auch gut so.)

Die Lebenssituation:
Viele derer, die sich im Internet als komplett müllfrei präsentieren, sind sehr junge Frauen, meist Single und kinderlos.
Gerade die Kinderlosigkeit macht die Sache natürlich um ein Vielfaches einfacher –
ich brauche keine Babysachen, keine Windeln, keine Medizin, ich muss keine Schulsachen besorgen (probier das mal Müll- und Plastikfrei), keine Jause herrichten und täglich mehrere Mahlzeiten kochen, ich muss keine (manchmal sonderbaren) Kinderwünsche erfüllen, ich hab generell viel mehr Zeit, mir Gedanken um ein plastikfreies Leben zu machen.
Natürlich klappt es auch mit Kindern, Einweg-Plastik zu vermeiden und ein bisschen weniger Müll zu produzieren, ich hab ja selbst drei Kinder, aber einfacher ist es natürlich, wenn ich ganz für mich allein Dinge entscheiden kann, wenn ich keinen Partner habe, auf den ich Rücksicht nehmen möchte, wenn ich müllfrei kochen kann, was ich will, weil niemand anderer da ist, dessen Vorlieben ich beachten muss.
(Eine traurige Vorstellung, eigentlich.)

Wer eine Familie gründet und eine gemeinsame Wohnung bezieht, tut sich sehr schwer, das müllfrei zu tun –
das ist in einer schicken, fertig möblierten Wohnung in einer hippen Stadt natürlich alles viel einfacher.

Denn es ist doch so:
Klar klappt es plastik- und müllfrei auch unter (nennen wir es) erschwerten Bedingungen, solche Blogs findet man ebenso, wenn auch selten –
wer allerdings schwanger ist, ein Neugeborenes zu versorgen hat oder sich mit (chronischen) Erkrankungen herumschlagen muss, dem fehlt ziemlich sicher die Muse, sich Gedanken um ein müllfreies Leben zu machen.

Persönliche Voraussetzungen:
Bei meinen Recherchen zu plastikfreiem bzw. -reduziertem Make-up hab ich außerdem festgestellt, dass viele der Beauty-Bloggerinnen einen tollen Teint haben und selbst im Winter nicht so leichenblass sind wie ich, oft gepaart mit wunderbar langen Wimpern und pflegeleichter Haut.
Wäre ich mit einem solchen Teint gesegnet, ich würde auch auf Foundation und Puder verzichten –
ich aber schlag mich mit bleicher Haut, Pickeln und kaum sichtbaren Wimpern herum, und ich muss gestehen:
So lauf ich nur sehr ungern herum, auch wenn das vielleicht ein wenig eitel ist.
(Ok, nicht vielleicht, es ist eitel.)

Außerdem sind viele der Blogger/innen scheinbar nie krank, haben nie Kopfschmerzen, nehmen keinerlei Medikamente und benutzen keine Verhütungsmittel –
sowas findet sich nämlich nie in den Müllgläsern.
Das kann gar nicht wahr sein, so sehr ich jedem Menschen ewige Gesundheit vergönne.

Die Prioritäten:
Ganz oft hab ich bemerkt, dass die Produkte, die vorgestellt werden, zwar plastikfrei sind, dafür aus fernen Ländern zu uns fliegen –
die tolle Foundation im Karton, die aus Australien kommt, die Cake Mascara aus den USA, die Bienenwachstücher, die ebenfalls aus Amerika kommen.
Ich halte das für keine guten Alternativen, vor allem dann nicht, wenn es gleichwertige Produkte aus Österreich oder zumindest näher gelegenen Gegenden gibt –
und die gibt es immer, man muss nur ein wenig länger suchen.

Überhaupt stört es viele gar nicht, wenn die seltsamsten Dinge rund um die Welt fliegen –
wer sich in Österreich mit Klopapier aus Bambus den Po putzt, hat #ZeroWaste und #SaveThePlanet nicht verstanden.

Gerade bei Blogger/innen kommt dann außerdem dazu, dass sie viele der vorgestellten Produkte gratis zur Verfügung gestellt bekommen –
und einem geschenkten Gaul schaut man ja bekanntlich nicht ins Maul.

Die Sache mit der Wahrheit:
Was mich aber wirklich stört, ist Unehrlichkeit – die Rahmenbedingungen kann man ja nur bedingt beeinflussen.

Eine neue Wimperntusche im angesagten Bambus-Look und noch dazu vegan? Toll!
(Dass sie im Inneren aber trotzdem Plastikteile versteckt, wird charmant verschwiegen.)
Bienenwachstücher, in denen das Jausenbrot verpackt wird? Klasse!
(Dass sie aus Amerika kommen, weiß ja keine/r. Dabei gibt’s tolle aus Österreich!)
Megatolle Badebomben, ganz ohne Müll? Perfekt.
(Gibt’s halt nur für Blogger/innen, die eine Kooperation mit der Firma haben.)

Und mit dem Ansatz, Müll im Laden zu lassen und sich dann darauf zu berufen, man habe ihn gar nicht erst produziert, kann ich gar nichts anfangen –
das hilft vielleicht dem eigenen Gewissen, der Planet hat nichts davon.

Leute, seid doch ehrlich!

Es macht nichts, wenn nicht alles perfekt ist. Niemand ist perfekt.
Wenn du auf den tollen Lippenpflegestift nicht verzichten möchtest – okay. Dann achtest du eben auf etwas anderes. Gemeinsam achten wir dann auf alles!

Warum ich das so betone?
Weil es wichtiger ist, dass wir alle etwas weniger Müll produzieren, nicht nur ein paar vermeintlich gar keinen –
das ist die viel bessere Variante, sonst ersticken wir im Müll.
Nur wenn wir alle zusammenarbeiten, können wir etwas bewegen –
dass jemand den ganzen Müll seines Jahres in einem Glas unterbringt, wird wohl eher Ausnahme bleiben, als zur Regel zu werden.

Es geht doch darum, dass wir uns alle ein wenig bemühen, ein wenig achtsamer werden, und uns bei manchen Dingen fragen:
Brauch ich das wirklich?

Denn ganz oft lautet die Antwort:
Nein.

#Namaste!

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Eines möchte ich aber noch betonen:

Viele der Blog-Beiträge sind voller guter Anregungen und toller Tipps, ich hab mir da schon viel abgeschaut.

Danke dafür!