Yoga für rastlose Beine

In einem meiner letzten Blogartikel hab ich darüber geschrieben, dass mich meine rastlosen Beine oft in den Wahnsinn treiben.
Vor allem spätnachts kann das Restless-Legs-Syndrom furchtbar lästig sein –
doch ein paar entspannte Minuten auf der Yogamatte wirken manchmal wahre Wunder, entweder vor dem Schlafengehen oder in schlimmeren Fällen auch mitten in der Nacht.

Achtung!
In schweren Fällen von Restless-Legs-Syndrom ist es wichtig, ärztlichen Rat einzuholen und nicht eigenmächtig Medikamente einzunehmen oder sich rein auf Yoga zu verlassen! Primäres RLS ist eine zwar ungefährliche Krankheit, dennoch ist ärztlicher Rat immer besser als Internetrecherche oder Selbstmedikation!

Wer wie ich unter einer einigermaßen erträglichen Form von RLS leidet, könnte es mal mit diesen Asanas probieren –
ganz sanft, entspannt und ohne Druck.

Also rein in den Pyjama und ab auf die Matte!

Und nicht vergessen:
Es handelt sich hier um abendliches Yoga in Schlafklamotten!
Du musst weder so korrekt wie im Lehrbuch auf der Matte stehen noch jemandem etwas beweisen –
du willst nur deine Beine und deinen Geist beruhigen.
Also lass es ruhig angehen!

Setz dich auf deine Matte, nimm dir ein Kissen und vielleicht auch eine Decke mit, und lass uns anfangen:

Komm in die Kindeshaltung und lass dich tief sinken. Wenn sich die Haltung anfangs unangenehm anfühlt, leg eine Decke unter deine Waden. Dein Kopf ruht auf der Matte, die Hände sind entspannt, auch die Arme liegen locker auf der Matte.
Schließ deine Augen und atme tief und ruhig durch die Nase –
sooft du möchtest.
Komm dann wieder nach oben, in die Tischhaltung, und von hier aus beginn mit einer ausgiebigen Runde Katze/Kuh:
Mit einer langen Ausatmung beug deine Wirbelsäule nach oben, bring das Kinn zum Brustbein und fließe dann mit einer Einatmung zurück, die Wirbelsäule dehnt sich nach unten, der Kopf kommt nach oben.
Wiederhole das einige Male, angepasst an deinen Atem, und komm dann zurück in die Tischhaltung.

Strecke nun das rechte Bein nach hinten und dehne es – und zwar genauso sanft oder fest, wie es sich am besten für dich anfühlt. Wechsle dann und streck das linke Bein nach hinten und dehne wieder. Wiederhole das Dehnen und komm denn langsam in deinen Hund, sanft, mit gebeugten Beinen. Strecke und beuge abwechselnd deine Beine, vergiss nicht auf den Atem und achte auch bei sanftem Abend-Yoga darauf, dass deine Hände auf der Matte festen Halt finden.
Streck dann beide Beine und dehne sie –
und verändere vielleicht den Abstand zwischen Händen und Füßen oder beug wieder die Knie, wenn dir das Strecken zu viel ist.

Finde vom Hund deinen Weg in eine Variation der Königstaube –
ich bevorzuge abends die Version mit gestrecktem hinteren Bein, mein Kopf ruht auf meinen Fäusten.
Finde deine Variante: Vielleicht möchtest du den Oberkörper aufgerichtet lassen oder dich mit den Unterarmen auf der Matte abstützen, probier es einfach aus.
Atme tief und ruhig weiter –
und vergiss nicht, die Seite zu wechseln!
Danach kommst du wieder in deinen abendlichen Hund und steigst nach vorne ins Sitzen, zu Dandasana.

Sitz mit geradem Rücken auf der Matte, leg dir vielleicht eine Decke oder ein Kissen unter den Po, damit es bequemer wird. Beug dich dann mit geradem Rücken nach vorne und lass dort die Schultern und den Kopf schwer werden.
Probier mal, ein Kissen auf die Oberschenkel zu legen und den Oberkörper so zu stützen –
aber lass die Füße geflext, mit den Zehen Richtung Decke gerichtet, damit die Beine gedehnt und die Knie geschützt werden.

Schließ deine Augen und atme tief und ruhig, bleib in der Haltung, so lange es sich gut anfühlt –
und komm dann zurück zu Dandasana.

Von hier finde deinen Weg zu Janu Sirsasana, und vergiss nicht: Sei sanft zu dir!
Leg auch hier wieder das Kissen auf dein Bein, um die Haltung bequemer zu machen –
und atme tief und ruhig durch die Nase.
Wechsle dann die Seite, achtsam und langsam –
und komm danach zurück zu Dandasana.
Greif dir dein Kissen und entspann noch mal in Paschimottanasana, so lange es dir gut tut.

Zuletzt rutsche mit dem Po so nahe an die Wand, wie es geht, und dreh dich über eine Seite so, dass die Beine an der Wand liegen und nach oben zeigen. Leg dir eine gefaltete Decke oder ein Kissen unter den Po, breite die Arme neben dir auf der Matte aus, und schließ die Augen.
So entlastest du deine Venen und deine Lendenwirbelsäule und fühlst dich komplett entspannt.
(Vorsicht bei hohem Blutdruck oder in der Schwangerschaft!)

Atme tief und ruhig durch die Nase und bleib in dieser Haltung bis zu 25 Atemzüge lang.
Danach fühlst du ein leichtes Kribbeln in den Beinen –
ich mag das sehr, weil sich meine Beine nach diesem Kribbeln viel leichter anfühlen und ich besser einschlafen kann.

Leg dich danach gleich ins Bett, schlüpf unter deine Decke, streck die Beine auf der Matratze aus und freu dich auf eine erholsame Nacht.

Schlaf gut!

***

Achtung!
Wenn du Fragen zu bestimmten Asanas hast oder nicht weißt, wie du von einer Übung in die nächste übergehen sollst, hinterlass doch einen Kommentar!
Die Sequenz zeigt nur die Endhaltung und ist somit eher für erfahrene Yogi/nis ausgelegt –
aber ich helf dir gern weiter!

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Warum Kinderyoga so wichtig ist

Die heutige Kinder-Yogastunde in einem meiner Kindergärten war hart, muss ich gestehen:
In der Gruppe waren zwei Kinder, die keine Sekunde stillsitzen können, die jeden Gedanken, der in ihrem Kopf auftaucht, sofort lautstark der Gruppe mitteilen müssen, und für die es offenbar Neuland ist, dass ihnen jemand kleine Aufgaben stellt, wie etwa:
Setz dich auf deinen Platz und pass auf, dass du die Memory-Karten in der Mitte nicht durcheinander bringst.
oder
Achte darauf, dass du deinem Sitznachbarn nicht mit dem Ellenbogen ins Gesicht stichst.

Im Kinder-Yoga ist das natürlich normal –
kein Kind tut immer genau das, was man ihm sagt, die Fantasie und der Bewegungsdrang sind meistens stärker …
und das Schöne ist:
Kinder-Yoga ist perfekt dafür.
Bewegung und Stillsitzen wechseln sich ab, die Kinder können ihre Gedanken und Ideen einbringen, niemand wird zu etwas gezwungen, in den allermeisten Fällen sind die Kleinen aber begeistert bei der Sache und genießen jede Sekunde.

Da heute die Abschiedsstunde war, hatte ich geplant, mit den älteren Kindern Yoga-Memory zu spielen –
eine geniale Kombination aus Achtsamkeits-Schulung und Yoga-Übungen, die den Kindern großen Spaß macht. Meistens sind sie traurig, wenn wir alle Karten aufgedeckt haben und sie fertig sind mit der Yoga-Stunde und eine andere Gruppe dran ist.

Yoga als Spiel: Yoga-Memory

Heute aber kam bei den Kindern keine echte Spielfreude auf –
es ist einfach nicht lustig, wenn zwei Kinder absichtlich alle Karten durcheinander bringen, sich keine Sekunde auf das Spiel konzentrieren können, dann aber beleidigt sind, wenn sie keine Paare finden und lautstark beginnen zu schreien.

Nach mehrmaliger Aufforderung, Platz zu nehmen, dem Spiel zu folgen und die anderen nicht zu stören, hab ich dann beschlossen, nicht die Geduld zu verlieren, sondern meinen Trumpf zu präsentieren: die eine Memory-Karte, vor der die Kleinen fast ein bisserl Respekt haben, die sie aber dennoch genießen:
die Karte mit dem Wecker.

© Sibl and the Wheel
Zeit, innezuhalten

Wenn dieses Karten-Paar aufgedeckt wird, setzen sich alle hin, schließen die Augen und den Mund – und halten einfach inne.
Wer es am längsten schafft, darf sich Stillhalte-König oder -Königin nennen und den anderen erklären, wie er oder sie es so lang geschafft hat …
die Kinder haben nämlich die tollsten Ideen, wie man es schafft, innezuhalten und Ruhe zu bewahren!

Also hab ich die beiden Wecker-Karten aufgedeckt und das Stillhalten ausgerufen –
mit Erfolg:
Sogar die Beiden, die sich bisher schwer taten, wollten zeigen, wie gut sie das können …
und als wir alle dann wieder die Augen öffneten, sagte eines der Kinder:
Das war so angenehm, können wir das nachher nochmal machen?

Kinder brauchen Ruhephasen, genauso wie die Erwachsenen, und genauso wie wir müssen sie lernen, sich diese zu gönnen und zu erkennen, wie wertvoll sie sind.
Sich auf ein Memory-Spiel konzentrieren zu können, tief einzuatmen oder kurz mal im Krieger zu stehen –
all das sind Fähigkeiten, die Kindern im Leben wirklich helfen …
nicht, weil ihnen jemand sagt, dass sie es müssen, sondern weil es ihnen guttut –
und weil sie selbst spüren, wie gut es ihnen tut.

Und das ist etwas, das ich gerne fördern möchte –
wer das nämlich schon als Kind lernt, der kann es auch, wenn er erwachsen ist …
und das ist ein wunderbarer Gedanke!

#Namaste!

***

Kleiner Nachtrag:
Die Welt, in der wir leben, ist schnell und oft rastlos. Viele Eltern müssen früh in die Arbeit und kommen erst spät wieder nach Hause. Da bleibt wenig Zeit, sich den Kindern zu widmen und sie zu fördern – vor allem, weil uns die Welt suggeriert, dass fördern bedeutet, die Kinder von einem Kurs in den nächsten zu kutschieren, keine Leerzeiten hinzunehmen und jede Minute des Tages genau zu planen.
Und auch wenn bekannte Erziehungswissenschaftler/innen mittlerweile wieder dazu raten, den Kindern Langeweile zu gönnen, weil das Pause fürs kindliche Gehirn und Raum für die eigene Fantasie bedeutet, scheinen manche Eltern direkt Angst davor zu haben, als Rabeneltern zu gelten, wenn das eigene Kind weniger Kurse besucht als das Nachbarskind.

Als Mutter von drei Kindern und mittlerweile Kinder-Yogalehrerin möchte ich aber allen Eltern ans Herz legen:
Lasst eure Kinder atmen!
Gönnt ihnen die Zeit, die sie brauchen, um zur Ruhe zu kommen – und helft ihnen dabei, sich zu entfalten.
Anstatt sie von einem Kurs in den anderen zu hetzen, setzt euch mit ihnen hin und spielt ein Brettspiel –
weil man dabei ganz wunderbar lernt, sich zu konzentrieren, achtsam zu sein und trotzdem Spaß zu haben.
Und weil man dabei Zeit miteinander verbringt.

Kinder wissen selbst recht genau, was sie interessiert und was sie gut können, sie brauchen nur jemanden, der sie an der Hand nimmt und mit ihnen den manchmal steinigen Weg zu sich selbst beschreitet –
ohne allerdings die Richtung vorzugeben.
Und sie brauchen manchmal jemanden, der ihnen zeigt, wie schön es sein kann, Ruhe in sich selbst zu spüren –
die Welt ist stressig genug.

 

Merken

Endlich Frühling!

Ihr wundert euch vielleicht, wieso es jetzt längere Zeit so still war hier, das ist ja sonst nicht so meine Art –
aber die Grippe hatte mich zwei Wochen lang voll im Griff, mit allem drum und dran:
Fieber, Halsweh, Husten, Schnupfen, Kopf- und Gliederschmerzen, das volle Programm. Manchmal hab ich mich auf meine Matte geschleppt und bin dort gesessen, aber mehr als tief durchatmen hab ich nicht geschafft.
Jetzt endlich bin ich wieder gesund, muss nur mehr leicht husten, kann aber endlich wieder yogieren und das Haus verlassen …
großartig!

Und genau in dieser Zeit, in diesen zwei Wochen, in denen ich rein gar nichts tun konnte, hab ich mich dazu entschlossen, ein CoWorking-Studio in Salzburg zu eröffnen –
ein Studio, in dem ich wieder Erwachsene unterrichten kann, in dem aber auch andere ihre Stunden abhalten können, egal ob es sich um Yogastunden, Tanzeinheiten, Pilates oder Beratung/Therapie handelt.
Weil es gemeinsam viel schöner ist, weil es mehr Spaß macht und bestimmt auch leichter ist, als einsam für den eigenen Traum zu kämpfen – ich freu mich jedenfalls sehr drauf und arbeite in jeder freien Sekunde daran, dass die Website fertig und die Facebook-Seite voller wird, dass meine Give-aways ankommen und ich den ersten Kennenlern-Abend organisieren kann.
Und dass ich das Studio so adaptiere, dass man sich darin wohlfühlt und tolle Stunden erleben kann.
Denn noch ist es ein bissl leer:
https://www.instagram.com/p/BQxVtrhDf5N/?taken-by=sibl_and_the_wheel
Heute war auch endlich wieder eine Kinderyoga-Stunde, ich hab die Kleinen wirklich vermisst –
und weil die Sonne so schön gescheint hat, haben wir die Yoga-Einheit kurzerhand in den Garten verlegt.
https://www.instagram.com/p/BRnRvBLjicr/?taken-by=sibl_and_the_wheel
Die Kleinen waren begeistert, denn aus der geplanten Yogastunde wurde durch die Eindrücke aus der Natur eine Achtsamkeits-Stunde –
was hörst du, was siehst du, wie fühlt sich der Boden an, das Gras, und wer kann beschreiben, wie der Frühling riecht?

Wir haben Kirschkerne entdeckt, die frühlingshaft austreiben, konnten sechs verschiedene Arten von Vögeln singen hören und einige der Kleinen haben das erste Mal am frischen Gras und der feuchten Erde gerochen –
ein echtes Yoga-Garten-Abenteuer!

Beim Ausziehen fragte dann eine Betreuerin die Kinder, wie das Yoga im Garten denn gewesen sei –
und ein Chor glücklicher Kinderstimmen hat laut geschrien: Es war toll!

Was gibt es schöneres?

#Namaste!

 

Merken

Merken

Und ewig dreht sich das Gedankenkarussell.

Gibt es einen guten Zeitpunkt, um krank zu werden?
Vermutlich nicht –
aber unzählige schlechte.

Jetzt gerade, zum Beispiel:
Ich habe hunderte Dinge zu erledigen, müsste denken und tüfteln und hier anrufen und dort vorsprechen, eine Website erstellen und über hundert weitere Dinge nachdenken …
stattdessen lieg ich mit Halsweh am Sofa, trink literweise Tee mit Kurkuma-Honig und bekomm schon einen Schweißausbruch, wenn ich nur ans Aufstehen denke.
https://www.instagram.com/p/BRAm7Tbj36J/?taken-by=sibl_and_the_wheel
Gestern hab ich es nicht mal auf die Matte geschafft, obwohl ich mich ein wenig bewegen wollte, das möchte ich heute unbedingt  schaffen –
denn es ist  furchtbar, abends ins Bett zu gehen, wenn man eh den ganzen Tag nur rumliegen musste.

Krank sein macht aber noch etwas mit mir:
Es treibt mein ohnehin schon rastloses Gedankenkarussell noch mehr an.

Gerade jetzt, wo ich nicht mehr nur noch plane, sondern aktiv an meinem (nennen wir es mal) Co-Working-Space für … hm … Body and Soul arbeite (jaaa, am Namen tüftle ich auch noch), gerade jetzt wollen meine Gedanken einfach keine Ruhe finden:

Ist es die richtige Idee? Was hab ich übersehen? Klappt das mit meinen Kindern? Werden da überhaupt irgendwelche Leute kommen? Wie erreiche ich diese Leute? Wird es finanziell leistbar sein? Was muss ich alles anschaffen? Schaff ich alles, was ich mir vornehme, bis April? Was wird das mit mir machen, mit meiner Familie? Wird es Auswirkungen auf meine Beziehung haben?

Und das ist nur eine kleine Auswahl an Fragen, die mir durch den Kopf gehen, tagsüber auf dem Sofa, und vor allem nachts im Bett, wenn ich nicht schlafen kann.

Deshalb werd ich mich heute auf meine Matte setzen, tief durchatmen, und die Welt einfach Welt sein lassen.
https://www.instagram.com/p/BOHhIwADmEb/?taken-by=sibl_and_the_wheel
Auf mich selbst achten, meinen Kopf freiatmen, abends in der Badewanne entspannen –
und erst morgen wieder die Welt neu erfinden.

Denn wie heißt es so schön?

Genießt euren Faschingsdienstag, und passt auf euch auf.

#Namaste!

Merken

Merken

Einfach ehrliches Yoga, ohne jeglicher Zauberei.

Wer sich dazu entschließt, Yoga zu unterrichten, muss sich erst einmal fragen:

Was für eine Art von Yoga möchte ich unterrichten?

Wie möchte ich den Menschen vermitteln, dass Yoga toll ist – gerade ich, der unesoterischste Mensch, den ich kenne?!
Ständig sagen mir die Leute:
Dass gerade du Yoga unterrichtest, du magst doch Esoterik nicht.
Oder:
Yoga ist mir zuviel Shanti shanti …
was auch immer das bedeuten soll. Denn Yoga an sich ist weder esoterisch, noch hat es was zu tun mit Gesangsübungen in fremder Sprache.
Ich war also selbst ein bisschen unsicher, was ich auf all diese Fragen eigentlich antworten soll.

Gestern abend auf meiner Yogamatte jedoch hatte ich dann auf einmal den ganz klaren Gedanken:
Ich möchte bloß ehrlich sein.

Yoga ist gut für Körper und Geist –
unzählige Studien beweisen das mittlerweile.
(Ja, andere Studien beweisen das Gegenteil, das ist mir klar, aber diese Studien beziehen sich meist darauf, dass etwa Anfänger/innen versuchen, sich in den Skorpion zu drücken und sich dabei verletzen … was mir immer im Herzen weh tut. Drum kämpf ich auch für Yoga ohne Ego, denn:
Wer nicht aufrecht im Berg stehen kann, braucht an den Kopfstand nicht zu denken.)

Sich yogisch zu bewegen, den Geist zu beruhigen und sich selbst einfach mal eine Auszeit zu gönnen – das ist für mich Yoga.
Ich bin auch keine Yoga-Therapeutin … dafür gibt es andere.
Wer also mit schweren Verletzungen zu kämpfen hat, der sollte lieber ausgebildete Therapeut/innen aufsuchen, die eine jahrelange Ausbildung in Sachen Anatomie hinter sich haben.
Mir und dem eigenen Körper zuliebe.

Auch Meditation ist toll für uns –
nicht umsonst meditieren Spitzensportler/innen und Top-Manager/innen täglich.


Meditieren hat aber nichts mit Räucherstäbchen zu tun, man muss nicht unbedingt still sitzen, Mantras singen oder verschiedenste Sanskrit-Silben summen, von denen man nicht einmal weiß, was sie bedeuten.
Man kann auch unter einem Baum liegen und mit geschlossenen Augen das Gras spüren.
Oder sich auf der Matte einkuscheln und einfach mal in sich hineinhören.
Das tun wir nämlich viel zu selten, obwohl es so gut tut – es zahlt sich wirklich aus, das mal zu probieren.
Ohne Druck, ohne ‚das muss genau so sein‘, einfach zur Ruhe kommen und für wenigstens ein paar Minuten den Alltag vergessen.
Ich versprech euch: Das ist genial!

Für mich zum Beispiel ist auch Stricken Meditation –
der Geist ist vollkommen frei von Gedanken, ich seh nur, wie die Maschen sich vermehren und bin ganz bei mir.
https://www.instagram.com/p/BQsnCwRDjsV/?taken-by=sibl_and_the_wheel
Ich möchte aber auch ehrlich sein in der Art, wie ich mein Yoga präsentiere.
Detox Flow?
Braucht kein Mensch – das klingt vielleicht gut und ist gerade ein Trend in Sachen Wellness  –
aber in unserem Körper gibt es keine Gifte, die man mit ein paar Drehhaltungen entfernen könnte.
(Und das ist gut so, wir würden sonst relativ schnell sterben, es macht ja nicht jede/r Yoga oder wöchenliche Detox-Kuren.)
Drehhaltungen sind toll, keine Frage, ich liebe sie vor allem, weil sie oft so fordernd sind, sie haben mit ‚Detox‘ aber nichts zu tun.

Und ich muss gestehen: Ich halte auch wenig von ‚alternativen‘ Dingen aller Art – und das, obwohl ich mittlerweile mit Leib und Seele Yogalehrerin bin.
Klingt komisch? Ist aber so.
Homöopathie? Ist kein guter Ersatz für echte Medizin, dazu müssten Wirkstoffe enthalten sein.
Impfgegner/innen? Sind gefährlich, das unterstütze ich auf keinen Fall.
Horoskope? Hab ich ohne weitere Vorkenntnisse neben dem Studium für Frauen-Magazine geschrieben. Muss ich mehr sagen?

Und genau, weil ich eigentlich ein so kritischer Mensch bin, finde ich Yoga genial –
weil ich spüre, dass es wirkt, ganz ohne Zauberei, weil ich nach zehn tiefen Atemzügen auf meiner Matte (logischerweise) spüren kann, wie mein Herzschlag sich verändert, weil ich es genieße, abends mal für kurze Zeit mein Gedankenkarussell ausschalten oder meine Restless legs beruhigen zu können …
eine Wohltat!
Dafür zünd ich zwar auch manchmal Räucherstäbchen an, weil ich Räucherstäbchen liebe, nicht aber, weil sie meine Chakren stimulieren, und ich singe auf der Matte sogar laut Om, wenn ich Lust darauf habe, weil ich die Vibration liebe und die Art, wie sich meine Stimme beim Singen verändert …
aber ich würde niemanden dazu zwingen.

Und ich glaube, darum geht’s im Yoga:
niemanden zu etwas zwingen, das tun, was aus dem Herzen kommt, was sich richtig anfühlt, und die anderen so akzeptieren, wie sie sind.
Wer gern Mantras singt und chanten möchte, ist jederzeit dazu eingeladen, das auch zu tun –
in meinen Yogastunden wird es das allerdings nicht geben.
Ich hab auch nicht vor, allzuviele Sanskrit-Worte zu verwenden …
einfach weil ich mit Menschen arbeite, die sich bewegen und entspannen wollen, vermutlich aber keine Fremdsprache erlernen.

Ich werde einfach versuchen, achtsam auf jede/n Einzelne/n einzugehen, sodass auch wirklich jede/r mit einem Lächeln im Gesicht den Raum verlässt –
ausgepowert vom Yoga, erholt von der Entspannung samt Augenkissen und sanfter Musik oder auch mal in totaler Stille.
https://www.instagram.com/p/BQNm-pVgqIB/?taken-by=sibl_and_the_wheel
Klar, auch mein geliebtes Yogarad werde ich in die Stunden einbauen, aber ich glaube, ich weiß jetzt, wie mein persönliches Yoga aussieht (denn ich bin überzeugt davon, dass jede/r von uns einen persönlichen Yogastil hat):

achtsam und klar, lustig und spannend, unesoterisch und ohne Dogmen – und vollkommen ohne religiösen Touch.
Denn Yoga ist mittlerweile im Jahr 2018 angekommen, gerade hier in Westeuropa. Yoga ist natürlich stark von Traditionen geprägt, und ich bin stolz darauf, diese Wurzeln kennengelernt zu haben und mein Wissen darüber zu vertiefen, weil es spannend und interessant ist zu lernen, woher das kommt, was man so liebt …
aber das ist mein Hobby, nicht meine Berufung:
Einfach, weil es viele Menschen gibt, die denken wie ich, und die trotzdem gern yogieren möchten …

weil es so gut tut!

#Namaste!

*

Wichtiger Nachtrag:
Wenn ich schreibe, dass mein Yoga ehrlich ist, frei von Mantras und Esoterik, dann heißt das nicht, dass Mantra singende Yogalehrer/innen nicht ehrlich sind –
es wäre bloß nicht ehrlich, wenn ich das machen würde.
Weil es nicht meins ist, weil es nicht von Herzen käme, weil ich jemanden spielen würde, der ich nicht bin –
und das ist ganz bestimmt nicht der Sinn von Yoga.
Nichtsdestotrotz bin ich der Meinung, dass es unehrlich ist, sich auf Gesundheits-Trends wie etwa Detox zu berufen und so Kund/innen zu gewinnen –
weil nix dahintersteckt, weil man den Menschen einredet, dass sie etwas in sich haben (in diesem Fall Schlacken), das sie loswerden müssten –
und das ist Unsinn.
Und unehrlich.

Merken

Vielen Dank! Ich freu mich sehr!

Manchmal bekommt man das schönste Feedback –
genau dann, wenn man gerade überhaupt nicht damit gerechnet hat.

So wie heute:
Als ich nämlich meine jüngste Tochter aus dem Kindergarten abgeholt hab, hat mir ihr Betreuer erzählt, dass er nun den Text über’s Kinderyoga im Kindergarten online gestellt hätte.
Also hab ich mich zu Hause als erstes an meinen Computer gesetzt und mal nachgeschaut, was er so geschrieben hat, ist ja spannend –

und mich gleich wie narrisch gefreut.

So viele nette Worte –
und die Tatsache, dass sich die Kinder wirklich drauf freuen, wieder zum Yoga gehen zu dürfen, ist einfach wunderbar.

Besser geht’s kaum.

#Danke!

© Sibl and the Wheel
© Sibl and the Wheel

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Sonne im Herzen

Früh morgens aufstehen, Frühstück herrichten, einen Matcha latte schlürfen, Töchterlein in den Kindergarten bringen und sich auf den Weg machen zur Lieblings-Yogastunde
ein perfekter Start in den Tag.

Abendliches Yoga ist zwar klasse, aber noch schöner finde ich es, von Vogelgezwitscher geweckt zu werden und dann direkt vom Bett auf die Matte zu steigen –
am allerliebsten im eigenen Garten, wenn das Gras noch feucht vom Tau ist und ich mich mit geschlossenen Augen langsam vom Schlaf befreie und erst so richtig aufwache.

© Sibl and the Wheel
© Sibl and the Wheel’s Morgen-Yoga

Leider ist das nur im Frühling und im Sommer wirklich fein –
aber Tage wie heute sind auch klasse:
Morgen-Yoga außer Haus, dann ist man gleich viel entspannter und bleibt es auch den restlichen Tag, Körper und Geist sind topfit, ein tolles Gefühl.

Das Einzige, was mir nach einer Yogaeinheit außer Haus fehlt, ist eine ausgedehnte Meditation –
eine gute halbe Stunde, in der ich auf der Matte sitze, den Vögeln lausche, dem Meeresrauschen vom Band
oder auch einfach nur in mich hinein.
Ganz still, mit geschlossenen Augen, alle Sinne nach innen gerichtet –
kein müssen, kein wollen, nur sitzen und sein.

Als Mutter von drei Kindern habe ich gelernt, solche Momente zu genießen und jeden Morgen zu versuchen, auf meiner Matte zur Ruhe zu kommen –
denn das ist die Zeit, in der keiner etwas von mir will, niemand etwas braucht, in der das Telefon ausgeschalten bleibt –
und sogar mein Postbote weiß, dass er morgens nicht zu läuten braucht, er stellt Pakete einfach still und leise vor die Tür.

Wunderbar!

© Sibl and the Wheel
© Sibl and the Wheel meditiert in der Sonne

Es ist eine Wohltat, die Sonne auf der Haut zu spüren, ihre Wärme und Geborgenheit –

aber noch genialer ist es, die Kraft der Sonne mit jedem Atemzug einzuatmen und im Herzen zu speichern.

Namaste!

Merken

Merken

Merken

Damals, am Meer, da war diese tiefe Ruhe in mir – wo ist sie jetzt?

Damals,
am Meer,
da war diese tiefe Ruhe in mir,
da konnte ich stundenlang aufs Meer schauen,
ohne dass mich irgendetwas gestört hätte,
nicht die lärmenden Menschen ringsum,
nicht die streitenden Kinder
oder der Eisverkäufer, der alle fünf Minuten fragte,
ob ich ein Eis möchte.

© Sibl and the Wheel
© Sibl and the Wheel

Damals,
am Meer,
da war innerer Frieden in mir,
ganz egal, was rund um mich geschah,
ich brauchte nur meinen Blick auf die Wellen zu richten,
schon konnte ich spüren,
wie sich die Wogen in mir glätteten,
als hätte es sie nie gegeben.

© Sibl and the Wheel
© Sibl and the Wheel

Damals,
am Meer,
da konnte ich stundenlang Asanas üben,
abends,
wenn die Menschen den Strand verlassen hatten,
und es schien,
als würde allein diese innere Ruhe mir helfen zu meistern,
was ich zuvor nur selten schaffte.

© Sibl and the Wheel
© Sibl and the Wheel

Damals,
am Meer,
da schien meine innere Seherin
immer zu lächeln,
schon der Gedanke ans Meer
zaubert ihr ein Lächeln ins Gesicht,
auch heute wieder –
aber was mach ich ohne Meer?

© Sibl and the Wheel
© Sibl and the Wheel

Am Meer fällt es uns oft viel leichter, unseren rastlosen Geist zu beruhigen, die chitta vrittis, die Bewegungen unseres Geistes, zur Ruhe kommen zu lassen und einfach zu sein.
Das geht ganz von allein, ohne dass wir darüber nachdenken müssen –
und wahrscheinlich ist genau das der Punkt: nicht darüber nachdenken.

Wenn ich dann daheim bin, auf meiner Matte, frage ich mich oft, wo sich diese Ruhe abseits vom Meer eigentlich immer versteckt.
Mein Trick:
Ich hol mir das Meer auf meine Matte!

Wenn es mir wirklich nicht gelingt, abends mal abzuschalten und für wenigstens ein paar Minuten meine Gedanken rasten zu lassen, dann lausche ich dem Meeresrauschen vom Band –
das ist zwar natürlich nur halb so schön, es fehlt der Duft des Meeres, das Salz auf der Haut, der schier endlose Blick bis zum Horizont, das sanfte Abendrot über den Wellen, die Schreie der Möwen, der Schaum auf dem Wasser …
aber es klappt!

Probiert es mal aus!
#Namaste!

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Die Ruhe nach dem Sturm. Oder davor?

Vor zehn Minuten lag ich noch in Savasana auf meiner Yogamatte und hab versucht, mein Gedankenkarussell zu stoppen –
aber das wollte heute partout nicht klappen.

© Sibl and the Wheel
© Sibl and the Wheel

Immer wieder kehrte mein monkey mind zu irgendwelchen Themen zurück, die mir momentan am Herzen liegen.
Und wie so oft war es auch heute das eine Thema, das mich besonders gefangenhält:
meine mir eigene Art, den Menschen rund um mich die Wahrheit zu sagen.
Meistens versuch ich es sehr liebevoll, meistens mit wirklich guter Absicht, und am allermeisten passiert es einfach, ohne dass ich es wirklich kontrollieren kann:
Die Wahrheit sprudelt nur so aus mir heraus.

Ich vergreif mich zwar nur sehr selten im Tonfall und mein es wirklich immer gut –
aber das ändert nichts an der Tatsache, dass die meisten Menschen die Wahrheit nicht hören wollen, nicht einmal, wenn sie explizit danach fragen.
(Das ist etwas, das ich wohl nie verstehen werde –
Warum fragen sie dann?)

Es gibt aber so Fälle, in denen kann ich mich einfach nicht beherrschen –
wenn mir zum Beispiel jemand ständig erzählt, wie schlecht es ihm geht, sich aber keineswegs darum bemüht, etwas an seiner Situation zu ändern.
Wenn mir jemand ständig damit in den Ohren liegt, dass ich ihm helfen soll, meine Hilfe aber jedesmal ablehnt.
Oder wenn mir Freund/innen Tag und Nacht erzählen, wir schrecklich ihre Beziehung ist, diese aber Jahr um Jahr fortführen.

Da überholt mein Mund manchmal meinen Kopf, ohne dass ich es wirklich steuern kann.

Ich hab auf der Yogamatte sehr viel über mich gelernt, auch zu akzeptieren, dass man Menschen eben nicht retten kann, dass es meistens nicht mal sinnvoll ist, es zu versuchen, und dass meine manchmal extreme Ehrlichkeit wohl auch mit meiner Kindheit zu tun hat.
Denn:
Ich war ein furchtbares Kind.

Ich war laut, lästig, ich hab gelogen und meiner Familie wohl nicht nur einmal das Leben zur Hölle gemacht.
Klar, man könnte jetzt sagen, meine Eltern hätten mich besser erziehen sollen, das ist wohl auch ein bisschen wahr, aber als dreifache Mutter hab ich mittlerweile gelernt:
Es ist nicht alles Erziehung, jedes Kind ist anders, und manche Kinder vertragen Regeln besser als andere.
Ich hätte schon als Kind dringend Yoga gebraucht, glaub ich.

Irgendwann kam der Punkt, an dem ich erkannt habe, dass Lügen wirklich kurze Beine haben, dass ich mit Lügen im Leben nichts erreiche –
und auch, dass die Wahrheit zwar manchmal weh tut, mir aber ein persönliches Anliegen ist.

© Sibl and the Wheel
© Sibl and the Wheel

Yoga hat mir dabei geholfen, meinen rastlosen Geist wenigstens manchmal beruhigen und besser entscheiden zu können, wann ich den Mund aufmache und wann nicht.
Yoga hat mich aber auch gelehrt, mich selbst so zu lieben, wie ich bin –
und ich bin eben ein Mensch, dem die Wahrheit am Herzen liegt und der es wohl nie aufgeben wird zu versuchen, anderen zu helfen …
wer will schon seinen Familienmitgliedern oder Freund/innen beim Leiden zusehen?
Eben.

Seit ich weiß, dass es im Yoga yamas und niyamas gibt und dass satya eines der fünf yamas ist und Wahrhaftigkeit bedeutet – Wahrhaftigkeit in Worten, Taten und Gedanken, gegenüber anderen und gegenüber sich selbst – seitdem versuche ich noch mehr als zuvor, Wahrheit und Wahrhaftigkeit in meinem Leben zu integrieren.
Natürlich soll diese Wahrheit niemand anderen verletzen –
das ist nur leichter gesagt als getan.
Manchmal kann die Wahrheit auch aufrütteln und jemandem helfen, selbst wenn sie ihm kurz weh tut –
eine Gratwanderung, vor allem in dieser postfaktischen Zeit, in der wir leben, in der persönliche Gefühle mehr Wert zu sein scheinen als harte Fakten.

Manchmal ist es schwer, jemand zu sein, der wahrhaft spricht und auch kleine Notlügen oder unehrlichen small talk nicht besonders toll findet.
Aber ich hab allein auf meiner Matte mit mir selbst gelernt:
Ich muss andere so annehmen, wie sie sind, denn ich kann sie nicht ändern –
ich muss aber auch mich so annehmen, wie ich bin, wenngleich ich bei mir selbst kleinere odere größere Korrekturen vornehmen kann.

© Sibl and the Wheel
© Sibl and the Wheel

Doch das heißt umgekehrt auch:
Ich darf so sein, wie ich bin, ich muss mich nicht verstellen –
eine echte Befreiung für jemanden wie mich, der lange Zeit versucht hat, jemand anderer zu sein, nur damit er …
ja, was eigentlich wird?
Cooler?
Beliebter?
Begehrenswerter?

Nein danke.

Ich hab eine tolle Familie, die ich mehr als alles andere liebe.
Ich hab Freund/innen, die mich so mögen, wie ich bin.
Und ich kann mittlerweile in den Spiegel schauen und sagen:
Ja, ich mag dich.
(Das war lange Zeit vollkommen anders.)

All das hab ich auf meiner Yogamatte gelernt.
Was gibt es schöneres?

Namaste!

***

Dennoch:
Ein kleines Entschuldigt! an alle, die ich mit meinen Worten manchmal verletze …
das ist niemals meine Absicht.

Merken

Restless Legs – kennt Ihr das auch?

Letzte Nacht war es wieder besonders schlimm:
Meine Beine wollten und wollten nicht still liegen –
egal, was ich machte, wie ich mich hinlegte, egal wie oft ich aufstand, um Wasser zu trinken und die Beine ein wenig zu bewegen, es klappte nicht.
Und obwohl ich sogar die doppelte Dosis Magnesium eingenommen habe (ein Tipp meiner Ärztin und das einzige Nicht-Medikament, das meine Beine abends zumindest ein bisschen beruhigt), konnte ich stundenlang nicht einschlafen.

Warum?
Ich leide seit meiner ersten Schwangerschaft vor sechzehn Jahren am sogenannten primären Restless-Legs-Syndrom, einer neurologischen Erkrankung, die meine Beine in  manchen Nächten unkontrolliert zucken lässt, weil ich das Gefühl habe, im Bett laufen zu müssen, ohne es stoppen zu können, und die mit zunehmendem Alter immer stärker wird –
das liegt bei uns in der Familie.
(Danke Genetik.)

Das sekundäre RLS wird von verschiedenen Faktoren ausgelöst und verschwindet in der Regel wieder von selbst oder nach einer entsprechenden Behandlung.
RLS ist zwar nicht gefährlich, aber sehr unangenehm und lästig –
und kann im Alter immer stärker werden, sodass irgendwann Medikamente eingenommen werden müssen, das wird wohl auch mir nicht erspart bleiben.

Leider kommt es nicht immer nur in Nächten vor, sondern auch an Tagen wie diesen …
https://www.instagram.com/p/BMv0SewDZFI/?taken-by=sibl_and_the_wheel

… wenn ich eigentlich nur entspannen möchte, meine Beine davon aber nichts wissen wollen.

Seit ich es mir zur Gewohnheit gemacht habe, vor dem Schlafengehen im Pyjama noch einige Minuten auf der Yogamatte zu Verbringen, geht es mir viel besser, an manchen Tagen brauche ich sogar überhaupt kein Magnesium, um einschlafen zu können –
sanftes Dehnen der Beine, entspannende Vorbeugen und ausgedehntes Viparita Karani, bei dem ich die Beine nach oben an eine Wand lege, das wirkt wahre Wunder.

Gestern aber, da hab ich das vergessen –
und nach mehreren Stunden beschlossen, mich mitten in der Nacht ganz leise auf meine Matte zu schleichen und im Dunklen zu dehnen, zu entspannen, meine Beine zu beruhigen.

Und ich muss gestehen:
Das war wunderbar!
Es war ganz still, kein Laut, nur mein eigener Atem und das sanfte Glucksen der Heizungsrohre, von draußen kam kühles Mondlicht ins Zimmer, unter mir die weiche Yogamatte, genial!
Und geholfen hat es auch –
ich werd wohl trotzdem lieber vor Mitternacht meine rastlosen Beine entspannen, dann steht es sich nämlich am nächsten Morgen viel leichter auf.

Probiert es einmal aus, vielleicht hilft Yoga auch euren rastlosen Beinen –
hier hab ich für ein paar Tipps!

Namaste!

***

Achtung!
In schweren Fällen von Restless-Legs-Syndrom ist es wichtig, ärztlichen Rat einzuholen und nicht eigenmächtig Medikamente einzunehmen oder sich rein auf Yoga zu verlassen! Primäres RLS ist eine zwar ungefährliche Krankheit, dennoch ist ärztlicher Rat immer besser als Internetrecherche oder Selbstmedikation!

 

Merken